Lebenskrise - verlassen und trotzdem auch nicht

loele

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Hallo Gemeinde,
mir geht es beschissen. Bin 46 Jahre weiblich und wurde im März von meinem Mann nach schönen und auch guten 21 Jahren verlassen. Mich hat es wie ein Blitz getroffen. Im Januar war für mich die Welt noch in Ordnung. Wir beide waren seit Jahren das 1. Mal ohne unsere Tochter im Urlaub. Alles super schön. Die Trennung auf Zeit (wie er es so schön formulierte) kam von jetzt auf gleich. Das schlimme an der ganzen Sache ist wir arbeiten zusammen in der gleichen Firma (beide angestellt). Nach seinem Auszug im März bin ich erst mal ins Bodenlose gefallen und es herrschte Funkstille zwischen uns. Keine persönlichen Worte und auch keinen Kontakt weder sms, whatsapp noch persönlich, außer dienstlich. Im Mai zum Geburtstag unserer Tochter (20) fragte er mich, ob ich mit zum gratulieren fahren wolle, da Sie nicht mehr zu Hause wohnt (studiert in einem anderen Ort und wohnt mit ihrem Freund zusammen). Wir sind gemeinsam hingefahren und wir haben uns auch unterhalten können. Dann zu seinem Geburtstag (63) habe ich mir ein Herz gefasst und habe ihm ein kleines Geschenk gemacht (seinen Lieblingstee, ein Buch und ein Kissen, dazu auch ein paar persönliche Worte geschrieben). Er hat sich sehr gefreut und dann auch weiter den Kontakt zu mir gesucht. Am Anfang nur per whatsapp, dann aber auch mit Besuchen, kleinen Ausflügen, gemeinsame Geburtstagsbesuchen bei der Verwandtschaft und man glaubt es nicht auch Übernachtungen bei uns zu Hause mit viel Zärtlichkeiten. Im August bin ich dann für 14 Tage allein in den Urlaub gefahren. War schlimm für mich, da in der Zeit auch unser "Hochzeitstag" (17.) lag. Aber man staune, ich bekam sogar ein Blumenstrauß über Fleurop und auch persönliche Zeilen von ihm. Was ich eigentlich nicht erwartet hatte. Auch in der Zeit haben wir uns ständig geschrieben, aber nicht gesehen und nicht gesprochen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich immer noch die Hoffnung, das wir uns wieder annähern.
Jetzt gibt es seit September immer wieder Höhen und Tiefen, mit mehr oder weniger Annäherung. Mal hilft er mir spontan bei Kleinigkeiten, mal geht er mit mir auf Messen und dann ist er unnahbar. Sagt geplante Date ab.
Bin auch seit September in Psychologischer Betreuung, um mit der ganz Situation zurecht zu kommen. Mir geht es mal super gut und dann wieder beschissen.
Wer hat so eine Situation schon gehabt und wie bekomme ich das Gefühlschaos in den Griff in dem ich mich befinde.

15.11.2016 11:27 • #1


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Huhu Iole,

es ist natürlich für Außenstehende schwer einzuschätzen aber ich habe den Eindruck Dein (Noch)Mann und Du seid auf verschiedenen Leveln.

Du lebst zur Zeit ein "lieber ein bißchen von meinem Mann als gar nichts".

Er genießt eure Freundschaft (+), verbringt unverbindlich immer mal wieder schöne Zeiten mit Dir und entzieht sich wenn ihm der Sinn nach etwas anderem steht.
Ich könnte mir denken er findet es so wie es gerade ist perfekt, weiterhin "Zugriff" auf das angenehme aber keine Verpflichtungen.

Redet ihr denn darüber wo wer von euch momentan steht?

15.11.2016 12:34 • #2



Lebenskrise - verlassen und trotzdem auch nicht

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loele


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Er meint immer er braucht noch Zeit und will ja zurückkommen. Auch hat er noch nicht alles mitgenommen. Zum Beispiel sein Hobby Eisenbahn. Die steht noch bei uns zu Hause. Er will Sie auch nicht mitnehmen, sondern lieber in der Wohnung belassen und Sie auch noch erweitern.
Manchmal habe ich das Gefühl er steckt in einer Lebenskrise. Er ist in sich gekehrt, spricht kaum noch mit Leuten die ihm früher was bedeutet haben (z.B. seine Kumpels). Wenn man ihn anspricht auf das was zur Zeit ist und ihm zum Beispiel sagt, komm zu uns nach Hause, bricht er in Tränen aus.
Auch mit unserer Tochter spricht er nur noch ganz kurz und über belanglose Dinge. Sie versteht die Welt auch nicht mehr. Selbst ihr gegenüber, hat er nie über die wahren Gründe der Auszeit gesprochen. Er hat nur 2 Freunden von sich gesagt, dass weder bei ihm noch bei mir jemand anderes im Spiel ist.

15.11.2016 12:59 • #3


Bukatcho

Bukatcho


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Zitat von loele:
Manchmal habe ich das Gefühl er steckt in einer Lebenskrise. Er ist in sich gekehrt, spricht kaum noch mit Leuten die ihm früher was bedeutet haben (z.B. seine Kumpels). Wenn man ihn anspricht auf das was zur Zeit ist und ihm zum Beispiel sagt, komm zu uns nach Hause, bricht er in Tränen aus.


Das hört sich nach einer Krise an. Hat er mal Depressionen gehabt?
Was sagt denn Dein Therapeut zu der Sache?

15.11.2016 13:19 • #4


sozialtussi

sozialtussi


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Hallo loele


Ein 63 Jähriger nimmt sich nicht mal eben ohne Grund eine Auszeit.
Warum braucht er die?
Das lese ich aus deinem Beitrag nicht heraus.
Angeblich hat er keine Neue, was dann?
Wie war eure Beziehung bisher?
Lief es gut, oder habt ihr euch auseinandergelebt?
Mir kommt da so eine Idee....
....aber ich schreibe das hier nicht öffentlich.

Ich persönlich könnte da nicht so ruhig bleiben, ich würde wissen wollen, was wirklich mit ihm los ist.

15.11.2016 13:31 • #5


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Hm.
Zu sagen es ist keine andere Frau im Spiel heißt leider noch nicht das es das wirklich nicht ist.

Ich will Dir nichts einreden was Dich noch unwohler fühlen lassen würde.
Aber das er so fix und fertig ist, zu weinen beginnt sobald man ihm mit Verständnis (vielleicht empfunden als Druck?) begegnet ... irgendwie scheint es so als müsse er mit etwas fertig werden, sich über etwas klar, irgend etwas lösen. Und zwar alleine, nicht gemeinsam mit Dir oder gar der Familie.

Hat er denn sonst seine Sorgen ect mit Dir besprochen?

15.11.2016 13:48 • #6


loele


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Mein Psychologe hat mir nachdem ich auch ihm die whatsapp gezeigt habe, sofort gesagt er hat nicht nur eine Lebenskrise der steckt in einer Depression. Eigentlich war er immer ein Lebenslustiger Mensch.
Probleme hatten wir nicht oder nur solche, die man einfach lösen konnte. Also belanglose Sachen.
Klar wenn man 24 h am Tag zusammen ist, ist auch manchmal die Luft raus. Unsere Tochter hat bei uns immer eine große Rolle gespielt. Als Sie weg war habe ich vielleicht mehr geklammert als uns gut getan hat. Klar war mein erstes und einziges Kind. Unsere Verbindung (Mutter / Tochter) war einzigartig. Wir verstanden uns blind. Auch mein Mann kümmerte sich vielleicht zu viel um unsere Tochter. Mein Psychologe hat mir das so erklärt. Das ist das S/O/S - Syndrom. 2xS steht für Subjekte (Eltern) O steht für Kind. Jetzt ist das O weg und die 2xS haben nichts mehr worüber sie kommunizieren kann. Hoffe ich habe das jetzt gut erklärt.
Wir konnten immer über Probleme und Ängste sprechen bis jetzt.

15.11.2016 14:03 • #7


Bukatcho

Bukatcho


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Zitat von loele:
Mein Psychologe hat mir nachdem ich auch ihm die whatsapp gezeigt habe, sofort gesagt er hat nicht nur eine Lebenskrise der steckt in einer Depression. Eigentlich war er immer ein Lebenslustiger Mensch.


Dann braucht er dringend Hilfe, habt ihr da mal drüber geredet?

15.11.2016 16:42 • #8


loele


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Ja haben wir. Aber leider lehnt er jede Hilfe ab. Er redet nicht mit Freunden oder Psychologen. Er will das mit sich selbst aus machen.

16.11.2016 12:03 • #9


Bukatcho

Bukatcho


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Zitat von loele:
Ja haben wir. Aber leider lehnt er jede Hilfe ab. Er redet nicht mit Freunden oder Psychologen. Er will das mit sich selbst aus machen.



Das ist falscher Stolz!
Ich habe auch gedacht, das schaffe ich alleine. Bis es nicht mehr ging, bin zum Arzt und hab gerade noch die Kurve gekriegt.
Gehe jetzt in Therapie, mal sehen wie das wird.

16.11.2016 19:37 • #10



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