Trennung - ist wichtige Lebenskrise !

lucrezia

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Hallo Forum.

Heute schreibt mal wieder Lucretia, die bewegte Tage hinter sich hat.

Ich möchte gar nicht wiederholen, was sich alles ereignet hat, warum meine Beziehung immer wieder scheitert, weshalb ich ständig an die falschen Männer geraten bin usw.

Ich habe eine ganz wichtige Lebenserkenntnis gesammelt, die ich hier weitergeben möchte, auch wenn sie vielen von Euch vielleicht auf Anhieb nicht helfen zu scheinen mag.

Jede Beziehung hat einen Sinn, liebes Forum. Es hat seine Richtigkeit, dass Ihr an Partner/Partnerin XY geraten seid. Sie spiegeln Euch das, was selbst in Euch wohnt, deshalb zieht Ihr Eure Partner an. Und damit blockiert Ihr Euer Glück gleichzeitig wieder selbst, so dass es zu Wirren und letztendlich Brüchen kommt.

Das einzige Rezept für eine glückliche Beziehung ist jenes:
Lieb Dich selbst - sonst liebt Dich keiner.

Erst, wenn man selbst mit sich im Reinen ist, das Glück aus sich selbst schöpfen kann, mit sich zufrieden ist und glücklich, ist man in der Lage, Glück im Miteinander zu erleben, weil man sich nicht permanent vom Partner irgendwelche Bedürfnisse befriedigen lässt, an denen es einem selbst mangelt.

Ich zum Beispiel fühlte mich nur gut, wenn mir meine Partner permanent das Gefühl nach Sicherheit gegeben haben. Rief ich sie an und sie waren nicht erreichbar, sank mein Sicherheitslevel auf Null und ich fing an, die Beziehung in Frage zu stellen. In mir wohnt ein großes Gefühl der Angst. Angst vor Verlust, Angst vor Versagen. Ich kompensiere das zwar mit einem coolen Job, einem souveränen Auftreten und flotten Sprüchen. Aber in mir wohnt unter anderem Angst vor Verlust. Es genügen nur wenige Impulse vom Partner, und mein Emotionskarussell fängt an, zu routieren.

Letzte Woche Samstag hatte ich eine interessante Begebenheit: Über den Sommer begleitete mich ein guter Freund durch meine schlimme Trennungsphase von meinem Exverlobten. Er besuchte mich in der Klinik, ich konnte ihn immer anrufen, er tat quasi alles für mich, um mein Vertrauen zu gewinnen. Ich fühlte mich wohl, wenn ich bei ihm gewisse Gefühle nach Geborgenheit und Zuneigung und Bestätigung abholen konnte. Wenn ich gesättigt war, ging es mir wieder gut. Dann gestand er mir, dass er sich in mich verliebt habe und sich eine Zukunft mit mir ausmale. Ich schreckte zurück, obwohl sich der Umgang mit ihm ja gut anfühlte. Aber es war mir zu viel, zu früh. Der Kontakt brach ab.

Nun trafen wir uns letzte Woche Samstag wirklich durch einen sagenhaften Zufall wieder. Ganz ungeplant und spontan liefen wir uns über den Weg, gingen in den Biergarten, unterhielten uns wirklich gut. Es wäre ein Leichtes gewesen, ihm meine Hand über den Tisch zu reichen und mir wieder ein gutes Gefühl nach Bestätigung abzuholen. Ich habe es nicht gemacht. Weil es unfair wäre.

Denn: Ich muss erst mal eine Beziehung mit mir selbst führen können, ehe ich mich auf andere Menschen einlassen kann.

Erst wenn ich in mir Liebe zu mir selbst trage, kann ich lieben.
Erst wenn ich mir vertraue, kann ich vertrauen.
Erst wenn ich mir verzeihe, kann ich verzeihen.

Ich kann mein Glück nicht mehr von anderen Menschen abhängig machen. Ich kann einem Partner nicht den Auftrag geben, mich glücklich zu machen. Wenn ich mit mir glücklich bin, ziehe ich einen glücklichen Partner an. Bin ich mit mir im Chaos, ziehe ich einen Partner an, der noch mehr Chaos herbeiführt.

KOmmendes Wochenende werde ich im Kloster verbringen. Zum Schweigen und Meditieren. Bei mir ankommen, in mich reinhören. Zur Ruhe kommen, durchatmen. Als ich mich anmeldete, sagte ich zur Schwester: "Ich bin in einer wichtigen Lebenskrise und möchte die Chance nutzen, bei mir anzukommen."

Inzwischen bin ich dankbar für meine Exbeziehung, die mich wirklich mir selbst nähergebracht hat. Ich muss nicht mehr darüber lamentieren, was alles geschehen ist. Ich muss nicht mehr Strichliste darüber führen, welch Gemeinheiten man mir zugefügt hat. Ich habe diese harte Tour wohl gebraucht, um zu lernen, wer ich wirklich bin.

Heute morgen war ich zwischen zwei Dienstterminen noch in der Kirche. Habe gebetet. Und Kerzen angezündet. Für mein Kind, meinen Expartner und für meine Beziehung zu mir selbst.

Euch da draußen alles Liebe.
Lu

30.09.2011 11:23 • #1


Megumi

Megumi


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Liebe Lu,

das hast du wunderschön gesagt. Und ich kann das alles genauso unterschreiben.
Wer mich kennt, meine große Klappe, das extravagante auftreten, der würde niemals denken, dass ich mich von meinem Lebenspartner fertig machen lasse, lieber still leide als mich zu wehren. Aber wie du schon sagst: Angst vor Verlust, die Angst, niemanden mehr zu finden, weil man nichts wert ist und einen keiner haben will.
Du machst es richtig und ich werde mir ein Beispiel an dir nehmen. Egal wie sehr man jemanden liebt, man sollte trotzdem immer in erster Linie an sich selbst denken. Denn mit mir muss ich noch den Rest meines Lebens auskommen!

Weiter so!

30.09.2011 11:31 • #2



Trennung - ist wichtige Lebenskrise !

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lucrezia


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Hallo Ihr,

ich bin es nochmal.

Die Quintessenz einer erfüllten Liebe ist, MIT einem Partner glücklich zu sein und nicht DURCH ihn.

Also weg aus der Abhängigkeit - dafür hin zu sich selbst.

Alles Liebe Euch da draußen.

Lu

30.09.2011 11:39 • #3


persephone


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Hallo Lu,

das ist ja eine wichtige Erkenntnis, und ich kaufe dir jedes Wort ab. Ich selbst war schon öfter an dem Punkt, wo ich genau wusste, dass das der Schlüssel ist - dass ich eben "mir selbst genügen" muss, und erst dann, genau so wie du es beschreibst, bereit, für eine Partnerschaft bin.

Aber - wie zur Hölle kommt man an diesen Punkt? Glaubst du, dass meditieren hilft? Ich habe mich schon so oft in mich zurück gezogen, wie soll das helfen? Es kann doch nicht sein, dass man das nach jeder Trennung erneut durchmachen muss oder?

Ich war schon längst an dem Punkt. Doch in Beziehungen verliere ich mich dann wieder - grenze nicht ab, und verliere den Bezug zu meinen eigenen Bedürfnissen. Es ist dann zwar nicht so, dass ich dann gar nicht mehr weiß, was ich will - das nicht. Im Gegenteil, ich bin dann meist der starke Part, der sehr viel treibt und gestaltet. Aber dennoch, dieses Sicherheitsgefühl, das habe ich dann nunmal, weil eine Partnerschaft das eben so mit sich bringt - und wenn diese dann bricht - na dann ist doch klar, dass dieses Sicherheitsgefühl nicht mehr möglich ist - dieses ist nunmal eng mit der Beziehung zu diesem Menschen verbunden.

Ist das nicht eine Lüge, die wir uns hier vormachen? Ist es nicht so, dass es ein ganz natürlicher Prozess ist, dass man nach einer Trennung eben dieses Sicherheitsgefühl nicht mehr haben kann für die erste Zeit? Bis wir wieder bei uns selbst sind, um dann von neuem eine Beziehung einzugehen, die bei Trennung wieder dasselbe Drama auslöst?

24.07.2014 16:59 • #4




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