Der_Verzweifelt.
Mitglied
- Beiträge:
- 23
- Themen:
- 3
- Danke erhalten:
- 2
- Mitglied seit:
Da ich hier im Forum sehr oft mitgelesen habe und eure Ratschläge und Meinungen sehr schätze, bin ich nun über meinen Schatten gesprungen habe mich angemeldet und schreibe mir nun mein Anliegen von der Seele um meinen enormen, tiefen und kaum auszuhaltenden Schmerz Ausdruck zu verleihen und hoffe auf eure Meinungen. Schon im Voraus herzlichen Dank dafür!
Ich versuche alles so objektiv wie möglich wiederzugeben, obwohl ich ganz genau weiß, dass ich das aus meiner subjektiven Sichtweise nur eingeschränkt kann…
Das Wort Ex-Freundin fällt mir derzeit noch sehr auszusprechen bzw. zu schreiben, deshalb schreibe ich derzeit lieber noch Freundin. Meine Freundin ist aus Gründen des Studiums von ihren Eltern sehr weit weggezogen. Hier habe ich sie vor fünf Jahren beim Schwimmtraining im Hallenbad kennengelernt und mich sehr sehr verliebt. Ich muss dazu sagen, ich war damals 25 und sie ist meine Erste Freundin, daher ist für mich die Situation mit Liebeskummer vollkommen neu und nicht zu ertragen. Wir haben uns beide sehr ineinander verliebt und sind nach ein paar Wochen sofort zusammengezogen. Wir haben die gleichen Hobbies: sehr viel Sport und haben gemeinsam Jahre lang trainiert, um bei Ironman Triathlon Wettkämpfe mitzumachen. Haben den gleichen Musikgeschmack und waren viel auf Konzerte, in Museen, auf vielen Abenteuerurlauben (wie mit dem Fahrrad durch Kuba) und hatten für ein Jahr eine gemeinsame Katze (Kindersatz) die leider frühzeitig verstorben ist. Sie ist wirklich mein Lebensmensch, mein Freund, mit dem ich Kinder haben wollte und alt werden wollte. Wir haben wirklich in jeder Facette des Lebens gut zu einander gepasst.
Doch es gab nach einem halben Jahr schon erste Probleme. Und zwar war dies das Thema Eltern. Wie gesagt, sie wohnt sehr weit entfernt von ihren Eltern und hat eine sehr starke Bindung zu ihnen. Dieser intensive Zusammenhalt baute sich schon in Ihrer Kindheit auf, immer alles mit den Eltern unternehmen zu müssen (oder man wird nicht akzeptiert).
Sie sprach enorm oft von ihnen und holte ständig Rat von ihnen:
„Ich muss meine Eltern fragen, on ich bei dir einziehen soll…“…
„Ich muss meinen Vater fragen welcher Arzt hier gut ist“
„Ich muss meinen Vater meine Seminararbeit zum korrigieren senden“
Ich wollte immer ein perfekter „Schweigersohn“ sein, der mit ihren Eltern gut auskommt.
Habe die Wohnung für Besuche immer perfekt geputzt, doch das reichte nicht, die Eltern fanden immer Kritikpunkte und haben weitergeputzt. Habe ich die Reifen vom Rennrad richtig aufgepumpt? Welche Kleidung haben wir für die Wanderung mit? Was kannst du einmal mit deinem Studium überhaupt machen? Ich fühlte mich ständig unter Beobachtung und hatte das Gefühl nie gut genug für meine Schwiegereltern zu sein. Doch ich beklagte mich nie bei Ihnen, wollte keinen Streit lostreten und dachte mir, dass ich die 4-5 Besuche pro Jahr für je 3-5 Tage schon überstehe.
Aber ich ertappte mich immer öfter dabei, diesen Frust über die fehlende Anerkennung der Schwiegereltern an meine Freundin rauszulassen, indem ich die Eltern stark kritisierte. Sie stimmte mir zwar manchmal zu, doch führte dies trotzdem oft zu einem Streit zwischen uns.
Alles eskalierte bei einem Besuch bei ihren Eltern, als diese mich verbal wirklich sehr lautstrark und mit erhobenen Zeigefinger grundlos attackiert hatten, verließ ich Minuten später stillschweigend den Tisch um spazieren zu gehen. Meine Freundin hatte diese Situation auch richtig erkannt und hat die Eltern dahingehend ermahnt und sie auf das Fehlverhalten hingewiesen. In der Nacht hatte ich mit meiner Ex-Freudin ein Gespräch, das sich zu einen Streit entwickelte, indem ich ihr erläutert habe, dass ich mit diesem Druck, der angespannten Situation und dieser ständigen Bevormundung nicht mehr klarkomme und das ich mir nicht vorstellen kann, in dieser Konstellation Kinder zu haben. Ich will schließlich vor meinen Kindern als Vater akzeptiert werden und nicht ständig von den Schwiegereltern „niedergemacht“ werden.
Ich beschloss meine Sachen zu packen und fuhr mitten in der Nacht stundenlang nach Hause in der Hoffnung sie geht mit und hält zu mir.
Doch es folgte ihrerseits ein Auszug aus der gemeinsamen Wohnung für vier Tage. Schließlich gab es wieder ein versöhnliches Gespräch, ich habe mich dafür Entschuldigt, dass ich mitten in der Nacht gefahren bin und sie bei den Eltern gelassen habe….und wir liebten uns wieder sehr.
Doch das Thema Eltern, dass von Anfang an wie eine dunkle Wolke über der Beziehung schwebte war nicht verzogen. Wir haben zwar eine „Pakt“ geschlossen, dass unsere Beziehung das Wichtigste ist und nicht die Eltern, doch das half alles nichts.
Es folgte ein Telefonat mit den Eltern, wo ich die gesamte Situation erklärte, wie ich mich ständig unter Druck gesetzt fühle. Zwar wurde der Ton etwas lauter aber es wurden meinerseits keine Schimpfworte verwendet. Doch mit so starker Kritik haben sie nach all den Jahren nicht gerechnet. Worauf ich jedoch bestand, das war eine Entschuldigung für den lauten Ton & den erhobenen Zeigefinger der Eltern. Doch dahingehend war bei den Eltern keine Einsicht aber was mich noch mehr verwunderte, auch nicht bei meiner Freundin. Ja meine Eltern die sind halt eben so….
Nun zum traurigen Finale:
Wir hatten zwei Wochen später einen Ironman Triathlon Wettkampf. Auf der Hälfte der Strecke sind die Schwiegereltern angesiedelt. Meine Freundin wollte unbedingt ihre Eltern sehen, obwohl die Schwiegereltern es nicht erlaubten, dass ich vorbei schaute. Ich dachte mir, fahre ich trotzdem hin, damit es nicht heißt: „du lässt mich deine Eltern nicht sehen“ und wartete derweil 3 Stunden im Auto.
Als wir dann weiterfuhren, war sie wie ausgewechselt, wie nach einer Gehirnwäsche, und fing einen künstlichen Streit an, wo sie mich auf der Autobahn während der Fahrt schlug, mir den Mittelfinger zeigte und mir böse Worte hinwarf. Sie sagte ständig, ich solle sie an der Autobahn Raststätte rauslassen. Doch das wollte ich nicht – ich wollte ihr keinen Grund für eine Trennung geben und habe sie schließlich auf ihren Wunsch hin wieder zu ihren Eltern gefahren. Woraufhin ich sie bis jetzt nicht mehr wiedergesehen habe.
Als ich den Wettkampf bestritt, wurde derweil von den Eltern die gemeinsame Wohnung ausgeräumt, eine neue Wohnung gefunden und alles organisiert, um nach Ihrer Ausbildung zurück zu ihren Eltern zu kommen. Ich erkannte meine Ex Freundin plötzlich nicht wieder, war wie ausgewechselt, wollte auf mehrere Dialogversuche meinerseits (z.B auch Paartherapie) nicht eingehen und war komplett geizig (was sie sonst nie war) und verrechnete mir Gegenstände im Cent Bereich.
Ich versuchte alles ohne Rosenkrieg zu beenden habe eine Aufstellung in Form einer Tabelle mit Rechnungen bezüglich der gemeinsamen Gegenstände zu machen. Als mir dabei Fehler unterlaufen sind, kamen ihrerseits ganz böse und für mich schockierende Worte.
Anfangs versuchte ich noch mit zwei lieben SMS Nachrichten und Erinnerungen an gemeinsame Zeiten und fünf Anrufen an denselben Tag alles zu kitten, doch es folgte nur eine Email des Vaters mit Stalking Betreff und Gesetztestexten und das ich damit aufhören solle. Was ich auch tat, doch die Telefonnummer wurde schon gewechselt.
Ich bin komplett verzweifelt, sie ist so ein besonderer Mensch für mich, den ich so sehr liebe, auch wenn es irrsinnig klingt und sie in der ganzen Geschichte nicht einmal hinter mir stand, sondern nur in ihre Rolle als Kind wieder zurückgefunden hat. Ich habe diese enorm starke Bindung zu ihren Eltern unterschätzt.
Ich weiß nicht, wie ich das Leben ohne sie weiterführen kann und bin tot traurig, dass unser gemeinsamer Lebensweg schon nach fünf Jahren endet. Ich würde alles für ein Gespräch geben, doch wird alles von den Eltern blockiert. Via Mail ist zwar ein Kontakt noch da, doch dabei geht es großteils um Materielles und Finanzielles. Nur selten ist zwischen den Zeilen herauszuhören , sie braucht jetzt Zeit für sich. Aber in weiteren Mails heißt es wieder „es ist vor vorbei, und zwar für immer!“ Das nicht nur von ihr, sondern auch von ihren Eltern. Und immer wieder sind die Worte der Eltern rauszuhören: „ich weiß nicht, wie ich dir verzeihen kann, dass du mitten in der nach mich verlassen hast.“ Obwohl sie mir dafür schon längst entschuldigte.
Ich bin total gelähmt meinen Alltag zu meistern und hoffe ständig, dass sie sich noch meldet….
Entschuldigung, dass meine Ausführung so lang geworden ist, doch ich hoffe, dass ihr nun die gesamte Situation etwas einschätzen könnt. Wie soll ich weiter vorgehen? Soll ich sie nach der Arbeit abpassen und um ein Gespräch bitten, was der Grund für die Trennung ist. Was ich falsch gemacht habe? Okay, ich habe sicher auch Fehler gemacht, in gewissen Situationen überreagiert, doch das sind für mich noch keine Trennungsgründe. Oder alles ruhen lassen und täglich 1000e mal aufs Handy schauen, ob sie sich meldet und mich dabei zu tode quälen…. Ich weiß nicht mehr weiter….
Ich bin derzei in psychologischer Betreuung, doch an Schlaf ist kaum zu denken und in jeder Nacht zwei bis drei Shirts nass zu schwitzen macht mir Sorgen.
Danke fürs Zuhören liebe Forum Mitglieder!
