Ich hätte nie gedacht, dass ich hier jemals wieder einen Thread starte. Jetzt ist es doch so gekommen.
Wo soll ich anfangen?
Ein bisschen was von mir preisgegeben hab’ ich ja schon in manchen Beiträgen hier.
Ich war glücklich in meiner Beziehung, sehr sogar. Am 8. Dezember haben wir 3-Jahrestag gefeiert, glücklicher näher denn je. Drei Jahre Kommunikation, Wertschätzung, Verständnis, Halt, Unterstützung, Sicherheit, Zärtlichkeit, echte Intimität, Spaß, gemeinsam Wachsen und das wohlige Gefühl, angekommen zu sein. Eine Familie zu haben. Er, ich mein Hund.
So hat er auch immer anderen gegenüber unsere Beziehung beschrieben.
Angekommen.
Das waren/sind wir.
Aufgrund des Altersunterschiedes (27 Jahre) hatte er, bevor wir ein Paar wurden, das Kinderthema abgehakt. Er wollte zwar immer Kinder, nach gescheiterten IVFs mit der Exfrau hat er seinen Kinderwunsch begraben. Verständlich. Hat er mir auch so kommuniziert und ich war damit okay. Mit 27 war ich noch weit weg von der Torschlusspanik und somit der Annahme, wenn der Kinderwunsch bei mir kickt - ja dann wird es womöglich daran zerbrechen. Und wenn nicht, dann nicht - mal sehen, was kommt. Keiner kann in die Zukunft schauen und wissen, was in 10 Jahren Sache ist.
Für mich okay, für ihn auch.
Nach 1,5 Jahren plötzlich die Wende von seiner Seite: Lass uns ein Kind bekommen! Mit dir möchte ich für immer verbunden sein, ich kann mir keine bessere Mutter vorstellen für mein Kind, Familie mit dir, alles was ich immer wollte
Okay. Wie schön. Natürlich habe ich mich gefreut. War sofort dafür.
Nagut, dann lass mal. ahja. Da war ja was. So einfach ist das eben nicht. 2 Spermiogramme später war irgendwie klar, von allein passiert da nichts. Meine Frauenärztin hat uns dann den Kontakt zu einem KiWu-Zentrum vermittelt.
Da ich, wie gesagt, keinen Stress habe und mich selbst ad Schwangerschaft nicht stressen/unter Druck setzen wollte, zogen die Monate ins Land. Ich habe ihm - zumindest bewusst - überhaupt keinen Druck gemacht.
Wir haben Häuser besichtigt, geträumt vom Leben im schönen Zuhause. Finanzierung aufgestellt. Gezögert, wegen dem Kredit. Auch ich, weil so hoch verschuldet sein, mir Angst macht.
Unsere Wohnsituation ist bescheiden. Ich habe eine kleine, aber gemütliche Wohnung. Für 2 aber zu klein, weswegen wir fast immer bei ihm sind. Seine Wohnung ist etwas größer, aber uralt und grässlich eingerichtet. Noch von seiner Oma aus den 70ern. Aber okay, ich strudle halt jeden Tag mit Sack und Pack hin her, zwischen den Wohnungen (zum Glück nur 5 min entfernt) - und ja - kein Dauerzustand, aber auch keine Tragödie.
Zusammenziehen war aber nie Thema, solange es nicht sein muss - mir ist mein Freiraum heilig. Ihm seiner auch, und da er oft geschäftlich im Ausland ist, war genug Me-Time für beide da. Optimal.
Gestern der Schock, der mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat:
Es war alles wie immer, alles. In der Früh geküsst, am Nachmittag noch telefoniert - ob wir zu meiner Mutter fahren, ich verneinte, keine Lust, wir sehen uns dann am Abend.
Und dann stand er plötzlich vor der Tür. Vor meiner Tür.
Wir müssen reden, ich kann das alles nicht mehr. Wir müssen das beenden.
Ich stehe dir nur im Weg, ich blockiere dich. Für alles, was du willst, bin ich der Falsche, ich kann dir nichts bieten.
Kein schönes Zuhause, nicht mal ein Kind. Ich habe so Angst, dass du mich in 10 Jahren hasst, weil ich dir die besten Jahre gestohlen habe. Und dich aufgehalten habe.
Mein Magen hat sich umgedreht, mir wurde schlecht, schwarz vor Augen - das volle Programm - ihr kennt das Gefühl ja.
Natürlich habe ich entgegnet, dass ich die Idee einer Trennung horrend schlecht finde, weil: ähmmm, weil ja. Weil das für mich keine Option war. Nie. Reden wir darüber, finden wir gemeinsam eine Lösung - das ist mein, und ich dachte auch, sein Zugang.
Aber nicht einfach reinplatzen und Schluss machen. WTF ?
Ich will kein Haus, ich brauch das alles nicht. Er kennt mich lange genug. ER ist mein Zuhause. Das hab ich ihm gesagt.
Ich brauche all den Kram nicht! Den, wo alle glauben, man braucht's zum Glücklichsein. Mein größter Reichtum ist meine Partnerschaft, dieses Band, mein ganzer Stolz und unsere gemeinsame Zeit.
Kinderwunsch für ihn nicht mehr realisierbar? Er kann (oder will) nicht? Okay. Reden wir darüber. Da ich momentan keine Schwangerschaft möchte, kein Stress. Wer weiß, ob ich in 5 Jahren einen KiWu habe?
Ich habe morgen den Termin im KiWu Zentrum. Welche Methoden möglich sind, eine Beratung. Und mich macht das so fertig, ich habe so Angst vor diesem Termin, ich habe Angst, was da rauskommt.
Vielleicht hat ihn das getriggert?
Ich wusste gar nichts von dem Termin, er hat es nur vor ein paar Wochen angedeutet, dass er im Jänner einen Termin hat, ich dachte, das wäre nichts Konkretes.
Er meinte, ich soll über alles nachdenken. Worüber? Ich habe nie an ihm/uns gezweifelt.
Am Wochenende hat er Langlauf-Seminar, Langlaufen und Meditieren, in einem Kloster. Er meint, wir sollten erst wieder danach wieder sehen, er braucht Distanz. Okay. Wie er meint.
Er meinte zwar, er ruft noch an, hat er dann aber nicht. Dafür ein WhatsApp mit ich liebe meine Familie und ein rotes Herz.
Ich antwortete: Wir lieben DICH *Herz* über alles!
Ich bilde mir ein, er wollte sich nach dem KiWu-Termin melden. Den hatte er um 16 Uhr, jetzt ist es 19 Uhr.
Und ich dreh’ am Rad, verständlich.
Kann nichts essen, nur am Heulen. Ihr kennt das ja, blanker Horror.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man so eine starke Beziehung, so beendet. So viel aufrichtige Liebe Commitment. Wegwirft. Wegen nichts? Ich verstehe es einfach nicht.
Keine Ahnung, was ich mir jetzt von euch erwarte. Bitte jedenfalls keine war doch klar, der Altersunterschied blabla-Kommentare, da das definitiv nicht das Thema ist.
Ohh, ist doch etwas länger geworden, als gedacht. Sorry.
Danke an alle, die bis hierher gelesen haben.
Traurige Grüße aus dem finsteren Tal der Tränen und der Verzweiflung,
brokenforever