julia221
Mitglied
- Beiträge:
- 5
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 4
- Mitglied seit:
ich befinde mich seit 10 Jahren in einer Beziehung und wir haben 2 Kinder zusammen. Ich quäle mich seit Jahren mit der Frage, ob ich meinen Partner verlassen soll. Es schwankt immer wieder zwischen guten Phasen, in denen wir uns toll verstehen und Phasen, in denen ich nur noch die Trennung als Lösung sehe. Mein Hauptproblem besteht darin, dass wir Streits und Verletzungen nicht auflösen bzw. besprechen können, meine Gedanken und Gefühle für ihn nur als Balast empfunden werden.
Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich nur heulend und mit Bauchkrämpfen im Bett liege und absolut fassungslos bin. Er legte sich heute morgen zu mir und fasste mir von hinten an die Brust, ich wollte das nicht und habe meinen Arm dazwischen geschoben, den er mit Gewalt festgehalten hat. Es war ein kurzer Moment und er hat dabei gelacht, mich hat es allerdings sehr getriggert, weil wir dieses Thema der Grenzüberschreitung schon häufiger hatten. Er hat sich danach entschuldigt, sich aber sonst nicht weiter um mich gekümmert. Ich habe dann nach ein paar Std. das Gespräch gesucht und habe ihm mitgeteilt, dass ich emotional nicht damit klar komme und da ist er dann in Tränen ausgebrochen, weil er sich nicht als übergriffig von mir darstellen lassen will. Ich bin ein paar Mal auf ihn zu gekommen und es kam immer nur zurück, dass er sich doch entschuldigt hat. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich das gerne thematisieren möchte, was passiert ist. Das ist aber einfach nicht möglich. Er redet nur über sich, seine Gefühle und was der fehlende Sex mit ihm macht.
Ich könnte jetzt noch hunderte Situationen schildern. Am Ende gehe ich an seiner fehlenden Empathie kaputt. Ich habe so oft schon gesagt, dass ich nichts dagegen habe, wenn ein Mensch Fehler macht, sich gestritten wird. Wir können am Ende nie die Dinge klären, weil er jede Situation anders sieht und auch selber sagt, dass er sich nicht in mich hineinversetzen kann. Jeder Kritikpunkt, Verletzung von mir wird als Angriff gewertet und er schießt sofort zurück.
Ich habe schon so oft an eine Trennung gedacht und wieder verworfen. Manchmal bin ich mir selber nicht sicher ob ich überreagiere. Ich versuche immer wieder zu erklären wie es in mir aussieht, aber es spielt einfach keine Rolle. Ich fühle mich hier zu Hause oft wie ein nerviges Anhängsel. Während ich allein in meinem Zimmer hocke, höre ich wie er mit den Kindern richtig viel Spaß hat. Ich könnte dann natürlich auch einfach mit dazukommen, aber seine Anwesenheit bzw. Ignoranz versetzt mir dann in der Regel so einen Schmerz, dass ich nicht locker sein kann und ich will auch nicht, dass meine Kinder so oft eine weinende, fertige Mutter sehen. Das ist etwas, was er mir auch gerne vorhält. Durch mein ständiges Heulen bekommen die Kinder das mit. Ich habe das Gefühl, dass es zu Hause nur läuft, wenn ich funktioniere, gut drauf bin und keine Gefühle zeige. Das schaffe ich aber nicht.
Habt ihr vielleicht einen Tipp für mich, wie ich mich emotional von meinem Partner abgrenzen kann? Ich bin ein sehr sensibler Mensch und reagiere auf diesen psychischen Stress immer körperlich. Magenbeschwerden, Rosazea, Hörsturz und Tinnitus sind seit Jahren Begleiter. Ich verliere seit Monaten auch immer mehr Gewicht, weil ich kaum essen kann. Bitte keine Therapievorschläge, das habe ich schon versucht.
Viele Grüße Julia