Puh, hier ist ja so einiges geschrieben worden, seitdem ich das letzte mal reingeschaut habe.
Zitat von Fenjal: Frage, Tauriel, warum hast du dieses blöde A.... bei dir zu Hause nicht ebenfalls in den Wind geschossen?
Zitat von Fenjal: Richtig, eine 2 jährige Affäre, (es handelt sich dabei nicht um ein 2 oder 3 mal jährliches sexuelle Ausbrechen in der Ehe), sollte zu 100% mit Trennung quittiert werden, irgendwo hört es auf das Schönreden, das Bemitleiden
Auch, wenn es schon etwas her ist: Weil ich meinen Mann nicht als „blöden A…“ sehe. Natürlich, das was er getan hat, war absolut A…-würdig, das ist mir (uns) natürlich bewusst.
Aber trotzdem war mir vom ersten Moment nach dem Auffliegen an klar: ich möchte versuchen das aufzuarbeiten, da ich ihn immer noch liebe und mir immer noch eine gemeinsame Zukunft mit ihm wünsche.
Dann galt es herauszufinden, was genau passiert war, warum es alles so weit gekommen ist, ist auf beiden Seiten noch Liebe da und der Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft etc. pp
Die Entscheidung habe ich so für mich getroffen bzw. wir für uns. Dafür wurde ich auch schon genug kritisiert und das ist hier ja auch gar nicht Gegenstand der Diskussion. Daher respektiere ich das, wenn du deine Meinung hast, dass man sich nach so etwas trennen sollte, aber ich für mich handhabe es halt anders

Zitat von So-What: Du darfst das gern so handhaben. Was andere tun, sollte weniger Dein Problem sein, solange Du nicht unmittelbar betroffen bist.
Genau so, vielen Dank
👍🏻Zitat von Seneca22: Der Reiz an einer Affäre liegt ja durchaus auch in diesem „anderen“ Leben - keine Verpflichtungen, kein Alltag, eine andere Identität ausleben“
Ich denke, dass es in vielen Affären darum geht, ein „anderes Leben“ zu führen.
Genau das war es auch bei uns!
Es ging ihm psychisch nicht gut, wir hatten Zwillinge bekommen, die uns wirklich komplett ans Limit und drüber gebracht haben, dann hat er sich eine Selbstständigkeit aufgebaut und unser Haus hatte auch Baustellen… wenn er dann zu Hause war, war da eigentlich nur Stress und eine gestresste Frau, die auch keine Energie hatte für irgendwas (obwohl uns beiden bewusst war, dass unsere Beziehung seit der Kinder quasi nicht mehr existent war, das wusste ich also definitiv auch, aber meine Strategie war mehr „Durchhalten, bis es leichter wird und dann schaffen wir das schon wieder aufleben zu lassen“).
Auf der anderen Seite dort unsere „Freundin“, mit der er viel Zeit verbrachte, ein Hobby teilte und die völlig ungebunden und ungestresst war. Das war halt für ihn ein Abschalten von den ganzen Verpflichtungen und dem Stress, er konnte sich da rausnehmen, was ich ihm niemals hätte bieten können.
War es eine bescheuerte Art, damit umzugehen? Natürlich!
Aber mein Mann ist tatsächlich auch überhaupt nicht der Typ für sowas, das hat es noch überraschender gemacht. Er guckt niemals Frauen hinterher, X ist ihm nicht so wichtig (ich wollte immer mehr als er…) und er wurde auch schon selbst betrogen und verlassen und hat immer gesagt, dass er sowas nicht machen würde. Daher bin ich mir auch sehr sicher, dass es nicht wieder vorkommen wird. Er hatte nicht das Verlangen und dann geschaut, wo er das realisieren kann, sondern die Situation war einfach schon so, dass er diese Option, auszubrechen, direkt vor der Nase hatte und einfach schwach war und sie gewählt hat.
Zitat von Valerieee: Es muss in der Beziehung also einiges im Argen liegen. Was ja nicht schlimm ist. Es ist auch keine Schuldzuweisung an den betrogenen Part. Am Fremdgehen hat kein Betrogener "Schuld", wohl aber natürlich daran, dass in der Beziehung nicht geredet wird und die Intimität immer mehr in den Hintergrund gerät. Und daran sind natürlich beide Partner schuld. Nicht der Betrogene.
Genau so ist es. Einer Affäre geht meistens eine Krise in der Beziehung voraus und dafür haben beide Partner eine Verantwortung (nicht Schuld!)
Zitat von Valerieee: Was ich hier nicht verstehe, ist, warum du nur mit der Freundin haderst und dich nicht aussprechen kannst, aber mit deinem Mann durchaus. Er hat die Frau ablästern lassen, er hat ihr Screenshots von euren geschickt.
Zitat von Valerieee: Aber der Mann behauptet, seine Frau zu lieben und agiert aber ebenfalls schmutzig. Eigentlich wiegt das in meinen Augen schwerer.
Zitat von CleoK: Der Betrug des Mannes ist das was zählt. ER ist dein Mann. Sie ist irgendwer, der einfach seine persönlichen Bedürfnisse über deinen gestellt hat. Wer weiß, wie er sie erobert hat und was er ihr alles erzählt hat, dass sie ihn so wollte. Sie ist Nebenschauplatz, er ist die Hauptperson.
Ja, definitiv ist das so!
Natürlich gab es auch bei uns die Phase, in der ich ihm lauter Vorwürfe gemacht hab, wie er so handeln konnte, ihm gesagt hab wie schäbig sein Verhalten ist. Es gab viele Tränen, Entschuldigungen, Erklärungen, Fragen… Aber irgendwann hat man halt jeden Vorwurf mehrfach ausgesprochen und muss dann nach vorne gucken. Ich kann es ihm nicht ewig vorhalten, wir müssen ja jetzt zusammen an unserer Zukunft arbeiten.
Ein bisschen ist es natürlich auch so, dass ich sehr wohl viel Wut und negative Gefühle für meinen Mann habe/ hatte, aber daneben standen auch immer noch die positiven Gefühle für ihn und der Gedanke, dass ich diese eben nicht loslassen möchte und darauf unsere Zukunft aufbauen will. Die negativen Gefühle wurden natürlich auch etwas besänftigt durch seine Entschuldigung, sein ehrliches Bereuen und zu sehen, dass auch er darunter leidet, was er verursacht hat.
Bei meiner „Freundin“ gibt es seitdem keine positiven Gefühle mehr für sie, sie sind ausgelöscht und da ist nur noch das negative. Das kann ich voll ausleben und es wird noch dadurch angefeuert, dass ihr nichts daran leid tut, sie nichts bereut (außer dass sie meinen Mann nicht als Freund behalten kann) und ich mit ihr nicht mehr sprechen kann (will).
Macht das Sinn?
Mir ist natürlich bewusst, dass mein Mann der Hauptübeltäter ist und nicht sie!
Zitat von Valerieee: "Mein Mann hat mich betrogen."- "Oh weh, und was machst du nun?"- "Na erstmal Paartherapie."
Ich finde das tatsächlich sehr gut und richtig! Ich halte viel von Paartherapeuten und dabei haben wir nicht mal eine gemacht. Aber alles, was man liest und hört, hat mir ungemein geholfen, mit allem klarzukommen.
Zitat von CleoK: Tauriel z.B. ist eine, die den Zugang geschafft hat, es objektiv zu sehen. Hut ab liebe Tauriel, du hast es bereits geschafft ÜBER den Dingen zu stehen und auch deinen Mann mit deiner Sicherheit für dich zu gewinnen.
Dankeschön!

Zitat von Valerieee: Und warum, wenn das so ist, der Affärenpartner verteufelt wird, da er die Ehe ja im Grunde stabilisiert.
Tatsächlich habe ich das bei den Paartherapeuten auch schon öfter gehört, dass es auch viel vorkommt, dass eine Affäre begangen wird, um die eigentliche Beziehung zu retten.
Klingt auch paradox, aber ich kann mir gut vorstellen, dass einige so denken: mir fehlt etwas in meiner Beziehung, ich möchte sie aber nicht beenden, also suche ich mir das, was fehlt, außerhalb und habe dann alles.
Zitat von Valerieee: Wenn sowas endet, dann glaubt ja nicht etwa der Mann, dass er nicht genügt, sondern die Geliebte und/ oder die Ehefrau.
So wollte ich das auch nicht sagen, dass einer von euch beiden nicht genug ist, also weder er noch du. Sondern einfach, dass ihr nicht füreinander bestimmt seid, wenn man an sowas glauben will.
Zitat von Valerieee: Der ideale Mann wäre er, nur ohne Fähigkeit, Menschen derart schlimm zu verletzen.
Aber diese Fähigkeit hat er ja - ihn gibt es nicht ohne diese Eigenschaft. Also ist er eben nicht der ideale Mann, auch wenn der Rest gestimmt hat. Ich sage das so, weil ich mir denke dass es dir vielleicht gut tun würde, wenn du davon loskommst, dass er ja ansonsten perfekt wäre, wenn er nicht so gehandelt hätte. Hat er aber.
Vielleicht muss man ihn da etwas von dem Podest schubsen, auf das er manchmal noch gestellt wird
Zitat von Valerieee: Er sitzt nicht , wie es ihm eigentlich gebühren würde, in einer unaufgeräumten Junggesellenbude herum und muss sich mit Handbetrieb und Essen aus der Dose begnügen, nein, er bekommt das volle Eheprogramm.
Aber auch nur, weil seine Frau es nicht weiß…. Also verdient hat er es nicht und vielleicht würde sie ihn direkt vor die Tür setzen, wenn sie es wüsste. Zumindest hätte er großes Drama und viele Diskussionen, das hätte er eher verdient.
Zitat von Valerieee: Aber für seine Frau ist er gut genug? Und wenn ja, warum?
Er hat sie über ein Jahr betrogen, warum ist er dennoch für sie gut?
Auch dazu: nur, weil sie es nicht weiß. Vielleicht wäre er dann nicht mehr gut genug.
Zitat von Valerieee: das Gefühl, dass es an meiner Unzulänglichkeit, meiner Unattraktivität, meinen Fehlern oder meinem Sosein liegen könnte, dass es geendet hat, ist nahezu unausrottbar
Ich verstehe dich. Auch bei mir ist das Gefühl natürlich da, dass ich denke: wäre ich nur attraktiver, besser, anders gewesen, hätte er vielleicht niemals was mit ihr angefangen. Aber objektiv weiß ich auch, dass es nicht darum ging. Und bei dir auch nicht.