Zitat von Valerieee: Also gerade ich bin dieser Meinung nicht! Auch eine Affärenfrau zum Beispiel, die ja nicht so geliebt wird wie die EF, verdient Respekt und aufrichtiges Handeln.
Und die Ehefrau verdient das auch.
Ich bin erleichtert, dass du das so siehst, dass beide Respekt verdienen. Denn deine Antwort vorhin (er betrügt sie, weil er sie nicht so sehr liebt) klang mir doch sehr danach, als hätte nur der Respekt und Aufrichtigkeit verdient, der geliebt wird. Egal, wer das auch sein mag.
Und das ist mein Problem mit solchen Konstrukten. Respekt, Würde und Aufrichtigkeit gehen verloren (oder waren bei manchen vielleicht nie da).
Das sind aber Dinge, auf die ich persönlich sehr großen Wert lege.
Ich mag keine Hinterhältigkeiten, ich mag keine Unaufrichtigkeit, ich mag keine Mauscheleien. Ich mag Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit. Das alles geht in einer Affäre flöten. Und zwar sehr oft in alle Richtungen.
Weißt du, ich war auch einmal in deiner Situation und verstehe dich daher sehr genau. Mir hat vor vielen Jahren so eine Geschichte auch mal das Herz gebrochen.
Der Unterschied war, dass nicht er mich verlassen hat, sondern ich ihn. Und zwar in dem Moment, als ich wirklich schnallte, worauf das hinauslaufen wird.
Ich habe es selbst beendet, obwohl ich mir das Herz damit selbst brechen musste. Ich verstand, dass er gar nicht (oder gar nicht mehr) vorhatte, diesen Zustand zu beenden, so wie er es mir anfangs suggeriert hatte. Damals wusste ich nicht, dass das das Übliche ist (Ehe schon lange tot, bin ganz kurz vor dem Absprung, usw. usw.). Ich glaubte ihm das. Und glaubte, ihm so etwas wie eine kurze Übergangsfrist zu gewähren, um seine Sachen in Ordnung zu bringen.
Als ich aber nach ein paar Monaten feststellte, dass er nicht die geringsten Anstalten machte, irgendwas zu entscheiden, sondern sich immer mehr an den Zustand, verheiratet zu bleiben und mit mir eine Affäre zu führen (die ich ja nie sein wollte) gewöhnte, da wusste ich, dass ich gehen muss.
Ich hätte mich nie daran gewöhnen können und hätte es auch nicht gewollt.
Mir ist so etwas tatsächlich wichtig: Respekt, Würde und Aufrichtigkeit. Für alle.
Und in einem Dreieckskonstrukt, in dem eine Beteiligte nichts weiß, gibt es das für niemanden.
Ich liebte ihn so sehr, das kann ich dir gar nicht schildern. Vielleicht ahnst du es, weil du so etwas kennst. Beschreiben kann ich es nicht.
Aber ich wollte nicht sehr bald den Respekt vor ihm verlieren, weil er willens und in der Lage ist, andere dauerhaft so zu behandeln. Dafür liebte ich ihn zu sehr.
Ich wollte auch nicht, dass er den Respekt vor mir verliert, weil ich in der Lage bin, da erstens mitzumachen und mich zweitens ebenfalls respektlos behandeln zu lassen. Denn es ist respektlos in alle Richtungen, der einen Frau zu sagen, dass man sie liebt und dann zu einer anderen zum Abendessen heimzukehren und so zu tun, als sei nichts gewesen.
Dafür habe ich mich selbst zu sehr geliebt, das mitzumachen.
Und jemanden zu hintergehen, nur weil man ihn nicht liebt, ist ein sehr schlechter Grund für einen Betrug.
Mangelnde Liebe rechtfertigt eine Trennung. Es rechtfertigt nicht, dass man andere hintergeht, ihnen etwas vormacht und sie schlecht behandelt.
So ist zumindest meine Ansicht dazu.