Zitat von wolke99: Nicht wenige AP sind unglücklich, lieben den EP nicht mehr, aber bleiben wegen Kindern, Haus, Geld und gesellsch. Zwang
Ich möchte nur mal anmerken, dass meine persönlichen Erfahrungen sich zu 90% mit deinen decken.
Nicht nur hinsichtlich des oben zitierten Bereichs. Das habe ich nur exemplarisch aus deinem langen Beitrag entnommen.
Und es sind nicht nur meine ganz persönlichen Erfahrungen, die sich damit weitgehend decken.
Ich kenne auch Menschen aus meinem ganz direkten Umfeld, denen es (wenn auch teils mit etwas anderen Vorzeichen) sehr ähnlich geht.
Ein Beispiel ist eine sehr gute und enge Freundin von mir.
Sie ist seit Jahren todunglücklich in ihrer Ehe. Und ebenfalls seit Jahren ist sie heillos in einen Kollegen verliebt (und glaubt, dass es ihm ähnlich geht, Indizien dafür gibt es jedenfalls reichlich).
Zwischen den beiden war nie etwas. Dafür ist sie einerseits zu ängstlich und andererseits zu "anständig". Statt zu "anständig" könnte man auch sagen: Zu angepasst. Da wird wohl auch nie etwas sein.
Aber sie freut sich nicht, wenn sie nach Hause kommt, oder wenn sie mit ihrem Mann und den Kindern in den Urlaub fährt, sie freut sich, wenn sie zur Arbeit geht und dort den anderen sieht. Und das geht seit über fünf Jahren so.
Eine Trennung kommt für sie nicht in Frage. Egal, ob wegen dieses anderen Mannes (der auch verheiratet ist), oder einfach so. Sie hat heillose Angst vor der Reaktion ihres Mannes, dessen Familie, der Reaktion ihrer Kinder, ihrer Eltern.
Sie ist voll von Angst.
Ihr Mann weiß von gar nichts. Der hat keine Ahnung, dass sie jeden Tag von einem anderen träumt und dessen Nähe genießt.
Aber wie ich ihn einschätze, wäre es ihm auch egal. Der ist auch so einer, der eine Trennung um jeden Preis verhindern würde. Aber nicht, weil seine Liebe so groß wäre, sondern weil er so etwas aus Prinzip nicht dulden würde. Und weil er sich in dieser Ehe ziemlich gut und bequem eingerichtet hat.
Einmal hat sie einen zaghaften Versuch unternommen, eine Trennung anzusprechen und da war danach die Hölle los.
Zu gestehen gibt es von ihrer Seite nichts. Mit dem anderen läuft nichts. Rein gar nichts. Die haben sich ja nicht einmal gegenseitig gesagt, was sie füreinander empfinden. Es ist also insofern nicht einmal eine emotionale Affäre.
Ich kenne also Leute aus nächster Nähe, die aus purer Angst vor gesellschaftlichem Druck in einer Ehe verharren, die von ihnen als so gut wie unerträglich empfunden wird.
Ich selbst kann diese Angst kaum nachvollziehen, weil ich einfach nicht so bin.
Aber ich weiß, dass diese Angst (ob nun berechtigt oder unberechtigt, ob realistisch oder unrealistisch) keine Ausrede sein muss.
Es gibt Menschen, die schaffen es einfach nicht, sich dem wirklichen oder auch nur befürchteten Druck entgegenzustellen.
Lieber geben sie sich selbst auf, so wie meine Freundin.