Zitat von CleoK: In 2 Jahren baut man nicht nur eine x-elle Basis auf, sondern auch eine tief emotionale. Das ist dann nicht nur mehr gerade so passiert, weil die Hormone gerade mal verrückt waren, da war Kontinuität dabei.
Ja, das ist leider so. Was mir mit dem Gedanken geholfen hat, ist, dass nach dieser Anfangsphase, wo die Hormone verrückt spielen, alles deutlich weniger geworden ist. Sie haben sich immer weniger getroffen mit der Zeit, also ganz am Anfang haben sie sich im ersten Monat häufiger getroffen als im ganzen letzten Jahr der Affäre.
Mein Mann hat auch des Öfteren zu ihr gesagt, dass er das ganze eigentlich beenden möchte. Es gab auch unendlich viele langwierige Diskussionen, weil er (im Chat) kurz angebunden war und nicht viel schrieb. Sie fing dann immer an, dass er sich selbst belügen würde und sie auch, er sollte doch einfach mal zugeben dass es ihm nicht gut gehe und warum er nichts von der Arbeit erzählen würde und sie würde ihm ja zuhören und für ihn da sein etc. Und wenn sie fragte, ob sie sich treffen können und er ablehnte, weil er keine Lust auf Besuch hatte und sie einfach nicht sehen wollte (was häufig vorkam), dann gab es auch jedes Mal eine Diskussion, warum er ihre Hilfe nicht akzeptieren würde, sie würde ja keine Ansprüche stellen, sondern ihn nur unterstützen wollen und warum es so schlimm sei, wenn sie anwesend wäre oder sie sagte dass sie aber Probleme habe und das gerne loswerden wollen würde und jemanden zum Zuhören brauche.
Sie stellte da sehr viele Ansprüche an sein Verhalten.
Kurz gesagt, der größte Teil der Affäre, bestimmt anderthalb der 2 Jahre, waren einfach nur müßige Diskussionen mit ihr. Mein Mann ist einfach jemand, der nicht viel schreibt und redet und nur erzählt, wenn er was erzählen will. Sie hatte aber den Anspruch, dass er ihr jeden Tag sein Herz ausschütten sollte. Er bekam da wirklich seitenlange Vorwürfe, wenn er z.B. zu seinem Guten Morgen keinen Emoji dazusetzte.
Warum er das so lange mitgemacht hat? Keine Ahnung. Ich dachte immer, eine Affäre sollte einem mehr positives bringen als negatives.
Meine Lieblings-Affären-Therapeutin sagte dazu einmal, dass man auch in einer negativen Affäre "gefangen" bleiben kann, weil eben zwischendurch doch immer mal ein Treffen stattfindet, bei dem durch Sex solche Glückshormone ausgeschüttet werden, dass man sich daran dann wieder aufhängt.
Zusätzlich gab es nie irgendwelches Gerede von Liebe zwischen den beiden und keine Versprechungen davon, mich zu verlassen. (Ja, das weiß ich sicher. Einmal hat sie ihm geschrieben, dass sie ihn liebt und direkt ihm gegenüber ausgesprochen hat sie es nur ein einziges Mal, in dem Gespräch am Tag nach dem Auffliegen.)
Es war am Ende einfach irgendwie eine Routine, die sich etabliert hatte, für die er lange brauchte um es zu beenden, weil er doch immer mal wieder schwach geworden ist, da sie ihm halt leicht zu habenden Sex anbot (meistens ging das einher damit, dass sie ihm explizite Fotos oder Videos schickte, um bei ihm Verlangen auszulösen und er dann nachgab).
Und weil ich weiß, dass es mir ohnehin wieder vorgeworfen wird: ja, die Schuld liegt bei ihm, nicht bei ihr. Ich sehe ihn hier nicht als wehrloses Opfer, der so gern da raus wollte aber einfach nicht konnte. Natürlich hätte er es beenden können und es gab halt einen Teil der es doch nicht wollte. Natürlich ist es auch normal, dass sie getan hat, was sie konnte, um ihn bei der Stange zu halten.
Und ja, hätte sie sich weniger "problematisch" verhalten, hätte er es vielleicht länger fortgeführt, es wäre emotionaler geworden oder was weiß ich. Hat er aber nicht und ist es nicht, daher sinnlos darüber nachzudenken.