Zitat von ElGatoRojo: Schätze mal, Herr J' hat einen einfachen Sachverhalt verschwurbelt formuliert.
Kannst Du den Sachverhalt vielleicht unverschwurbelt formulieren?
Mein Sachverhalt ist ja ein ganz einfacher (wenn ich das schwache und blutleere Schwurbelei-Argument mal aufgreife): Alles, was der Mensch von sich gibt, ist Schwurbelei und kann letztlich auch nichts anderes sein als Schwurbelei, nachdem weder Wahrnehmung noch Sprache eine postulierte Realität (sofern es diese auch gibt) wirklichkeitsgetreu bis in jede Einzelheit abzubilden vermögen.
Die ganze Menschheitsgeschichte ist ein mehr als deutliches Zeugnis der fortdauernden Schwurbelei.
Wahr ist, was man für wahr hält. Das ist so ziemlich das Einzige, was sich dazu sagen, will heißen schwurbeln lässt.
Nun scheint es mir eine Frage der Klugheit oder meinetwegen auch Bauernschläue zu sein, eben gerade das für wahr zu halten, was einem am wohlsten tut. Wie das auch ebenso mit der Nahrung oder der Bekleidung ist. Einen Wintermantel im Sommer zu tragen, geht zwar, wird aber nicht unbedingt die beste Entscheidung sein. Wie es gleichfalls nicht die beste Entscheidung sein wird, sich eine Wahrheit anzutun (vielleicht, weil sie gerade hip ist), die einen zermürbt oder gleich den Boden unter den Füßen wegzieht.
Ich glaube, wenn ich mich recht erinnere, es war Parmenides, der schon seinerzeit meinte, man müsse (solle) Schweres in Leichtes verwandeln, Negatives in Positives, Schlechtes in Gutes.
Wenn der Mensch eine Freiheit hat, dann ja jene gerade dazu. Der Meister des Schwurbelns hat es durchaus in der Hand, vom Gespielten zum Spieler zu werden. Und mehr als Spiel ist ohnehin nichts Menschliches, mag der Einzelne sein Spiel noch so todernst nehmen.