Zitat von Trust_him: Das stimmt nicht. Denn es gibt sie, wenn auch selten, die Männer, die sich für die AF trennen.
Ich schätze dich und deine Beiträge sehr. Diese Aussage klingt für mich (nur für mich, muss nicht stimmen) wie die typische Aussage einer verletzten Frau von der anderen Seite, also der betrogenen.
Die Vorstellung, dass sich der Betrüger getrennt hätte für die Affäre, wenn es denn etwas Ernstes gewesen wäre, hilft dabei, sich selbst zu versichern, dass das alles eben nichts Ernstes war und er zu der Frau gegangen ist, die er wirklich liebt.
Ich würde das, wäre ich in der Situation, ganz genauso denken und wäre davon überzeugt. An irgendwas muss man sich ja festhalten und der Neustart nach einer langen Affäre, welche einen Vertrauensbruch darstellt, ist ein Kraftakt und den möchte man nicht am Ende umsonst geführt haben.
Worauf ich aber hinaus will: Das Degradieren der Affärenfrau, wenn auch nicht in böse Worte ausgedrückt, führt zu nichts. Es macht die Affärenzeit nicht ungeschehen, die Gefühle, die auf beiden Seiten vorhanden waren, nicht ungeschehen oder nicht existent.
Es mag sich wie ein Triumph anfühlen, dass der Mann zurückgekehrt ist und nicht bei der Affärenfrau geblieben ist, leid tut sie dir auch noch, weil sie ihn ja auch geliebt hat und wollte --- aber es fühlt sich für mich aus der Position einer Affärenfrau nicht richtig an, dass nun Ehefrau und Ehemann sich gemeinsam gegen die verlassene Affärenfrau verbünden und rückwirkend alles, was in der langen Zeit, die so lange war, dass man sie schon als Zweitbeziehung bezeichnen kann, negiert, lächerlich gemacht, runter gespielt oder verharmlost wird.
Es macht die Ehe 2.0 nicht besser, wenn sie auf dem Leid der verlassenen, abgesägten Affärenfrau aufgebaut wird.
Ich finde, erst wenn es möglich ist, die Affärenfrau als das zu sehen, was sie ist, nämlich als eine Frau, die der Partner über Jahre begehrt hat und nicht nur für ein paar sexuelle Stelldicheins (aufgrund der Länge muss einfach mehr dahinter gewesen sein) und nicht als irgend ein dummer Ausrutscher, den er bitter bereut, dann kann echte Heilung stattfinden.
Eine jahrelange Affäre ist nicht die Ursache einer Ehekrise, sondern ein Symptom. Was für eine schwache Person es war, die sich auf einen Verheirateten eingelassen hat, spielt keine Rolle in Bezug auf die Ehekrise.
Hätte er statt einer längeren Affäre mit einer verzweifelten verliebten schwachen Frau mehrere Affären am Stück mit skrupellosen Frauen, die Spaß am Männerklau haben, geführt, würde das rein gar nichts an der Tatsache ändern, dass er damals das Bedürfnis hatte, fremdzugehen.
Schlimm für dich, und schön für ihn, wenn er Vergebung erfährt.
Diese Vergebung kann man sich nicht erarbeiten und somit ist das Nachtreten auf die verlassene Affärenfrau unnötig. Und Mitleid auch. Es kommt von der falschen Person. In ihren Augen hast du den Mann, der nach ihrem Empfinden zu ihr gehört. Da würde dein Mitleid immer wie Hohn ankommen.
Und: Gefühle, gerade Verliebtheitsgefühle, scheren sich nicht um dein Vorrecht an diesem Mann. Deine lange Verbindung. Euer gemeinsam aufgebautes Leben. Mir Argumenten wird kein Liebeskummer geheilt.
Liebe Grüße