Valerieee
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Zitat von CleoK:Das sehe ich anders.
Wenn er ihr sagen würde, was er getan hat, wäre sie unendlich gekränkt und schlimmstenfalls würde sie die Beziehung lösen.
Hallo liebe Cleo!
Da hast du recht. Es ging mir nur darum, dass es auch eine Kränkung (in meinen Augen) darstellt, behandelt zu werden wie jemand, der die Wahrheit nicht aushalten kann...
Einerseits wird man nicht geschont, weil man ja betrogen wird, dann wird man plötzlich doch geschont, indem der Betrug vor einem geheim gehalten wird.
Mir geht dieses Verhalten auf den Keks, in dem ein Mann die ganze Zeit meint, am besten zu wissen, was das Beste für alle Beteiligten ist. Dabei war er in dem Dreieck
derjenige, der es am wenigsten wusste.
Erst holt er sich neben seiner Frau noch eine weitere dazu. Ist ja nicht so schlimm, solange es die Ehefrau nicht merkt und die zweite Frau braucht das ja ganz offensichtlich.
Dann wird es ihm aus was für Gründen auch immer zu viel. Oder zu wenig. Dann ist es für alle Beteiligten natürlich nun das Beste, wenn das Verhältnis auf freundschaftliche, unverfängliche Basis gebracht wird. Die Ehefrau hat dann also plötzlich überhaupt nichts mehr, weswegen sie sich beunruhigen muss. Es ist ja allenfalls eine Bekannte, am der er überhaupt nicht interessiert ist (Lüge). Aber diese Lüge ist in Ordnung, dient sie doch der Aufrechterhaltung der allgemeinen Ordnung.
Die Zurückgelassene muss zum Wohle der allgemeinen Ordnung ihre Gefühle, die er ausgelöst hat, unterdrücken und für sich behalten. Das muss sie doch einsehen, dass das vernünftig ist. Es ist besser für seine Frau (wenn sie nichts von den Gefühlen, die er anderswo ausgelöst hat, weiß) , es ist besser für sie selbst (wenn sie sich gefühlsmäßig da wieder in den Griff bekommt). Und das Freundschaftsangebot steht ja sowieso.
Also erst Schalter an, Sex, Begehren, Leidenschaft, je heißer, desto besser. Dann Schalter aus, den anderen Schalter an: freundliche respektvolle Distanz, da ist nichts, außer Respekt vor der Ehe dieses Mannes, wie könnte eine Fremde es wagen, das nicht anzuerkennen. Wie könnte dieser Mann es wagen, seine Ehe aufs Spiel zu setzen.
Niemals.
Was mich in meiner Geschichte stört, ist diese unglaubliche Abgebrühtheit. Ich habe ihn nicht ein einziges Mal wirklich verzweifelt gesehen wegen der Dinge, die er da ins Rollen gebracht hat. Immer nur in sich ruhend mir erklärend, was jetzt gerade zu tun sei.
Dabei hatte er von allen dreien am wenigsten Ahnung davon, was gerade zu tun ist.
Es fühlt sich an, als hätte ausgerechnet der, der von allen am allerwenigsten Zugang zu seinem Innersten hat, das Sagen über die Gefühle dreier Personen gehabt.
Ehe es wieder ausufert... Ich habe definitiv kein Interesse an einer Beziehung mit diesem Mann. Es fällt mir sehr leicht, diese Farce "das ist eine gute Bekannte" mitzuspielen. Wer mich heißblütiges Etwas zu einer 08/15- guten Bekannten erklärt, dem gebe ich gern die gute Bekannte.
Dazu gehört dann eben auch, dass er nie wieder erfährt, was ich ihm gegenüber wirklich empfinde. Und über ihn und sein Verhalten denke. Er hat unser enges Verhältnis in der Überzeugung, stets das Richtige zu tun, aufgelöst. Er legt überhaupt keinen Wert darauf, sich mit einer Frau näher zu befassen. Oder mit sich selbst.
Ich empfinde diese Ehe als unaufrichtig, aber ich spiele dabei mit, dass diese erhalten bleibt. Gut finde ich das alles nicht, bloß bin ich jetzt auch nicht so bedeutend, dass ich da Krawall machen muss.
Die Lernaufgabe scheint für mich zu sein, Dinge, die ich nicht ändern kann, hinzunehmen. Ganz gleich, wie empörend ungerecht es sein mag. Vielleicht liegt die Gerechtigkeit ja gerade darin, dass ich diesen Mann nicht bekommen habe.
Vor vielen Monaten habe ich aus Spaß mal einen Test im Internet gemacht: Welchen Typ Mann brauche ich? Heraus kam: Ich brauche den Typ "Cooler Beschützer".
Fand ich interessant. Ich würde am liebsten im Wohnwagen um die Welt reisen, zusammen mit einem Mann, der dieses Leben auch als große Abenteuerreise ansieht.
Da passt eine Liaison mit einem, der allabendlich in eine gutbürgerliche Ehe zurückkehrt und am Ende eine temperamentvolle, leidenschaftliche Frau vor den Kopf stößt im Dienste der Vernunft, nicht wirklich.