Zitat von Tauriel: Aber vielleicht ist es im Fall von Valerie so, dass es auch ihm schwer fällt, aber er vielleicht einfach nicht nach außen zeigt, was in ihm vorgeht, weil er dann nicht stark bleiben kann. Vielleicht kann das ja ein tröstender Gedanke sein, dass er vielleicht doch nicht so kalt ist, wie er ihr gegenüber zuletzt nach außen gewirkt hat, sondern das alles mit sich selbst ausmacht.
Davon bin ich überzeugt. Egal ob Wut, Trauer, Freude, Liebe - all diese Gefühle sind nicht abzustellen wie der Staubsauger. Egal welche dieser Emotionen man durchlebt hat, die Erinnerung bleibt und immer wieder wird man durch gewisse Punkte getriggert. Alles was mit starken Emotionen verbunden ist, kann mMn niemals einfach in eine Schublade gesperrt werden. Es sei denn ich liebte einen Menschen, der mich schwer enttäuschte, werde ich wohl eher die Wut weiterhin in mir tragen als die Liebe aber ein Gefühl bleibt.
Problematisch an der Vergangenheit sehe ich, dass wir zumeist das Positive mitnehmen und (Gott sei Dank) das Negative eher vergessen.
Männer und Gefühle sind meiner Erfahrung nach, ein ganz eigenes Thema. Den meisten wurde wahrscheinlich schon in Kinderschuhen mitgegeben, du bist ein Junge und du hast einfach nicht zu weinen etc. Dann kommt noch die Evolution dazu und schon hat man das Paket, das man Mann nennt. Der Beschützer, der Starke, der der niemals in die Knie geht.
Und natürlich wird dieser Mann genau dieses Bild verkörpern. Er hat sich, aus welchen Gründen auch immer, für seine Frau entschieden und der einzige Weg die AF aus den Gedanken zu bekommen ist jener, sich von allen Gefühlen und Bänden zu dieser Frau zu entledigen. Er zeigt wahrscheinlich auch damit an, dass er nicht will, dass sie bei ihm andockt, weil er weiß, er könnte dann wieder seinen gesetzten Vorsatz vergessen.
Kurzes Beispiel aus dem Leben: Es gab da mal einen Mann in meinem Leben, er verheiratet, ich auch. Kontakt immer auf Events (geschäftlich). Wenn wir uns sahen (was unausweichlich war) brannte in uns das lodernde Feuer (kein X-Kontakt). Auch Tage hinterher kriegte er sich nicht ein, kontaktierte mich telefonisch und schriftlich. Irgendwann sagte er, er muss mir gegenüber abtauchen, sonst verliert er sich und das will er nicht...... Dieses Spiel ging über Jahre. Nie was passiert aber das auch nur, weil wir beide vernünftig genug waren. Aber der Abstand brachte uns bis zum nächsten Treffen wieder auf ein Level, dass nicht schon bei 100 anschlug. Wir wären sonst sicherlich hinter dem nächsten Busch über uns hergefallen....
Zitat von Tauriel: Ja stimmt, das kann man nicht wissen. Vertrauen ist da natürlich das wichtigste.
Wenn du das wieder aufbauen konntest, ist dir das sehr anzurechnen.
Zitat von Tauriel: Daher bekam er schon bei ihrem Anblick (auf der Arbeit) häufig schlechte Laune.
Sagte er das? Bei Worten bin ich immer sehr vorsichtig.
Zitat von Tauriel: Ob ich den Mann immer als Profiteur bezeichnen würde, ich weiß nicht.
Doch! In den meisten Fällen geht die Flirtoffensive doch von den Männern aus - zumindest bei mir. Ich gehöre zur alten Schule und lasse mich gerne erobern und würde (bis jetzt) niemals auf einen Mann zugehen und ihn offensiv anflirten. In meinem Alter hat man das noch so gelernt, dass sich das so gehört - natürlich Blödsinn, tu mir jedoch sehr schwer das abzulegen.
So, nun gehen wir davon aus, dass der Mann die ersten offensichtlichen Schritte in Richtung der Frau setzt, dann bringt er diesen Stein ins rollen. Abgesehen vom Verursacher-Prinzip, was ist vorher schon in der Beziehung geschehen, dass er das überhaupt macht, aber ER geht den ersten Schritt auf eine andere Person zu. Wenn es jetzt natürlich eine ausgehungerte Person ist, dann dann dann dann......
Nur in meinem Fall kriege ich es nicht hin, Mitleid mit ihr zu haben, dafür stehen da zu viele negative Gefühle dazwischen, auch wenn ich objektiv weiß, dass sie sehr viel verloren hat (nämlich nicht nur meinen Mann nach 2 Jahren Affäre, in denen sie immer auf eine gemeinsame Zukunft gehofft hat, sondern auch noch ihren Job).
Verständlich und nachvollziehbar und genau so soll es sein.
Erst gestern sprach ich mit meinen Mädels über solche Geschichten. Und wir alle waren der Meinung, dass man nur auf sich selber schauen soll.
Das ist in deinem Fall richtig, in Vallerieees, meinem und und und ......
Ich bin nur für mich verantwortlich und sonst niemandem.
Ich kann Valeriees Brief sehr viel abgewinnen, weil ich es von beiden Seiten beurteilen kann. Ich betrüge und ich wurde betrogen. Und ich für meinen Teil, habe meinen damaligen Mann nach der Affäre mit ganz anderen Augen betrachtet. Ich habe auch gegenüber der AF "gewonnen" und war mächtig stolz auf diese tolle neue Beziehung. Irgendwann musste ich erkennen, dass es mir lieber gewesen wäre, sie hätte damals "gewonnen".
Valerieee sei froh, dass er dort ist wo er ist. Er ist schwach. Alles was du schilderst ist sehr abschreckend für einen Außenstehenden.