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Zitat von Florentine:Er fehlt mir immer noch so sehr, mein kleiner Kater. Jeden Abend. Manche mögen es affig finden: es war doch nur ein Tier. Aber auf meiner Seite waren es viele tausend Stunden geteilten Lebens, in denen er da war. Er lag jede Nacht an meinem Gesicht zusammengerollt und hat geschnurrt. Er hat sich nie damit zufrieden ...
Diese Fellnasen - "Hund, Katze, Maus" - sie können einem aber auch ans Herz wachsen! 😉
Ein Teil der Familie werden sie...sie werden gehegt, gepflegt, umsorgt und versorgt...und sie geben DAS und noch sehr viel mehr zurück.
Mein Papa sollte wieder einen Hund haben - OHNE Hund war er nicht "zu gebrauchen". Eine Fellnase musste wieder her. Und diese möbelte den Papa wieder auf... 6 Wochen alt war der Zwerg, als ich ihn holte - von "privat" gekauft. Er konnte gerade allein fressen.... sah aus wie eine Sau...dreckig vom Scheitel bis zur Sohle, der wildeste unter insgesamt 6 Welpen. Terrier, dazu noch "Deutscher Jagdterrier"...muss ich mehr sagen?
Papa und Hund... ein Herz und eine Seele. Die beiden rockten das Zuhause, die Stadt, die Wege und Straßen - EIN Team über viele Jahre hinweg.
Papa erlitt einen Schlaganfall. Die Versorgung vom Hund übernahm Mama. Und ich, wenn ich Feierabend hatte. Jetzt wurden WIR "ein Team"... dann erkrankte ich heftig. Papa "übernahm" wieder mit Rollator. Dann verstarb Papa...ich war wieder dran.... Team-Building. Der Hund - von "Beruf" Rabauke blieb Rabauke....bis er mich "inspiziert" hatte. Wieso das? Ich war wirklich nicht fit, um den Hund wirklich ausreichend laufen zu lassen. Der Hund schien das zu merken ... der Alte - also ich - ist heute nicht gut drauf. Also kleine Runde. Der drehte sich einfach wieder um, wollte wieder heim, wenn ich nicht gut drauf war.... "Geschäfte" hatte er allerdings schon "abgewickelt".
Der Hund 13 Jahre alt. Tierarzt nötig. Er bekam Medikamente, bekam "Diät"-Kost. Er rappelte sich immer wieder auf....bis er eines Morgens in seiner Schlafkiste tot aufgefunden wurde. Er war friedlich eingeschlafen, lag da, wie sonst auch, wenn er in der Wohnung, am Grundstück, in seinem Garten lag....
....und wie MIR der Hund dann fehlte. Zumal ich immer gefragt wurde: "Wo ist dein Hund?" ALLE kannten mich nur noch mit Hund. Und das ging sicher 4, 5 Jahre so. Er fehlte mir einfach....und DAS war der Grund, warum ich beschloss: "Ich will keinen Hund mehr!"
Vor allem Hunde und Katzen - TEILE der Familie. Sind sie da, ist alles "komplett". Sind sie nicht (mehr) da, fehlt etwas. Der Hund liegt an SEINEM Platz begraben, wo er zwischen zwei Lebensbäumen am oberen Rand einer Böschung SEIN "Lager" aufgeschlagen hatte. Von dort aus hatte er immer ALLES "in Blick". Und machte "Rabatz", wenn ihm was nicht passte.
Der Vergleich mit Menschen hinkt..... Menschen, die von uns gegangen sind, fehlen NOCH mehr. Sie bildeten ein "Rundes" um uns herum....als Papa verstarb, war das "Runde" nicht mehr da. Sein Tod war zwar eine Erlösung für IHN...nach 2. heftigem Schlaganfall (er wäre eine Schwerstpflegefall geblieben), aber das "Runde" war nicht mehr da.
Als Mama im Febr. 2023 starb.... auch für sie war der Tod eine Erlösung. Auch sie riss ein Loch. Auch sie wird vermisst.
Und ich mache das so, dass ich ans Grab der Eltern gehe - sie haben wieder zusammen-gefunden - mit ihnen rede, mit ihnen bete, mit ihnen Stille wahre, Kerze anzünde. Nein - beide sind NICHT "nicht mehr da".... sie sind "woanders".
Was NIE weg ist - es sind die jeweiligen Erinnerungen... sie kommen und gehen, können jederzeit abgerufen werden....