Zitat von CanLeLa: Sind hier etwa alle so fehlerfrei und die absolut perfekten Menschen aus den absolut perfekten Familien?
Ich wundere mich häufiger über die Erwartungshaltung, mit der jemand ein Selbsthilfeforum wie dieses aufsucht.
Liebe @CanLeLa , hier sind sehr unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund und sehr unterschiedlichem eigenen Gepäck unterwegs. Wenn Du, bevor Du hier geschrieben hast, mal rechts und links ein wenig gelesen hast, dann solltest Du das erkennen können.
Du hast ein Recht darauf, dass Dir im Rahmen der Forumsregeln und der Netiquette geantwortet wird - aber nicht darauf, dass Du nur Antworten bekommst, die Dich trösten und Dir gefallen. Ich habe keine ausfallenden Beiträge gelesen (wohl aber eher harsche).
Deinen - s. Dein Zitat - Rundumschlag gegen „alle“ User finde ich persönlich unverschämt.
Zitat von CanLeLa: Erst heute, fast 20 Jahre später weiß ich als erwachsene Frau, was ich damals alles falsch gemacht habe
Das liegt doch in der Natur der Sache (oder sollte zumindest so sein), dass jemand mit 20 einen Blödsinn macht, den er mit 40 nicht mehr machen würde

Das nennt sich Lebenserfahrung und viele (nicht alle) lernen mit den Jahren dazu.
Zitat von CanLeLa: Aus Sicht einer Erwachsenen, stabilen Frau kann ich rückblickend gar nicht glauben, was ich damals gemacht habe und verstehen umso weniger...daher lebt es sich umso schwerer damit, dass ich das verloren habe. Heute weiß ich, was für ein Glück und welche Leichtigkeit und Geborgenheit ich damals hatte.
Wenn Du eine erwachsene, stabile Frau wärst (die Du in vielerlei Hinsicht sicher bist!), dann würdest Du vielleicht immer noch nicht glauben können, was Du damals gemacht hast, könntest es aber verstehen und Deinen Frieden damit machen.
Das Empfinden von Glück, Leichtigkeit und Geborgenheit und was man dafür braucht ändert sich meiner Erfahrung nach auch im Laufe der Jahre. Weil oft gefühlt früher sowieso immer mehr Lametta war

.
Und so richtig geglitzert hat es in dieser Jugendliebe anscheinend nicht - kein Sex, mehr Bruder-Schwester-Beziehung und dafür 3 1/2 Jahre eine Affäre währenddessen: Joah, war alles total super. Wobei Du darauf gar nicht weiter eingehst, ich finde das schon auffällig

.
Aber auch das gehört mMn zum Erwachsenwerden, dass man sich ausprobiert und lernt, was man im Leben möchte und was nicht. Und für seine Entscheidungen dann die Verantwortung trägt.
Zitat von CanLeLa: ich denke leider dass ich mir das nie verzeihen werde.
Du hast doch Medizin studiert: Was würdest Du denn einer Patientin raten, die derartig noch Jahre später unter Schuldgefühlen wegen einer Jugendsünde und dadurch evtl. (Eventuell! Wie es gelaufen wäre, wenn Ihr ein Paar geblieben wäre, weißt Du ja nicht. Du malst es Dir nur aus) leidet?
Ich hoffe, Du würdest ihr psychologische Hilfe empfehlen. Ich bin niemand, der sofort „Therapie!“ schreit, aber das Du mit einem angeblich medizinischen Background diese Empfehlung als beleidigend empfindest, finde ich wiederum… äääh… sehr befremdlich.
Zitat von CanLeLa: Wenn wir einen Film auf Netflix schauen würden, in dem eine sehr alte Frau oder ein sehr alter Mann von ihrem Leben erzählt und Rückblicke gibt und dann sagt, dass sie oder er seit 50-60 Jahren einen Mann liebt, aber einen Fehler gemacht hat und ihn deshalb hat ziehen und sein Glück finden lassen - dann würden den meisten die Tränen kommen, es ist romantisch. Punkt. In einem Film wäre es zutiefst romantisch.
Im Leben der sehr alten Frau und des sehr alten Mannes gäbe es vermutlich noch kein Netflix. Die haben dann ja Glück gehabt

Naja, Spaß beiseite: Bereits vor Hollywood und Netflix lebte die Literatur von überhöhten romantischen Liebesgedanken. Genau wie in Märchen gab es immer zwei mögliche Enden: Sie kriegen sich, heiraten und leben glücklich bis an ihr Ende (wobei nie, nie nie, die Zeit von der Hochzeit bis zum Tod näher beleuchtet wird

) oder sie kriegen sich nicht und leben kummer- und gramvoll bis an ihr Ende (und manchmal gibt es noch sehr viel Tote auf den Weg bis dahin).
Dein Ernst, dass Du Ideen aus der Unterhaltungsindustrie als Leitfaden fürs „echte“ Leben siehst?
Zitat von CanLeLa: Niemand wäre dieser Dame im Film böse - so wie hier manch einer. ……. Sie hat ihn still geliebt - ihr ganzes Leben.
1. Niemand ist Dir hier „böse“. Dich kennt doch niemand.
2. dann lieb ihn doch still Dein ganzes Leben lang. Bleibt Dir unbenommen.
Aber Du bist ja nicht still - das ist auch grundsätzlich gut so! - sondern leidest unter der Vergangenheit, die Du nun mal nicht ändern kannst. Es ist Deine Entscheidung, ob Du in Deinem eigenen Disneyfilm weiterleben möchtest oder eben nicht. Das kann Dir niemand abnehmen.
Zitat von CanLeLa: Nun kann man mich auch an dieser Stelle natürlich wieder mal angreifen und zerpflücken, es sei eben nicht Hollywood oder Polly Pocket und ich solle aus meiner naiven Traumwelt aufwachen.
Okay, schuldig. Hab ich hiermit vermutlich erledigt.