gibby
Gast
weißt du, wie du dich anfühlst?
Wie ein riesiger, farbloser Block aus Gallerte. Ich durchwandere deine quallige Masse gerade in von dir erzwungener Behäbigkeit.
Der Widerstand, den du mir bietest, ist groß. Jede Bewegung vollzieht sich wie in Zeitlupe. Der Blick nach rechts, nach links und nach vorne ist getrübt (nach hinten schaue ich nicht mehr), die Geräusche gedämpft und du riechst irgendwie komisch. Bei jeder meiner Bewegungen waberst du hin und her. Wir bringen uns in gegenphasige Schwingungen und das macht es noch schwerer, durch dich hindurchzukommen.
Zugegeben. Du warst schon Schlimmeres, als nur ein Haufen wabbeliger Gallerte.
Vor ein paar Wochen noch fühltest du dich an wie eine massive Wand, gegen die ich meinte immer und immer wieder laufen zu müssen. Peng. Peng. Peng. Das tat weh. Heiland Sack, tat das weh! Und man konnte nicht durch dich hindurchschauen, du massive schei.. Ja, man konnte nur nach hinten blicken. Okay. Und zur Seite. Aber nach vorne, wenn auch nur getrübten Blickes ... das ging nicht.
Jetzt scheint wenigstens Licht durch dich hindurch. Ich beginne zu ahnen, dass du ein Block von endlichen Ausmaßen bist. Eine Phase in einem viel größeren Etwas, das dich selbst umgibt. Und irgendwann werde ich wohl deine äußere Grenze erreicht haben, vielleicht etwas eingesaut, schleimig aus dir hervorkriechen, aber durch deinen Widerstand an Kraft und Ausdauer gestärkt.
Und es wird duften, da draußen. Jede Bewegung wird sich leicht anfühlen.
Ja, liebes Leben, SO wird es sein.
Ja, liebe N., die du mich erst gegen die Mauer gehauen und dann in dieses quallige Etwas gestoßen hast, SO wird es sein.