Tisis
Mitglied
- Beiträge:
- 34
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 25
- Mitglied seit:
Mein Fall ist irgendwie simpel und doch ganz anders, denn ich führe eine offene Ehe - und dies auch schon bevor meine "Affäre" in mein Leben kam. Mein Mann wusste also von Anfang an Bescheid und war damit einverstanden, dass es einen anderen Mann in meinem Leben gab. Wir sind seit etwa 20 Jahren ein Paar und gönnen es uns, unser Glück auch ein bisschen außerhalb zu suchen. Dabei gibt es also keine Probleme.
Das Problem ist nun, dass ich von meiner "Affäre" verlasen wurde, nach 9 wunderschönen Monaten. Und zwar innerhalb von 4 Tagen wurde aus "du bist das Beste, was mir seit Langem im Leben passiert ist" - "ich habe eine andere kennengelernt und werde monogam". Dabei wusste ich bereits seit 2 Wochen, dass es diese andere gibt, ursprünglich hieß es aber, sie würde nicht auf Monogamie bestehen .
Das Ganze ist jetzt einen Monat her und ursprünglich wollten wir die Freundschaft erhalten, weil wir uns sehr wichtig geworden sind. Aber ich kann meine Gefühle nicht einfach so abstellen, und er hat in seiner krassen Verliebtheit keinerlei Empathie für meine Situation, also halte ich seit einer Woche Kontaktsperre. Und er fehlt mir so unglaublich. Mein Mann versucht mich so gut es geht zu trösten, aber ich will ihm da auch nicht zu viel zumuten. Denn er kann gut damit umgehen, dass mich auch ein anderer Mann glücklich macht, aber dass mir ein anderer wehtut, das schmerzt auch ihn, deshalb halte ich mich sehr zurück.
Und nur damit mich niemand falsch versteht: Ich liebe meinen Mann unglaublich! In all unseren Jahren habe ich nie einen Moment daran gedacht, mich zu trennen. Und ich würde ihn im Leben nicht betrügen. Die Ehe haben wir vor Jahren gemeinsam geöffnet, und würde er darauf bestehen, sie zu schließen, ich würde es sofort akzeptieren. Aber Fakt ist auch: Mir hat die Kombination aus beiden Männern so gut getan wie lange nichts mehr, denn sie sind charakterlich sehr verschieden und für wenige Monate hatte ich so tatsächlich alles im Leben, von dem ich träumen konnte.
Ich weiß aber auch, es ging mir mit meinem AM nur deshalb so gut, weil wir keinen Alltag hatten. Denn in einem Alltag hätten wir uns beide innerhalb kurzer Zeit komplett zerstritten, da haben wir gar nicht zusammengepasst. Ich hatte bei ihm nie dieses starke Verliebtsheits-High, nie diese rosrote Brille, dass ich in ihm den perfekten Mann gesehen habe. Ich kannte seine Fehler von Anfang an und sie haben mich auch von Anfang an gestört. Was uns verbunden hat, war nur einfach stärker - eben auch, weil ich einen (fast) perfekten Mann als Ausgleich zu Hause habe. Deshalb wundert mich gerade dieser starke Liebeskummer so sehr. Ich dachte, der kommt nur bei starker Verliebtheit. Aber im Moment kann ich froh sein, wenn ich für eine halbe Stunde mal nicht an ihn denke . An all das Wunderschöne, was nie wieder zurückkommen wird . Und gleichzeitig bin ich so wütend, weil ich mir wie einfach ersetzt vorkomme. Wie schaffe ich es nur, ihn zu vergessen?