frisco
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nachdem ich in den letzten Wochen nur passiv in diesem Forum unterwegs war und viel gelesen haben, habe ich mich nun, auf Grund der tollen Tipps und Kommentare, die ich hier lesen durfte, dazu entschieden auch meine Geschichte niederzuschreiben.
Ich habe gemerkt, dass ich mit der Situation nicht alleine bin und leider viele von euch ein ähnliches Schicksal erleiden mussten. Vor allem @James2024 Geschichte ähnelt der meinen in erschreckendem Maße.
Aber von vorne: Ich bin männlich, 43 Jahre alt und habe eine 10-jährige Tochter. Mit meiner Frau (39 Jahre) war ich 25 Jahre liiert und über 14 davon verheiratet. Vor 7 Jahren, haben wir uns unseren gemeinsamen Traum erfüllt und ein Haus gebaut. Wir haben sehr viele gemeinsame Interessen, Werte und Lebenseinstellungen; von Reisezielen, die wir zusammen erkunden wollten, bis hin zu unserem Engagement für den Umweltschutz. Wir haben quasi schon unser komplettes Leben, bis hin zum Ruhestand und Alterssitz geplant.
Wir waren immer sehr harmonisch und galten in unserem Freundeskreis als "Traumpaar", das immer Händchen hält und sich häufig küsst. Wir waren einfach eine glückliche, kleine Familie, die viel zusammen unternommen hat (Familien-Urlaube, Ausflüge, Skifahren etc.). Auch dieses Jahr (2024) waren wir mehrfach im Urlaub und haben fast jedes Wochenende etwas zusammen unternommen.
Ihr merkt aber schon, dass ich das alles in der Vergangenheitsform geschrieben habe, denn der große Knall kam Ende Oktober!
An einem Abend Ende Oktober, nachdem wir unsere Tochter ins Bett gebracht hatten, bemerkte ich eine gewisse Distanz meiner Frau mir gegenüber. Da mir Kommunikation in einer Beziehung sehr, sehr wichtig ist und ich nicht möchte, dass wir schlafen gehen, wenn etwas unausgesprochen zwischen uns steht, habe ich sie gefragt, ob etwas nicht in Ordnung sei. Wir müssten reden, war ihr Antwort. Woraufhin sie mir einen computergeschriebenen Zettel mit der Überschrift "Warum ich dich verlasse" unter die Nase hielt. Darin las ich, dass sie schon länger unglücklich sei und ich ihr quasi nur im Weg stehe. Sie hatte aber nie auch nur ein Sterbenswörtchen gesagt, dass es ihr nicht gut gehe. Deshalb hatte ich gleich den Verdacht, dass da mehr dahinter stecken und evtl. ein neuer Mann im Spiel sein musste. Was sie auch sofort zugab. Er ist ein Arbeitskollege, den sie bereits seit 6 oder 7 Jahren kennt und seit Anfang 2024 hätten sie eine Affäre. Bummmmmmmmmmm! In dem Moment ist meine komplette Welt zusammengebrochen. Ich wollte es natürlich nicht wahr haben und habe sie angefleht mich nicht auf den Arm zu nehmen. Aber natürlich war das alles wahr. Sie zeigte keinerlei Gefühlsregungen und legte mir ihren weiteren Plan mit einer Eiseskälte dar, die jeden James Bond Bösewicht hätte neidisch werden lassen: Ich solle mir schnellstmöglich eine Wohnung suchen. Gerne auch eine Ferienwohnung, es muss nur schnell gehen. Sie hat mir sogar schon die Gegenstände aufgezählt, die ich mitnehmen dürfte. Die kommende Woche (bayerische Herbstferien) würde sie unsere Tochter mitnehmen und wegfahren. Wenn sie zurückkommen, solle ich gefälligst weg sein. Unsere Tochter solle grundsätzlich bei ihr bleiben. Ich könnte sie ja an den Wochenenden ab und zu sehen. Und im Haus bleibe natürlich auch sie wohnen. Sprich, sie wollte ihr bisheriges, schönes Leben genauso weiterführen, mit Kind, Haus etc. und nur den unliebsam gewordenen Ehemann durch den neuen Lover austauschen.
Ich war komplett fassungslos. Nicht nur darüber, dass sie mich verlässt oder dass sie mich seit über 7 Monaten betrügt und belügt, sondern vor allem auch über ihr eiskaltes und abgebrühtes Verhalten. Sie ging vor, wie wenn sie eine insolvente Firma abwickeln würde.
Meine Frau war nicht nur meine Ehefrau, sondern auch beste Freundin, mit der ich über alles reden konnte … und sie auch mit mir. Meine Tochter ist mein ein und alles. Das aller wichtigste in meinem Leben.
Ich bin ein aufopfernder Vater, der das Wohl der Familie über alles stellt. Ich arbeite sehr viel, um meiner Familie das Haus, schöne Urlaube etc. bieten zu können. Trotzdem war es mir immer sehr wichtig, dass ich mir immer Zeit für meine Frau und meine Tochter nehme. So sind meine Frau und ich täglich am Abend zwischen 30 und 45 Minuten spazieren gegangen, währenddessen wir über alles (Wie war dein Tag? Geht's dir gut?) gesprochen haben. Auch habe ich versucht, meiner Tochter so oft es ging bei den Hausaufgaben oder beim Lernen zu helfen. Die Wochenenden waren für mich immer komplett für die Familie reserviert. Dafür habe ich dann oft bis spät in die Nacht gearbeitet.
Ich war für mich im Erwachsenen-, Familienleben angekommen und brauchte das Weggehen, Feier etc. nicht mehr. Ich war sehr, sehr glücklich damit, meine Familie um mich zu haben und zu dritt Ausflüge, Urlaube und dergleichen zu unternehmen.
Meine Tochter ist da genauso wie ich und genoss die gemeinsame Familienzeit unglaublich; insbesondere die Familienurlaube, weil man da von Früh bis Spät Quatsch mit Papa machen konnte. Und das ist auch einer Punkte, die mir so wahnsinnig weh tun und die ich einfach nicht verstehen kann: Wie kann meine Frau das unserem Kind nur alles wegnehmen und ihr das antun?
Wie ihr euch denken könnt, haben wir die nächsten Abende und Nächte noch viel gesprochen. Bzw. habe ich gesprochen, ihr mehrfach gesagt, dass sie die Liebe meines Lebens sei, versucht die Probleme zu analysieren, an ihr Gewissen bzgl. unserer Tochter appelliert und eine Paartherapie vorgeschlagen. Sie war die ganze Zeit eiskalt und distanziert und hat nur zugehört. Bis sie schlussendlich 2 Tage später verkündete, dass das ganze Gerede keinen Sinn mache, denn es sei endgültig und unwiederbringlich aus und ich solle das doch gefälligst akzeptieren. Der härteste Satz war: "Ich habe meinen Traummann gefunden und möchte mit ihm alt werden!"
In der darauffolgenden (Ferien-)Woche gab es dann noch ein paar Ereignisse, von denen ich euch zumindest eins nicht vorenthalten will, weil es das Dilemma in dem ich stecke gut widerspiegelt.
An einem Spätnachmittag habe ich nochmals das Gespräch gesucht. Dabei gelang es mir das erste und bisher leider einzige Mal, Gefühle bei ihr hervorzurufen und sie aus ihrem Eispanzer zu locken. Sie hat mich angeschrien und mir alles an den Kopf geworfen, was sich angestaut hatte. Ich habe alles ruhig über mich ergehen lassen. Lediglich bei einzelnen Punkten, die in meinen Augen zu weit gingen, habe ich interveniert. Es mag jetzt komisch klingen, aber ich fand das toll. Endlich hat meine Frau ihren Schutzpanzer geöffnet und wir konnten wieder ehrlich miteinander reden. Plötzlich hat sie dann das Gespräch abgebrochen, mit dem Vorwand noch Abendessen kochen zu müssen. Als ich ihr dann in die Küche folgte, habe ich sie weinen gehört (ebenfalls das erste und einzige Mal!). Ich ging zu ihr und sie viel mir wild schluchzend um den Hals. Dabei flüsterte sie mir ins Ohr: "Ich könnte das alles einfach so jetzt auf der Stelle beenden und zu dir und unserer Tochter zurückkommen." *Gänsehaut* Auf meine Antwort, dass sie das doch bitte machen solle, erwiderte sie, sie werde es sich nochmal überlegen. An diesem Abend haben wir uns dann noch mit der Tochter einen Film auf der Couch angesehen und ich spürte das erste Mal wieder sowas wie Zuneigung von meiner Frau. Um so härter das Erwachen am nächsten Morgen. Meine Frau war schon wach, als ich aufstand. Ich traf sie am Esstisch sitzend an. Sie hatte wieder den alten und mittlerweile gut bekannten eiskalten Ausdruck in Augen, Gesicht und Haltung angenommen. Auf meine Frage, ob sie schlafen konnte, erwiderte sie, dass sie gar nicht geschlafen hätte und stattdessen nachts noch spazieren gegangen sei. Meine zweite Frage hätte ich mir da eigentlich schon sparen können. Aber meine Hoffnung war noch nicht komplett zerstört. Das passierte jetzt. Ihre Antwort war nämlich nicht nur: "Nein, es ist endgültig aus!" Sondern sie fügt noch hinzu: "Ich will ihn nicht mehr verlieren!" Autsch, das hat richtig gesessen und tat so ungeheuer weh, dass ich mich bis jetzt noch nicht davon erholt habe.
Wie ich mittlerweile weiß, hat sie jedes Mal nachdem wir gesprochen hatten, sofort mit ihrer Affäre geredet. So auch in dieser Nacht beim "Spazierengehen". Und dass er natürlich nicht, wie in den ganzen Schnulzenromanen, gesagt hat "Geh zu deinem Mann zurück, das darfst du deiner Familie nicht antun. Du musst mich vergessen.", versteht sich wohl von selbst.
Apropos Affären-Mann, dieser ist ebenfalls verheiratet und hat einen 9-jährigen Sohn. Zudem hat er nicht nur seine Frau mit meiner betrogen, sondern meine Frau auch noch monatelang angelogen. Denn angeblich hatte er sich Anfang 2024 von seiner Frau getrennt, bevor er mit meiner Frau die Affäre begann. Wie ich aber mittlerweile weiß, wusste seine Frau bis Herbst nichts davon und hat sogar noch Freunde in der Arbeit ihres Mannes (und meiner Frau) gebeten ihr zu helfen, weil sie vermutete, dass er eine Affäre mit einer Kollegin hat. Davon wollte meine Frau aber nichts wissen, weil er ja ihr absoluter Traummann ist.
Also, alles Reden half nichts mehr, meine Frau war (bzw. ist immer noch) wie ein Teenager verliebt und es gab keinen Weg mehr zurück. Das musste ich mir klar machen, so verdammt schwer es auch fiel und immer noch fällt. Deshalb habe ich ihr klipp und klar gesagt, dass ich meine Tochter jede zweite Woche bei mir haben möchte und dass ich das Haus behalte. Zudem hätte ich schon eine Wohnung für sie gefunden und sie könnte dort sofort einziehen. Dieses offensive Verhalten von mir hat sie sehr überrascht, weil ich bisher ja komplett unter Schock gestanden und zu allem nur ja und amen gesagt hatte. Sie willigte, wenn auch zähneknirschend, ein.
Am 1. Dezember ist sie dann in die Wohnung umgezogen … direkt mit ihm zusammen!
Gott sei Dank konnte ich, allerdings nur zusammen mit einer Familientherapeutin, dafür sorgen, dass der Affären-Mann noch weg ist, wenn unsere Tochter bei meiner Frau ist. Sie wollte nämlich, dass sich die beiden sofort kennenlernen. Klar, er ist ja ihre große Liebe und da soll ihn die Tochter natürlich auch so schnell wie möglich lieben lernen. Dass die ganze Trennung, der Auszug der Mama, die Tatsache, dass sie zukünftig zwei Zuhause haben wird, eine wahnsinnige Belastung für unsere Tochter darstellt, wollte sie nicht wahrhaben. Sie sei ja schließlich auch ein Trennungskind und für sie sei das damals auch nicht schlimm gewesen. Da fehlen mir echt die Worte! Wie gesagt, konnte sie nur die Aussage einer Familientherapeutin, mit dem Zusammentreffen noch so lange wie irgendwie möglich zu warten, überzeugen. Und das auch nur zähneknirschend. Aber wie lange das noch so bleibt, kann ich nicht sagen. Ich befürchte, nicht mehr sehr lange . und davor habe ich echt Angst!
Dabei ist die ganze Situation für unsere Tochter eh schon wahnsinnig schwer. Wie gesagt, hat sie viel von mir. Sie ist ebenfalls ein absoluter Familienmensch, sehr harmoniebedürftig und sehr sensibel. Deshalb ist die Trennung per se das aller schlimmste für sie, was hat passieren können. Dass es zukünftig keine gemeinsamen Video-Abende, Ausflüge, Radtouren und Urlaube mehr geben wird, ist so schlimm für sie, dass sie die letzten Wochen fast jeden Abend beim Bett gehen geweint hat.
Es bricht mir das Herz meinen kleinen Engel so leiden zu sehen. Und macht mich unglaublich wütend, dass ich an der Sache nichts ändern kann. Das ist ein Punkt, den ich meiner Frau nie verzeihen werde, was sie unserer Tochter angetan hat.
Ich bin so wahnsinnig hin und her gerissen. Einerseits wünsche ich mir nichts sehnlicher als meine liebevolle Frau zurück. und unsere glückliche, kleine Familie. Andererseits habe ich so eine Wut auf meine Frau. Wie kann sie nur so egoistisch sein und auf unsere Familie, mich und vor allem unsere Tochter so sch**ßen?!
Ich weiß, dass meine Frau das ganze Jahr (2024) ziemlich gestresst war. Es gab viel mit unserer Tochter zu lernen, weil der Übertritt auf die nächste Schule anstand. Zudem habe ich den Stress immer auf die Arbeit meiner Frau geschoben. Sie war, obwohl sie eigentlich nur 4 Vormittage arbeitet, seit Anfang des Jahres zusätzlich immer auch 2 Nachmittage pro Woche im Büro . Wie ich jetzt weiß, nicht zum Arbeiten … ich Vollidiot! Aber damals dachte ich noch, die Arme. Habe oft mit ihr geredet, dass sie doch in der Arbeit ein wenig kürzer machen soll, weil das zu viel ist. Zumindest bis unserer Tochter ein bisschen selbständiger ist. Daraufhin hat sie mir aber immer nur vorgehalten, ich würde ihr ihre Karriere nicht gönnen und sie nicht unterstützen. Deshalb habe ich weitergemacht, wie gehabt und habe versucht, ihr andere Sachen bestmöglich abzunehmen, z.B. das Lernen mit unserer Tochter. Im August habe ich sie dann sogar noch mit einem Wellness-Wochenende nur für uns beide überrascht. Es war herrlich. Wir waren uns so nah. Haben viel gelacht, geredet und S*x gehabt. Apropos, diesen hatten wir das ganze Jahr regelmäßig, bis ein paar Tage bevor sie mich verlassen hat. Das ist doch nicht normal, oder?!
Seitdem sie mich verlassen hat, habe ich quasi nicht mehr geschlafen. Zwischendurch, in den Ferien, war's mal ein bisschen besser, weil ich viel mit meiner Tochter unternommen und dadurch den Kopf ein bisschen freibekommen habe. Aber aktuell wache ich um 3 Uhr morgens auf, weil die Gedanken nicht aufhören sich zu drehen.
Ich mache mir solche Vorwürfe, dass ich soviel falsch gemacht und nichts gemerkt habe … sie hat aber ja auch nichts gesagt. Ich hätte mir den linken Arm ausgerissen, um sie glücklich zu machen. Sie ist/war die Liebe meines Lebens!
Gleichzeitig lähmt mich diese Ohnmacht, dass ich an der Situation nichts ändern kann. Ich hätte alles getan, um diese Beziehung und Familie zu retten. Aber ich wurde komplett vor vollendete Tatsachen gestellt und habe keine Möglichkeit daran auch nur das kleinste Bisschen zu ändern.
Jetzt sitze ich hier, alleine zuhause und es killt mich. Das Alleinsein. Die Sorgen um meine Tochter. Der Schmerz und die Wut. Und immer wieder die Bilder im Kopf, was meine Frau gerade mit ihrem neuen "anstellt".
Zwischendurch habe ich immer mal wieder Momente, in denen ich mir denke: "Hey du brauchst sie nicht! Nicht nach all dem was sie dir und deiner Tochter angetan hat!" Und dann gibt es leider immer noch viel zu viele Tage an denen ich kaum aus dem Bett komme.
Ich weiß gerade echt nicht mehr, was ich tun soll.
Sorry, für den wahnsinnig langen Beitrag. Anfangs wusste ich überhaupt nicht, was ich schreiben soll und dann sind die Worte einfach so aus mir herausgesprudelt. Ich bin überrascht. Es hat echt gut getan, das alles einfach mal aufzuschreiben.
Ich freue mich auf eure Kommentare