Zitat:Ich würde mich gerne handschriftlich mit ihm austauschen. Also ich.
Römi, ich habe gerade laut aufgelacht!
Das würde Dir schnell vergehen. Er hört nicht auf und ist sehr penetrant. Ich bin bald Vierzig, meine Eltern haben sich vor siebenunddreißig Jahren scheiden lassen, noch immer schreibt er ihr! Sein Markenzeichen- blutende Herzen. Der Gag ist aber, dass er nicht erst nach der Scheidung und seither kontinuierlich neue und blutjunge Freundinnen hat. Die reichen sich die Klinke in die Hand. Aber er liebt es, sich als der große Liebende zu inszenieren. Mich nennt er seit jeher "Meine über alles geliebte Tochter" Ohne schei.. Ich kann mich tatsächlich nicht an ein einziges freundliches Wort von ihm erinnern, auch an keine Umarmung. Und doch glaube ich, dass meine Ma tatsächlich seine große Liebe ist, öhm, auch wenn er völlig liebesunfähig ist.
Was mich aber zugegebenrmaßen traurig macht ist, dass ich manchmal denke, dass ich tatsächlich so etwas wie einen friedlichen Wind in die Familie bringen könnte, wenn ich denn wollte. Denn ganz gleich, wer auf wen trifft- BÄM! Krieg, Krise, Dramen, Tränen, Frust. Alte Geschichten werden ausgepackt, jeder will anerkannt werden usw. Total unreifer Umgang miteinander. Ich trage diese Konflikte nicht mehr in mir, könnte z.B. meinem Dad wie einem fremden Mann, statt wie einem unfähigem Vater begegnen. Aber! Ich sprach ja vorhin vom Körper als Kompass: jetzt gerade erlebe ich beim Schreiben eine extreme Herzverkrampfung. Die hatte ich kontinuierlich bis ich von Zuhause auszog und seither nur verdammt selten, alle paar Jahre mal. D.h. mein Herz zieht sich wie ne Rosine zusammen, wenn es vom Kopf die Botschaft- Besuch doch mal Dad und bringe etwas Frieden in die Familiengeschichte- bekommt. Und ich folge nur noch meinem Herzen

Zitat:Ich habe heute beim Yoga wirklich viel über euch nachgedacht und was an mir interessant sein könnte im Sinne von "nicht normal" , "spannend" und hier in der Diskussion Raum hätte.
ich texte hier zwar wie wild von meinen Dramen, mache ich aber sonst nirgendwo mehr, auch nicht in Therapie. Kein Bedürfnis danach. Weißt Du, woran ich oft Freude habe? Und was ich spannend finde? Schöne spannende Familiengeschichten oder Lebensgeschichten. Darum stehe ich auch total auf Kinderbücher! Erzähl bitte mal

Sollte heißen: es ist gewiss nicht nur das Schreckliche spannend!