Meena
Gast
weil ich das Gefühl habe, festzustecken, brauche ich euren objektiven Rat:
Wir sind seit knappen zwei Jahren zusammen, die Probleme existieren etwa seit einem.
Er ist wirklich wahnsinnig liebevoll und sonst mangelt es mir an nichts, aber dieser Mangel an Intimitäten macht mich fertig.
Um eins von vornherein klarzustellen: Wenn ich zu ihm gehe und ihn verführe, geht er gerne darauf ein. Er würde mich nie abweisen. Aber er selber ergreift niemals die Initiative und ich bin mittlerweile durch damit, was dazu führt, dass wir dann eben gar keinen Sex mehr haben.
Die ganze Situation ist sehr unglücklich und aus meiner Sicht führen folgende Punkte zu dem Mangel an Anziehung:
- Ich habe innerhalb des letzten Jahres sehr viel weniger gearbeitet, als ich es gerne getan hätte, was dazu führte, dass ich wieder depressiv wurde und viel zu viel Zuhause war (aufeinander hocken), aber wo soll man ohne Geld auch groß hin?
- Er selber besucht die Uni nicht mehr, weil er gerne eine Ausbildung machen möchte und seine Energie auf die Bewerbungen konzentriert.
Soweit verständlich, aber bisher hat sich noch immer nichts ergeben, was ich u. A. auch auf mangelnden Kampfgeist schiebe. Und ab einem gewissen Punkt, ist es an der Zeit, seine Träume vielleicht nicht aufzugeben, aber doch zumindest aufzuschieben. Denn Selbstverwirklichung muss man sich eben auch leisten können!
Aber zurück ins Studium ist für ihn keine Option und Jobs findet er scheinbar keine. Ich möchte ihn keineswegs als faul darstellen, als es darum ging, mir einen Urlaub zu ermöglichen, war er es, der die Nachtschichten gestemmt hat, um es möglich zu machen.
Aber dennoch bezweifle ich, dass er aktuell nicht mal einen Aushilfsjob bekommt. Ich habe trotz Autismus die meisten meiner selbstgesteckten Ziele erreicht und habe auch nie was geschenkt bekommen! Aber genau das wirft er mir unterschwellig im Streit vor ("Sicher, DU hast einen tollen Abschluss und wirst IMMER mehr verdienen, als ich!" Ja. Und das wird auch immer so bleiben, wenn du nicht bald was gebacken bekommst. )
- Bedingt durch diese Situation gibt es natürlich auch eine kontinuierliche Geldknappheit, welche dazu führt, dass wir seltenst was zusammen erleben. Und Erlebnisse sind nun mal, was eine Beziehung ausmacht und interessant bleiben lässt. Nicht nur Zuhause rumhängen!
- Meine regelmäßigen Wutausbrüche. Ich bin ein extrem ungeduldiger Mensch und flippe entsprechend schnell aus und zicke und biester dann rum und wen trifft es? Ihn natürlich! Und dass so ein Verhalten nicht unbedingt dazu führt, über seine Partnerin herzufallen und sie zu vernaschen, kann ich nun auch verstehen.
Andererseits ist aber eben auch die gesamte Unzufriedenheit etwas, das meinen Mangel an Selbstbeherrschung begünstigt.
Wenn ich mit ihm darüber spreche, sieht er es ein und gibt mir recht. Und geht dann wieder zu seiner Routine über.
Manchmal erreiche ich ihn, dann versucht er tatsächlich etwas zu ändern, aber nichts davon hält lang genug, um nachhaltig etwas zu verändern.
Ich hatte eine ähnliche Beziehung bereits in der Vergangenheit. Ich bin so froh, dass sie vorbei ist. Aber jetzt sehe ich einige Muster, die auch in der alten Beziehung vorhanden waren und es macht mir Angst. Ich wollte da nie wieder hin zurück!
Und ich muss gestehen: Selbstverständlich unterstütze ich ihn, soweit es denn geht. Ich höre ihm zu, ich gebe ihm Tipps, ich lasse ihn in Ruhe, wenn er es braucht.
Doch ich kann keine Therapeutin ersetzen, ich habe selber genügend Dinge, mit denen ich zu kämpfen habe, ich kann nicht das Leben von zweien leben. Es geht nicht.
Was kann ich tun, um ihn zu erreichen? Bin ich unfair? Ich möchte diese Beziehung unter keinen Umständen aufgeben, denn ich liebe ihn, aber fremdgehen ist keine Option und im Zölibat zu leben, auch nicht.
Ich freue mich, auf eure Anregungen!