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Mangelnde Attraktivität situationsbedingt?!

Meena

Guten Tag ihr lieben Menschen,

weil ich das Gefühl habe, festzustecken, brauche ich euren objektiven Rat:

Wir sind seit knappen zwei Jahren zusammen, die Probleme existieren etwa seit einem.

Er ist wirklich wahnsinnig liebevoll und sonst mangelt es mir an nichts, aber dieser Mangel an Intimitäten macht mich fertig.

Um eins von vornherein klarzustellen: Wenn ich zu ihm gehe und ihn verführe, geht er gerne darauf ein. Er würde mich nie abweisen. Aber er selber ergreift niemals die Initiative und ich bin mittlerweile durch damit, was dazu führt, dass wir dann eben gar keinen S. mehr haben.

Die ganze Situation ist sehr unglücklich und aus meiner Sicht führen folgende Punkte zu dem Mangel an Anziehung:

- Ich habe innerhalb des letzten Jahres sehr viel weniger gearbeitet, als ich es gerne getan hätte, was dazu führte, dass ich wieder depressiv wurde und viel zu viel Zuhause war (aufeinander hocken), aber wo soll man ohne Geld auch groß hin?

- Er selber besucht die Uni nicht mehr, weil er gerne eine Ausbildung machen möchte und seine Energie auf die Bewerbungen konzentriert.
Soweit verständlich, aber bisher hat sich noch immer nichts ergeben, was ich u. A. auch auf mangelnden Kampfgeist schiebe. Und ab einem gewissen Punkt, ist es an der Zeit, seine Träume vielleicht nicht aufzugeben, aber doch zumindest aufzuschieben. Denn Selbstverwirklichung muss man sich eben auch leisten können!
Aber zurück ins Studium ist für ihn keine Option und Jobs findet er scheinbar keine. Ich möchte ihn keineswegs als faul darstellen, als es darum ging, mir einen Urlaub zu ermöglichen, war er es, der die Nachtschichten gestemmt hat, um es möglich zu machen.
Aber dennoch bezweifle ich, dass er aktuell nicht mal einen Aushilfsjob bekommt. Ich habe trotz Autismus die meisten meiner selbstgesteckten Ziele erreicht und habe auch nie was geschenkt bekommen! Aber genau das wirft er mir unterschwellig im Streit vor ("Sicher, DU hast einen tollen Abschluss und wirst IMMER mehr verdienen, als ich!" Ja. Und das wird auch immer so bleiben, wenn du nicht bald was gebacken bekommst. )

- Bedingt durch diese Situation gibt es natürlich auch eine kontinuierliche Geldknappheit, welche dazu führt, dass wir seltenst was zusammen erleben. Und Erlebnisse sind nun mal, was eine Beziehung ausmacht und interessant bleiben lässt. Nicht nur Zuhause rumhängen!

- Meine regelmäßigen Wutausbrüche. Ich bin ein extrem ungeduldiger Mensch und flippe entsprechend schnell aus und zicke und biester dann rum und wen trifft es? Ihn natürlich! Und dass so ein Verhalten nicht unbedingt dazu führt, über seine Partnerin herzufallen und sie zu vernaschen, kann ich nun auch verstehen.

Andererseits ist aber eben auch die gesamte Unzufriedenheit etwas, das meinen Mangel an Selbstbeherrschung begünstigt.

Wenn ich mit ihm darüber spreche, sieht er es ein und gibt mir recht. Und geht dann wieder zu seiner Routine über.
Manchmal erreiche ich ihn, dann versucht er tatsächlich etwas zu ändern, aber nichts davon hält lang genug, um nachhaltig etwas zu verändern.

Ich hatte eine ähnliche Beziehung bereits in der Vergangenheit. Ich bin so froh, dass sie vorbei ist. Aber jetzt sehe ich einige Muster, die auch in der alten Beziehung vorhanden waren und es macht mir Angst. Ich wollte da nie wieder hin zurück!

Und ich muss gestehen: Selbstverständlich unterstütze ich ihn, soweit es denn geht. Ich höre ihm zu, ich gebe ihm Tipps, ich lasse ihn in Ruhe, wenn er es braucht.
Doch ich kann keine Therapeutin ersetzen, ich habe selber genügend Dinge, mit denen ich zu kämpfen habe, ich kann nicht das Leben von zweien leben. Es geht nicht.

Was kann ich tun, um ihn zu erreichen? Bin ich unfair? Ich möchte diese Beziehung unter keinen Umständen aufgeben, denn ich liebe ihn, aber fremdgehen ist keine Option und im Zölibat zu leben, auch nicht.

Ich freue mich, auf eure Anregungen!

01.09.2018 12:36 • #1


Candle181


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Hast du denn schon mal versucht mit ihm über die Intimität zu sprechen? Weißt du warum er wenig danach sucht?

01.09.2018 13:23 • x 1 #2



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Helli


Hallo,

das ist aber verzwickt.

Wenn ich das richtig sehe, gibt es mehrere Probleme: Sechs, finanzielle Knappheit, berufliches Stocken?

Zum 1.:
War das mal anders? Also, hat er früher selbst die Inititiative ergriffen? Oder war er schon immer so und es fängt nun an, Dich zu stören?
Gibt es sonst zärtlichen Austausch?

Zu 2.:
Wenig Geld ist zwar durchaus eine Belastung, aber es hieße nicht, dass man nichts gemeinsam unternehmen kann; gemeinsam Spazieren, Radfahren, Picknick, viele Museen bieten Umsonst-Tage an und und und, je nach Interesse.
Es scheint mir eher eine Lethargie über Euch eingebrochen zu sein?

Zu 3.:
Fällt mir gerade gar nichts ein. Wie alt seid Ihr?

01.09.2018 13:30 • x 1 #3


Lug


Du bist Autistin?
Wenn man soviel aufeinander hockt , da hast du völlig Recht, da sinkt die Anziehungskraft extrem.
Ihr braucht Hobbies, die nichts kosten.
Da würde mir genug einfallen.
Und vielleicht ein Haustier.
Und Freunde um aus dem Haus zu kommen.
Aber ich sehe das problem ganz klar in deinen Wutausbrüchen. Das ist der Horror für jeden mann- eine Frau mit Wutausbrüchen

01.09.2018 13:56 • x 1 #4


Helli


Zitat von Lug:
Das ist der Horror für jeden mann- eine Frau mit Wutausbrüchen


Das würde ich so nicht pauschalisieren - siehe auch andere Threads hier.

01.09.2018 14:14 • x 1 #5


_Konstantin


Hi,
gehe direkt zu deinen Fragen:

Was Du tun kannst, um ihn zu erreichen?
ihn Verstehen lernen und eine konstruktive Beziehung führen. Ihm nicht von deiner Seite her das Gefühl vermitteln, er kann nichts, er bringt nichts auf die Reihe und dass Du über ihm stehst. Da fehlt Augenhöhe.

Ob Du unfair bist?
Ja. Du hast nichts Näheres zu deinem autistischen Wahrnehmungsverhalten ausgeführt. Das macht es schwierig, dein Verhalten insgesamt ihm gegenüber einzuordnen. Was jedenfalls nicht geht Wutausbrüche (noch dazu regelmäßige!), Rumgezicke und biestriges Verhalten. Würde Dir das gefallen? Verständlich, das fördert keinesfalls Attraktivität und Anziehungskraft, auch nicht die körperliche. Das ist Dir zwischenzeitlich wohl auch klar geworden. Deshalb läge es an Dir, das zu ändern.

Ihm gegenüber willst diese Beziehung unter keinen Umständen aufgeben?
Hast Du auch mal umgekehrt überlegt, ob er evtl. die Beziehung beenden könnte? Ehrlich gesagt, Du bist mit einer solchen Aussage schon sehr von Dir überzeugt meinst Du wirklich, dass nur Du alleine darüber entscheidest? Hat für mich schon den Hauch von arrogant.

Ich empfehle Dir nochmal über alles nachzudenken, was Du in deinem Thread geschrieben hast. Denn für mich finden sich darin bereits die Mehrzahl der Antworten auf deine Fragen.

Du kannst viele der bestehenden Schwierigkeiten selbst und natürlich gemeinsam zur Lösung bringen sprecht einfach mal offen eure Probleme mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung in einem offenen und konstruktiven Gespräch an. Das könnte Wunder wirken und Gefühlsverletzungen lindern oder gar heilen.

01.09.2018 15:13 • x 1 #6


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Moin Meena, na ja, so wirklich aktiv ist Dein Partner nicht. Das Leben kostet nun mal Geld. Entweder bilde ich mich fort (Studium), um dann ordentlich Geld zu verdienen (macht er nicht) oder ich arbeite / mache eine Ausbildung. Auch das macht er nicht. Was soll darauf folgen? Der Bezug von Sozialhilfe? Hier musst Du entscheiden, ob Du so leben willst. Bzw. Du gehst erstmal allein im Leben weiter.

01.09.2018 16:36 • x 1 #7


Meena


Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für die jetzt schon zahlreichen Antworten. Ich versuche mich jetzt mal durchzuarbeiten.

Kurz vorweg: Heute hab ich mich mal durchgesetzt und wir sind essen gegangen und siehe da - es wirkt Wunder!

@Candle181 Ja, selbstverständlich, aber so wahnsinnig fruchtbar war das Gespräch nicht. Wobei die Situation auch ein bisschen verzwickt ist, denn ich bin jemand, der Nähe auch nur dosiert ertragen kann und manchmal, wenn er dann vielleicht wollen würde, bin ich in meinem Zimmer verbunkert und möchte nur meine Ruhe. Nicht einfach, ich weiß!

@Helli 1. Nein, nicht wirklich. Aber wie das eben so ist, wenn man frisch verliebt ist, ergibt es sich ja dauernd irgendwie von selbst. Man möchte keine Minute ohne den anderen sein und muss entsprechend wenig aktiv initiieren. Aber jetzt fällt es eben auf. An anderen Zärtlichkeiten mangelt es nie. Viele Küsse und auch Kuscheln.

2. Da wir beide sehr gerne laufen, machen wir das mit dem Spazieren gehen tatsächlich recht oft. Aber das mit der Lethargie auf der anderen Seite stimmt auch komplett. Es ist so eine Antriebslosigkeit, die sich einfach eingeschlichen hat, aber ich hab eben auch ein bisschen das Gefühl, es ist so ein Teufelskreis.
Ich muss gestehen, dass ich mich schuldig fühle: Wie bereits angesprochen, hat er mich in einer sehr schwierigen Phase kennengelernt, in der ich sehr anhänglich war und quasi nie ohne ihn sein wollte. Und nun "erfüllt" er das, was ich von ihm wollte und ich beschwere mich trotzdem. Verstehe einer die Frauen hahahaha!

3. Beide Mitte 20.

@lug Welche - zumindest kostengünstigen, muss ja gar nicht für umme sein! - Hobbies schweben dir vor? Ich bin immer offen für Vorschläge!
Ein Haustier, konkret Hund, wollen wir uns beide unbedingt anschaffen. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und weiß deswegen auch, wie wertvoll Tierchen sind. Mein längerfristiges Ziel ist es auch, wieder ein Pferd zu haben. Das zwingt einen nämlich auch gnadenlos dazu, das Haus zu verlassen. Aber da sind wir dann wieder bei dem Faktor Geld.

Freunde haben wir, allerdings wird mir das in einer Gruppe auch schnell zu viel, weshalb ich mich dann auch öfters ausklinke. Das ist doof und ich bereue es auch meist, aber ich finde es dann besser, gar nicht zu gehen, als nach einer Stunde wieder abzuhauen, weil es zu anstrengend wird. Auch schwierig.

Was die Wutausbrüche angeht, stimme ich dir kompromisslos zu. Das ist furchtbar und ich gehe mir auch selber damit auf die Nerven, aber in dem Moment wo es passiert, kann ich dem einfach nicht abhelfen. Aber weil ich aktuell auch auf einen Therapieplatz warte, setze ich meine Hoffnungen mal einfach darauf.

@_Konstantin Danke gerade auch für die kritischen Worte.

1. Ich bin ein Mensch, der im privaten Umfeld zumindest immer das Gespräch sucht, denn Gedankenlesen liegt mir nicht. Ich versuche also stets, einen Einblick in seine Gefühlswelt zu bekommen, um entsprechend agieren zu können. Hast du vielleicht einige konkrete Vorschläge, was ich noch tun kann? Bzw. vielleicht WIE genau ich das Gespräch suchen kann, ohne etwas Belehrendes o. Ä. an mir zu haben?

Also es ist wahr, dass ich ihn manchmal provoziere, ABER das ist dann auch nur, weil er ein verdammt schlaues Kerlchen ist und ich teils das Gefühl habe, ihn aus der Reserve locken zu müssen. Und an der Stelle mache ich mich sicher nicht davon frei, auch mal herablassend zu werden (ich glaube, das trifft es noch etwas besser als arrogant). Er ist wirklich klug und auch gebildet und er weiß, dass ich zu ihm aufschaue. Das vermittle ich ihm auch regelmäßig. Nur mit reiner Intelligenz verdient man sich seine Brötchen eben auch nicht und das ist, was ich kritisiere. Denkst du, der richtige Weg könnte sein, mich vielleicht einfach komplett herauszuhalten? Er ist schließlich erwachsen und wie du richtig angemerkt hast, sind hier die Verhältnisse ziemlich verrutscht und ich benehme mich eher wie eine Mutter. Aber auf der anderen Seite leben wir eben auch zusammen, ein paar Sachen müssen da eben funktionieren!

2. DASS sich das ändern muss, steht gar nicht zur Debatte! Die Frage ist eben WIE! Wie oben beschrieben hasse ich mich ja auch selber dafür, ist nicht so, als hätte ich Spaß daran! Nur wenn eben so eine Situation aufkommt, in der ich so wahnsinnig ungeduldig und dann im Zuge dessen zickig werde, kann ich es nicht kontrollieren. Er ist so ein geduldiger, gefasster und lieber Mensch, mein Verhalten ggü. ihm ist das Letzte, das weiß ich wohl. Aber hier kommen wir u. A. auch wieder zu einem autistischen Problem: Oft merke ich gar nicht, wenn ich unfreundlich bin. Das fehlt die Wahrnehmung völlig. Zum Glück ist er aber sehr direkt und weist mich dann darauf hin, sodass wir es ohne Groll klären können.

3. Natürlich schreibe ich hier aus meiner Sicht und über meine Empfindungen. Dass er sich trennen will, wenn ich die Wutausbrüche nicht langfristig in den Griff bekomme, hat er mir bereits sehr schnell klargemacht und das trifft auch auf vollstes Verständnis meinerseits. Wer kann sowas schon leiden?

Naja, das mit dem offenen Gespräch ist eben so eine Sache. Das führen wir ständig, ich bin mir aber nicht im Klaren, ob er mich nicht verstehen kann / will oder ob er es tut und ich ihm einfach völlig Unrecht tue und damit der mieseste Partner unter Gottes Sonne bin haha!

@Gorch_Fock Nicht so wirklich, was? Naja, also das mit der Ausbildung möchte ich mal außen vor lassen, denn da sehe ich, dass er sich schon ins Zeug legt, er hat auch Vorstellungsgespräche, aber daraufhin kommt dann nichts mehr. Er ist auch immer wieder zu Probearbeiten eingeladen und bekommt dann oftmals sogar nur auf Nachfrage eine Absage. Sowas ist schon fies und ich sehe auch, wie ihn das fertig macht und es zerreißt mir das Herz. Aber was soll ich tun?

Meine Beschwerde ging dann eher in die Richtigung, dass er mir seit zwei Semestern erzählt, dass er gerade nicht zur Uni geht, weil wir Geld brauchen. Das stimmt so natürlich, aber de facto hat er keinen Job, also könnte er auch einfach wieder in die Uni gehen. Denn irgendeinen Abschluss muss er ja mal bekommen, sonst wird sich die Situation ja niemals bessern! Ich habe das höhere Gehalt, da hat er wohl recht, aber das wird wohl auch immer so bleiben, wenn er keinen Berufsabschluss erwirbt. Eigentlich hatten wir auch vereinbart, dass er eine Deadline bis August, also jetzt, hat und sich dann ab September brav wieder in die Vorlesungen setzt und mal etwas zuende bringt.
Aber scheinbar existiert diese Vereinbarung nicht mehr.

Ich möchte ihn auch nicht zu etwas zwingen, dass er auf Teufel komm raus nicht mehr machen möchte, kann ich ja auch gar nicht, aber wenn der eine Plan nun mal nicht funktioniert, dann muss der andere wieder her, auch wenn es einem nicht so passt oder liege ich da so falsch?

Ich hatte auch einen Traumjob, den ich seit vielen Jahren machen wollte. Habe dann eine Weile versucht, die Idee umzusetzen, hat nicht geklappt, also mache ich eben etwas anderes, das mehr Geld bringt.
Und siehe da - so schlimm isses gar nicht. Aber das selbe erwarte ich eben auch von ihm.
Dass man sich nicht nur an einer Sache festklammert und in Tagträumen verliert.

Ich danke jedem Einzelnen von euch für seine Gedanken, Anregungen und Tipps und auch einfach nur fürs "Zuhören".

Schlaft schön

Meena

02.09.2018 00:40 • #8


Helli


Also...ich finde es immer noch verzwickt. Was mir auffällt:

Du hast die Hosen an, wie man so sagt. Das möchte ich hier ausdrücklich nicht als Kern des Problems geschrieben haben; aber könnte es sein, dass Du ihn auch deswegen piesackst, weil er wenig Kontra gibt? Dass Dich das herausfordert, nahezu?
Mir fällt jedenfalls auf, dass Du Dich für alles verantwortlich fühlst und er sehr passiv zu sein scheint.
Ich kenn mich aber mit Autismus wirklich nur laienhaft aus möchte ich betonen und kann daher schlecht einschätzen, welchen Einfluss das hat.

Vor gar nicht so langer Zeit hatte ich so ein Lethargie-Beschwerde-Gespräch im Bekanntenkreis. Meine Frage dazu ist: Gab es denn -vorher- keine Hobbies, Interessen, Neigungen? Und wenn ja, warum hört man damit auf, wenn man einen Partner hat? Bzw. man kann dann doch einiges zusammen machen.
Vielleicht ist da ein Ansatzpunkt: Was habt Ihr vor Eurer Partnerschaft gerne gemacht, was man jetzt aufleben lassen könnte?

Ansonsten gibt es haufenweise Sachen, die nichts kosten oder wenig, wie gesagt. Die Natur will kein Geld, viele kulturelle Angebote sind für jeden offen, Sport, Bücherei kostet kaum Geld und wenn Ihr Tierfreunde seid freut sich das Tierheim über ehrenamtliche Gassi-Geher.
Was mir so einfällt dazu....etwas schwer ohne Ansatzpunkt
Kommt ja auch darauf an, wo Ihr lebt, Stadt oder Land.

02.09.2018 08:16 • x 1 #9


Meena


Guten Morgen @helli,

es ist lustig, dass du das sagst, weil es eigentlich so gar nicht der Fall ist. Konkret:

Er ist ein dominanter Typ und ich bin jemand, der sich gerne leiten lässt und vor allem auch gerne die Verantwortung abgibt.

Aber nachdem ich schon in recht jungen Jahren mein Elternhaus verlassen habe, habe ich sehr schnell gelernt "Wenn ICH nichts mache, dann passiert auch nichts!" In welchem Bereich auch immer.

Nun war es so, dass ich diese Geldknappheit nicht kannte und - wie man so schön sagt - auf großem Fuße gelebt habe. Das hat mich fast meine Wohnung gekostet, bis er dann das Ruder rumgerissen und die Verantwortung für das Geld übernommen hat. Diese ganze finanzielle Krise ist einzig und allein meinem Verhalten in der Vergangenheit geschildert und ohne ihn wäre ich heute obdachlos.
Er hat sich stets durchgesetzt, auch wenn es unbequem war, aber letztendlich hat es viel gebracht.

So ging es also eine ganze Zeit, bis ich dann endlich wieder (und auch besser) verdient habe.

Nur dann kam das Ungleichgewicht: Plötzlich war ich Hauptverdienerin und Ernährerin, eine Rolle, die ich nie wollte. Was mir vorschwebt, ist, in Teilzeit zu arbeiten und mich in der restlichen Zeit um den Haushalt und später mal um die Kinder zu kümmern, während er den Lebensunterhalt bestreitet.

Nur da sind wir wieder beim alten Thema - ohne entsprechenden Abschluss wird das niemals passieren und ich finde auch, dass die Zeit drängt. Mit Mitte 20 muss man zumindest mal irgendeinen Abschluss haben, ob man in diesem Job dann arbeitet, steht ja völlig außer Frage! Aber wenigstens ETWAS.

Und ja, ich glaube die Kernprobleme sind zum einen, dass ich sehr schnell von mir auf andere schließe, sprich: Ich war Vollzeit in einer Fortbildung und habe dann abends und am Wochenende Bewerbungen geschrieben und mir so gut wie keine Pausen gegönnt.
Erst als ich den Job fest in der Tasche hatte, habe ich mich entspannt und wenn er sagt, er hängt das Studium alternativlos an den Nagel, erwarte ich zumindest, dass er sich am Tag 6 Stunden Bewerbungen widmet. Und zum anderen, wie du völlig richtig erfasst hast, piekst es mich auch an, wenn einfach nichts von ihm kommt.
Er sitzt dann da, hört sich das Ganze an und nickt, bis ich irgendwann aufgebe und weil Aufgeben selten vorkommt bei mir, kann sich das in die Länge ziehen. Aber von nichts kommt eben nichts, ich hab das auf schmerzvolle Weise gelernt.

Bezüglich der vorherigen Aktivitäten: Er hat einfach nur sehr viel Zeit mit seinen Freunden verbracht und manchmal Basketball gespielt, ich zeichne und hatte lange Zeit eine Reitbeteiligung.

Also beide jetzt auch nicht sooo wahnsinnig viel.

Wobei ich dazu sagen muss, dass ich wahnsinnig gerne wieder tanzen gehen würde. Das habe ich vor langer Zeit mal getan.

Vielleicht sollte ich noch ein bisschen was bzgl. dem Autismus erklären:

Ich bin Asperger-Autistin, das heißt, ich bin ein wenig anders verdrahtet als der normale Mensch und habe immense Schwierigkeiten, mit sozialen Dingen. Ein paar Kernpunkte:

- Ambivalenz bezüglich Nähe. Mal brauche ich sehr viele Nähe, mal sehr viel Ruhe und "Einsamkeit". Da muss er sich wohl oder übel fügen, was aber meist auch sehr gut klappt.

- Ich kann Menschen nur sehr dosiert ertragen, Gruppen sind mir schnell viel zu laut und viele reden durcheinander und weil das Autisten-Hirn eben nicht filtern kann und alle Töne gleich laut (und wirklich laut) ankommen, führt das ganz schnell zu Kopfschmerzen.

- Telefonieren ist mir zum Beispiel ein Gräuel, da das Gespräch unvorhersehbar ist.

- Ich brauche einen Plan. Immer. Und wenn der scheitert, bin ich fertig mit der Welt, weil ich ungefähr überhaupt nicht flexibel bin. Da kann ein ausverkaufter Lieblingskäse schon mal zu einem Heulkrampf führen.

Und hier kommen wir wieder zu dem Problem mit den Wutausbrüchen: Wenn etwas schief läuft und er in der Nähe ist, wen trifft es dann?
Er meint es gut, möchte dann eine Alternative vorschlagen, aber Alternativen GIBT es in dem Moment nicht. Da gibt es nur mich und den gescheiterten Plan. Und um mit Alternativen warmzuwerden, brauche ich dann erstmal einen Moment. Aber den bekomme ich nicht immer.

Ein weiterer "Trigger" ist die Herausforderung, sich verständlich zu machen. Man spricht als Autist eine andere Sprache als der Rest und das macht die Kommunikation ziemlich kompliziert. So hab ich mich schon mit Menschen überworfen, ohne es überhaupt bemerkt zu haben.

Und weil ich eine Geduldsspanne wie ein Kleinkind habe, kann ich in dem Moment dann nicht verstehen, warum er mich nicht versteht und werde ungehalten.

So, puh, schon wieder so viel geschrieben, dabei belasse ich es jetzt mal.

Lieben Dank für die Anteilnahme, Anregungen und die Geduld beim Lesen dieses Romans.

Bei Fragen gerne schreiben, ich versuche alles zu erklären

02.09.2018 09:36 • #10


Lug


Du bist ein Recht schwierig er Mensch meiner Meinung nach. Pass auf dass er dir nicht weg läuft.
Am besten wäre es meiner Meinung nach wenn ihr mehr einzeln macht und nicht so viel zusammen.
Sport ist ein hobby zb Rad fahren, joggen.
Wandern.
Lesen
Nähen
Tanzkurs
Nebenjob
Ich würde ihn auch lieber in Ruhe lassen , mir scheint nämlich er hat gar keine große lust mehr auf diese beziehung

02.09.2018 09:59 • x 1 #11


Helli


Danke erstmal für Deine näheren Erläuterungen zum Autismus!

Zitat von Meena:
es ist lustig, dass du das sagst, weil es eigentlich so gar nicht der Fall ist. Konkret:

Er ist ein dominanter Typ und ich bin jemand, der sich gerne leiten lässt und vor allem auch gerne die Verantwortung abgibt.


Und dann hab ich wohl vorbeiorakelt

Wobei:
Zitat von Meena:
Aber nachdem ich schon in recht jungen Jahren mein Elternhaus verlassen habe, habe ich sehr schnell gelernt "Wenn ICH nichts mache, dann passiert auch nichts!" In welchem Bereich auch immer.




Aber vielleicht überspringen wir diesen Punkt jetzt mal.

Es scheint auch unterschiedliche Lebensentwürfe zu geben:
Zitat von Meena:
Nur dann kam das Ungleichgewicht: Plötzlich war ich Hauptverdienerin und Ernährerin, eine Rolle, die ich nie wollte. Was mir vorschwebt, ist, in Teilzeit zu arbeiten und mich in der restlichen Zeit um den Haushalt und später mal um die Kinder zu kümmern, während er den Lebensunterhalt bestreitet.


Deine Vorstellungen sind traditionell, ok.
Ist das für Dich nicht verhandelbar? Für Dein Leben meine ich?

Es gäbe ja auch andere Möglichkeiten. Nicht jeder Mensch ist ehrgeizig und hat in seinem Lebensentwurf den unbedingten beruflichen Aufstieg. Habt Ihr Euch darüber ausgetauscht, was Euch jeweils vorschwebt?
Als Denkanstoss jetzt gemeint: Du möchtest, dass er die hauptsächliche finanzielle Versorgung übernimmt; er hat Dir schonmal einen Urlaub finanziert. Das sind aber alles keine Selbstverständlichkeiten, finde ich. Es sei denn, man hat eben zusammen diesen Lebensentwurf. Aber das sehe ich bei ihm nicht.

02.09.2018 10:43 • #12


trauer37


2077
2
2130
Zitat von Lug:

Ihr braucht Hobbies, die nichts kosten.
Da würde mir genug einfallen.
Und vielleicht ein Haustier.


Also "Hobbies, die nichts kosten" und "Haustier" ist schon ein Widerspruch. Ein Haustier kostet auch Geld (Futter, Spielzeug, Tierarztbesuche, beim Hund Hundesteuer und und und), das sollte man nicht unterschätzen und sich vorher überlegen, ob man sich das Tier überhaupt leisten kann, denn das will auch ordentlich versorgt werden. Besonders die Tierarztbesuche können mächtig das Budget belasten.

02.09.2018 10:51 • #13


Bobi4


1
Das ist doch Quatsch.
Eine Beziehung kann nicht S. am Ende sein wenn man auch offen für neue Sachen ist. Ich hatte mich auch umgesehen und habe nach neuen Erfahrungen gesucht weil auch bei mir das S. eingeschlafen war.
Dabei habe ich mich natürlich ganz diskret im Internet umgesehen und habe auch wirklich gute Tipps gefunden.
So zum Vorspiel schauen wir gerne heiße Clips an.
Dabei haben wir die schnuggie91 gefunden, die ist bei uns schon an der Tagesordnung

Ich sage mal so, wenn man wirklich Interesse daran hat, das S. zu bessern dann kann man auf jeden Fall auch viele tolle Infos sammeln und sich auch mal selber ausprobieren.

Wie sieht es denn aus bei dir ?

03.09.2018 11:23 • #14


Helli


Zitat von Bobi4:
Das ist doch Quatsch.
Eine Beziehung kann nicht S. am Ende sein wenn man auch offen für neue Sachen ist. Ich hatte mich auch umgesehen und habe nach neuen Erfahrungen gesucht weil auch bei mir das S. eingeschlafen war.
Dabei habe ich mich natürlich ganz diskret im Internet umgesehen und habe auch wirklich gute Tipps gefunden.
So zum Vorspiel schauen wir gerne heiße Clips an.
Dabei haben wir die schnuggie91 gefunden, die ist bei uns schon an der Tagesordnung


Heiliger Bimmbamm, was ist das? Hast Du Dich vielleicht im Forum geirrt?

Ich mein, wie soll das der TE jetzt weiterhelfen? Auch schnuggi kontaktieren, ganz diskret?

03.09.2018 12:01 • #15



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