Ich versuche mir immer wenn möglich, die Zusammenhänge anzuschauen. Daher habe ich in deinen letzten thread reingeschaut. Er ist von 2019, das ist schon eine Weile her. Du schreibst dort, dass du bereits eine zweijährige Therapie gemacht hattest. Auch schreibst du, dass du ein wiederkehrendes Problem mit vergebenen Männern in der Vergangenheit hattest und eine Affäre hattest/bzw warst.
Diesen aktuellen thread beginnst du mit den Worte, du hast vor einem Jahr einen Mann kennengelernt.
Mir sind im 2019 thread ein paar Aussagen aufgefallen und ob sie heute noch oder wieder eine Rolle in deinem Leben spielen, das kannst nur du beantworten
Zitat von Meer7: Das mit der Zufriedenheit ist schwierig. Ich habe das als Kind nicht gelernt, zufrieden zu sein. Für meine Eltern war gut nie gut genug und es musste immer mehr und besser sein.
Zufriedenheit wäre für mich, ausgeglichen zu sein, nicht das Gefühl zu haben, das immer etwas fehlt.
Zitat von Meer7: Es ist nicht so einfach, nach doch recht langer Zeit festzustellen, dass man nicht viel weiter ist als damals. Ist irgendwie deprimierend.
Man hofft ja immer, dass es besser wird, es wird aber nicht immer besser, sondern nur irgendwie anders. Soll heißen, ich habe diese schlimme Trennung nach einer noch schlimmeren Beziehung überwunden, aber glücklich bin ich trotzdem nicht geworden.
Jetzt aktuell schreibst du folgendes:
Zitat von Meer7: Er weiß, dass ich mit dem Thema Vertrauen meine Probleme habe und ich eher an das Schlechte als an das Gute diesbezüglich glaube
Zitat von Meer7: Er möchte auf dieses Thema nicht angesprochen werden, was ich trotzdem schon mehrfach getan habe.
Zitat von Meer7: Ich möchte von ihm hören, dass er Vorlieben hat. Seine Lüge dabei macht mich fertig. Ob ich mit seiner Vorliebe umgehen kann, weiß ich im Moment nicht. Die Lüge macht alles schlimmer für mich, gerade durch meine schlechten Erfahrungen.
Ich schreibe das nicht, um dich bloßzustellen und ich meine es auch überhaupt nicht böse.
Was ich mir aber gedacht habe, ist folgendes, einfach mal herumgesponnen und laut gedacht:
Es liegen mehrere Jahre mittlerweile zwischen den Männern von damals und auch deine Therapie ist inzwischen lange her.
Offensichtlich hast du aber ja noch ein Thema mit dem Vertrauen.
Vergebene Partner haben lange für dich einen besonderen Reiz ausgeübt.
Als Affäre ist Drama irgendwie ja auch Part of the game. Oft ist es das, was fälschlicherweise als Lebendigkeit interpretiert wird.
Du hast aber jetzt keinen vergebenen Partner.
Du hast ein Thema, was aus der Vergangenheit anklopft.
Lügen, Misstrauen und Hintergehen, verletzt werden, Dramaspirale.
Indem du das für dich (ggf unbewusst) als Universalgrund nimmst und ihm das schon quasi mit auf den Weg gegeben hast (vor x Jahren mal schlimme Erfahrungen in Sachen Vertrauen gemacht) spielst Du ihm den Ball damit zu. "Enttäusch mich bitte nicht, ich wurde schon verletzt"
Nun gibt es aktuell mit diesem Mann kein Drama und ich sage hiermit nicht, dass Du welches vermisst.
Aber diese Filme und die Formulierung "Lüge" und er soll mir sagen, dass es eine Vorliebe ist....Das klingt für mich nach einem Drama-Suchauftrag.
Was aber wiederum bedeutet, dass und das hast Du ja auch richtig erkannt, das Thema und somit auch der Ball bei Dir liegen.
Dein Freund kann nichts für Deine Vergangenheit und indem Du ihn wieder und wieder dazu ansprichst, obwohl er seine P.-Filme nicht zum Thema machen möchte (aus gutem Grund) bohrst Du weiter nach und in Deinem Kopf geht die alte Spirale von früher los, er ist unehrlich, warum genüge ich nicht, was fehlt ihm denn usw
Und diese Denke mit dem "nicht genügen" und "nicht gut genug sein" das kennst Du ja bereits aus Deiner Kindheit.
Ebenfalls das mit dem nicht zufrieden sein. Und es heißt ja so schön: Die Themen wiederholen sich im Leben so lange, bis wir daraus lernen.
Evtl. jetzt mit ein paar Jahren dazwischen, macht es vielleicht ja doch nochmal Sinn, eine Therapie - mit einem anderen Therapeuten, ggf eine andere Therapieform (Verhaltenstherapie) anzugehen. Denn Du bist ja in deinem Alltags- bzw. Beziehungsleben gehindert.