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Mein Sorgenkind!

MaryAnne


Ich komme noch einmal auf ihren Vater. Hat es zu diesem Punkt mal ein Gespräch mit einem Kinderpsychologen gegeben? Kinder sind noch nicht in der Lage Verletzungen und Wut rational einzuordnen und zu bearbeiten. Bei ihnen bleibt ein diffuses Gefühl. Auch oft das Gefühl der Ohnmacht. Wie du deine Tochter beschreibst, scheint hier ein Kind zu versuchen Kontrolle auszuüben und zwar über Missverhalten. Wenn sie die Zähne nicht putzen will, geht es nicht um ihre Zahnpflege, soweit sind wir uns hier ja einig. Wenn sie aber dich mit einbezieht, löst sie eine absehbare Reihe von Reaktionen aus. Das ist für sie vorhersehbar und beruhigt. Dich nicht, aber sie. Trotz allem Aufruhr den sie verursacht.

Ihr Bewegungsdrang passt zum Abbau von adrenalin, der sich offenbar regelmäßig in ihr aufstaut, ebenso wie das Puzzeln. denn da wird Chaos geordnet. Mein Weg nach Corona wäre tatsächlich zum Kinderpsychologen und zwar nicht mit dem Ansatz ihr Verhalten zu korrigieren, sondern die Ursache zu finden. Dabei würde der Vater und ihre Gefühle zu ihm, den Verletzungen u.Ä. mein allererster Ansatz sein

15.04.2020 10:14 • x 2 #31


Shibb


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Zitat von MaryAnne:
Hat es zu diesem Punkt mal ein Gespräch mit einem Kinderpsychologen gegeben?

Zitat von PuMa:
Sie befand sich in Therapie,

15.04.2020 10:25 • #32



Mein Sorgenkind!

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bifi07

bifi07


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Zitat von PuMa:
. Ich weiß nicht warum, den bei ihrer Schwester bin ich nicht so. Da bin ich entspannter, freue mich über ihr älter werden.

Das kenn ich auch! Nur das mein Großer ADHS hat und ich mir ständig um ihn Sorgen gemacht und alles versucht habe und ich dachte, dass meine Kleine das locker hinbekommt. Am Ende vom Lied hat sich mein Großer das meiste selbst erarbeitet, hat damals im Jugendalter auf eigene Verantwortung das Medi abgesetzt, hat 2! Lehren erfolgreich absolviert und ist in seiner Firma beliebt...
Meine Kleine dagegen brauchte sehr lange, bis sie überhaupt wusste, was sie genau wollte und wie sie es umsetzen kann.

Ich habe keine Erfahrungen mit ESE, daher kann ich auch nicht sagen, ob man das überhaupt vergleichen kann, aber es soll dir etwas Mut machen, dass es viel besser werden kann, als du denkst...

15.04.2020 11:02 • x 3 #33


Mira_

Mira_


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Zitat von bifi07:
Nur das mein Großer ADHS hat und ich mir ständig um ihn Sorgen gemacht und alles versucht habe und ich dachte, dass meine Kleine das locker hinbekommt. Am Ende vom Lied hat sich mein Großer das meiste selbst erarbeitet, hat damals im Jugendalter auf eigene Verantwortung das Medi abgesetzt, hat 2! Lehren erfolgreich absolviert und ist in seiner Firma beliebt..

Darf ich fragen, wie sich das bei ihm ausgewirkt hat? Hatte er Freunde im Kindes - und Jugendalter? Hat er immernoch damit zu kämpfen?

15.04.2020 11:12 • #34


MaryAnne


Zitat von Shibb:


Richtig. Meine Frage war aber zum Fokus in der Therapie. Wenn es hauptsächlich um ihr Verhalten ging, weil sie noch jünger war, könnte es in letzter Zeit mehr um Ursachen gegangen sein. Für mich scheint es hier tiefer zu gehen.

15.04.2020 11:19 • #35


T4U

T4U


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Zitat von MaryAnne:

Richtig. Meine Frage war aber zum Fokus in der Therapie. Wenn es hauptsächlich um ihr Verhalten ging, weil sie noch jünger war, könnte es in letzter Zeit mehr um Ursachen gegangen sein. Für mich scheint es hier tiefer zu gehen.

PuMas Geschichte in kurz, er ging zu seiner neuen Jolle und seine Familie ist ihm sch- egal.

Natürlich geht es tiefer. Aber den Vater in eine Rolle einfügen zu wollen, die er seit zwei-drei Jahren nicht erfüllen will, ist nicht hilfreich

15.04.2020 11:34 • x 1 #36


Abendrot


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Zitat von PuMa:
- sie versucht immer Regeln auszuhebeln.
- egal was und wie ich ihr etwas sage, als Antwort bekomme ich ein Nein.
- ich versuche ihr Dinge beizubringen, es kommt ein Nein zb in Sachen Hausaufgaben ( sie macht es, aber mit Krampf).
- sie ist respektlos ( dass liegt mir am schwersten im Magen).
. Dass Zu mir, zu ihrer Oma, ihre Schwester. Eben ihren Haupt-Bezugspersonen.

So ein Kind war ich auch .
Ein Scheidungskind , das mit dem Verlust des Vaters nicht klar kam . Er war zwar immer für uns da liebevoll - aber wohnte 800 km entfernt .6 Wochen in den Sommerferien waren wir bei ihm .
Ich war ein zerissenes Kind , mit viel Sehnsucht nach ihm , ich war ein absolutes Papakind .
Was ich mir geleistet habe , geht auf keine Kuhhaut !
NEIN war, wenn ich etwas machen sollte , bis mindestens zu meinem 16. Lebensjahr mein Lieblingswort .
Mein Trost waren meine Tiere , der Hund mein bester Freund .

Schade , dass sich niemand Gedanken über mein Verhalten gemacht hat .Reden konnte ich von alleine nicht darüber .
Auch das Verhalten deiner Tochter hat eine Ursache ,die gilt es herauszufinden .
Setz dich nicht unter Druck . Meine Stiefmutter hat einen Zugang zu mir gefunden . Mit viel geduldiger
Liebe . Dabei hatte sie soviel unter mir zu leiden .
Am Abend vor ihrer Hochzeit habe ich sie als Hexe , Krähenfuss und schlimmeren Worten angeschrien , vor ca 40 Gästen .
Eine Welle der Empörung war die Folge .
Man wollte mir Beruhigugsmittel geben ,eine Schar um Menschen um mich .
Meine Stiefmuter ist dann eingeschritten und sagte , man solle mich in Ruhe lassen - bin dann in mein Zimmer geflüchtet .
Von diesem Tag an wurde sie meine Vertraute , in kleinen Schritten .
Jetzt bin ich 63 Jahre alt und habe mein Leben gut gemeistert .
Dein Thema wühlt mich auf , weil ich mich in deiner Tochter wiedererkenne .
Einen klugen Rat kann ich dir nicht geben , lasse alles noch auf mich einwirken , in der Hoffnung in deinem Fall klarer sehen zu können .
Vielleicht schäme ich mich sogar , diesen Text abgeschickt zu haben .

15.04.2020 11:36 • x 9 #37


bifi07

bifi07


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@mira
Du darfst...
Im Kindergartenalter hieß es, dass er mit der Ankunft seiner Schwester nicht zurecht kommen würde. Damals wurde noch kein ADHS diagnostiziert.
Er hatte wohl Probleme, wenn es im KiGa zu laut wurde und zu viele Kinder um ihn herum waren.
Das einzige, was ich sagen kann ist, dass er damals empfindlicher auf Lärm reagierte. Das legte sich aber, zumindest wie ich das empfunden habe, als ihm im Alter von 4 Jahren seine Mandeln entfernt wurden.
Freunde hatte er zwar, aber nur sehr wenige und sein bester Freund zog dann auch noch fort, als sie noch im KiGa waren.
Im Jugendalter war er eher ein Einzelgänger, auch wenn er sehr gesellig war. Da mein Sohn schon immer sehr hilfsbereit war, bzw. auch heute noch ist, wurde er sehr oft ausgenutzt. In der Schule wurde er oft gemoppt, was ich aber erst viel später erfahren habe, und sicher auch nicht alles, da er zuhause nichts erzählt hat. Das Lernen war am Anfang oft sehr schwierig, vor allen Dingen, da wir erst nicht wussten, woran es lag. Die Diagnose kam im Alter von 4 Jahren.
Später haben wir herausgefunden, dass es gar nicht darauf ankam, dass er, z.B. für eine Arbeit viel lernt, sondern es an der richtigen Stelle tut. Er hat dann abends vor der anstehenden Klassenarbeit sich noch einmal alles angeschaut und geübt. Das hatte den Effekt, dass er beim Lernen nicht zu überfordert war.
Er bekam auch sonderpädagogoischen Förderbedarf bis er die Schule verließ.
ADHS-Kinder sind in der Regel sehr intelligent, sie haben halt Schwierigkeiten das Wichtige von dem Unwichtigen zu trennen.

15.04.2020 11:39 • x 3 #38


Mira_

Mira_


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Zitat von bifi07:
@mira Du darfst... Im Kindergartenalter hieß es, dass er mit der Ankunft seiner Schwester nicht zurecht kommen würde. Damals wurde noch kein ADHS diagnostiziert. Er hatte wohl Probleme, wenn es im KiGa zu laut wurde und zu viele Kinder um ihn herum waren. Das einzige, was ich sagen kann ist, dass er damals empfindlicher auf Lärm reagierte. Das legte sich aber, zumindest wie ich das empfunden habe, als ihm im Alter von 4 Jahren seine Mandeln entfernt wurden. Freunde hatte er zwar, aber nur sehr wenige und sein bester Freund zog dann auch noch fort, als sie noch ...

Du beschreibst gerade zu 100% meinen kleinen. Ich danke dir gerade aus vollem Herzen

15.04.2020 11:53 • #39


MaryAnne


Zitat:
So ein Kind war ich auch .
Ein Scheidungskind , das mit dem Verlust des Vaters nicht klar kam . Er war zwar immer für uns da liebevoll - aber wohnte 800 km entfernt .6 Wochen in den Sommerferien waren wir bei ihm .
Ich war ein zerissenes Kind , mit viel Sehnsucht nach ihm , ich war ein absolutes Papakind .
Was ich mir geleistet habe , geht auf keine Kuhhaut !
NEIN war, wenn ich etwas machen sollte , bis mindestens zu meinem 16. Lebensjahr mein Lieblingswort .
Mein Trost waren meine Tiere , der Hund mein bester Freund .

Schade , dass sich niemand Gedanken über mein Verhalten gemacht hat .Reden konnte ich von alleine nicht darüber .
Auch das Verhalten deiner Tochter hat eine Ursache ,die gilt es herauszufinden .
Setz dich nicht unter Druck . Meine Stiefmutter hat einen Zugang zu mir gefunden . Mit viel geduldiger
Liebe . Dabei hatte sie soviel unter mir zu leiden .
Am Abend vor ihrer Hochzeit habe ich sie als Hexe , Krähenfuss und schlimmeren Worten angeschrien , vor ca 40 Gästen .
Eine Welle der Empörung war die Folge .
Man wollte mir Beruhigugsmittel geben ,eine Schar um Menschen um mich .
Meine Stiefmuter ist dann eingeschritten und sagte , man solle mich in Ruhe lassen - bin dann in mein Zimmer geflüchtet .
Von diesem Tag an wurde sie meine Vertraute , in kleinen Schritten .
Jetzt bin ich 63 Jahre alt und habe mein Leben gut gemeistert .
Dein Thema wühlt mich auf , weil ich mich in deiner Tochter wiedererkenne .
Einen klugen Rat kann ich dir nicht geben , lasse alles noch auf mich einwirken , in der Hoffnung in deinem Fall klarer sehen zu können .
Vielleicht schäme ich mich sogar , diesen Text abgeschickt zu haben .
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Vielen Dank! Wie du dich als Kind beschreibst, so ein Bild habe ich beim Lesen des Texts von PuMa gehabt. Mit 63 wirst du auch ein Kind gewesen sein, das offen mit dem Stigma Scheidungskind umgehen musste, denn Scheidungen waren damals noch sehr unüblich und oft bekam ein Kind sogar von Amts wegen einen Vormund, weil man der Mutter die Erziehung allein nicht zutraute. Heute sind Ein-Eltern-Familien häufiger. Aber das bedeutet oft auch, dass von Müttern und Kinder einfach erwartet wird sich wie alle anderen zu verhalten und ihre zusätzliche psychischen Belastungen oft relativiert werden. bei Kindern manchmal auch, weil die Mutter es nicht auch nicht schafft psychologisch tätig zu werden, sondern oft froh ist, wenn alles ohne noch zusätzliche Dramen läuft.

Das Kind der TE sorgt dafür, dass es gesehen wird. Es wird wahrscheinlich selbst unter ihrem Verhalten leiden, denn kein Kind möchte anders sein. Ich würde jetzt dafür sorgen, dass die Gründe gefunden werden und das Mädchen ein anderes Ventil als Gegenwehr für seine Gefühle findet. ESE ist mir zu allgemein. Wie du schreibst ist es immer ein Mensch, der Zugang findet. Der kann PuMa nicht sein, denn sie hat als Mutter mehrere Rollen. Wenn das Kind Glück hat, findet sich in der Schule jemand, der den Zugang sucht - so wie deine Stiefmutter. Aber das ist ein dickes Vielleicht.

PuMa könnte sich Gedanken machen, wer als vertrauter Mensch neben ihr für das Kind da sein könnte. wenn der Vater es nicht ist, vielleicht eine Patentante oder anderes Familienmitglied?

15.04.2020 12:05 • x 3 #40


Nachtlicht

Nachtlicht


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Zitat von PuMa:
Ja, ihr Erzeuger hat sie emotional sehr oft verletzt. Er hat ungute Dinge getan.


Mein nächster Gedanke wäre gewesen zu schauen, wie es in der Vorgeschichte aussieht. Hier haben wir ja mit deinen Andeutungen über eure frühere familiäre Situation/Trennungssituation dann schon mal einen großen Punkt, der für ungeeignetes elterliches (Erziehungs-)Verhalten sprechen würde. Auch möglich, dass deine Tochter in dieser Zeit Traumata erlitten hat. Traumatisierte Kinder zeigen oft für "normale" Menschen völlig irrationales, wenig nachvollziehbares und oft auch grenzüberschreitendes Verhalten.

Gut möglich, dass deine Tochter dich im Zuge der Beziehung/des Beziehungsendes mit ihrem Vater als schwach erlebt hat und nun große Schwierigkeiten mit ihrer Position bei dir hat. Da können sehr komplexe psychische Mechanismen ablaufen, die dazu führen, dass sie dich nun derartig auf deine Stärke (und damit auch auf deine emotionale Verlässlichkeit) hin testet.

Ich möchte mich da @MaryAnne anschließen und würde auch zur Ursachenforschung raten. Du wirst aber wirklich kompetente und engagierte Fachkräfte dafür suchen müssen, das ist manchmal etwas mühsam, die richtige Unterstützung zu finden.

Zitat von PuMa:
Alles was du aufgelistet hast, habe ich schon mehrfach versucht.


Was du beschreibst, klingt doch erstmal schon nach einer soliden Basis in deiner Haltung. Wie konsequent setzt du das denn um? Etwas versuchen, ist nicht das gleiche wie, etwas grundsätzlich und verlässlich durchzuführen. Ich würde dazu raten, für dich beim Erziehungsverhalten eine klare Linie zu erarbeiten, die deine Kräfte schont und trotzdem dem Kind sichere Orientierung und eindeutige Regeln bietet, und diese Linie dann auch beizubehalten, selbst wenn es nicht auf Anhieb Erfolge zeigt. Solche Entwicklungen dauern lange.

Bist du im guten Austausch mit den Lehrerinnen? Wie gehen die mit deiner Tochter um, was hilft in der Schule? Pflegt einen engen Draht miteinander, arbeitet euch gegenseitig zu, sodass deine Tochter erlebt, dass Regeln überall gelten. Das gibt gerade den verstörten Kindern die wichtige Sicherheit.

Zitat von PuMa:
Sie fängt dann an zu schreien und zu wüten.


Was passiert dann, wenn sie schreit und wütet? Wie reagierst du darauf? Es ist wichtig, dass sie nicht lernt, sich mit solch massiven Druckmitteln durchzusetzen, sondern dass du ruhig und sicher bei deiner Linie bleibst, auch wenn du natürlich nicht lückenlos die Auseinandersetzungen zu deinen Gunsten entscheidest.

Zitat von Femira:
Oft wird ein nein genutzt, um zu sehen, ob sie immer noch geliebt werden, obwohl sie ihre eigene Wege gehen.


Ja, das machen alle Kinder, und das in etwa meinte ich mit "testen". Manche Kinder, oft diese, die in ihrem Innersten zutiefst verunsichert sind über ihre Position im Leben der Eltern, testen ihre Bezugspersonen weit über die Schmerzgrenze hinaus. Es entlastet sehr, wenn man sich diese Mechanismen bisweilen vor Augen führt.

Zitat von Femira:
Wenn Regeln und Abläufe immer wieder kommen, ist das eine Orientierung und du musst die Regeln nicht immer wieder neu verhandeln, sondern es ist einfach so


Ja, gut formuliert. Eine ganz klare, immer eindeutige Struktur ist sehr wichtig. Regeln sind nicht dazu da, Kinder zu ärgern, sondern sie gestalten und erleichtern das Leben und die Erwachsenen halten sich genauso daran - diese innere Haltung kann sehr helfen und nimmt auch den Machtkampf aus den Konflikten, denn aus Kindersicht geht es ja oft eher darum, wer wem den Willen aufzwingen kann und nicht darum, dass Zähne einfach gesund bleiben, wenn man sie putzt (um mal bei dem leidigen Beispiel zu bleiben).

15.04.2020 12:36 • x 3 #41


bifi07

bifi07


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Zitat von Mira_:
Du beschreibst gerade zu 100% meinen kleinen. Ich danke dir gerade aus vollem Herzen

Hab ich gerne gemacht.
Falls du noch Fragen hast, schreib mich einfach an!

15.04.2020 13:15 • x 1 #42


PuMa

PuMa


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So, ich hoffe ich vergesse nichts... Wie gesagt, einfach Bescheid geben.

Erstmal, bitte nicht uns wilde rein interpretieren, war ich so nicht sagte oder bis jetzt nicht bestätigt habe. Sonst brodelt der Thread hier auf, wie so oft an man Vermutungen stellt die nicht belegt werden können.

Ich antworte jedem gern, ihr seit mir eine große Hilfe und ich freue mich über jedes Wort von euch. Von ganzem Herzen.

Zitat von MaryAnne:
Mein Weg nach Corona wäre tatsächlich zum Kinderpsychologen und zwar nicht mit dem Ansatz ihr Verhalten zu korrigieren, sondern die Ursache zu finden. Dabei würde der Vater und ihre Gefühle zu ihm, den Verletzungen u.Ä. mein allererster Ansatz sein


Wir waren bei 3. Der erste, ( renommierter Psychologe wo Kinder aus ganz DE zu ihm kommen, den konnte ich in die Tonne treten.)
Der zweite, liebevoll durch und durch. Aber stelltee die falsche Diagnose, Mutismus.
Die dritte, zu Letzt, möchte ich wechseln da sie es nicht geschafft hat das meine große sich ihr anvertraut.

Also, wie ich sagte, ich muss noch Mal ins SPZ, und muss dann zur Uni Klinik in meiner Stadt, und zusätzlich einen neuen Therapeuten suchen. Ich bin am Ball... Sobald Corona vorbei ist, geht's hoffentlich weiter.

Zitat von Abendrot:
So ein Kind war ich auch .
Ein Scheidungskind , das mit dem Verlust des Vaters nicht klar kam . Er war zwar immer für uns da


Meine Tochter war noch nie Vater fixiert. Weil er dass auch nie zuließ.
Sie war schon immer Mama fixiert.

Zitat von Abendrot:
Vielleicht schäme ich mich sogar , diesen Text abgeschickt zu haben .


Nein, bitte, du musst dich nicht schämen. Es ist alles gut. Fühl dich gedrückt.
Ich weiß deine Worte sehr zu schätzen.

Zitat von bifi07:
hatte wohl Probleme, wenn es im KiGa zu laut wurde und zu viele Kinder um ihn herum waren.

Zitat von bifi07:
Das einzige, was ich sagen kann ist, dass er damals empfindlicher auf Lärm reagiert


Meine Tochter ebenso, durch ihr "nicht hören können".
Dass ist mitlerweile nicht mehr so.

Zitat von bifi07:
Die Diagnose kam im Alter von 4 Jahren.


Genau wie bei uns
Deswegen muss ich das ganze noch mal aufrollen. Die Schule hat sie einfach so sehr positiv verändert, dass seid der letzten Diagnostik sich einfach zu viel geändert hat.

Zitat von MaryAnne:
wird wahrscheinlich selbst unter ihrem Verhalten leiden, denn kein Kind möchte anders sein.


Absolut. Dass weiß ich.

In jüngeren Jahren 1 1/2 - knapp 3 Jahren hat sie sich selbst verletzt.
Dass war einer der schlimmsten Dinge die ich je erleben musste.
Sie rieß sich die Haare raus, schlug mit dem Kopf auf den Fußboden, absichtlich, bis es blutete. Oder gegen die Wand. Sie kratze auch bis es blutete, sie schlug sich selbst und war am Schlafwandeln...

Und niemand hat mir geholfen. Niemand nahm mich ernst. Ich war so oft beim Arzt, und sie spielten es runter mit "dass ist bei Mädchen normal"...

Wenn ich da dran denke gerade, könnte ich heulen.
Es war eine schreckliche Zeit.

Dass alles hörte auf, als mein toller Ehemann Weg war.
Nur Mal so nebenbei.

Ich gehe darauf gleich noch Mal ein...

Zitat von MaryAnne:
Ich würde jetzt dafür sorgen, dass die Gründe gefunden werden und das Mädchen ein anderes Ventil als Gegenwehr für seine Gefühle findet. ESE ist mir zu allgemein.


Sie hat theoretisch andere Ventile. Durch Corona liegt even alles flach.

Zitat von MaryAnne:
PuMa könnte sich Gedanken machen, wer als vertrauter Mensch neben ihr für das Kind da sein könnte. wenn der Vater es nicht ist, vielleicht eine Patentante oder anderes Familienmitglied?


Hat sie. Meine ganze Familie ist immer für sie da. Alle meine Geschwister. Besonders mein Bruder, er hat einen speziellen Draht zu ihr. Aber es ist schwierig, da meine Geschwister über die Welt verteilt sind.

Zitat von Nachtlicht:
dass deine Tochter in dieser Zeit Traumata erlitten hat. Traumatisierte Kinder zeigen oft für "normale" Menschen völlig irrationales, wenig nachvollziehbares und oft auch grenzüberschreitendes Verhalten.


Ja, hat sie. Dazu komme ich gleich weiter unten...

Zitat von Nachtlicht:
Gut möglich, dass deine Tochter dich im Zuge der Beziehung/des Beziehungsendes mit ihrem Vater als schwach erlebt hat und nun große Schwierigkeiten mit ihrer Position bei dir hat.


Keine Sorge, hat sie nie. Die älteren Mitglieder im Forum wissen es ja noch. Ich habe nie einen Anlass gegeben.

Du gleich mehr...

Zitat von Nachtlicht:
Du wirst aber wirklich kompetente und engagierte Fachkräfte dafür suchen müssen, das ist manchmal etwas mühsam, die richtige Unterstützung zu finden.


Ja, richtig. Deswegen ja meine Suche nach Hilfe im Forum.
Es ist schwierig an Fachkräfte zu kommen.

Zitat von Nachtlicht:
Wie konsequent setzt du das denn um?


Ich denke, ich bin die konsequenteste Person in diesem Sonnensystem.

Zitat von Nachtlicht:
Bist du im guten Austausch mit den Lehrerinnen?


Ja, es sind ganz wundervolle Lehrer. Ich habe mich extra zur Elternsprecherin wählen lassen, aus dem einfachen Grund, dass ich präsent sein kann. Und über alles sofort in Kenntnis gesetzt zu werden.

....

Kleiner Rückblick für jene die davon nichts wissen...

Der Erzeuger meiner Tochter ist nicht mehr der Rede wert. Er wird nie wieder kommen und das ist gut so.

Ja sie hat viel schlechtes erleben müssen.

Kleines Beispiel,
Meine Tochter, im Alter von 4 Jahren, hatte einen Unfall. Ich machte sie in der früh fertig für den Kindergarten, sie war bockig und wollte nicht.

Ich nahm sie an die Hand und ging mir ihr ins Bad, dort bockte sie weiter, stolperte nach hinten über einen Teppich und schlug mir dem Kopf auf die Fliesen auf.
Sie verlor das Bewusstsein.

Ich schrie nach dem Esel, der lag im Bett. Wollte nicht aufstehen.
Ich hielt meine Tochter im Arm und rief nach ihm. Angepisst kam er ins Bad, stieg über meine ohnmächtige Tochter drüber, ging auf Klo und sagte, ich soll mich wieder ein kriegen. Dann machte er auch ein Kaffee...

Meine jüngste wurde wach, damals Baby. 1 Jahr alt. Er kümmerte auch nicht um sie.

Er trank sein Kaffee.

Ich hob meine Tochter hoch, legte sie ins Bett und rief den Krankenwagen.
Mein Gatte sagte, ach ich übertreibe, dass wird schon.

Ich nahm mein Baby, und versuchte sie zu beruhigen.

Meine Tochter wachte auf, übergab auch mehrfach, weinte vor Schmerzen.

Krankenwagen nahm sie mit. Sie blieb im KH ein paar Tage wegen einer Gehirnerschütterung.

Ich musste bei ihr bleiben, meine jüngste blieb bei ihren Vater ( da ist auch was vorgefallen, dauert aber jetzt zu lang hier).

Mein Gatte war sauer dass er sich frei nehmen musste und nicht zurück in die Kaserne konnte.

Da wusste ich, die Ehe ist vorbei.
Sein Betrug den ich Weihnachten raus bekam, war einfach nur noch der falsche Auslöser, weswegen ich ihn raus geschmissen habe.

Und da gab es zahllos mehr als nur das...

Also ja, es gab vieles.
Ihr Vater ist ein Grund, ihr nicht hören können, der nächste Grund.

Aber die Trennung war kein Fluch für sie, es war ein Segen.
Ich hoffe dass erkennt ihr jetzt.

Seitdem er weg ist, ist meine Tochter ein neuer Mensch. Zum positiven.

Sie und ihre Schwester sind dass schönste, wertvollste und größte Geschenk dass ich jemals bekommen durfte.


....

Hab ich was vergessen?

15.04.2020 14:11 • x 4 #43


Mira_

Mira_


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Zitat von PuMa:
Ich schrie nach dem Esel, der lag im Bett. Wollte nicht aufstehen.
Ich hielt meine Tochter im Arm und rief nach ihm. Angepisst kam er ins Bad, stieg über meine ohnmächtige Tochter drüber, ging auf Klo und sagte, ich soll mich wieder ein kriegen. Dann machte er auch ein Kaffee...

Ich bekomme gerade solche Wut im Bauch und gleichzeitig soviel Respekt für Dich.

Zitat von PuMa:
Aber die Trennung war kein Fluch für sie, es war ein Segen.
Ich hoffe dass erkennt ihr jetzt.

Absolut!

15.04.2020 14:48 • x 2 #44


T4U

T4U


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Zitat von PuMa:
Hab ich was vergessen?

Alles gut, Mutz.

Und die beste Tortenbäckerin.

Und manchmal ruft die Seele nach hilfe und wir verstehen den Ruf nicht. Es kann nur besser werden

15.04.2020 16:40 • x 1 #45



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