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Mein Sorgenkind!

PuMa

PuMa

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Ich verfasse diesen Thread, weil ich verzweifelt bin und ich hoffe dass der Thread hier richtig aufgehoben ist.

Es geht in Prinzip um die Beziehung zu meiner großen Tochter.
Sie ist 7 Jahre alt und hat ESE.

Sie befand sich in Therapie, aber nun pausiert sie, da es sie nicht weiter gebracht hat. Ich wollte die Therapeutin wechseln, doch Corona machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Ihre Therapeutin ist nicht schlecht, aber sie schafft es einfach nicht dass meine Tochter mit ihr spricht. Sich ihr anvertraut und öffnet. Deswegen möchte ich es mit jemand anderem versuchen.

Wie dem auch sei, meine Tochter ist oder war schon immer anders. Bedingt durch ihr ESE ist es sehr schwierig mit ihr.

( Es ist ebenso schwierig einen Spezialisten für jenes Defizit zu finden.)

Folgende Dinge könnten ESE bedingt sein, oder eben nicht. Dass weiß ich leider nicht.

- sie versucht immer Regeln auszuhebeln.
- egal was und wie ich ihr etwas sage, als Antwort bekomme ich ein Nein.
- ich versuche ihr Dinge beizubringen, es kommt ein Nein zb in Sachen Hausaufgaben ( sie macht es, aber mit Krampf).
- sie ist respektlos ( dass liegt mir am schwersten im Magen).
. Dass Zu mir, zu ihrer Oma, ihre Schwester. Eben ihren Haupt-Bezugspersonen.

Ich weiß nicht was ich noch tun kann. Bis zur Pubertät ist nicht mehr viel Zeit, und man sagt, bis dahin kann man noch erziehen und dann nicht mehr.

Vieles was sie tut, ist zurück zu führen auf ihr ESE. Dass weiß ich. Aber wirklich alles? Ich weiß es nicht. Vielleicht weiß jemand im Forum etwas dazu, hat einen Rat für mich?!

Ich habe große Angst um sie. Durch ihr ESE ist sie mit sich selbst nicht im reinen. Erst seitdem sie zur Schule geht, fängt sie an, Zugang zu ihren Gefühlen zu finden. Es kommt, Stück für Stück.

Ich habe Angst, dass sie als Teenager abdriftet, wenn sie nicht Hilfe bekommt. Es dreht mir den Magen um.

Sie ist so ein wundervolles Mädchen. Mein ganzer Stolz. Sie ist mein großes Mädchen, so Gefühlvoll, zugleich jedoch hat sie keinen Zugang zu ihren eigenen Gefühlen.
Sie ist etwas besonderes. Hat ein großes Herz und strahlt mit jedem Sommer um die Wette.

Ich weiß nicht wie ich es besser beschreiben kann.

Was würdet ihr tun, gegen Respektlosigkeit, ihre Kontinuierlichen Nein's. ?!

14.04.2020 19:57 • x 3 #1


AllesGegeben30

AllesGegeben30


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Zitat von PuMa:
Ich verfasse diesen Thread, weil ich verzweifelt bin und ich hoffe dass der Thread hier richtig aufgehoben ist. Es geht in Prinzip um die Beziehung zu meiner großen Tochter. Sie ist 7 Jahre alt und hat ESE. Sie befand sich in Therapie, aber nun pausiert sie, da es sie nicht weiter gebracht hat. Ich wollte die Therapeutin wechseln, doch Corona machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ihre Therapeutin ist nicht schlecht, aber sie schafft es einfach nicht dass meine Tochter mit ihr spricht. Sich ihr anvertraut und öffnet. Deswegen möchte ich es mit jemand anderem versuchen. Wie ...


Huhu

Schön, Dich zu lesen, wenn auch wegen eines schwierigen Themas.

Auch wenn ich weder selbst Kinder habe, noch eine Hilfestellung dazu leisten kann, so wollte ich Dir diesbezüglich alles Beste wünschen und hoffe sehr, dass Du eine Lösung findest, möglicherweise auch hier durchs Forum.

Keine leichte Situation.

Fühl Dich gedrückt

14.04.2020 20:03 • x 1 #2



Mein Sorgenkind!

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PuMa

PuMa


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Zitat von AllesGegeben30:
Fühl Dich gedrückt


Dankeschön. Dass ist sehr aufmerksam von dir.

14.04.2020 20:12 • x 1 #3


Löwenherz4


Hallo PuMa,

wurde eine Diagnostik gemacht?

Was hat sie für Hobbies?
Zitat von PuMa:
Erst seitdem sie zur Schule geht, fängt sie an, Zugang zu ihren Gefühlen zu finden. Es kommt, Stück für Stück.

Das ist doch schon mal gut.

Vielleicht kannst du dir ( bis du einen passenden Therapeuten gefunden hast ) Hilfe von einer Beratungsstelle für Erziehung holen.

Ansonsten gibt ihr einen geschützten Raum, aber mit Grenzen.

14.04.2020 20:18 • x 3 #4


Payne

Payne


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Oh je. Ich kann deine Sorgen verstehen.

Nur sone Idee...
Habt ihr ein Haustier? Oder hat sie Zugang zu Tieren? Hund, Pferd?

Eventuell könnte dabei ne Tiergestütze Therapie helfen?
Sie können helfen Zugang zu den eigenen Gefühlen zu bekommen und auch zum Thema Respekt sehr hilfreich sein.
Tiere erwarten nix und akzeptieren einen so wie man ist.

14.04.2020 20:31 • x 4 #5


PuMa

PuMa


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Erstmal, Dankeschön. Ich hatte schon befürchtet, es würde keiner etwas dazu schreiben. Weil das Thema so kompliziert ist.

Zitat von Löwenherz4:
wurde eine Diagnostik gemacht?


Ja, dass SPZ in meiner Stadt hat eine Diagnose gestellt. Deswegen ist sie auf einer Förderschule mit dem Schwerpunkt ESE.

Zitat von Löwenherz4:
Was hat sie für Hobbies?


Sie puzzelt. Eigenartiger Weise, ist dass das einzige was sie "beruhigt".
Und sie ist unfassbar sportlich ( ne das hat sie nicht von mir).
Wie liebt es zu klettern und zu sprinten ( kein Wunder, mit den langen Beinen, bis zum Himmel reichen diese).
Sie geht schwimmen.
Aber das ist ja alles ausgesetzt durch Corona.

Zitat von Löwenherz4:
Hilfe von einer Beratungsstelle für Erziehung holen.


Habe ich schon, ich war bei der AWO. Die waren mir keine große Hilfe. Es war mehr ein, mir Recht geben in allem was ich tue und ein "da wächst sie raus". Mehr kam da nicht bei rum. Sehr zermürbend.

Zitat von Löwenherz4:
Ansonsten gibt ihr einen geschützten Raum, aber mit Grenzen


Dass ist es ja, sobald ich ihre Grenzen aufzeige, steht sie am Rad.

Zitat von Payne:
Habt ihr ein Haustier? Oder hat sie Zugang zu Tieren? Hund, Pferd?


Nein, Allergie bedingt kann ich ihr dass leider nicht bieten.
Wir sind beide Allergiker.

14.04.2020 20:46 • x 2 #6


Payne

Payne


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Mit dem ganzen Corona Mist, ist es aber gerade auch noch schwieriger.
Sport ist gut.
Wenn das alles vorbei ist, vielleicht wäre ein Mannschafgssport gut. Oder auch was in Richtung Selbstverteidigung ne Alternative. Dort spielen Respekt und Grenzen und Regeln eine sehr große Rolle. Eventuell könnte das unterstützen.
Handball, Hockey, Judo, Boxen oder sowas.

14.04.2020 21:02 • x 2 #7


Mira_

Mira_


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Zitat von PuMa:
Bis zur Pubertät ist nicht mehr viel Zeit,

Hallo meine Liebe,
Mach Dir deswegen keinen Stress. Du veränderst Dich mit deinem Kind mit. Wirst Stärken bekommen, die Du vielleicht jetzt nocht nicht hast. Oder glaubst nicht zu haben. Ich hab die Pupertät zweimal ( fast ) durch und ein drittes Mal steht mir bevor.

Zitat von PuMa:
Ich habe Angst, dass sie als Teenager abdriftet, wenn sie nicht Hilfe bekommt. Es dreht mir den Magen um.

Denk nicht darüber nach. Bis dahin ist noch Zeit.

Zitat von PuMa:
Dass ist es ja, sobald ich ihre Grenzen aufzeige, steht sie am Rad.

Versuch Dich davon nicht einschüchtern zu lassen. Auch wenn man Grenzen als Elternteil oft schwer aushält, zieh sie durch. Lass sie nicht Dich erziehen. Auch wenn die kleinen es so oder so tun

Zitat von PuMa:
Sie puzzelt. Eigenartiger Weise, ist dass das einzige was sie "beruhigt".
Und sie ist unfassbar sportlich ( ne das hat sie nicht von mir).
Wie liebt es zu klettern und zu sprinten ( kein Wunder, mit den langen Beinen, bis zum Himmel reichen diese).
Sie geht schwimmen.
Aber das ist ja alles ausgesetzt durch Corona.

Klettert sie gerne auf Bäume?
Kannst Du 3-D-Puzzles besorgen?
Schnapp Dir n Fahrrad und lasss sie rennen, während Du hinterher fährst. Macht das daraus eine Art challenge.
Besorg Dir Boxhandschuhe und lass sie in eine Matratze reinboxen.


Zitat:
Nein, Allergie bedingt kann ich ihr dass leider nicht bieten.
Wir sind beide Allergiker.

Was ist mit Schildkröten? Aquarien?

schau mal hier:

https://praxistipps.focus.de/haustiere-...gnet_96940


Kopf Hoch.

14.04.2020 21:04 • x 6 #8


Löwenherz4


Zitat von PuMa:
Und sie ist unfassbar sportlich

Vielleicht ist der Sportverein (Leichtathletik) was für sie.
Obwohl ein Gruppensport auch gut wäre.

Zitat von PuMa:
Dass ist es ja, sobald ich ihre Grenzen aufzeige, steht sie am Rad.

Nun ja, als Alleinerziehende ist das natürlich doppelt schwer. Kenn ich.
Musst du ja auch alleine aushalten.

Machst du mit ihr auch mal was alleine oder ist das schwierig? (Kletterhalle zum Beispiel)
Wie sieht es mit Geschwisterrivalität aus?





Zitat von PuMa:
"da wächst sie raus".


, sehr hilfreich, echt.

Natürlich wächst sie aus einigem raus. Aus der Hose, zum Beispiel.

Was hast du denn familiär für Ressourcen?

14.04.2020 21:11 • x 1 #9


Zugaste


@PuMa
Was genau löst deine Verzweiflung aus?
Dass sie deine Regeln nicht einhält?

Ich lese aus deinen Zeilen, dass du sie sehr liiiiiieeeeeb hast.

Ich drücke dich mal feste

14.04.2020 21:33 • #10


PuMa

PuMa


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Zitat von Payne:
Richtung Selbstverteidigung


Daran dachte ich schon, habe es versucht, aber die Kurse sind derzeit voll.
Ich versuchec es aber weiter, da auch ich es für sinnvoll halte.

Zitat von Mira_:
Denk nicht darüber nach. Bis dahin ist noch Zeit.


Dass klingt vielleicht verrückt, aber ich denke da so unfassbar oft dran.
Ich will nicht, aber die Zeit vergeht so schnell... Und Schwupps ist sie ausgezogen. Ich hab da echt Angst vor, dass sie älter wird. Ich weiß nicht warum, den bei ihrer Schwester bin ich nicht so. Da bin ich entspannter, freue mich über ihr älter werden. Bei der großen, kriege ich ständig Schnapatmung.
Klingt komisch, ich weiß.

Zitat von Mira_:
Versuch Dich davon nicht einschüchtern zu lassen. Auch wenn man Grenzen als Elternteil oft schwer aushält, zieh sie durch. Lass sie nicht Dich erziehen. Auch wenn die kleinen es so oder so tun


Nicht so einfach wenn die Oma dazwischen funkt und immer es runter spielt, dass alles ihr ESE dran schuld ist...
Und ich ihr 100 Mal erkläre ( sogar mit Hilfe der Therapeutun einst) dass sie trotzdem lernen muss Regeln einzuhalten. Defizit von oder her, ich kann nicht einfach sie "nicht erziehen".
Oder?

Zitat von Mira_:
Klettert sie gerne auf Bäume?


Ja ständig.

Zitat von Mira_:
Kannst Du 3-D-Puzzles besorgen?


Ja, hat sie schon. Alle durch...

Zitat von Mira_:
Schnapp Dir n Fahrrad und lasss sie rennen, während Du hinterher fährst. Macht das daraus eine Art challenge.
Besorg Dir Boxhandschuhe und lass sie in eine Matratze reinboxen.


Ich hab ihr die Möglichkeit gegeben mit meinen Sack zu Boxen. Immer dann wenn sie tun wütend war, dass ging ein paar Tage gut, und dann ließ sie ihre Wut wieder anders raus. Eine Zeit auch an sich selbst..

Zitat von Mira_:
Was ist mit Schildkröten? Aquarien?


Tolle Tiere, aber sind die hilfreich? Es sind nicht gerade Tiere die in Interaktion treten mit Menschen.

I dont know.

14.04.2020 21:52 • x 1 #11


Payne

Payne


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Zitat von PuMa:
Tolle Tiere, aber sind die hilfreich? Es sind nicht gerade Tiere die in Interaktion treten mit Menschen.

Pferde wären super. Sind sehr sehr sensibel und Spiegel der Menschen.
Aber wenn sie auf Pferde auch allergisch ist, geht das leider nicht.

Das mit dem Sport, ja bleib mal dran. Gibt so viele Möglichkeiten, gerade Thema Kampfsport/ Selbstverteidigung.

14.04.2020 22:06 • x 1 #12


Mira_

Mira_


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Zitat von PuMa:
Dass klingt vielleicht verrückt, aber ich denke da so unfassbar oft dran.
Ich will nicht, aber die Zeit vergeht so schnell... Und Schwupps ist sie ausgezogen. Ich hab da echt Angst vor, dass sie älter wird. Ich weiß nicht warum, den bei ihrer Schwester bin ich nicht so. Da bin ich entspannter, freue mich über ihr älter werden. Bei der großen, kriege ich ständig Schnapatmung.
Klingt komisch, ich weiß.

Überhaupt nicht. Mein Großer ist mittlerweile mitte zwanzig. Ich war bei ihm auch total entspannt als er größer geworden ist. Aber bei meinem Pupertier war das anders. Weißt Du woran das lag? Ihr Vater hat sie im Stich gelassen und ich konnte ihren Schmerz nicht stillen. Ich hab ihn Zeitweise nicht mal bemerkt, weil sie vieles mit sich selbst ausgemacht hat.
Sie wird bald ausziehen und ich bekomme wie Du Schnappatmung bei dem Gedanken. ( Meine Puptertiere bleiben bis sie 20 sind Pupertiere )

Zitat:
Ich hab ihr die Möglichkeit gegeben mit meinen Sack zu Boxen. Immer dann wenn sie tun wütend war, dass ging ein paar Tage gut, und dann ließ sie ihre Wut wieder anders raus. Eine Zeit auch an sich selbst..

Wenn sie das wieder hat und Du Angst hast, dass sie immer öfters ihre Impulse an sich auslässt,besorge Dir Gummis. Küchengummis. Die kann sie um das Handgelenk tun und schnipsen. ( Nur für den Fall, dass diese Phase wirklich mal kommen sollte. Dann behalte das im Hinterkopf )
Vielleicht benötigt sie einen Boxsack in ihrem Zimmer. Und wenn es nur für ein Tag ist andem sie sich beruhigen kann. Dann ist dieser Tag, ein guter Tag.

Zitat:
Nicht so einfach wenn die Oma dazwischen funkt und immer es runter spielt, dass alles ihr ESE dran schuld ist...
Und ich ihr 100 Mal erkläre ( sogar mit Hilfe der Therapeutun einst) dass sie trotzdem lernen muss Regeln einzuhalten. Defizit von oder her, ich kann nicht einfach sie "nicht erziehen".
Oder?

blöde Omma ( sorry )
Zitat:
Tolle Tiere, aber sind die hilfreich? Es sind nicht gerade Tiere die in Interaktion treten mit Menschen.

I dont know.

Sie beruhigt sich beim Puzzlen, dann könnte ihr ein Aquarium auch Ruhe verschaffen. Oder ne Schildkröte. Oder eine Eidechse. Wie cool ist denn ne Eidechse. Die Ideen sollen auch nur ein Impuls für Dich sein.

Aber jetzt mal was positives: Sie ist erst sieben. Ich glaube, dass sie einfach in einer echt blöden und intensiven ( durch ihre Diagnose ) Phase ist, die wieder leiser werden wird. Die Pupertät wird vielleicht gar nicht so schlimm. Bei meinen Kids, hab ich sie nicht als schlimm empfunden. Erst als das 18. Lebensjahr eingesetz hat, sind die nochmal für ne kurze Zeit verrückt geworden.
Und normal ist bei uns alles nur nicht wir

Darf ich Dich mal etwas persönliches Fragen?
Hast Du ein schlechtes Gewissen deinen Kindern gegenüber?

14.04.2020 22:47 • x 3 #13


Femira

Femira


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PuMa
ich setze mir hier mal einen kleinen Marker und schreibe morgen. Jetzt in ich zu müde

15.04.2020 00:08 • x 1 #14


Nachtlicht

Nachtlicht


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Zitat von PuMa:
und immer es runter spielt, dass alles ihr ESE dran schuld ist..


Tut mir leid mit der Oma, die schießt dir ja ganz schön quer. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Dass deine Tochter sich schwierig verhält, hat ihr ja die Diagnose erst beschert.... oft ensteht ESE-Förderbedarf aufgrund familiärer Probleme, die mit entsprechendem ungünstigem Erziehungsverhalten der Eltern einhergehen (womit ich dich jetzt nicht kritisieren möchte, aber die Zusammenhänge sind nun mal in der Regel gegeben, auch oder gerade bei besonders wohlmeinenden Eltern die sich mit Grenzsetzung schwer tun). Finde es daher etwas ungewöhnlich, dass nur mit deiner Tochter therapeutisch gearbeitet werden soll, aber du keine vernünftige Beratung bekommst. Ich denke, du solltest da ruhig nochmal beim SPZ anfragen, oder mit den Schulsozialarbeitern reden, oder direkt mit dem Jugendamt. Leider ist es tatsächlich nicht immer einfach, an jemand Kompetentes zu geraten, hast das ja leider schon mit der AWO erlebt, aber den Versuch ist es sicher wert. Wunder können die allerdings natürlich auch nicht bewirken

Zitat von Mira_:
Ich glaube, dass sie einfach in einer echt blöden und intensiven ( durch ihre Diagnose ) Phase ist


Du verwechselst hier mMn wie die Oma Ursache und Wirkung, die Diagnose ist nicht schuld an ihrer Situation, sondern die Diagnose ist die Folge ihrer Situation. Einen ESE-Förderbedarf zu entscheiden ist schon ein ziemlich heftiger Schritt, das macht man nicht aufgrund einer schwierigen Phase, sondern das bedeutet in der Regel dass das Kind in einer normalen Grundschulklasse absolut untragbar ist aufgrund seines Verhaltens (nicht aufgrund seines Intellekts, wie bei Förderkindern mit Schwerpunkt Lernen).

Zitat von PuMa:
sie versucht immer Regeln auszuhebeln.


Das zerrt ganz schön an den Nerven. Dein Kind testet permanent deine Stärke. Es kostet Kraft, wenn das Miteinander kein harmonischer Selbstläufer, sondern ein ständiges Beharren auf alltäglichen Strukturen ist. Regeln sind unerlässlich für ein funktionierendes Miteinander. Wichtig für dich und die Kleine sind dabei klare und einfache, immer geltende Grundregeln, hält sie diese nicht ein, immer wieder darauf hinweisen, auf Einhaltung bestehen, alle Vergünstigungen streichen (Regelverstöße nicht belohnen, indem es trotzdem später dann noch "Zucker", gibt; ohne erfüllte Pflicht gibt es keine Kür. Ohne Erledigung der Hausaufgaben keine Reitstunde am Nachmittag, ohne Zähneputzen kein Süßes, ohne aufgeräumtes Zimmer kein Fernsehen usw.). Du solltest auf Ausnahmen verzichten, damit es wirklich zur Gewohnheit werden kann, dass die Regeln immer gelten. Ich würde diese auch eng mit der Schule abstimmen, z. B. Regeln übernehmen, die sie von dort vielleicht schon kennt.

Zitat von PuMa:
egal was und wie ich ihr etwas sage, als Antwort bekomme ich ein Nein


Das klingt schon nach einem Automatismus. Zerrt auch furchtbar an den Nerven, und lädt zu einem unguten Machtkampf ein, der nur noch mehr schlechte Gefühle beschert, selbst wenn man sich als Erwachsener durchsetzt. Du könntest das Nein freundlich "überhören" und weiter die klare Linie verfolgen, Machtkämpfe vermeiden wenn möglich und solche Auseinandersetzungen eher durch ruhige Beharrlichkeit als durch Aufbrausen und Schimpfen regeln. Oder auch mal etwas erstaunt reagieren, weil es doch so selbstverständlich ist, dass man sich an die Regeln hält, die doch für alle Menschen gelten. Wichtig finde ich auch, dass dein Kind versteht, warum es sich an deine Ansagen halten soll (dazu gleich noch etwas), und dass sie nicht denkt, es geht nur darum wer von euch beiden sich durchsetzt. Regeln sollen also Sinn ergeben.

Zitat von PuMa:
ich versuche ihr Dinge beizubringen, es kommt ein Nein zb in Sachen Hausaufgaben


Auch hier wieder: ohne Pflicht keine Kür, ruhig und klar und beharrlich bleiben.

Vielleicht nimmt es etwas Druck raus, wenn du dir vor Augen führst, dass ihr keine ständigen Sprints gegeneinander machen müsst, sondern dass du einen Marathon mit ihr läufst - es muss daher nicht jedesmal gelingen, dass du dich durchsetzt. Aber wichtig ist, dass du auf der langen Strecke am Ball bleibst. Erfundenes Beispiel: am Abend verweigert deine Tochter das Zähneputzen vorm Schlafengehen, egal was du anstellst, sie "gewinnt" dieses Machtspiel weil du deine ruhige und klare Haltung bewahrst und sie nicht anschreist oder Strafen androhst etc.., du sagst am Ende nur okay, das ist schade denn es ist ja wichtig für deine Zähne sie zu putzen, bringst sie ins Bett. Am nächsten Tag möchte sie Nachtisch, aber du hast den langen Atem und das gute Gedächtnis... leider hat sie ja am Vortag nicht die Zähne geputzt, da kann man nicht riskieren zuckerhaltige Speisen zu sich zu nehmen, aber sonst könnte sie natürlich gern vom Pudding essen... okay ist ein einfaches Beispiel aber ich denke das Prinzip wird klar: Regeln sind nicht dazu da, dass du sie mit Macht durchsetzt, Regeln sind auch nicht von dir erfunden um das Kind zu drangsalieren, sondern Regeln sind sozusagen eine "höhere Instanz" die zum Wohlergehen wichtig sind und du als Mutter hast eben die Aufgabe, deinem Kind diese Regeln beizubringen, aber es geht nicht darum, damit Macht über das Kind auszuüben - Macht ist oft ein Thema für solche Kinder - vielleicht kannst du es langfristig hinkriegen, dass ihr beide sozusagen auf der "selben" Seite der Regeln steht und dass diese nicht dazu da sind um Leute zu ärgern, sondern um Kinder und auch Erwachsene vor Ungemach zu schützen. Ich hoffe es ist einigermaßen verständlich, was ich auszudrücken versuche.

Zitat von PuMa:
sie ist respektlos ( dass liegt mir am schwersten im Magen).
. Dass Zu mir, zu ihrer Oma, ihre Schwester. Eben ihren Haupt-Bezugspersonen.


Da die Oma das ja anscheinend gut findet und noch fördert, kann sie sich die Respektlosigkeiten ja weiterhin gefallen lassen. Du musst das jedoch nicht. Auch hier rate ich zu einer ruhigen aber klaren Haltung - behandelt dein Kind dich respektlos, stellst du deine Bemühungen um ein harmonisches Miteinander ein. Eine respektlose Behandlung kann durchaus zur Folge haben, dass du unmittelbar das Gespräch oder die gemeinsame Situation beendest (mit entsprechender ruhiger, freundlicher aber eindeutiger Ansage). Spannend wird das, wenn du damit eine Situation beendest, in der deine Tochter eigentlich deine Hilfe benötigt, also z. B. wenn sie dich respektlos behandelt während du ihr gerade hilfst (Hausaufgaben o. ä.) und du kannst mal herausfinden, wie sie damit umgeht, wenn du ihr dann aufgrund ihres Verhaltens die Unterstützung in diesem Moment nicht mehr zuteil kommen lässt und sie plötzlich alleine mit Mathe klar kommen muss, nachdem sie zuvor gelernt hat, dass es ohne erledigte Hausaufgaben keine Trainingsstunde im Sportverein und auch keinen Nintendo am Abend mehr gibt (ohne Pflicht keine Kür)

Letztlich ist das eine Sache, die man im Erwachsenenleben ja auch können muss: begreifen, dass das eigene Verhalten Konsequenzen hat, die teilweise echt unangenehm werden können - für einen selbst. Das kann man seinem Kind am besten vermitteln, wenn man es diese Konsequenzen spüren lässt, und zwar indem man die Konsequenzen logisch folgen und für sich selbst sprechen lässt. Man kann das sehr unaufgeregt und wohlwollend tun, das ist nicht nur nervenschonender, sondern auch noch ungleich effektiver, als sich in Machtkämpfen und Streitereien zu verausgaben.

So, hoffe das war jetzt nicht zu sehr am Thema vorbei, aber das ist mir erstmal spontan zu deinem Thread in den Sinn gekommen.

Übrigens - die Oma ins Boot holen wäre natürlich äußerst hilfreich. Wobei mir auch völlig klar ist, dass das wahrscheinlich schwieriger ist als das Kind auf Kurs zu kriegen

15.04.2020 01:31 • x 7 #15



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