Zitat von Trirunner:Du bist soundso ein Phänomen. Auf der einen Seite bist du traurig wegen deinem Ex, ist ja nicht lange her. Auf der anderen Seite, hast du in dir schon die Bereitschaft zu flirten, und jemanden süß zu finden.
Ja, das ist wohl so... Ich bin ein sehr ambivalenter Mensch mit sehr vielen Facetten und Gefühlen. Ich glaube, das genau macht es auch schwierig, "den Richtigen" zu finden.
Zu Hause bei mir herrscht derzeit das Chaos, in den freien Minuten liege ich viel herum, denke nach, weine, schaffe es immer noch nicht, mein Tagebuch weiterzuschreiben, weil es für mich so unfassbar ist, dass es vorbei ist, weil mir die Nähe so fehlt, weil ich ihn liebe, ich so gut in seine Arme passte, er so gut gerochen hat, wir viel Spaß miteinander hatten, ähnliche Werte und Ziele hatten (dachte ich zumindest, aber war wohl gelogen) und ich ihn immer noch bei mir fühle. Ich mache mir wahnsinnig den Kopf über die Ursachen, über mich, über mein Leben. Da bin ich ein ernsthafter, nachdenklicher Typ mit ner wahnsinnigen Platte an Gedanken, die ja hier auch schon User sagen wir mal "ungewöhnlich" fanden.
Sobald ich aber meine Haustür hinter mir schließe, bin ich stark und ich fühle mich wirklich glücklich und lebensfroh. Ich spiele das nicht, ich fühle es. Besonders wenn ich zum Tanzen rausgehe, habe ich sehr viel Spaß und vergesse alles um mich herum, konzentriere mich nur auf meinen Körper, die Schritte, ggf. auf mein Gegenüber, den Rhythmus der Musik und es tut soooo gut. Ich stelle mir das ähnlich vor wie Meditieren @arjuni . Vorgestern und gestern Abend habe ich nur einmal an ihn denken müssen, an andere Männer sowieso gar nicht. Seit ich zu Hause bin, ist er wieder sehr viel in meinem Kopf und im Herzen sowieso.
Ich glaube, die Männer, die mich im Internet kennen lernen, lernen eher Typ 1 "die Ernsthafte" kennen und die Männer, die mich im Reallife kennen lernen eher "Typ 2" wie ein Freund von mir sagte "die Tanzmaus", "den Schmettering". Ich ziehe keine Männer an, die beides kennen lernen und die beides mögen. Und sobald ein Mann dann die andere Seite erfährt/sieht, dann ist er weg. Beide Typen finden mich in den ersten Monaten richtig toll. Aber dann... Der Internettyp (meine erste große Liebe), der das nachdenkliche, ernsthafte, intellektuelle, belesene Mädchen mag, denkt sich nach der ersten Party, dass es ihn nervt, dass ich so extrovertiert bin, mit vielen Männern rede und tanze. Das hat mir meine letzte große, lange Liebe immer mal wieder vorgehalten. Und der Partytyp (mein letzter Ex) ist vollkommen überfordert, wenn ich mit Ängsten um meinen Vater oder allgemeinen Gedanken zum Leben, zur Liebe, zu Menschen anfange. O-Ton: "Jetzt muss ich zu Hause erstal nachschlagen, was die Wörter bedeuten, die du benutzt hast." Oder: "Gegen deine Gedanken helfen auch meine Tabletten."
Und einige haben ja auch gesagt bzw. gefragt: Wie kann man denn planen, dass man ein Jahr keine Männer kennen lernen will? Wenn ich rausgehe, lerne ich Männer kennen. Im Schwimmbad, im Supermarkt, vor der Haustür meiner Freundin in der Innenstadt und auf Parties sowieso. Die letzten Abende haben mir drei Nachrichten von unterschiedlichen Männern auf Facebook eingebracht, weil ich meine Nummer nicht herausgegeben hab, und das, obwohl ich nicht hübsch bin. Gar nicht. Ich mag mich, aber ich bin eher ein total durchschnittlicher Typ. Und ich tue nichts dazu, ich suche gar keinen Blickkontakt, ich mache nicht den ersten Schritt, ich bin einfach nur da, tanze, habe Spaß. Und ich weiß jetzt ja nicht, ob ich sie lieben könnte, wenn ich sie näher kennen lernen würde. Das weiß ich ja erst, wenn ich mir Zeit nehme und ihnen die Chance gebe. Und das mache ich jetzt nicht, weil ich nicht das Gefühl habe, dass das jetzt was werde würde, weil ich gar keinen anderen als ihn gerade will, weil ich erstmal wieder zu mir kommen muss. Das ist meine viel kritisierte "Jahresplanung". Ich will erstmal nur bei mir sein, weil mir die letzten Erfahrungen so weh getan haben. Und deswegen habe ich mich auch weiterhin nicht im Internet irgendwo angemeldet, obwohl ich es zunächst vorhatte. Ich möchte jetzt einfach erstmal nur mit meinen Leuten mein Leben genießen und den Schmerz und den Verlust richtig verpacken.
Ich glaube tatsächlich, dass die Menge an Männern, die zu mir passt, so gering ist, dass es wie ein Sechser im Lotto wäre, den Richtigen zu finden.
Was ich aber gerade toll an mir finde, ist, dass ich jetzt nicht einfach weiter mache, dass ich mir bewusste eine Pause nehme von ernsthaftem Kennenlernen. Das mache ich zum ersten Mal seit dem Scheitern meiner großen Liebe vor nun bald drei Jahren. Ich habe seitdem immer weiter gemacht, aber jetzt reicht es. Jetzt lebe ich einfach und suche nicht mehr.
(Kann sein, dass ich morgen was anderes schreibe, weil ich einen Einbruch habe. Gerade fühlt es sich aber verdammt richtig an.)
Danke, dass ich bei euch meine ganzen Gedanken loswerden kann. Das tut mir so gut

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