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Meine Borderline Partnerin hat mich verlassen, was nun?

PapaEmeritus
@Arnika

Ich sehe das eben anders. Diese Grandiosität und Anspruchshaltung sind der Ausgangspunkt, das hat der Mensch auch nicht erlernt usw, das ist seine feste Überzeugung. Aber wie gesagt, nur meine Meinung 🙃. Hier geht es ja aber auch um Borderline. Und da spielen ja scheinbar eher negative Affektivität und fehlende Impulskontrolle eine Rolle. Interessant finde ich, dass es im ICD-11 Borderline als eigene Diagnose anscheinend gar nicht mehr gibt. Man bewegt sich immer mehr weg von diesen starren Bildern. Was am Ende wahrscheinlich auch realistischer ist.

• #331


Arnika
@PapaEmeritus Naja, wenn du auf die Welt kommst, bist du noch kein Narzisst. Oder jeder ein großer, wie mans nimmt. Zwinkerndes Gesicht

Ich bin aber bei dir, mich persönlich interessiert es auch nur bedingt, warum ein Gestörter so wurde, wie er wurde. Das hilft mir ja nix.

Schwere frühkindliche Misshandlung ist oft der Grund, warum sich das Gehirn biologisch so fehlentwickelt. Die Amygdala wird durch den chronischen Stress in der Kindheit dauerhaft geschädigt und bleibt im Alarmmodus stecken, weil sie eben noch nicht voll entwickelt ist. Da schaltete sich erwachsene Vernunft und Impulskontrolle also nie wirklich ein. Zu glauben, man könne eine physische Veränderung des Gehirns wegwischen, weil man die Ursache kennt, ist biologischer Unsinn. Die Beschädigung der Hardware bleibt ja dennoch weiter bestehen.

Also was hilft mir das als Partner?Genau nix. Eher im Gegenteil, weil das natürlich die Retter-Komplexler erst recht anfüttert.

Zudem wird es natürlich auch für Manipulation benutzt. „Ich schreie oder schlage oder weine so extrem oder strafe dich mit eiskaltem Schweigen, oder was auch immer mir in meinen Schaden am nächsten kommt, um dich zu bestrafen, weil du etwas gemacht oder nicht gemacht hast und wie konntest du nur. ich bin ja so arm, siehe Kindheit.“

Wenn du dich auf das Spiel mit der Mitleidsnummer einlässt, hast du sowieso schon verloren. Und das Paradoxe ist, tust du es nicht, wertet es der BL als Distanz, Amygdalla feuert -und schaltet wieder das Hirn aus. Da kannst nur verlieren.

• x 1 #332


A


Meine Borderline Partnerin hat mich verlassen, was nun?

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PapaEmeritus
Zitat von Arnika:
Ich schreie oder schlage oder weine so extrem oder strafe dich mit eiskaltem Schweigen, oder was mir immer mir in meinen Schaden am nächsten kommt, um dich zu bestrafen, weil du etwas gemacht oder nicht gemacht hast und wie konntest du nur. ich bin ja so arm, siehe Kindheit.“


Genau. Und dieses Verhalten ist eigentlich der Inbegriff von Antagonismus. Und das ist tatsächlich auch einer der „Traits“, die im DSM-5 bei Borderline usw. auftritt. Das war mir zB neu.

Und natürlich kommt niemand als Narzisst oder als Borderliner auf die Welt, aber mMn eben mit den Grundzügen, die bestimmtes Verhalten probabilistisch machen. Grandiosität, Anspruchshaltung, fehlende Impulskontrolle, negative Affektivität und eben Antagonismus.
Ist aber im Endeffekt alles egal. Warum mich jemand abwertet und mit schweigen bestraft ist mir total egal. Das Problem ist, dass er es überhaupt macht.

• x 2 #333


Arnika
Zitat von PapaEmeritus:
Genau. Und dieses Verhalten ist eigentlich der Inbegriff von Antagonismus. Und das ist tatsächlich auch einer der „Traits“, die im DSM-5 bei ...

Eben. Vielleicht hilft es zu wissen, dass der eben nicht anders kann. Und vor allem, nicht anders können wird.

Wenn BL lernen, leiser aufzutreten, fällt ihnen eben was Leises ein, dich fertigzumachen - und sind so noch gefährlicher, weil das durchschaust du schwieriger und suchst die Schuld bei dir selbst, als wenn einer brüllt und mit dem Küchenmesser droht.

• x 2 #334


PapaEmeritus
@Arnika

Sehe ich ähnlich. Die können dann ihre Form von Gewalt noch besser und gezielter einsetzen. Das ist tatsächlich nicht mal weit hergeholt, sondern man sieht das sogar in der Praxis. Aber egal, es geht ja auch nicht darum, diese Menschen als Monster darzustellen, sondern eher um eine realistische Betrachtung. Und diese Theorien, dass da IMMER eine Verletzung oder Trauma oder sonstwas dahintersteckt, ist mMn viel zu einfach und zu kurz gedacht. Hat aber eben was beruhigendes. Wenn man das heilt, wird der Mensch gut. Die andere Sichtweise wäre da tatsächlich unbequemer.

• x 1 #335


Arnika
@PapaEmeritus Kann angeboren auch sein. Aber auch bei sch… Kindheit. Alle meine Liebe und mein Verständnis bringen trotzdem kein Hirnareal meines Partners zum Wachsen. Wenn ich das glaube, bin ich der Narzisst mit Größenwahn und nicht der andere.

• x 3 #336


PapaEmeritus
@Arnika

Sehe ich ähnlich. Wenn das „Startmaterial“ schon „fehlerhaft“ ist, kann man da kaum was machen. Ich hab das bei mir schnell gecheckt. Ich bin durchaus in der Lage, Menschen entgegenzukommen, Verständnis zu zeigen, Empathie zu haben, Kooperation, Kompromisse , mich selbst nicht zu wichtig zu nehmen etc. Manchmal bringt tatsächlich auch Offenheit, Humor, unkompliziertes Verhalten etwas. Du weißt, was ich meine, einem Menschen eben einfach ein gutes Umfeld schaffen.
Hat nicht nur nichts gebracht, sondern alles nur noch schlimmer oder zumindest nicht besser gemacht. Heute denke ich sogar, dass das bis zu einem gewissen Maß sogar ein Nährboden dafür war. Und mir war dann irgendwann klar, wenn meine Art das nur anfeuert, wird noch mehr davon das sehr wahrscheinlich nicht löschen. Muss man akzeptieren.

• x 3 #337


Arnika
@PapaEmeritus Da hast du eine gesunde kluge Einstellung. Denn das ist ja auch der Nährboden, das ist ja das wirklich Tragische und schwer Begreifbare daran. Wenn Nähe (neben Distanz) die fehlerhafte Amygdalla in extreme Alarmbereitschaft versetzt, sind deine Empathie und Fürsorge ja der Zündschlüssel. Da drehst du dich im Kreis des Wahnsinns, egal, was du machst. Weshalb auch viele Partner von BL irgendwann in der Klapse landen.

Und die Empathielosigkeit des BL macht dich endgültig fertig. Wobei BL in der Theorie oft sehr empathisch sind und Stimmungen gut lesen können, nur in der Praxis dann eben auch nicht, weil wenn du der bedrohliche Feind mit dem „Anschalter“ für den absoluten Katastrophen-Alarm im Kopf bist, und zwar eigentlich egal, was du tust, wird auch die Empathie ausgeschaltet als Überlebensinstinkt.

Klar, wer hat schon Empathie und Mitgefühl mit dem Weißen Hai, wenn er hinter dir her ist. „Der hat halt auch seine Bedürfnisse und bemüht sich dafür“, denkst du dir vielleicht sicher eingemummelt vorm TV, aber in der Todespanik der Gefahr garantiert nicht mehr. Zum Glück, wenn du da lang abwägen würdest und versuchen, den Weißen Hai empathisch zu verstehen, bist du Fischfutter.

Deshalb sollte man da realistisch sein. Du bist nicht der sichere Hafen, sondern der Weiße Hai, den die BL zwar haben will, aber kommst du nahe, setzt automatisch der präfrontale Kortex aus und schaltet um auf rudimentäres Fight or Flight. Da stehst auf verlorenem Posten.

• x 2 #338


Arnika
@PapaEmeritus Ich habe mich auch deswegen mit BL so intensiv beschäftigt, weil sie eine der schwersten, paradoxesten, vielschichtigsten und damit auch interessantesten Persönlichkeitsstörungen ist - und ein unglaublicher Spiegel. Psychische Störungen sind, wie ich oft betone, eben ansteckend.

Während naturgegebenermaßen schon beim BL die Vernunft durch seine unterentwickelten Hirnareale aussetzt, setzt sie mit einem BL beim gesunden Gegenüber da ja auch aus. Man kann einen unheilbaren Hirnschaden nicht mit eigenem Verhalten, offenen Gesprächen oder Willenskraft wegzaubern. Und während dem BL Nähe Angst macht, macht einem gesunden vernuntsbegabten Menschen die Nähe zu einem BL Angst - aber hier, wenn der präfrontale Kortex funktioniert, wie er soll wie bei dir - und nicht umgekehrt.

Der Gesunde kann nämlich sehr sehr viel leichter seine Vernunft einschalten und sein Verhalten dahingehend anpassen, dass er eben die Finger davon lässt. Erwartet aber oft ausgerechnet von dem mit dem Hirnschaden, dass der das kann und für ihn übernimmt.

Faszinierend.

• x 3 #339


PapaEmeritus
@Arnika

Verstehe was du meinst. Ich hatte da auch mal ne Phase, da wollte ich unbedingt wissen, wie so ein Mensch tickt. Unabhängig davon ob BPS, NPS oder ne andere Cluster B Geschichte. Dann kam noch die Dunkle Triade dazu, und irgendwann landet man beim sogenannten D-Factor. Ich bin in meinem Fall dem Mensch ja auch irgendwann davon gelaufen, weil ich das alles nicht mehr ertragen hab. Ich hab das tatsächlich ne Weile bereut, aber nicht weil ich den Menschen wieder wollte, sondern weil ich eher wissen wollte, wie das Experiment weitergeht. Total verrückt eigentlich, und inzwischen weiß ich, dass da nix anderes mehr gekommen wäre. Inzwischen empfinde ich dieses Verhalten auch als absolut banal, vorhersehbar und tatsächlich auch langweilig. Solche Menschen sind für mich einfach nur eine Last, die oft genau die Merkmale beim Gegenüber ausnutzen, die einen Menschen in meinen Augen überhaupt erst liebenswert machen. Wer denen helfen will, oder denkt, er kann mit noch mehr Liebe und Verständnis was erreichen, go for it. Für mich wirft man da immer mehr Licht in einen Ort, wo nur Dunkelheit existiert.

• x 3 #340


Arnika
Zitat von PapaEmeritus:
@Arnika Verstehe was du meinst. Ich hatte da auch mal ne Phase, da wollte ich unbedingt wissen, wie so ein Mensch tickt. Unabhängig davon ob BPS, ...

Absolut. Es ist sogar ziemlich vorhersagbar. Man nehme die BL-Mutter einer guten Freundin von mir.

Solang sie noch ganz klein war, zeigte diese ein relativ stabiles Verhalten: Klar, die absolute Symbiose und Verschmelzung sind ja der Traum und beruhigend, das Baby ist abhängig und kann nicht weg, man hat die absolute Kontrolle über Nähe und Distanz. Ergo: Idealisierungsphase. Das funktioniert nur nicht mehr, sobald das Kind eigenständig wird und einen eigenen Willen entwickelt. Das ging soweit, dass die auszuckte, weil die Kinder einen anderen Geschmack entwickelten als sie. Also: „Was, du magst Tomaten, kann nicht sein, du bist ja ein Teil von mir.“ Woraufhin sie sich in ihrer „Logik“ in die Vorstellung reinsteigerte, die Kinder wären von einem Dämon besessen, weil sonst würden sie ja auch keine Tomaten wollen 🤦‍♀

Da sieht man, was passiert, wenn der präfrontale Kortex gemindert funktioniert und dann durch die neue Distanz des Kindes vollkommen aussetzt. Die Kinder sind ein Teil von ihr, sie kann nicht Schuld sein und auch nicht die Teile von ihr, also bleibt nur noch: vom Teufel besessen. Manchmal auch psychisch schwer krank, je nach Phase. Klassische BL-Abwertung, und sie ist nicht Schuld.

Das ist absolut vorhersehbar, nur ob sie ihren Kindern den Teufel oder eine Krankheit andichtet oder beides oder nur wegen Ungehorsam bestraft, um die „Flausen auszutreiben“, das ist dann jeweilige individuelle Geschmackssache.

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Ein psychisch vollkommen stabiler Mensch geht dauerhaft keine feste Partnerschaft mit einer BL ein. Der zieht eher früher als später die Reißleine Weil es eben schon biologisch nicht möglich ist, eine stabile Beziehung mit einem BL zu haben, die treiben ihr Umfeld - und ganze Generationen - in den Irrsinn.

Die wahre Faszination liegt am Ende damit eben auch nicht beim BL – dessen Verhalten ist durch die kaputte Gehirn-Biologie im Grunde vollkommen logisch und vorhersehbar. Die wahre Faszination liegt beim gesunden (oder vermeintlich gesunden) Partner, der sehenden Auges seine eigene Vernunft opfert, um in einer permanenten Schleife aus Hoffnung und Enttäuschung zu verharren. Und/oder dem Irrsinn dann ewig nachtrauert.

• x 3 #341


PapaEmeritus
@Arnika

Ja, irgendwann ergibt das eben alles keinen Sinn mehr, denn das Verhalten basiert ja auch darauf, widersprüchlich zu sein, beim Gegenüber ne gewisse Dissonanz auszulösen. Das war tatsächlich das erste, was mir aufgefallen ist. Ergibt alles keinen Sinn. Man sucht dann natürlich erstmal nach einem Sinn, die Widersprüchlichkeit ist für mich aber kein Zufall, sondern oft der Motor bei diesen Persönlichkeitsdimensionen. Und da muss man dann eben irgendwann auch mal die Fakten gegenchecken, ob das noch Sinn ergibt. Und wenn man sieht, dass solche Menschen sich immer so bewegen, dass man ja nicht gewinnt, weiß ich was Phase ist. Ob der Mensch das aufgrund seiner Verdrahtung, seiner Gene, irgendwelcher Erfahrungen so macht, ist mir tatsächlich egal. Wenn mir jemand auf die Schnauze Hauen will, frage ich den auch nicht erst nach seiner Kindheit, sondern bringe mich in Sicherheit.

• x 1 #342


Arnika
@PapaEmeritus Naja, es macht schon in seiner Dichotomie des Wahnsinns Sinn, weil wenn Nähe und Distanz Katastrophe bedeutet, ist halt jede zwischenmenschliche nähere Beziehung zum Scheitern verurteilt. Was ja auch alle Studien belegen. Zumindest, wenn man den Faktor Zufriedenheit und nicht nur irgendwie aushalten einbezieht.

Und dann hast halt selber einen ziemlichen Vogel (wie starke Verlustangst zB), dann bringst du dich damit eher vorher um, landest eben in der Klapse- und wirst am Ende des Tages ohnehin vom BL verlassen, weil auch er den Druck nicht ewig aushält.

• x 1 #343


PapaEmeritus
@Arnika

Ja, jeder Mensch, der einigermaßen ein stabiles Selbstbewusstsein plus Selbstwert hat, kann da nur davon laufen. Ich verstehe aber, warum Menschen oft lange in sowas bleiben, ich war bei mir sogar erstaunt, dass ich vergleichsweise „schnell“ die Reißleine gezogen habe. Grundsätzlich bin ich von meiner Persönlichkeit tatsächlich eher dafür prädestiniert in sowas zu bleiben.

• x 1 #344


Arnika
Zitat von PapaEmeritus:
Wenn mir jemand auf die Schnauze Hauen will, frage ich den auch nicht erst nach seiner Kindheit, sondern bringe mich in Sicherheit.

Da hat dann wohl doch die Vernunft und Selbstliebe gesiegt.

Und das Zitat bringt es auf den Punkt. Ein Soziopath hatte auch keine schöne Kindheit, das zu wissen bringt mir aber für mein angewandtes Leben keinen Vorteil, wenn der mich mit der Axt verfolgt.

Es gibt ja auch noch bittere Schicksale, zB als Lepra noch unheilbar war. Da sagt ja auch kein normaler Mensch, der kann ja nichts dafür und hat auch gute Seiten, lass uns doch kuscheln und schmusen. Verfaul ich halt mit dir, meine Liebe wird uns schon heilen, wenn ich nur lang genug leidend bei dir ausharre.

• x 3 #345


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