Strandweib
Gast
Eine kurze Beschreibung von mir:
Ich bin weiblich, knapp über 30. Meine Freunde kennen mich humorvoll, quirlig, manchmal etwas frech und aufbrausend.
Jetzt zum Thema:
Meine liebe Mama ist Anfang 2014 schwer erkrankt, doofer Krebs.
Meine Gefühlswelt war auf einmal durcheinander, ich war traurig und melancholisch, zutiefst deprimiert und wirklich down.
In dieser Zeit habe ich meinen Mann kennen gelernt. Gefallen hat mir seine nüchterne und trockene Art. Ich habe sie gemocht in dieser Zeit, seine Art. Er konnte mir so den nötigen Halt geben, den ich dringend gebraucht hatte, als es mir den Boden unter den Füßen wegzuziehen drohte, als meine Mama verstarb.
Wir haben recht schnell geheiratet, im Mai 2015. Die "Trauerbrille" trug ich noch, also hat noch alles gepasst.
Mittlerweile ist die Trauer überwunden, die Brille und der Grauschleier ist weg, ich bin fast wieder die alte von früher, humorvoll, flippig usw.
Nur sehe ich jetzt vor mir den Mann, den ich im "Normalzustand" niemals (ok, sag niemals "nie") kennengelernt, geschweige denn geheiratet hätte. Er ist das genaue Gegenteil von mir. Humorlos, in meinen Augen behäbig und träge. Ich finde Humor sehr sehr sehr wichtig. Genau wie gute Kommunikation. Man stelle sich einen Tischtennisball vor, der immer wieder neu angespielt wird und returniert wird. Immer mal wieder.
Kann jemand nachvollziehen, wie es mir jetzt geht?
Liebe Grüße, das Strandweib
Ich glaub in so einem Ausnahmezustand macht man oft irrationale und unüberlegte Dinge. Du warst da in tiefer Trauer und ihr wart da in einer ähnlichen Gemütslage, was die Trägheit und Trockenheit betrifft. Du hast es in dem Moment gebraucht. Du hast ihn gebraucht. Vielleicht ging es auch zu schnell mit euch. Aber was genau ist heutzutage nicht "schnell"?