Zitat von Wollie: Wieso kann man nicht vorher darüber reden, anstatt die Familie und Ehe so aufs Spiel zu setzen ?
Das kann verschiedene Gründe haben.
Es wird versucht, das Problem anzusprechen, aber das Gegenüber hört weder hin, noch zu. Weil eben dauernd etwas Anderes wichtiger ist.
2. Es wurde bereits geredet, aber geändert hat sich nichts.
3. Der Punkt "Ich fühle mich vernachlässigt" wird von Vielen als herbe Kritik aufgefasst und führt zu Abwehrverhalten. Schließlich arbeitet man ja für die Familie, wie undankbar von ihr, und außerdem ist man selbst auch nicht gerade glücklich mit der Situation. Ergebnis: Das Ansprechen des Problems hätte sie sich sparen können.
4. Ein wesentlicher Punkt im Vernachlässigtwerden ist ja gerade, dass das Gegenüber nicht spürt, dass etwas in der Ehe fehlt. Allein das ist verletzend, wünscht man sich doch einen Partner, der genug Sensibilität mitbringt, um zu registrieren, was Sache ist.
5. Das Gefühl des Vernachlässigtseins kann man sehr schwer in verständliche Worte packen.
6. Man macht sich angreifbar. Derjenige, dem etwas fehlt in einer Beziehung, sitzt immer am kürzeren Hebel.
Die Schuld dem Ausbrecher zu geben, ist zwar gängige Praxis, aber führt in den meisten Fällen nur zu noch mehr Auseinanderdriften. Wenn nämlich der Ausbrecher das Gefühl bekommt, den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen und ihm praktisch die Schuld am eigenen Vernachlässigwordenseins gegeben wird, dann meldet sich eines Tages vielleicht der Gedanke: Moment mal. So nicht.