Zitat von stream: Ich hab in mein Leben schon oft gesehen, dass Menschen die ich kenne ihren Partner immer wieder verziehen haben und trotzdem sie wurden immer wieder ausgenutzt.
Weil sie verziehen haben, also die äußere Handlung abgenickt haben, vielleicht innerlich grollend, weil sie zu unsicher sind, sich dem anderen ausgeliefert fühlen, keine Ahnung haben, wie sie das stoppen könnten,...,...,
Hätten sie den Weg der Vergebung genutzt, dann hätten sie Stopp sagen können und 'so nicht mehr' . Oder sie hätten andere Optionen gehabt - da sie sich innerlich von der Last und Bürde der Aktionen ihres Partners befreit hätten. Mit der Vergebung ist wieder Klarheit im Kopf vorhanden, da das Gift raus ist. Man kann dann freier entscheiden ob man neu versuchen möchte oder ob das nix mehr wird, weil man selber xyz verstanden hat.
Lediglich verzeihen / drüber wegsehen / ignorieren ist manchmal hilfreich, manchmal schädlich.
Und wie einige aufmerksame Leser bemerkt haben, für mich sind diese beiden Begriffe "Vergeben" und "Verzeihen" nicht identisch. Kann auch anders interpretiert werden. Mir hilft es, diese zu unterscheiden.
Beispiel: jemand nimmt ständig Geld aus dem Schrank.
Verzeihen - du willst mit der Person unbedingt zusammen bleiben, verzeihst Zähneknirschend immer wieder. Der innere Groll wächst an.
Du gehst den Weg der Vergebung, akzeptierst die Schwäche, Tendenz des Charakters und Menschlichkeit des anderen. Damit ist dir frei gestellt, ob du weiterhin mit der Person zusammenbleiben möchtest oder nicht, je nachdem wie du andere Dinge gewichtest. Aber du weißt und akzeptierst um die Tat und legst dein Geld nicht mehr in den Schrank.
Ist der Betrag so hoch und Zeugen vorhanden, kannst du evtl Klage auf Rückzahlung stellen. Denn Vergebung ist ein innerer Prozess, der die Taten des anderen im Außen n i c h t entschuldigt, ungeschehen sein läßt oder plötzlich ungültig werden läßt. Es ist deines, wie du dann damit umgehst. Alles ist offen und möglich. Jetzt halt deine Entscheidung.
Super wäre natürlich wenn die andere Person ihr Handeln einsehen würde. Käme beiden entgegen.
Also, nur weil ich einen inneren Reinigungsprozess durchlaufe und damit emotional wieder ok werde
ist weder die Tat inkl Konsequenzen des anderen weggewischt
die Frage nach 'Schuld' unverändert
der Preis vom Täter nach wie vor einzufordern möglich oder wichtig (ua evtl für dessen Prozeß der Erkenntnis)
und so weiter
Unrecht bleibt Unrecht im Außen
aber du stehst dann viel ruhiger daneben, bist frei zu gehen oder aber auch frei zu bleiben.
Ist Groll in einem, fühlt man sich gedemütigt und ausgeliefert, dann hat man nicht die Vielfalt der eigenen Möglichkeiten im Blick. Dann drehen sich die eigenen Gedanken nur um den anderen oder dessen Tat(en).
Ist schon ein großer Unterschied, den Vergebung einem gibt.