Zitat von Ferrismachtblau: Unsere Streits waren schon immer ein bisschen "drüber", was an den Traumas lag, die, glaube ich wir beide aus der Kindheit haben...Und in den letzten Jahren waren diese Streits einfach nur noch enttäuschend, zermürbend, verletzend, auszehrend, hoffungslos...die Versöhnungen immer oberflächlicher... wir haben echt viel gestritten, viel zu zuviel...insofern wäre eine neue Sicht aufs Thema Streit gut für uns gewesen,
Zitat von Ferrismachtblau: Da frage ich mich bei Dir manchmal, wie es sein kann, dass du noch so lange so intensiv trauerst ? Bereust du die Entscheidung nicht eingewilligt zu haben ? Oder steht das Ende dieser Beziehung noch in einem anderen Kontext, also zb dass das einen Wendepunkt in deinem Leben markiert, also zb der Übergang zum Älterwerden an sich zb ? Oder ist das einfach eine Typfrage ?
Zitat von Heffalump: Jede Trennung ist anders und nicht jede Beziehung basiert auf guten Menschen. Nicht das ich glaube, Mirandaa hatte n Tox als Partner, aber Trennungen von solchen Wesen - schwerer sind, weil man anders verbunden war - als Beispiel
Zitat von Ferrismachtblau: Schon witzig, als ich 14 war, warst du 17.. hättest mich bestimmt ignoriert, weil ich zu jung war
Dachte, du wärst 5 Jahre jünger
🙄 Ja, unser Schulsystem hat tiefe Spuren hinterlassen. Indem man die früher reifenden Mädels mit den hinterherentwickelnden Jungs in einer Gruppe (zur sogenannten horizontalen Gleichaltrigen-Orientierung) zusammenpresst, kann man gleichermaßen bei den Mädchen wie auch den Jungen großen lebenslangen Schaden anrichten. Alles natürlich wieder rein zufällig...
(nachdem das Einfügen der Zitate am Handy gerade misslungen, nervig und nicht korrigierbar ist, geht's jetzt unsortiert weiter
🙄 )
Ja eben, die viel gehypten Streits richten eben selbst sich summierenden Schaden an, vor allem ist nicht zu unterschätzen, welche alten Trigger losgetreten werden, wenn man plötzlich verbaler Gewalt, Lautstärke, Angriffen, Verletzungen, gefühltem Verrat etc. ausgesetzt ist. Es holt dann eben wie Katharina Klees beschreibt, die alten Monster auf den Plan. Man befindet sich wieder auf dem Schlachtfeld der Kindheit. Die Liebe, das Vertrauen sterben natürlich.
Ich denke, mit zunehmenden Wiederholungsschleifen resigniert man eher, schottet sich ab, verliert mit zunehmendem Alter auch die Energie für diesen Stress, weiß, dass es eh nirgendwohin führt. Abnehmende Streitereien können also durchaus einen "negativen" Hintergrund haben. Die Energie wird aber lediglich "verschoben", sie ist nicht weg.
Mein Vater liebte es, Loriot zu zitieren. Er antwortete meiner Mutter nicht, er sprach nicht mit ihr, er zitierte nur die zutiefst sarkastischen vermeintlich lustigen Sprüche von Loriot. Damit kann man allerdings eine Rest-Beziehung genauso gezielt totschlagen, wie einst die Fliege an der Wand mit dem zusammengerollten Arbeitsvertrag im Film "Rosenkrieg".
Warum trauere ich noch. Hm. Also 5 Monate nach 5 Jahren intensiver Beziehung finde ich jetzt nicht zu lange. Ich trauere "auch", aber nicht Vollzeit
😉 Ansonsten bin ich mit meinem psychischen Grundgerüst zugange und das hat einiges an Schwachstellen, die nun vollkommen zutage treten. Damit muss ich mich jetzt auseinandersetzen.
Da ich derzeit nicht warm wechsele, vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben, spricht nicht nur dafür, dass ich älter, reifer, genesener bin, sondern definitiv dafür, dass die letzte Beziehung nicht so toxisch gewesen sein kann. Meine Erfahrung ist nämlich, je toxischer, umso schlimmer die Nachwirkungen, umsö stärker der Kleber (umso mehr alte Knöpfe wurden gedrückt, die man eigentlich so bemüht unten gehalten hatte, die aber alle gleichzeitig aufploppen).
Also ja, du kannst beruhigt sein, jeder hat einen sehr sehr individuellen Trauerverlauf, genau, wie auch alles andere sehr sehr individuell abgelaufen ist.
Man sagt, keine einzige Sache wiederholt sich auf diesem Planeten in identischer Art und Weise.
Das sollte man auch immer im Hinterkopf behalten, wenn man von Erfahrungen anderer hört und um Ratschläge bittet.
Allerdings ist die Schwarmintelligenz häufig schlauer, als das eigene vernebelte Denken
🙄