Papi
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Für all das habe ich eigentlich gedacht, ich öffne in mir ein grosse Schublade und fülle alles da rein was schlimm ist und meine eigenen Schmerzen betrifft:
- Seit Jahren nicht mehr geliebt zu werden aber nie ein Wort drüber verloren zu haben, im Gegenteil, immer wieder ewige Liebe erzählt zu bekommen
- Monatelanger Betrug, der sich vor meinen Augen abspielte, ich es ahnte, aber immer abgestritten wurde.
- Der Schmerz, dass sie ihr altes Leben inklusive mir einfach hinter sich lassen kann und es nicht den Anschein macht, dass sie dem nachtrauert
Diese Schublade sollte zubleiben bis zu dem Zeitpunkt wenn alles geregelt ist, um sie dann anzugehen und mir die Zeit zum Trauern zu nehmen. Und jetzt merke ich langsam, meine Taktik funktioniert nicht mehr lange. Ich merke täglich wie ich es kaum noch schaffe diese Schublade zu zuhalten. Es drückt und zwar gewaltig.
Es geht mir wohl wie den meisten von euch nach der Trennung die hier sind. Unglaube, Unverständnis, so viele Fragen die unbeantwortet sind. Das Gefühl sie durchzurütteln dass sie wach wird und merkt was sie tut.
Und dann noch das Gefühl, dass ich doch eigentlich um sie kämpfen müsste, dies aber nicht tu, da ich weiss, sie ist im Kopf schon weg und da gibt es nichts zu kämpfen drum.
Ich schaffe es nicht diese Schublade zuzuhalten. Am schlimmsten ist es abends wenn dann mal alle schlafen , was bei den Kindern grade bis gegen Mitternacht geht. Erstens weil sie Ferien haben, aber ich glaube auch bei Ihnen kreist es abends im Kopf und äussert sich dann durch diverse kleine "Problemchen", die sie traurig machen...! Dann sitze ich alleine da, trinke momentan meine 2 B. und einen Cola-Whiskey und warte darauf irgendwann so müde zu sein, endlich einzuschlafen. Wenn ich dann nach viel zuwenig Schlaf morgens wach werde, ist es jeden Morgen wie im Film "50 First Dates". Ich habe fast täglich das Gefühl es erschlägt mich und brauche immer einige Minuten zum realisieren, es ist kein böser Traum sondern böse Realität.
Ich hoffe dieser Zustand geht irgendwann vorbei. Nur befürchte ich, es wird schlimmer. Ihr Auszug steht in 4 Wochen bevor, bis dahin ist es für mich und besonders für die Kids wohl noch surreal, da sich zuhause vieles noch unverändert anfühlt.
Momentan bin ich wieder an einem Punkt, wo mir dir Kraft ausgeht, besonders mit dem Wissen, was noch ansteht.
Ich war gestern spontan zum Hausarzt, er war super und hat mir noch gleichentags gestern ein Erstgespräch bei einer Therapeutin organisiert. Sie war gut und verständnisvoll, ich habe viel erzählt, habs aber nicht geschafft, die Schublade mit den Emotionen etwas zu öffnen. Wohl aus Schutz, da ich grade Angst habe, was dann rauskommt und ich es vielleicht nicht mehr schaffen könnte, stark zu bleiben. Nächste Woche habe ich das nächste Gespräch, ich werde mich jetzt durch sie durch diese Zeit professionell begleiten lassen und hoffe, ich schaffe es, die Schublade etwas können offen zu lassen, damit sie nicht platzt und völlig zerberstet.
Da ja viele von euch Ähnliches durchmachen oder durchgemacht haben, ich bin um jeden Tipp froh, wie ich es besser schaffe, da hindurch zu gehen. Für meine Kinder da zu sein und gleichzeitig nicht selbst zugrunde zu gehen.
Dank euch.

Siehst du!