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Meine Verarbeitung

JuXhi

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26.02.2015
Mir geht es gut… Mir geht es gut… Mir geht es gut… Mir geht es gut…
Und rede ich es mir noch so häufig ein. Geht es mir wirklich gut? Ich habe Sie verloren. Meine Traumfrau. Vielleicht ist dieser Begriff falsch gewählt. Ich bin nicht dumm und auch kein Kind mehr. Ich habe mehrere Freunde die schon durch Trennungen gegangen sind. Ein Großteil von Ihnen nannte die damalige Freundin „Traumfrau“. Die meisten von ihnen sind schon wieder in einer neuen Beziehung. Und wieder betiteln sie ihre neue Freundin „Traumfrau“.
Ist es wirklich so leicht? Dieser Verzweiflung die ich zurzeit empfinde… Wird sie sich irgendwann auflösen? Werde ich sie irgendwann anschauen können ohne noch das Geringste zu empfinden? Ich bezweifle es. Es wirkt alles noch so nah. Unser letzter Kuss… Unsere letzte Umarmung… Unser letztes Gespräch. Und doch ist das alles nun vorbei.
Wie soll sich ein Mensch an eine Lebenssituation gewöhnen die ihm aufgezwungen wird. Die nicht aus der freien Entscheidung heraus entsteht. Wie soll man sich selbst mit der aufgezwungenen Lebenssituation identifizieren, sich selbst wieder erkennen? Bedarf es einfach Zeit? Jeden Tag einen kleinen Schritt voran und bloß nicht stolpern?
Ist es vielleicht einfach nur menschlich, eine Beziehung, die unerwartet beendet wurde, zu idealisieren? Ist es vielleicht sogar ein Problem des Männlichen Geschlechts das Gefühl zu entwickeln ungenügend zu sein? Es ist schon merkwürdig. Unsere Beziehung war nicht perfekt. Eine Trennung war vielleicht sogar absehbar. Und trotz dessen habe ich Blauäugig nach vorne geschaut und mir Gedacht: „Wir kriegen das schon wieder hin… Irgendwie!“
Mein Selbstwertgefühl nach der Trennung war im Keller. Wie konnte sie mit mir Schluss machen? Mit mir? Habe ich nicht alles für sie getan? Nicht so vieles für sie geopfert? WIE kann sie es wagen MICH zu verlassen?
Arrogant. Ich weiß. Und doch sind mir diese Phrasen durch den Kopf geschossen, ungebremst, unaufhaltsam. Ich habe mich nicht mehr wieder erkannt. Wer bin ich?
Ist es normal, dass man sich im Laufe einer Beziehung anfängt sich mit dieser und durch diese zu identifizieren oder ist es der erste Schritt des Versagens. Ist es ein Fehler, dass die Beziehung für einen selbst irgendwann zur Selbstverständlichkeit wird und man die Feinheiten und Schönheiten an ihr nicht mehr wahr nimmt?
Folgt daraus, dass wenn sich plötzlich alles verändert, man gezwungen wird die Gewohnheiten abzulegen, da es einen Bruch in der Beziehung gibt, man beginnt sich nur noch an diesen Feinheiten einer Beziehung zu ergötzen? Man das Schlechte an einer Beziehung vergisst und nur noch den Gewohnheiten die nun plötzlich schwinden hinterhertrauert?
Es ist allgemein bekannt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Veränderungen fallen uns schwer. Plötzlich einen Menschen nicht mehr sehen zu dürfen, den man doch vor einer Woche noch jeden Tag gesehen hat ist unvorstellbar. Wird der Schmerz schwinden, oder wird er sich lindern, wenn man sich an die neuen Gegebenheiten angepasst hat und diese zur Gewohnheit werden?

27.02.2015
Mir geht es nicht gut. Aber ich schöpfe Hoffnung. Nicht aus ihr. Sie hat mich blind und ungebremst in eine Situation geworfen die ich nicht ertragen möchte. Ich betone möchte. Ich denke jeder Mensch ist fähig sich durch eine solche Situation zu kämpfen. Niemand zerbricht wirklich daran. Oder doch? Ich hoffe, dass ich stark genug bin irgendwann mit erhobenem Kopf aus diesem Dilemma heraus zu stolzieren. Doch wie lange dauert so etwas.
Acht Woche… Acht so schwere Wochen liegen jetzt schon hinter mir. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, dass es mir mal gut ging. Oder will ich das einfach nicht? Möchte ich mir einreden, dass ein Leben ohne sie nicht von Bedeutung ist? Möchte ich mir einreden, dass die Beziehung und die Liebe zu ihr so unendlich stark waren, dabei waren sie es gen Ende gar nicht mehr? Ist es etwa der Besitzanspruch, den man seinem Partner auferlegt? Du gehörst mir! Nur mir! Und doch entscheidet sie wem sie gehört. Wir entscheiden wem wir gehören. Und das ist nun mal ganz klar: Wir gehören uns selbst.
Ist es schwachsinnig zu gestehen, dass ich mich schuldig fühle, wenn ich Spaß habe? Gestreng dem Motto: Wie kannst du nur Spaß haben! Sollte es dir nicht schlecht gehen? Hast du nicht eben erst den Menschen verloren, der dir neben deiner Familie der wichtigste war? Ich sollte mich schämen…
Wenn man die Situation analysiert und aufhört nur auf das zu achten, was einen gerade nahe geht und was einen beschäftigt… Geht es mir dann wirklich schlecht? Oder will ich das nur? Will ich sie so sehr vermissen weil es sich ebenso gehört?
Meine Welt ist in sich zusammengebrochen. Ich muss aufhören die Trümmer zu begutachten und anfangen eine neue Welt zu erschaffen. Eine Welt ohne sie. Meine Welt. Eine Welt die allein aus meiner Vorstellungskraft entsteht… Mir wurde der Glaube genommen, dass gleich die erste Frau die ich treffe meine Frau fürs Leben sein wird. Wir haben uns zusammen Häuser angeschaut und über Kinder gesprochen, doch all das ist nun nichtig. Nicht mehr von Bedeutung in der Welt die ich mir erschaffen sollte.
Jede Pore meines Körpers wehrt sich dagegen. Ich will sie zurück. Jetzt. Auf der Stelle. Doch will ich das wirklich? Könnte ich einem Menschen meine Liebe und mein Vertrauen schenken, der mich erst vor acht Wochen einfach so hat sitzen lassen? Ja? Zurzeit glaube ich das schon. Zurzeit gehe ich noch davon aus, dass meine Liebe unendlich, unzerstörbar ist. Doch sie schrumpft. Schrumpft wie der Glaube an die Unzerstörbarkeit meiner Liebe. Gibt es für uns eigentlich noch Hoffnung? Wird sie irgendwann zu Vernunft kommen?
Ich versuche mir einzureden, dass sie zurzeit einfach nur ihre Freiheit braucht. Sie zurückkommen wird, wenn die Möglichkeiten der Ablenkung erschöpft sind. Wenn sie endlich versteht, dass ich das Beste bin was ihr je passiert ist. Doch langsam schleicht sich ein Gedanke in meine Fantasie ein. Ein Gedanke fantastischer als all die anderen… „Es ist vorbei. Und sie kommt nicht mehr zurück.“

27.03.2015 15:31 • x 3 #1


JuXhi


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28.03.2015
Immer noch schlägt mein Herz unregelmäßig… Nicht durchgehend… aber immer mal wieder. Immer wenn ich etwas sehe, dass mich an sie erinnert. Ich will sie nicht verlieren. Wieso stoppt niemand diesen grotesken Traum und weckt mich auf. Wieso will sie nicht mehr bei mir sein. Bin ich einfach nicht genügend? Habe ich versagt? Versagt in zweierlei Hinsicht. Einerseits, dass sie aufhörte mich zu lieben und andererseits, dass ich sie nicht zurückgewinnen kann? Wir haben jetzt eine Woche lang nicht mehr miteinander geschrieben. Sie fehlt mir. Fehlt mir so sehr… Ich schaffe es einfach nicht meine Emotionen abzulegen, dabei bin ich doch ein Logisch denkender Mensch. Unsere Beziehung war nicht perfekt. Aber das Grundmanifest der Liebe war gegeben. Oder nicht? Hat sie schon, unbemerkt von mir aufgrund meiner Ignoranz, Abstand genommen? Waren wir einfach nicht füreinander bestimmt?
Wieso hatte unsere Beziehung so viele Gegner… Meine Familie, mein bester Freund. Alle sagen mir, dass es einfach nicht mehr Perfekt war. Es lief das erste Jahr wunderbar, jedoch hat das im zweiten Halbjahr nachgelassen. Ich habe viel investiert in diese Beziehung. Viel… und doch eventuell zu wenig?
Ich habe akzeptiert, dass sie ein Arbeitsverliebter Mensch ist. Habe es hingenommen, dass sie Montags-Sonntags von 8-22 Uhr gearbeitet und wir nur wenig Zeit für uns hatten. Doch diese Zeit hat mir gereicht. Zusammen einschlafen… Sie küssen… Ihr sagen, wie sehr ich sie doch Liebe. Und sie hat es erwidert. Ich will nicht ohne sie. Ist das Kindisch? Sollte ich es einfach akzeptieren, ausschalten, mein Leben wieder in die eigene Hand nehmen, es gestalten und kreieren und das ganz ohne sie?
Unvorstellbar…
Trotzdem habe ich heute Nacht das erste Mal seit langem von einer anderen geträumt. Nichts von Bedeutung. Die Tochter des besten Freundes meines Vaters. Sie ist hübsch, intelligent und auch wirklich nett. Und doch… wie soll ich anfangen jemand anderen zu Daten oder wirklich intensiv über ein wir nachzudenken, wenn meine Welt nicht befreit ist von der Last der vergangenen Liebe. Geht das überhaupt?
Ich weiß es nicht. Mein Vater sagte mir jüngst, dass ich zurzeit einfach gern leide und er es nicht verstehe. Er wüsste, dass die Beziehung zu meiner Ex auch in meinen Augen nicht perfekt sein konnte. Sie ist kein Familienmensch, ich schon. Mit fünf Geschwistern aufgewachsen liebe ich die Nähe zu meiner Familie. Für sie als Einzelkind war es sehr schwer sich zu integrieren. Und ich gestehe… Die letzten Monate unserer Beziehung hat sie sich sehr von meiner Familie distanziert.
Trotz dessen… Es ist so schwer ihr nicht zu schreiben. Sollte ich ihr schreiben, dass ich sie immer noch Liebe und das alles für mich weiterhin einem schrecklichen Traum gleicht? Ich war immer eine so starke Persönlichkeit. Ich wollte nie, dass jemand sieht oder hört, dass ich leide. Ich darf ihr nicht schreiben. Sie will Abstand und ich sollte den Abstand auch für mich wahren. Vielleicht wird alles irgendwann wieder normal. Vielleicht auch nicht. Die Frage ist doch… Was ist für mich Normalität? Mit oder ohne sie?

28.03.2015 12:34 • x 1 #2


JuXhi


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28.03.2015 2. Teil
Mich übermannt es wieder. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit. Ich weiß nicht wohin mit mir. Ich werde mich heute Abend zwingen zu einer Feier eines guten Freundes zu gehen. Habe ich da Lust drauf? Nein. Ich bin gerade wieder an einen dieser berühmten Tiefpunkte gelangt. Wie soll ich es aushalten, ohne sie? Wie soll ich heute Abend und generell in der Öffentlichkeit so tun als ob es mir blendend ginge? Natürlich, ich bin keine Selbstmordgefährdete Person. Solche Gedanken sind mir bisher nicht gekommen. Ich habe es in Erwägung gezogen mich ab sofort jede freie Sekunde in mein Bett einzurollen und zu hoffen, dass es irgendwann wieder von alleine besser geht. Zudem habe ich Angst Alk. zu trinken. Was ist, wenn mich die Leichtsinnigkeit des betrunkenen Verhaltens dazu überredet ihr zu schreiben? Mich die Kontaktsperre missachten lässt und mir den fantastischen Gedanken in den Kopf hämmert: „Wenn ich ihr schreibe wird alles wieder.“
Generell bin ich ein Kritiker der Kontaktsperre. Wenn ich ihr nicht schreibe und sie nicht daran erinnere, dass ich noch lebe, ist es für sie dann nicht viel einfacher mich zu vergessen? Eine gute Frage. Ich habe mich Stunden lang mit ihr auseinandergesetzt. Natürlich erleichtere ich ihr durch eine Kontaktlosigkeit das Verdrängen. Aber! Wenn sie mich durch eine einfache Kontaktsperre vergessen kann, ist die Beziehung dann nicht sowieso für alle Ewigkeit gegessen? Halte ich zurzeit an etwas fest, dass sowieso schon sein Ende gefunden hat? Sollte ich aufhören mich mit dem Thema auseinanderzusetzen? Kann ich das denn überhaupt? Ich bezweifle es…
Natürlich habe ich mir schon überlegt wie lange ich das hier fortsetze. Das Dokumentieren meiner Gefühle. Solange wie es mir hilft? Oder solange bis aus einem Text voller Verzweiflung ein Schimmer der Hoffnung auf ein Happy End wird. Ich weiß, dass es mir hilft meine Gefühle festzuhalten. Ich frage mich ob es irgendwann anderen helfen wird zu verarbeiten. Und wird es dem Leser dann nicht helfen zu wissen, dass jede Bergabfahrt auch wieder Bergauf gehen wird? Wird sie das überhaupt? Ist es vollkommen normal, dass ich daran Zweifle irgendwann wieder glückliche Empfindungen verspüren zu können?
Ich hasse sie nicht. Dabei sollte ich das. Sie hat mit mir gespielt… Sie hat mich verlassen weil sie seit angeblich vier Monaten nicht mehr wirklich glücklich mit mir war. Doch mit mir darüber gesprochen oder es sich anmerken lassen hat sie es sich nicht. Dann hat sie mir drei Wochen lang erzählt, dass sie mich noch liebt. Dass sie wieder mit mir zusammen kommen möchte. Und schließlich hat sie es komplett beendet. Auf keine nette Art und Weise.
„Ich glaube ich kann mit dir nicht mehr glücklich werden. Aber ich weiß, dass ich es irgendwann bereuen werde weil ich mir nicht 100% sicher bin.“
Wollte sie mich am Haken halten. Hofft sie darauf, dass ich warte bis sie bereut? Kann sie sich überhaupt vorstellen, dass ich derjenige bin der irgendwann komplett abschließt? Ich liebe sie. Und diese Empfindung wird nicht schwächer. Etwas los zu lassen das man selbst noch liebt. Ist das überhaupt möglich oder geschieht das erst wenn man sich selbst neu verliebt und das Herz für die neue Liebe Platz machen muss?

28.03.2015 16:35 • #3


Blouwtia


Zitat von JuXhi:
28.03.2015
Ich will sie nicht verlieren. Wieso stoppt niemand diesen grotesken Traum und weckt mich auf. Wieso will sie nicht mehr bei mir sein. Bin ich einfach nicht genügend? Habe ich versagt? Versagt in zweierlei Hinsicht. Einerseits, dass sie aufhörte mich zu lieben und andererseits, dass ich sie nicht zurückgewinnen kann? Wir haben jetzt eine Woche lang nicht mehr miteinander geschrieben. Sie fehlt mir. Fehlt mir so sehr… Ich schaffe es einfach nicht meine Emotionen abzulegen, dabei bin ich doch ein Logisch denkender Mensch. Unsere Beziehung war nicht perfekt. Aber das Grundmanifest der Liebe war gegeben. Oder nicht? Hat sie schon, unbemerkt von mir aufgrund meiner Ignoranz, Abstand genommen? Waren wir einfach nicht füreinander bestimmt?


Hallo JuXhi, du sprichst mir aus der Seele. Ich fühle mich aktuell genauso wie du. Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir, dass du es überstehst.

28.03.2015 16:49 • x 1 #4


JuXhi


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29.03.2015
Alles in allem war der Abend schön. Ich hatte Spaß und musste nicht allzu oft an sie denken. Doch wie prognostiziert kam dann mit einem gewissen Promille stand der Zusammenbruch. Ich sollte einfach nicht mehr trinken. Ich habe ihr geschrieben. Nichts wirklich Bedeutendes. Hey, wie geht’s? Ganz gut und dir? Na ja, ich werde wohl nach Kassel ziehe. Kassel ist doch schön! Wieso sind wir eigentlich so selten zusammen feiern gegangen? Ich weiß nicht was ich damit erreichen wollte. Hat es sie überhaupt zu interessieren, dass ich nach Kassel ziehen werde? Nein… Eigentlich nicht. Sie hat mir mit dem Beziehungsende ganz klar gezeigt, dass sie meine Belange nicht weiter interessieren.
Ich hätte ihr noch mehr geschrieben. Wenn ich ganz ehrlich bin habe ich schon in Gedanken einen Text formuliert, der ihr zeigen sollte wie sehr ich sie noch liebe und wie falsch der Weg ist den sie geht. Als ich zuhause ankam hatte ich facebook schon geöffnet und angefangen zu tippen. Doch mein bester Freund hat mich davor gerettet. Wie als ob er nur darauf gewartet hatte, dass ich in Skype online komme um mich dann direkt anzurufen und mir zu sagen „Lass das!“
Ich ließ es. Ich bereue es nur ein wenig. Eigentlich sollte ich glücklich sein. Wieso wollte ich ihr überhaupt mein Herz ausschütten… Schon wieder. Reicht es nicht langsam? Kann ich nicht endlich aus diesem Jammertal herausfinden und wieder anfangen zu leben. Ist mir das einfach nicht möglich? Gefällt mir vielleicht sogar die Situation zu leiden… Halte ich so sehr an ihr fest weil dies das einzige ist was mir noch von ihr geblieben ist? Wäre es nicht für immer vorbei wenn ich aufhören würde Tag für Tag über sie nachzudenken? Sabotiere ich meine Genesung, da ich sie eigentlich gar nicht herbeisehne? Habe ich mich in den Gedanken verliebt eine Zukunft mit ihr zu haben, mein Leben um diese Gedanken aufgebaut und jetzt versuche ich mich selbst davor zu bewahren ein neues Leben starten zu müssen?
Ich habe ihr heute Morgen geschrieben. Ihr gesagt, dass es für mich vielleicht mal an der Zeit wird Flügge zu werden und mich eigentlich auf Kassel freue. Hoffe ich damit wieder mit ihr in Kontakt treten zu können? Dass zwischen uns alles wieder anfängt wie es damals angefangen hat? Ich habe die Kontaktsperre gelöst. Ich erkenne mich nicht wieder. Bin ich wirklich so schwach. Muss ich mir einen Hammer schnappen und mir einprügeln, dass es einfach vorbei ist? Schaffe ich es einfach nicht aus freien Stücken auf Distanz zu gehen?
Ich habe mich gefragt ob ich vielleicht süchtig bin. Nicht süchtig nach ihr. Süchtig nach der Liebe. Halte ich nur an ihr fest, weil noch niemand neues in mein Leben getreten ist? Ich weiß einfach nicht was mit mir los ist. Als ich meinem Vater erzählt habe, dass ich mich wie ein Versager fühle weil ich es nicht schaffe sie zurückzuerobern meinte dieser nur, dass ich das noch nicht wissen kann. Sich ein „Gott bewahre“ konnte er sich nicht verkneifen. Auch er ist der Meinung, dass sie nicht meine eine fürs Leben ist. Ich denke er ist ihr sogar ziemlich dankbar Schluss gemacht zu haben. Er mochte sie nicht. Meine Schwestern mochten sie nicht. Meine Mutter mochte sie nicht. Okay, vielleicht ist das falsch ausgedrückt. Persönlich hatten sie nichts gegen sie. Sie mochten den Gedanken nicht, dass sie eventuell für immer an meiner Seite stehen würde. Mein Vater ist sich sogar sicher, dass ich gar nicht so für sie empfinde wie ich es gerne würde. Ändert das etwas an meiner derzeitigen Verfassung? Leider nicht…

29.03.2015 13:40 • #5


toomuchpain


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Akzeptieren.. Nicht grübeln, nachdenken. So einfach es sich sagen lässt so schwer ist es umzusetzen, jedoch hilft es sehr. Sich einfach sagen: Es ist vorbei, trauere. Aber nicht ewig. Steckte vor einem Monat in der selben Situation. Sie verließ mich nach 4 Jahren vom einen auf den anderen Tag. Die ersten Wochen ware ca. so wie du sie beschrieben hast. Aber was ich immer zu sagen Pflege: Sieh zu, dass du deinen Kopf wieder einschaltest. Lass nicht dein Herz Herr über deinen Körper sein, das macht es, wie du siehst, nur noch schlimmer. Je Älter man wird, desto besser ist der Verstand, also nutze ihn. Denk rational. Trauere, aber in angemessenem Maße. Manchmal (zwei Monate ist die Trennung nach langem hin und her nun vorbei) überkommt es mich einfach und ich weine. Aber damit muss nach ein paar Minuten schluss sein. Dann musst du dir wieder sagen: komm wieder an Start! Lenk dich ab, denk nicht so viel nach, unternimm was und tritt dir bitte in den Ar. oder lass dir in den Ar. treten

Edit: Mein Kumpel sagte mal zu mir: ,,Es haben 1000 vor uns überlebt und es werden noch 1000 nach uns überleben." -Kann ich nur bestätigen. Gib dir Zeit, der Rest kommt von allein.

29.03.2015 14:14 • x 1 #6


JuXhi


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30.03.2015
Ich lache wieder. Natürlich habe ich das auch die letzten Monate getan. Aber jetzt fange ich wieder an aus vollem Herzen zu lachen. Das meiste ist Schwachsinn… Doch habe ich langsam aber sicher das Gefühl, dass es mir besser geht. Jeden Tag einen kleinen Schritt nach vorne. Klar! Ich vermisse sie noch. Ich würde viel dafür geben sie wieder in meine Arme schließen zu können. Sie küssen zu dürfen. Trotzdem… ich weiß, dass ich anfangen muss mein eigenes Leben zu leben.
Mein bester Freund hat mir gestern etwas gesagt was mich bewegt hat. Was mich zum Nachdenken geführt hat. „Natürlich schaffst du es nicht abzuschließen. Bevor du aufhörst sie zu lieben musst du wieder anfangen dich zu lieben. Dir muss klar werden, dass die Liebe zu dir persönlich genügt. Natürlich fühlt sich dein Ego grade angeschlagen an… Du wurdest verlassen. Akzeptiere das endlich und lebe wieder nur für dich.“
Habe ich verlernt mich selbst zu lieben? Habe ich mich wie schon beschrieben über sie definiert? Hat mich die kindliche Vorstellung an die ewige Liebe dabei noch unterstützt? Ich bin so naiv gewesen. Ich dachte ich wäre einer dieser Leute die mit 22 ihre große Liebe kennen lernen und für immer mit ihr zusammen bleiben.
Was ich mich frage… Wenn eine Beziehung auseinander geht, hat dann vorher schon etwas nicht gestimmt und man hat es aus Selbstschutz und eventueller Selbstverleugnung einfach ausgeblendet? War sie vielleicht einfach nicht die eine… und hätte ich es mit einem klaren Blick auf die Dinge nicht selbst erkennen können? War ich einfach nur geblendet von meinen Hoffnungen… so sehr geblendet, dass ich es einfach nicht erkannt habe? Nicht erkannt habe, dass die Beziehung zum Scheitern verurteilt war? Wieso sagt mir eben das jeder…
Ich fühle mich trotz diesen Erkenntnissen hilflos. Wie mein Freund sagte. Mein Leben fühlt sich zurzeit einfach nicht erfüllt an. Ich kann mir nicht mehr vorstellen nur mit mir zu leben. Nur für mich. Habe ich mich so daran gewöhnt zu teilen und jemanden zu haben dem ich „Ich liebe dich sagen kann“? Ich weiß mich nicht zu beschäftigen. Ich spiele zurzeit gerne. Fifa. Oder sonst was. Ich wohne in einem kleinen Ort, viele Freizeitbeschäftigungen gibt es hier nicht. Und während meiner Beziehung hat sich mein soziales Umfeld verkleinert. Ich bin mir sicher, alle die, die damals schon mit mir gegangen sind es wieder tun, wenn ich sie nur fragen würde. Doch mache ich es nicht. Ich suhle mich lieber in meinem Schmerz. Ein Schmerz an dem ich nur festhalte weil ich auf eine Rückkehr ihrerseits hoffe. Weil ich bereit sein will sie wieder empfangen zu können. Weil ich noch nicht fertig sein möchte wenn sie erkennt, dass sie mich noch liebt. Und das es ohne mich nicht geht.
Selbstzerstörerisch. Wie nennt man so etwas sonst? Über die Maßen Arrogant? Tief in mir glaube ich, dass sie zurückkommen wird. Dass ihr das alles zu schnell gegangen ist und sie zurzeit einfach ihre Freiheit ausleben will die sie bei mir eventuell vermisst hat. Und doch ist es sehr gut möglich oder eher gesagt sehr wahrscheinlich, dass sie einfach weiter gezogen ist. Was ist nun intelligenter? Ein Leben aufzubauen, das auf einer Hoffnung basiert? Oder wieder anzufangen zu leben und das ganz ohne sie. Ich bin Romantiker. Und ich glaube, dass für jeden Menschen die richtige Person existiert. Man muss sie nur finden. Habe ich so eine Angst vor der Suche, dass ich mich vor ihr drücke? Ist mir denn nicht klar, dass eine Person die mit mir Schluss gemacht hat nicht die Richtige sein kann?

30.03.2015 15:02 • #7


JuXhi


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31.03.2015
Ich bin müde. Müde des Wartens. Und gereizt. Nicht ansprechbar. Einfach aggressiv. Ich habe gestern beinahe eine Stunde mit meinem Vater geredet. Über sie. Über mich. Über mein Leben. Er ist offen der Vorstellung gegenüber, dass sie eventuell zurückkommen könnte. Er ist sich nur ebenso sicher, dass mein Verhalten und das was ich jetzt tue ihre Entscheidung nicht beeinflusst. Ich solle nicht warten. Nicht hoffen. Sondern einfach leben. Ich gebe zu. Ich habe Angst. Angst die richtige gehabt und verloren zu haben. Immer noch. Aber es wird weniger und vielleicht ist das der Grund der mich so wütend macht. Ich will sie nicht vergessen. Mir nicht anfangen ein Leben ohne sie auszumalen und doch tue ich es auf meine Art und Weise. Die Momente werden länger in denen ich nicht an sie denke und der Alltag der von Gedanken an sie geschmückt ist wird kürzer. Eventuell wird der Alltag zu den Momenten und die Momente zum Alltag. Und doch wehre ich mich noch mit allen Mitteln dagegen. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben. Ich will weiter an ein Happy End glauben.
Ich habe meinen Vater gefragt, wieso sie wohl Schluss gemacht hat. Er vermutet, dass ich ihr einfach davon gelaufen bin. Dass der Auszubildende Bankangestellte näher an ihr dran war als ein Abiturient und Student. Dass sie sich eventuell untergraben und nicht mehr vor mir gesehen hat. Und das sie eine Person sein will die die Nase immer vorne hat. Dass es sie gestört hat, dass ich etwas was sie nicht geschafft hat mit einer Leichtigkeit bewältige, die sie sich kaum vorstellen kann. Ist es möglich, dass mein Ziel zu studieren um irgendwann genug zu verdienen um uns beiden ein schönes Leben bereiten zu können sie abgeschreckt hat? Ist es überhaupt möglich, dass man wegen so etwas eine Beziehung beendet? Ich zweifle daran, aber es ist die einzig plausible Erklärung.
Heute Morgen habe ich mit der Freundin meines Bruders geredet. Sie arbeitet zusammen mit ihr. Erfahren habe ich, dass meine Ex Freundin jetzt eine neue Wohnung hat und alleine lebt. Zudem soll sie zugelegt haben. Ich weiß nicht ob der Gedanke daran, dass sie zunimmt mich glücklich macht. Eigentlich nicht. Es ändert nichts an meinen Gefühlen. Mir ist es egal wie sie aussieht, ob sie dicker wird oder so bleibt wie sie war. Ich liebe sie und werde sie weiter lieben. Die Freundin meines Bruders ist sich sicher, dass meine Ex-Freundin zurückkommen wird. Dass sie sich irgendwann im Juni meldet und mich fragt ob ich mit ihr essen gehen möchte. Gerade so als wäre nichts passiert. Als könnten wir bei null anfangen. So ist sie nun mal. Das ist ihre Meinung. Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Ich hoffe sie kommt zurück, aber glaube ich das? Und will ich das dann überhaupt noch? Zurzeit würde ich alles dafür geben. Aber wenn ich zurückdenke, wie ich kurz nach der Trennung empfunden habe und das meinem jetzigen Empfinden gegenüberstelle ist sie schon jetzt in Ferne gerückt. Und jetzt noch einmal acht Wochen durchs Land streifen lassen… Ist es möglich, dass ich dann schon nicht mehr an ihr interessiert bin? Dass das idealisieren aufgehört hat? Dass ich mich ihr gegenüber schlussendlich verschlossen habe?
Ich weiß es einfach nicht. Ich will sie zurück. Ich will, dass sie mir jetzt schreibt und nicht erst in acht Wochen. Ich will, ich will, ich will. Doch wollen ist nicht das was nun den Ausschlag gibt. Wie mein Vater sagte. Ich muss mein Leben fortsetzen, ohne sie. Ob sie zurückkommt oder nicht obliegt nicht meinem Willen, sondern dem ihren.

31.03.2015 16:52 • #8


JuXhi


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01.04.2015
Sie hat mich heute angeschrieben, wir waren zusammen essen und wollen es wieder miteinander versuchen! April… April… Ein recht schlechter April Scherz vor allem weil es dem entspricht was ich immer noch empfinde. Ich kann einfach nicht von ihr lassen, sowie der Dro. nicht von seinen Dro. lassen kann. Vielleicht war es ein guter Ratschlag meine Gedanken und meine Gefühle über sie mal eine Zeit lang nicht auszusprechen. Sie nicht durch das Reden über sie näher zum Scheinwerferlicht zu schieben aus dem sie doch unbedingt heraus wollte. Mein bester Freund gab mir den Tipp. Die Frage ist nur ob er schreiben dazu zählt. Ich kann nicht mit Gewissheit sagen ob mir diese Ausflüchte in meine Gefühlswelt gut tun. Die meisten die hier mit lesen kennen mich wahrscheinlich schon besser als sie es tat. Was hat sie nur bezweckt mit all dem? Möchte sie wirklich einfach weg, weg von mir und kann sich keine Zukunft mehr mit mir vorstellen? Oder weiß sie selbst nicht ganz genau was sie überhaupt will und möchte sich Klarheit über eben dies verschaffen?
Ich fühle mich so erschöpft. Ich leugne es nicht. Die Zeiten werden länger an denen ich nicht an sie denken muss. Heute zum Beispiel. Ich war bei dem Fußballspiel einer Freundin. Es war Interessant. Ich habe wenig an sie gedacht und doch musste ich feststellen, dass sie es immer wieder in meinen Kopf hinein schafft. Und je länger die Zeit war während der ich nicht an sie denken musste umso härter treffen mich die Gedanken dann wenn sie zurückkehren. Meine Freundin will mich unbedingt mit einer Mannschaftskameradin verkuppeln. Sie sagt es wäre die Perfekt Frau für mich und ich muss zugeben auch ich fand sie attraktiv. Trotzdem bin ich noch nicht bereit den Glauben an ein Happy End aufzugeben. Sie fährt morgen in den Skiurlaub, mit einer Freundin feiern. Soviel weiß ich. Meine Hoffnung basiert darauf, dass sie irgendwann nach diesem Urlaub zu ihrem Alltag zurückkehren und mich vermissen wird. Wie ein kleines Kind klammere ich mich an diesen Glauben. So naiv… So dumm…
Ich würde ihr gerne schreiben, doch ich tu es nicht. Es könnte sie noch weiter von mir weg treiben. Ich würde ihr gerne schreiben, dass sie den größten Fehler ihres Lebens macht. Dass sie mich irgendwann vermissen wird, irgendwann einsehen wird, dass ich der richtige für sie bin. Dass sie anfangen wird zu begreifen was ich alles für sie getan habe. Dass sie nie wieder jemanden finden wird der sie so liebt wie ich es tue. Dass sie nach Hause kommen soll, nach Hause zu mir. Und dass wir glücklich geworden wären. So glücklich wie es nur die wenigsten Paare sind… wenn sie nur kämpfen würde.
Es ist schwachsinnig, ja. Und doch ist es das was ich glaube. Nach unserer Trennung habe ich ihr geschrieben: „Was tust du eigentlich, wenn du in zwei Jahren aufwachst und merkst, dass das eine dumme Entscheidung war. Dass du mich immer noch liebst. Und du fährst zu meinen Eltern, sie geben dir meine neue Adresse und du machst dich auf den Weg zu mir. Angekommen erfährst du aber, dass ich ein neues Leben begonnen habe. Dass ich glücklich bin. Glücklich geworden bin ohne dich.“ Sie erwiderte, dass sie das nicht weiß. Und das war schon immer ihr Problem. Sie trifft Entscheidungen ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Ihre Konsequenz aus all dem hier könnte sein, dass sie den Mann ihres Lebens verloren hat. Denn irgendwann werde ich bereit sein weiter zu ziehen. Und es wird ihre Schuld gewesen sein.

01.04.2015 20:50 • #9


JuXhi


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02.04.2015
Ich glaube ich habe den nächsten Schritt getan. Und das so plötzlich… Ich bin heute Morgen aufgestanden und habe mich gefragt wieso ich so leide. Wieso? Sie ist weg. Ja. Sie ist weg. Doch ist das wirklich ein Grund sich so dermaßen zu verlieren? Versteht mich nicht falsch. Auch wenn es mal wieder romantisch und überspitzt klingt: Ich liebe sie und ich glaube daran, dass sich unsere Wege wieder kreuzen werden. Ich glaube fest daran, dass sie die Frau ist, die mich mein Leben lang begleiten wird… oder? Je länger der Tag gedauert hat, desto mehr Zweifle ich an diesem Gedanken. Es ist nur natürlich, dass ich zurzeit immer noch keine anderen Frauen im Kopf habe. Ich bin nicht der Typ Mann, der jetzt wo er Single ist in jede Bar rennt und versucht Frauen ins Bett zu bekommen. Nicht mehr. Sie hat mich verändert. Sie hat mir gezeigt wie schön es ist verliebt zu sein. Jemanden zu haben der auf dich wartet. Der sich freut dich zu sehen. Ja… ich gestehe. Auch wenn ich es nie glauben wollte. Auch der S. ist besser wenn man wirklich verliebt ist.
Ich weiß zurzeit einfach nicht mit meinen Gefühlen um zu gehen. Ist die frisst rum? Lässt es jetzt Tag für Tag mehr nach, bis ich sie ganz vergessen habe. Ich will diesen Neuanfang mit ihr… oder? Ist es mir eigentlich gleich mit wem ich einen neuen Anfang wage? Ist es mir nur wichtig geliebt zu werden? Ist es das was ich eigentlich vermisse? Diese Zuneigung? Ist es gar nicht mehr sie, die mich so verletzt, sondern der Gedanke daran alleine zu sein?
Ihr merkt schon… Ich habe lange gewartet um diesen Tag zu beschreiben und trotzdem gelingt es mir nicht wirklich. Ich bin verwirrt. Verwirrt von den neuartigen Gefühlen die sich in mir breit machen. Es ist wie eine Aufbruchsstimmung. Eine Aufbruchsstimmung in ein neues Leben. Ob mit oder ohne sie, das steht nicht in meiner Macht und wird die Zukunft schon bringen. Hättet ihr mich gestern gefragt, so wäre ich mir 100% sicher gewesen mich nie wieder in eine andere Frau verlieben zu können. Jetzt ist es so… Auch wenn ich sie jetzt noch will und sogar davon ausgehe, dass wir es irgendwie schaffen und irgendwann dann zusammen alt werden… so bin ich mir nicht mehr wirklich sicher, ob mir nicht irgendwann eine andere Frau begegnet, die mich noch mehr fesselt als sie. Der ich eben noch mehr verfalle als meiner Ex-Freundin. Es ist so suspekt. Meine Gedanken… Meine Welt… Alles zerbröckelt vor mir.
Es ist nur ein paar Minuten her, da habe ich mich das erste Mal für mein Verhalten der letzten 8 Woche geschämt. Dass ich so gelitten habe… Wofür eigentlich? Sie hat mich verlassen und es ist ein Fehler den sie gemacht hat. Ich habe damit überhaupt nichts mehr zu tun. Eigentlich. Ich meine… nicht ich bin dafür verantwortlich, dass wir beide auseinander gegangen sind. Es war ihre Entscheidung. Ich werde es irgendwann akzeptieren, doch sie muss damit leben. Ich werde mir nicht vorwerfen können, dass wir nicht mehr zusammen sind. Sie schon.
Sie hat mich verloren. Sie wurde mir geraubt. Wie ein Mensch der plötzlich stirbt, so hart es auch klingen mag. Ich kann gegen diesen Tot nichts mehr unternehmen. Aber sie hat mich umgebracht. Und das ist der Unterschied zwischen Verlassen werden und verlassen. Ich hatte keine Wahl. Sie schon.

02.04.2015 22:42 • #10


JuXhi


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03.04.2015
Ich sollte mich doch noch für ein Studium der Psychologie entscheiden sollen. Ich würde es gerne verstehen. Ich würde den Mensch gerne besser verstehen. Sie besser verstehen. Wieso wollte sie nicht kämpfen und wieso hat sie alles so schnell aufgegeben? Wieso habe ich ihr zehn Wochen hinterhergetrauert, fest davon überzeugt, dass es nie wieder besser geht um dann in der zehnten Woche zu erkennen, dass es mir eigentlich ganz gut geht. Wieso sind Menschen so? Wieso ist es möglich aufzuhören zu lieben? Ich weiß nicht ob ich jemals aufhören werde sie zu lieben. Ich vermute es wird immer da sein. Präsent. Vielleicht nicht mehr so an der Oberfläche, weil ich mein Herz für jemand anderen geöffnet habe. Doch wieso gibt man es überhaupt auf? Ich würde niemals einen Mensch den ich Liebe verlassen. Glaube ich. Natürlich habe ich auch schon verlassen. Ich muss sogar gestehen, dass dies das erste Mal war, das ich überhaupt verlassen würde. Aber ich habe verlassen weil ich nicht verliebt war. Weil es einfach nicht gepasst hat. Ich hätte meine Ex Freundin wahrscheinlich niemals verlassen. Ich liebe sie. Reicht das nicht aus? Natürlich läuft nicht immer alles perfekt, doch es kann wieder dahin kommen. Man kann es schaffen. Wieso sollte man einen Menschen den man liebt ziehen lassen?
Vielleicht bin ich was das angeht auch einfach blauäugig. Ich weiß es nicht. Ich habe meinen kleinen Bruder verloren. Ich habe ihn geliebt. Er wurde mir genommen. Ich hätte ihn niemals gehen lassen, nicht freiwillig. Und ebenso denke ich seitdem. Wieso sollte man Menschen die man liebt gehen lassen? Es tut weh… Es ist einfach total schwachsinnig. Ich verstehe es nicht. Ich werde es niemals verstehen. Ich werde sie immer auf meine Art und Weise lieben. Aber ich kann liebe nicht erzwingen. Ihr ist es wohl möglich aufzuhören zu lieben. Ich muss das so akzeptieren und weiter Leben.
Um einmal zum wesentlichen zu kommen: Mir geht es heute überraschend gut. Noch immer begreife ich nicht. Noch immer erscheint es mir hin und wieder irreal. Aber ich finde mich langsam damit ab. Ich habe mich noch nicht mit dem Gedanken angefreundet eines Tages eine andere Frau zu finden. Eine die eventuell noch besser zu mir passt. Die mich genau so liebt wie ich sie liebe. Doch irgendwann wird genau das passieren… Leider. Wieso Leider? Weil dann mein Traum: „Ich heirate meine erste große Liebe“, gestorben ist. Ein Kindheitstraum, den ich mir nicht erfüllen konnte. Klar. Noch ist es nicht zu spät. Die Möglichkeit besteht, dass meine Ex-Freundin zurückkommt, doch sollte ich aufhören davon auszugehen.
Die Momente werden immer kürzer an denen ich wirklich an sie denken muss. Ich zwinge mich auch nicht mehr dazu zu leiden. Das bringt mir nichts. Und ihr auch nicht. Sie kriegt es ja noch nicht einmal mit, weiß nicht, dass ich leide. Sie lebt ihr Leben weiter, ohne mich. Ob sie irgendwann der Alltag einholt und mich vermissen wird steht in den Sternen. Und statt zu warten sollte ich einen neu Anfang versuchen. Ich hatte Angst davor sie so für immer zu verlieren. Darüber nachgedacht, dass die einzige Möglichkeit sie überhaupt irgendwann wieder zurückzubekommen ist, dass ich weiter leben muss, meinen Weg gehen muss, habe ich bisher nicht. Doch es wurde Zeit.

03.04.2015 17:31 • x 1 #11


J


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Hallo Juxhi,

noch kannst du dir es nicht vorstellen, dass eines Tages wieder eine Frau kommen wird, die noch besser ist als deine EX. Sie ist ja immer präsent. Warum denkst du immer mehr und mehr weniger an sie und warum tut es von Tag zu Tag immer weniger weh? Weil es nun mal so ist: Zeit heilt alle Wunden. Irgendwann stellst du dir nicht mehr die Fragen, sie hat dich gehen lassen und wird es bereuen. Das wird dir später egal sein. Ich wünsche es dir. Lg

03.04.2015 18:01 • #12


JuXhi


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07.04.2015
Ich habe jetzt drei Tage nicht mehr geschrieben. Irgendwie habe ich es als unnötig empfunden. Ich wollte nicht mehr an sie denken. Einfach aufhören. Gestern habe ich sogar jemanden kennen gelernt. Sie ist nett und witzig. Wir schreiben. Es lenkt mich ein wenig ab. Aber ich schaffe es nicht mich der Schlinge die ich selbst geschaffen habe und die den Namen meiner Ex trägt zu entziehen. Es ist mir einfach nicht möglich. Nicht voll und ganz. Immer wieder erscheint sie in meiner Gedankenwelt. Immer wieder. Für mich ist das Kapitel noch nicht fertig geschrieben. Für sie schon. Sie hat das Buch welches meinen Namen als Titel trägt zugeschlagen und es in ihrem Schrank verstaut… wenn sie es nicht sogar in den Mülleimer geworfen hat. Ich versuche weiterhin munter die Geschichte zu füllen. Es ist wie ein Buch in dem man kurz denkt der Held wäre gestorben, doch dann taucht er auf wenn er am dringendsten gestorben ist. Mein Leben ist kein Buch. Und ich sollte das verstehen, irgendwann. Und wenn es ein Buch wäre, dann eines in dem sich der Held von der dunkle Seite bekehren lässt und ein neuer muss ihn auf Leben und Tod bekämpfen. Doch selbst das passt nicht ganz. Denn der Held, der nun das Böse verkörpert kurz vor seinem Tod noch versteht, dass er falsch entschieden hat und versucht alles wieder gut zu machen.
Ich muss raus aus meiner Phantasie in die ich mich verworren und versponnen habe. In der sie es bereuen wird. In der sie zurückkommt. In der sich trotz dessen, dass sie die Bände gekappt hat immer noch alles um sie dreht. Doch diesen Schritt zu gehen… Ist so schwer… So schwer. Ich erzähle gerne, dass sich alles geändert hat. Das es mir wieder gut geht und ich weiterleben werde. Klar kann ich das. Doch am Horizont ist immer noch ihr Antlitz zu sehen. Meine Zukunft, die ich mir ausmale, besteht immer noch aus ihr. Wieso werde ich das nicht los? Weil ich nicht will? Weil ich immer noch so von dem guten in dieser Welt überzeugt bin, so von Happy Ends träume, dass ich Angst davor habe, dass gemeinsam mit meiner Vorstellung von Liebe und meinen Lebensplänen auch sie zusammenbricht und ich anschließend alleine versuchen muss alles wieder aufzubauen?
Ich bin ein Träumer. Ich komme nicht drum herum. Ich habe geglaubt, dass sie die eine ist. Dass ich mit ihr alt werde. Dass sich mein Leben nur noch um sie drehen wird. Dumm und Naiv. Ich bin so dumm. Ich bin so Naiv. Ich bin ein Träumer. Ich bin in eine Welt eingetreten in der sie meine Zukunft ist und in diese Welt habe ich mich verliebt. Doch diese Welt bricht zusammen und statt zu flüchten versuche ich mit aller Macht die Säulen zu stützen die diese Welt aufrechterhalten. Wahrscheinlich werde ich scheitern. Und sicher tut mir das alles nicht gut. Ich bin müde. Müde vom Hoffen. Müde des Wartens. Einfach müde. Und doch nicht bereit einen Schritt weiter zu gehen. Ich halte an ihr fest obwohl ich weiß, dass ich loslassen muss. Wie sehr wünsche ich mir, dass ich bereit bin diesen Schritt zu gehen… und doch wehre ich mich mit allem was ich habe. Mein Herz und mein Kopf führen einen Krieg unter dem ich zu leiden habe. Mein Kopf will loslassen, weiterziehen… mein Herz will bleiben und einen hoffnungslosen Kampf führen. Einen Kampf den ich schon längst verloren habe. Ich glaube an uns. Ich glaube, dass ich und meine Traumfrau zusammenfinden. Ich glaube, dass ich den Kampf gewinnen werde. Doch langsam beginne ich zu glauben, auch wenn ich mich dagegen wehre, dass dieser Kampf gerade einer der vielen bedeutungslosen Kämpfe im Leben ist. Sie ist und wird immer meine erste Liebe bleiben. Aber vielleicht ist es Zeit zu erkennen, dass sie nicht die Frau fürs Leben ist. Wenn sie es wäre… Wäre sie hier… hier bei mir.

07.04.2015 18:50 • x 1 #13


JuXhi


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10.04.2015
Unser Gehirn ist doch ein komisches Ding. All das was es erschafft und was es mit einem selbst macht. Ich spüre wie ich immer weiter von ihr wegrücke und als ob das mein Gehirn das Erkennen würde beginnt es Filme vor meinem inneren Auge abzuspielen. Erinnerungen, die ich als schon längst vergessen vermutet hatte. Ich und sie zusammen im Schwimmbad. Ich und sie beim Adventure Golfen. Unser erstes intensives Gespräch. Die Autofahrt zu ihr nach unserem ersten Date. Die Autofahrt zu unserem zweiten Date… Das näher kommen… unser erstes Mal… die ersten Wochen… die ersten Monate. Es ist merkwürdig. Alles wirkt plötzlich so nah. Mein Gehirn fungiert wie ein Trainer der nach einem verlorenen Spiel noch einmal mit der Mannschaft per Viedeoanalyse aufzeigt was gut und was falsch gelaufen ist… Ja. Es sind nicht nur die guten Momente die ich sehe. Unser erster Streit. Sie, wie sie mir sagt, dass sie nicht damit umgehen kann angeschrien zu werden. Sie wie sie mir erklärt, dass meine Fußballspiele ihr egal sind. Sie wie sie mich ignoriert… Sie wie sie mir an ihrem Geburtstag das vorbeikommen untersagt. Sie wie sie mir wieder einmal vorwirft für das Verschwinden ihrer Hose verantwortlich zu sein.
Ist das normal, oder beginnt mein Gehirn zu verarbeiten. Zu definieren. Klare Grenzen zu ziehen zwischen gut und schlecht und eventuell sogar versucht auszusortieren und zu löschen. Alles das was unwichtig ist zu vernichten, wie das Leeren des Papierkorbes auf dem Computer umso wieder für mehr Platz auf der Festplatte zu sorgen. Ich trauere noch. Irgendwo. Sie hatte mich nicht verdient. Sie wird auch nichts mehr finden was so gut zu ihr ist wie ich. Doch eventuell ist es genau das was sie will. Ich muss aufhören mich an die Hoffnung der Rückkehr ihrerseits zu klammern. Ich muss anfangen zu leben. Und ich will genau das versuchen.
Ich werde mein erstes Date haben. Mein erstes Date nach der Trennung. Sie ist süß. Sie ist hübsch und sie ist intelligent. Ich weiß nicht ob es funken wird. Ich weiß nicht ob ich überhaupt schon soweit bin, dass mich ein elektrischer Impuls dazu führt mich auf etwas Neues einzulassen. Ich bezweifle es und doch muss ich es versuchen. Vielleicht finde ich sogar in ihr mein Glück. Ich weiß es nicht. Die Zukunft ist ungewiss. Genau das ist es was mich stört. Die Zukunft ist wie ein Geschenk, welches schon 10 Tage vor deinem Geburtstag darumstehen, du es aber erst öffnen darfst, wenn es soweit ist. Es quält mich. Und doch muss ich es akzeptieren.

10.04.2015 03:19 • #14




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