Zitat von boro24: Ich weiß, dass ich Ihr jetzt das geben sollte, was Sie einfordert, - Zärtlichkeit, Vertrauen, Zeit zu zweit. Allein es fällt mir oft sehr schwer.
Ich bin jemand, der Probleme angeht und löst. Hier bin ich aber machtlos und völlig ohne Erfahrungen.
Und schon wieder: ich sollte ihr das geben, was sie einfordert. Nein, nein und nochmal nein, denn damit stilisierst Du Dich zu einem Bedürfniserfüller. Du bist aber ein Mensch, ein geschlagener Mensch, ein missbrauchter Mensch und ein überforderter Mensch.
Und sie braucht dies und das und was brauchst Du?Was brauchst Du? Das scheint Deinem Besen daheim egal zu sein. Das weißt nicht einmal Du, weil Dein Leben völlig von ihrem Verhalten abhängig ist.
Erst von diesem "Schwein" schwärmen, sich in Träumen aufzuhalten und Dir alles auf die Nase zu binden? Und dann erzählt sie noch voller Freude, dass er sich neben sie setzt. Vielleicht sollst Du ihr zu ihrer Attraktivität gratulieren. Und Dir gibst sie damit zu verstehen, dass Du ihr nicht genügst, denn sie braucht ja mal das Feuer und der vor sich hin glimmende Ofen daheim ist ihr nicht genug.
Sie hat Dich drangsaliert und Deine Grenzen ausgetestet und scheinbar kriecht sie jetzt wieder an. Und Du kannst auf ihre Bedürfnisse nicht eingehen. Ja, warum wohl? Weil sie dich überfrachet und überfordert hat und Dich obendrein mies behandelt und Deine Gutmütigkeit und Dein offenbar grenzenlose Geduld ausgenützt hat.
Du fühlst Dich auch so, hilflos, überfordert, ratlos und ängstlich. Dass Du in der Außenwelt extrovertiert auftrittst hat nichts zu sagen. Das ist das was Du der Welt zeigst, aber in Deinem Inneren bist Du doch ganz anders.
Und Du bist nicht dazu da ihr einen roten Teppich auszurollen und Blumen vor ihr zu streuen. Denn auch Du hast Deine Bedürfnisse, aber Deiner Frau geht es nur um eines: ihre Bedürfnisse.
Und irgendwie spürst Du das auch und bist ebenso frustriert und auch enttäuscht - von ihr und von Dir selbst. Wie sollst Du jetzt auf zweisame Zärtlichkeit und Bullerbü umschalten, nachdem Du all das aushalten musstest bzw. freiwillig ausgehalten hast? Jetzt trabt sie wieder an und glaubt, wenn ich nur sehr lieb zu ihm bin, dann ist alles in Ordnung. Auch das das Verhalten eines Kindes. Erst Grenzen austesten und ausloten, dann auf die Nase fallen und Papa um den Bart gehen und die Welt ist wieder in Ordnung.
Bei Euch ist etwas gewaltig in Schieflage und das beeinträchtigt Dich und es macht Dir Angst. Denn sie hat Dir die Sicherheit, dass Du dich auf sie verlassen kannst, genommen. ich finde es schändlich wie sie vorgegangen ist.
Und sie hat offenbar die Hosen an. Sonst würde sie sich das in dieser Ausprägung niemals trauen, aber sie kennt Dich ja, Verständig, geduldig, verständnisvoll, aber viel Ahnung von Dir selbst hast Du nicht. Sonst wüsstest Du, warum Du die Nähe die sie jetzt einfordert (allein dieses Wort!) nicht erwidern kannst. Weil sie was in Dir zerstört und den Bogen überspannt hat.
Ich möchte Dir dringend empfehlen Dir Hilfe zu suchen. Such eine Beratungsstelle auf und probier aus was Dich anspricht. Bei Euch liegt viel falsch, was unter den Teppich gekehrt wurde, bis sie es vor Dir ausgebreitet hat. Ob sie mitzieht, ist erst Mal egal.
Aber steh endlich dazu, dass sie Dich seelisch misshandelt hat und dass auch Du Bedürfnisse hast die sie ebenso wenig erfüllt wie Du ihre. Aber jetzt ist ja alles wieder heil und schön, nur dass in Dir was kaputt gegangen ist, was Du nicht wahrnehmen willst. Denn Du bist ja der Problemlöser, der Mann der Fakten, der sich jetzt aber verdammt einsam fühlt. Und das kannst Du Deiner Frau oder was immer sie auch ist, auch sagen. Hallo, ich bin auch noch da, es geht hier nicht nur um Dich, sondern auch um mich.