Tag 14.
Guten Morgen ihr Lieben,
heute ist es also jetzt zwei Wochen her, dass ich Till angerufen hab und ihm gesagt hab, dass ich eine Kontaktpause brauche, dass ich erst wieder zu Kräften kommen muss, dass ich es so momentan nicht kann. Und er fehlt mir unsagbar. Aber ich merke wie allein diese 14 Tage mir schon neue Kraft gegeben haben und mich wieder mein Leben leben lassen, ich hab begonnen wieder in meinen Alltag zu finden bzw. diesen ein wenig anders zu strukturieren als wie ich noch mit Till zusammen war. Struktur bringt Beständigkeit, gibt irgendwie Selbstvertrauen und somit Zufriedenheit.
Gestern war ich echt noch produktiv auf der Arbeit. Hab mich mit meiner Kollegin hingesetzt über Prioritäten in meinem Projekt gesprochen und mich dann auch für die Geräte eingetragen, damit es wieder auch im Labor voran geht. Diese Woche, also heute und morgen, wird noch mal Schreibtischarbeit anstehen, mein Chef möchte eine Zusammenstellung über das Enzym mit dem wir arbeiten und was wir uns noch vorstellen könnten, wohin wir damit wollen. Bin gestern lang in der Uni gewesen, war schon um viertel vor sieben da und bin erst um viertel vor sechs mit der Bahn wieder Richtung Wohnung aufgebrochen, dementsprechend müde war ich dann irgendwie auch. Dann noch spontan einkaufen gegangen, sonst hätte es nur Brot mit Spiegelei abends gegeben^^“. So hab ich gestern von Chefkoch noch eine leckere Tomaten-Kokos-Suppe gekocht, die blitzschnell ging und echt lecker war, natürlich ist wie immer noch was übrig, aber die Woche hat ja auch noch ein paar Tage. Dann war es auch irgendwie schon kurz nach acht, ich habe ein bisschen Fernsehen geguckt, aber wenn ich so drüber nachdenke, dann hab ich gestern davon eigentlich kaum bis nichts mitbekommen. Der Fernseher lief und ich bilde mir auch ein, dass ich drauf geguckt habe…aber hängen geblieben ist gerade mal gar nichts.
Ich hab ja schon geschrieben, gestern war das Vermissen sehr intensiv, ich wollte erst schreiben schlimm, aber das stimmt ja an sich so nicht. Ich finde das Vermissen an sich nicht „schlimm“, es war intensiv…das trifft es wirklich besser. Und immer wieder diese Angst, wenn man sich nicht bald meldet, dass man dann „zu lang“ gewartet hat. Zwei Wochen ohne Kontakt. Das ist „nichts“ – ich weiß. Das Hirn siegt nur leider nicht immer über diese irrationalen Ängste…also hat es gestern schon, weil ich hab ihm ja nicht geschrieben oder mich gemeldet, aber trotzdem ist diese „Angst“ da – wovor genau hat man eigentlich Angst? Die Beziehung ist doch eh beendet, man ist getrennt. Es ist vorbei – aber dieser kleine oder auch große Funken Hoffnung, den hat man Angst endgültig „beerdigen“ zu müssen. Mmmh…klingt irgendwie komisch, wenn man so drüber nachdenkt und schreibt. Ich hab doch nichts mehr zu verlieren. Er ist weg. Schlimmer geht es nicht. (Okay, mir würde es das Herz zerreissen, wenn Till jetzt eine andere Freundin hätte…aber dafür ist er Gott sei Dank nicht der Typ und selbst wenn es so wäre, dann hat mein Kopf wieder Recht – er ist mir keine Rechenschaft schuldig – trotzdem würde es mir das Herz zerreissen…tja schei. zwiespältige Welt. Herz und Kopf gehen leider doch zu selten einher.)
Aber mein Vorsatz steht, so schwer es mir gerade gestern gefallen ist, auch wenn ich nie mein Handy in der Hand hatte und beginnen wollte zu schreiben oder auf es gestarrt hab, weil ich mir das Bild von ihm angeguckt hab, das ich hinterlegt habe. All das hab ich natürlich am „Anfang“ auch gemacht, aber die letzten zwei Wochen kein einziges Mal. Mein Vorsatz (mindestens) bis zum 27.11. einfach für mich zu sein. Diese zwei Wochen haben mich schon wieder in die richtige Bahn gebracht. Und auch mit Kontakt, wie ich gestern geschrieben hab, mag ich meine Liste weiter verfolgen – mich weiter stabilisieren und kräftigen. Diese 10 Tage muss ich mir jetzt einfach noch geben. Und hey, ich hab doch wirklich schon einiges in der Zeit hingekriegt…klingt nach Selbstlob, oder? Dafür bin ich eigentlich nicht der Typ, aber es stimmt schon, wenn man sich sowas sagt, dann „brennt“ es sich irgendwann in den Kopf ein und man ist einfach stolz auf sich und fühlt sich gut bzw. besser. Positiv denken, sich über kleine Erfolge freuen, die zwei Sachen geben unheimlich viel Kraft und lassen mich auch lächeln. Ich kann lachen und fröhlich sein. Ich brauche ihn nicht, aber ich möchte ihn. Tja. Aber…es ist ein ungemeiner Schritt schon einmal erkannt zu haben, dass ich ihn nicht brauche für mein Lebensglück. Er macht „mein Leben ist schön“ zu „mein Leben ist toll“, aber dieser Zusatz ist nicht notwendig und schon gar nicht „überlebenswichtig“. Das muss ich mir im Kopf behalten, falls die ganze Sache doch nochmal nach hinten losgeht. Ich kann auch „allein“. Ohne ihn. Auch mein Leben genießen. Nur der Wille es lieber mit ihm zu machen, wenn er es natürlich auch möchte(!), ist halt da…^^
Gestern bin ich dann also gegen kurz vor zehn ins Bett und hab wieder gelesen – bald ist Harry Potter und der Feuerkelch geschafft^^. Gegen halb elf ging das Licht aus. Dann hab ich genialerweise vergessen den Wecker zu stellen -.-, aber meine innere Uhr funktioniert ja bravourös – bin einfach zwei Minuten, nachdem mein Wecker eigentlich geht (5.20), aufgewacht, dann aufgestanden, Tee gekocht, wieder ein Lied und Nachrichten im Bett gehört, gefrühstückt (den guten Apfel-Streusel-Kuchen von meiner Oma

) und um viertel nach sechs die S-Bahn Richtung Uni genommen. Das ist jetzt auch wirklich die gewesen, die ich wieder immer nehmen will. Voll gut und alles ohne, hey ich steck in einem Morgentief und will nicht und ich möchte mich verkriechen. Es fühlt sich VIEL besser an. Das bin nämlich wieder ich! Ach…gestern Abend hab ich dann auch noch mit meiner Mutter telefoniert, weil ich den Abend durch die „Sehnsucht“ einfach das Bedürfnis hatte, noch mit wem zu reden. Hab mich mit meinen Eltern gefreut, dass ich eine Rückzahlung von fast 300 Euro vom Strom vom letzten Jahr kriege

! Aber das nur am Rande. Hab da gerade dran gedacht, weil ich Dienstag nicht mit daheim telefoniert hab. Auch da normalisiert sich die Situation mit dem Telefonieren wieder. Step by step. Am Tag selbst kommen mir die Schritte immer sehr klein vor, aber wenn ich meine Liste betrachte, hab ich in den letzten zwei Wochen teilweise riesige Schritte gemacht – und das auch, weil ich es mit euch hier teilen darf – Danke dafür. Es motiviert mich irgendwie unheimlich hier zu schreiben und meine kleinen täglichen Erfolge mitteilen zu können. Vielleicht kann ich im Laufe der nächsten Woche ja die nächsten Punkte durchstreichen – mich würde es freuen.
In diesem Sinne – euch allen einen schönen Donnerstag! Morgen ist Freitag und das Wochenende beginnt

! Das nutze ich dann endlich um meine Wohnung mal richtig anzugehen. Sie zittert schon

!
Ach…und im Moment lese ich den Thread von @LonelyXmas komplett, bin erst auf Seite 3, hab vorher nur Ausschnitte gelesen, aber die Beiträge geben einem unheimlich viel – kann ich nur empfehlen. Seht es ein bisschen als Werbung an

!
Eure Luzifel