_derwanderer_
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da bin ich wieder.
Hab die letzten Tage viel hier beim lesen verbracht und merke einfach wie dreckig es mir geht. Ich bin für jede Hilfe dankbar die durch eine Zeilen kommt.
Meine Freundin (25) und ich (34) haben uns getrennt oder besser gesagt, sie hat uns getrennt.
Letzten Montag frage ich meine Ex was los ist, sie wirkte so abwesend in den letzten Tagen, ist es wegen dem Job?
Sie vereinte, ist es wegen uns fragte ich? Sie nickte und sagte sie wolle für ein paar Tage zu einer Freundin gehen und brauche gerade etwas Raum und Zeit darüber nachzudenken.
Mich erinnerte das stark an das Ende meiner letzten Beziehung, nur dass es davor oft zu Streit gekommen war.
Das war bei uns anders, wir waren morgens noch lange spazieren, hatten gerade gekocht, ich bin wirklich aus allen Wolken gefallen. Kein Streit, kein Gezicke, nichts.
Es folgte eine Woche Funkstille an die ich mich auch gehalten habe und dann am Samstag die Aussprache.
Es ging mir in der Woche total dreckig, ich ging alle Szenarien durch, überlegte wo ich wann wie vielleicht nicht aufmerksam genug gewesen sein könnte. Hab die ganze Schuld bei mir gesucht, ein Teil macht das immer noch.
Am Ende kam das raus was ich mir gedacht hatte, sie sagte sie hätte ihre innere Leichtigkeit verloren, es wäre von meiner Seite aus zu viel Negativität gewesen, zwar nicht ihr gegenüber aber insgesamt hätte sie sich davon nicht gut abgrenzen können.
Dazu muss ich sagen, dass ich Anfang des Jahres meine Antidepressiva abgesetzt habe und das auch nicht einfach war, hatte ziemliche Entzugserscheinungen und Stimmungsschwankungen. Wir waren aber immer im Gespräch darüber, klar haben meine Ängste und meine Stimmungen viel Raum eingenommen, aber sie hat immer gesagt, das ist okay, und ich solle da nicht fies zu mir selber sein, geduldig sein, sie könne damit umgehen und das hat sie mir auch so gezeigt. Sie hat mir den Raum auch gegeben.
Ich hab weiter gearbeitet, habe einen großen Freundeskreis in dem sie von Anfang an integriert war und es gab natürlich nicht nur schlechte Tage. Wir haben Sachen unternommen, zusammen gekocht, vorgelesen, mit Freunden die Abende verbracht und viel geredet.
Ich habe mir alle Mühe gegeben meine Ängste und Sorgen nicht auf sie abzuwälzen, und fand dass wir das eigentlich gut geschafft hatten uns nicht zu verstricken. Es war immer die Ansage, seine Bedürfnisse zu formulieren, dass man nicht zwischen den Zeilen lesen muss. Das man in die Selbstverantwortung geht.
Egal, irgendwann kam das Kinderthema auf, sie war da für meinen Geschmack sehr euphorisch, wo ich auf Grund meiner Familiengeschichte nicht so leicht und locker bin, ich hab ihr gesagt wovor ich Angst hab aber eben auch dass ich sie wirklich als Mama sehen kann und wenn Kinder, dann mit ihr. Ich hatte ein komisches Gefühl im Bauch, sie wollte zwar nicht jetzt sofort ein Kind aber meinte dann wiederum es sei eigentlich besser jetzt als wenn sie dann nächstes Jahr als Physiotherapeutin anfängt. Mir ging das aber etwas schnell. Ich bin selbstständig und es läuft sehr gut, aber gerade Corona hat gezeigt wie schnell sich das drehen kann und ich es erstmal gut fände wenn beide einen Job haben. Sie kannte meine Familiengeschichte, für mich war Familie eher Hölle, natürlich ist es mein Wunsch dass es unserem Kind besser geht und ich fand das einfach alles etwas schnell.
Aber auch da war kein Streit, wir hatten unsere Meinungen. Allerdings sagte sie mir am Samstag sie hätte in der letzten Zeit das Gefühl gehabt, dass wir nicht mehr diskutieren würden, sondern ich einfach sage, "du dass sind meine Gefühle dazu gerade, dass muss doch auch okay sein", sie empfand das schon als Ende der Diskussion und konnte dann nichts mehr richtig sagen, traute sich wohl nicht.
Also was mir nun auch immer klarer wird, es fällt ihr schwer ihre Meinung zu sagen, bei Dingen die ihr wirklich wichtig sind, bzw. wenn sie ihre Bedürfnisse äußert, dann ist das schon die Spitze, mehr kommt dann da nicht, sie wird nicht laut oder beharrt mal auf was.
Einzig was sie macht, sie kratzt an ihren Schultern immer wieder kleine Stellen auf wenn sie unter Druck ist, hat da viele Narben, darüber haben wir geredet und ich hab das gesehen aber da auch keinen auf Retter gemacht, wir haben einfach geredet wenn was los war und ich hab ihre Narben einfach manchmal geküsst.
Aber das war ihr Ventil.
Als wir uns am Samstag gesehen und geredet haben dachte ich immer nur, jetzt weiß ich was in dir vorging, jetzt konntest du mir mal ehrlich sagen, was dir gefehlt hat und jetzt machst du Schluss?
Ich verstehe ihre Punkte wirklich, sie ist kein böser Mensch und wir waren in der Beziehung nicht toxisch miteinander, wir haben beide geweint und auch in die Arme genommen, dann haben wir ihre Sachen gepackt.
Seit Corona wohnte sie in meiner Wohnung, wenig Platz, wenig Rückzug - sie immer nur: das ist okay und bla bla, offenbar ja doch nicht.
Ich war erst froh dass wir so gut auseinandergegangen sind, mit Respekt und ja auch Liebe auch wenn das komisch klingt, aber ich hab deutlich gespürt dass ich ihr als Mensch nicht egal bin. (Herzlichen Glückwunsch)
Mittlerweile ist mehr Wut in mir, ich fühle mich unfair behandelt und irgendwie betrogen und verraten- oh und weggeworfen auch
Seit Samstag sind nun einige Tage vergangen, sie hat hier noch ein paar Pflanzen, da erreicht mich heute eine Nachricht von ihr, wie wir das denn machen wollen mit abholen, ich hatte ihr am Samstag noch angeboten ihr dabei zu helfen.
Der Ton ihrer Nachricht war so hart, schon voll locker, floskelhaft, meilenweit von dem Punkt entfernt wo ich bin.
Ich hab ihr geschrieben, sorry ich wollte dir gerne helfen, aber ich glaube nicht dass es gut ist wenn wir uns wiedersehen. Sie hat ja noch einen Schlüssel und soll das bitte selber machen, darauf von ihr, wie Leid ihr alles tut usw.
Soweit. Aber ehrlich ich bin total am Ende. Sie hat mir immer wieder gespiegelt dass alles okay ist und ich hatte vielleicht zum ersten Mal die Erfahrung gemacht einfach sein zu dürfen, mir Liebe nicht verdienen zu müssen. Und jetzt stößt mich dieser Mensch weg. Keine Zweifel ihrerseits, kein vielleicht doch nochmal probieren.
Ich penne seitdem bei Freunden, kann kaum in die Wohnung (die meine Wohnung ist, und schon vorher war)
esse kaum noch und schleppe mich zur Arbeit. Nachts Flashbacks und tiefste Verlassenheitsgefühle, die wohl eher aus der Kindheit hochkommen.
Aber ich mag einfach nicht mehr, ich will nicht wieder als Single leben oder mich wieder auf irgendwen einlassen, mein Vertrauen ist so erschüttert.
Bin gerade nur noch im Survivalmodus, weiß nicht wohin mit mir. Rede mit meinen Freunden meiner Familie, aber es reicht nicht. Bestimmt spielt auch das Absetzen eine Rolle, meine Nerven waren ja erst auf dem Weg sich zu erholen, hab das Zeug über 10 Jahre genommen, aber gerade fühlt sich alles falsch an, ich will mein altes Leben nicht zurück. Sorry für das ganze Selbstmitleid, ein Teil in mir geht voll in die Opferrolle, fühlt sich klein und ohnmächtig. Danke für das Forum hier, zu lesen dass ich nicht allein bin, gibt mir ein bisschen Trost.