Nach 20 Jahren Trennung - Und nun?!

MarcO82

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Liebe Leserinnen und Leser,

nach 20 Jahren haben nun meine Expartnerin und ich uns im beidseitigen Einverständnis getrennt. Ihr Hund lebt nun bei mir.

Wir hatten einen schweren Start aber die Jahre danach waren sehr schön. Nach Auszug des Kindes vor 5 Jahren fingen langsam die Probleme, aus meiner Sicht, an. Anfangs gab es nur kleine unausgesprochene Missverständnisse, das ging dann über in Beleidigungen, Beschimpfungen und zum Schluss in Zerstörung meines Eigentums bis hin zu beidseitigen Schubsereien und Wutausbrüchen ihrerseits.

Glücklicherweise - das dachte ich zumindest bis ein paar Tage vor meinen Auszug - habe ich relativ schnell eine Wohnung für mich und ihren Hund gefunden.
Aufgrund der Dringlichkeit des Auszugs habe ich zügig eine schöne Wohnung gefunden. Leider ist die neue Wohnung weit weg von der alten Umgebung was es dem Hund, und somit auch mir, nur sehr schwer macht sich überhaupt etwas wohlzufühlen.

Abends, wenn ich vom Tag zur Ruhe komme, frage ich mich (nun im Nachhinein) ob die Trennung das richtige Mittel war und ob man nicht bei allen Streitig- und Schwierigkeiten andere Wege hätte finden können. Aber in und nach den Konfliktsituationen war ich so sauer, verletzt und zum Schluss resigniert, dass ich zumindest von meiner Seite aus, keine andere Lösung finden wollte. Immer wieder lese ich, dass Personen welche ein ähnliches Schicksal durchlebten, es bereut haben nicht schon viel früher eine Trennung eingeleitet hatten. Ich für mich kann mir nur schwer vorstellen später ähnliches zu behaupten.

Ich fühle mich Einsam obwohl mein Tag gut gefüllt ist mit Arbeit, Familie und ein paar Freunden. Auch, dass ich ständig diese Tageträumereien an die schöne gemeinsame Vergangenheit habe und was wir alles damals alles Schönes gemacht haben, lässt mich mein Alltag nur schwer bewältigen. Trotz der seit Jahren schwierigen Situation und das nebeneinander her leben waren wir aber immer füreinander da (das ist zumindest meine Sichtweise).
Ich vergesse zurzeit alles. Lasse sogar meine EC-Karte nach dem Bezahlen im Automaten stecken. Ich bin eigentlich ein kommunikativer Mensch welcher auch deutlich sagt, wenn mir was nicht passt oder auch wenn ich was gut finde. Mittlerweile laufe ich nur noch mit gesenktem Kopf durch die Straßen und bin unsicher in meiner Kommunikation mit anderen Menschen.
Morgens, stehe ich auf und frage mich was sie wohl macht und wie es ihr geht; Abends gehe ich mit den gleichen Gedanken ins Bett.

Kurzum: Ich weiß nicht wie ich das Gedankenkarussell ausschalten kann.
Wie der Hund und ich mich in der neuen Gegend überhaupt wohlfühlen können oder jemals werde.
Erlange ich je mein Selbstbewusstsein und meine Kommunikationsfreudigkeit zurück.
Und werde ich jemals eine neue Liebe finden.

Vielen Dank liebe Leserin und lieber Leser für das offene Ohr (Auge )

Gestern 19:52 • #1


RyanG

RyanG


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All das ist normal, Marco. All die Fragen, die Du Dir stellst und all die Verhaltensweisen / Überlegungen, die Du an den Tag legst. 20 Jahre sind kein Pappenstiel, da verdienst Du Respekt. Gefühlt führen nur noch die Wenigsten solch lange Partnerschaften.

Sieh es nicht als eine tragische Geschichte. Sieh es als Zeit, für die Du dankbar sein kannst. Nicht gerade jedem ist sowas vergönnt. Auch wenn die Partnerschaft jetzt ihr Ende gefunden hast, wirst Du die Zeit mit Sicherheit nicht vergessen machen wollen.

So wie Du die letzte Zeit schilderst, war es nicht mehr die Beziehung, die Du wolltest. Und da war es doch besser, wenn man sich trennt. Bestimmt habt ihr beide lang gekämpft, bis es dazu kam.

Es wird noch eine ganze Zeit dauern, bis Du in Deinem jetzigen Leben angekommen bist. Es wird besser - versprochen. Und hey, Du bist erst 40. Das ist gar nix. Komm erstmal an, vor allem komm mit Dir ins Reine, lerne aus der Beziehung und aus dem, was nicht gut lief und dann kommt mit Sicherheit auch eine neue Partnerin, mit der Du glücklich werden kannst.

All das kommt nicht von jetzt auf gleich. Aber Du hast wahrscheinlich eine schöne Bude, einen Hund und einen guten Job. Das ist schonmal einiges. Alles andere regelt die Zeit. Aber durch die müssen wir alle....

Ich lass Dir mal ne fette Portion Trost da!

Vor 8 Stunden • #2


Rosine


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Tut mir sehr leid für dich.
Du bist hier schon mal sehr gut aufgehoben, mir hilft es sehr hier zu lesen und zu schreiben. Man fühlt sich nicht allein und trifft auf Menschen die ein ähnliches Schicksal haben und viele denen es schon besser geht.
Auch bei mir waren es fast 20 Jahre, die Trennung zwar anders denn ich dachte nicht dass er mich verlässt.
Und heute ist wieder ein doofer Tag, aber es waren schon viele relativ gute Tage.
Du hast die räumliche Trennung schon hinter dir, also hast du schon viel geschafft. Versuche dir die neue Wohnung zu gemütlich wie möglich zu machen, so dass du dich wohl fühlst und du hast einen Hund an deiner Seite das ist doch auch schön.
Alles Gute für dich.

Vor 2 Minuten • #3




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