Deri76
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ich lese schon ein paar Tage mit und bin nach wie vor völlig fasziniert, wie Ihr Euch hier gegenseitig aus dem Sumpf zieht, motivierende Botschaften sendet und gute Ratschläge gebt.
Mir hat es die letzten Wochen geholfen, zu sehen, dass ich nicht allein bin und nicht verrückt bin. Dass es Herzschmerz als echten Schmerz wirklich gibt. Allein dafür schon einmal danke.
Was mich noch umtreibt ist, wie kommt Ihr von diesem Schmerz weg, wie geht ihr damit um? Ich finde einfach keine Lösung egal wie sehr ich dran arbeite und ich will einfach nicht, dass es mich zerreißt. Ich will den Sch… überleben.
Da ich schon knapp vier Wochen vor mich hin analysiere, hier der Umriss meiner Geschichte:
Mein Mann hat mich vor knapp 4 Wochen beim ins Bett gehen knapp mit 2 Sätzen davon in Kenntnis gesetzt, dass wir uns auseinanderentwickelt hätten, ihm etwas fehlt und er sich deshalb trennt. Nach 25 Jahren, davon 20 verheiratet, mit zwei Kindern (8 und 17), Haus und Co. wie das eben so ist. Im gleichen Atemzug teilte er mir mit, dass er irgendwann auszieht, ich ihm Trennungsunterhalt zu zahlen hätte, aber alles ganz fair laufen würde.
Da wir vorher nie gestritten haben, es klar die typischen Begleiterscheinungen einer langen Ehe gab und viel Umfeld statt Beziehung stattfand, hat es mich mal richtig weggebeamt. So tief gefallen bin ich noch nie im Leben.
Nach 4 Wochen weiß ich jetzt auch um die Umstände, ich sehr emotional, aber verschlossen bei Verletzungen, er rational, emotional flach, kann mit Emotionen nicht umgehen, entzieht sich.
Das war schon immer so, daher keine Aussprache und kein Reden über irgendwas. Er hat immer sofort dicht gemacht.
Ich habe beruflich starke Sprünge in den letzten Jahren gemacht, was er zwar finanziell genossen hat, seinem Selbstwert jedoch nicht gut getan hat. Ich muss aber dazu sagen, er wollte sich beruflich nie verausgaben. Ich hab dann die Kohle fürs Haus usw. rangeschafft und Haushalt und Kinder nebenbei gewuppt. Er hat sich selbst verwirklicht mit Sport, Outdoor, Freizeit usw. Er hat einen klassischen 35 Stunden Job (was ok ist) und damit viel mehr Freizeit als ich, da er auch keine Verpflichtungen (Haushalt) hatte.
Die letzten Monate waren geprägt von ständig neuen Antiaging Produkten, Haarwachstumsmitteln, Dauerausflügen seinerseits mit dem Sohn und irgendwelchen Kolleginnen und Bekannten (wbl.), weil er da die Bewunderung als toller Vater und sportlicher Mann bekam. Er weiß, dass ich Wandern hasse und konnte sich somit komplett entziehen.
Er hat die Trennung monatelang komplett geplant, erzählt aber jetzt im Bekanntenkreis, dass es spontan war und er gar nichts dafür kann, weil ich ja so schwierig sei und man mit mir nicht wandern könne und ich so introvertiert sei. Ehrlich gesagt stimmt nur das Wandern. Ich mag einfach keine Höhe. Ich habe mich von ihm nur in eine Ecke jahrelang drängen lassen, damit er sich besser fühlt. Ich wusste zum Schluss selbst nicht mehr, wer ich bin und wie ich bin. Das finde ich jetzt gerade erst wieder heraus. Beruflich habe ich viele Kontakte, viel mit Menschen zu tun und da nie irgendwie Schwierigkeiten, viele sprechen mit mir, weil sie Ratschläge haben wollen oder sich einfach mal ausheulen wollen. Ich bin der klassische ruhende Pool bei Problemen (normaler Weise).
Ich habe mich jahrelang klein gehalten, nie gestritten, um ihn zu schonen, ihn machen lassen, akzeptiert, dass er mich nach außen hin als problematisch darstellt, den Haushalt allein gemacht. Warum bringt mich die Trennung denn dann immer noch innerlich so um? Warum kann ich mich nicht ablösen und wie kann man das?
Er zieht einfach nicht aus, weil das für ihn so bequem ist, sortiert aber jeden Tag irgendwelche Dinge aus, räumt um und weg. Das ist wie ein Tod auf Raten für mich. Jeden Tag.
Ich will nicht ausziehen, um die Kinder nicht aufzugeben und weil ich mein Zuhause nicht so schnell aufgeben will. Am liebsten würde ich mir die Bindung mit Gewalt aus mir heraus reißen, aber wie?
Wenn es konfus klingt, ich bin momentan nicht ganz auf der Höhe.
Bin dankbar für jeden Tipp.