Moody
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Nur ganz kurz: Wir, 26 Jahre jung und seit fast 8 Jahren zusammen, davon 7 Jahre zusammenlebend haben vom Abi bis Studium und Berufseinstieg alles zu zweit geschafft. Sie sagte mir kurz vor Weihnachten, dass sie sich ihrer Gefühle zu mir nicht mehr sicher sei. So fing die Krise an, die ihren Ursprung schon viel früher hatte.
Ca. zwei Monate habe ich also versucht ihre Gefühle für mich wieder hervorzuholen. Damit meine ich ganz besonders die Gefühle, die man als Partner für den anderen hat. Menschlich und als Person liebt sie mich.
Durch ihren Job ist sie nur am Wochenende hier mit mir in unserer Wohnung. Unter der Woche lebt sie in einer WG mit einem anderen Mädel.
Ihr Job stresst sie sehr und sie hatte laut ihrer Aussage nie Zeit sich wirklich Gedanken über ihre Gefühle machen zu können. Ich muss noch dazu sagen, dass sie Entscheidungen hasst und sich nie für das eine oder andere entscheiden kann. Egal bei was.
Sie hat sich seit Weihnachten den Kopf zerbrochen und wollte krampfhaft versuchen sich zu ergründen und herauszufinden ob es noch Liebe, oder nur noch Freundschaft ist. Ich habe am Wochenende versucht ihr alles zu geben, was ihr früher so gefehlt hat. Sie konnte meine Gefühle nur schwer erwidern. Es tat ihr immer so weh mir das nicht entgegenbringen zu können. Das hat sie nach ihren Aussagen noch mehr unter Druck gesetzt. Auch war es für sie schwer mir abnehmen zu können, dass ich mich so schnell um 180 Grad gedreht habe. Sie will nicht, dass ich mich für sie ändere und ein anderer Mensch werde. Aber ehrlich gesagt bin ich einfach nur erwachsener und reifer geworden. Ich bin froh in meiner neuen Haut.
Dieser "Schwebezustand", während dem ich immer versucht habe gute Mine zu machen, ging bis letzten Freitag 03.05. Wir waren in den zwei Monaten sogar zusammen im Urlaub. Es fühlte sich so kalt neben ihr an. Kein "Ich liebe dich.", nichts. Es tat mir so unglaublich weh. Wir haben in dieser Zeit auch viel miteinander gesprochen. Sie konnte auch Vergangenes einfach nicht vergessen und das machte sie wütend. Auf mich und sich selbst. Ich habe in den letzten Wochen ernsthaft überlegt einen Schlussstrich zu ziehen, da die Beziehung uns beiden nur noch weh tat. Aber ich liebe sie noch so sehr, dass es mir nicht leicht gefallen wäre. Trotzdem merkte ich wie etwas in mir auf eine Entscheidung drängte.
Freitag kam sie also und ich holte sie vom Bahnhof ab. Sie war wie zuvor ein wenig distanziert. Daran hatte ich mich schon gewöhnt. Zu Hause habe ich sie umarmt und geküsst. Ich hatte sie so vermisst über die Woche. Sie sah mich an und fragte ob ich noch glücklich sei. Ich wusste was das hieß. Ich sagte ihr, dass ich im Moment in diesem Zustand alles andere als glücklich bin. Sie erwiderte. Ich stand da und fragte ob sie jetzt mit mir Schluss macht. Sie konnte nichts antworten. Ich war wie versteinert. Ich konnte nichts mehr fühlen. ich habe nur am ganzen Körper gezittert. Sie weinte. Ich wollte gehen. Irgendwohin. Sie wollte mich nicht so gehen lassen. Dann wollte sie gehen. Aber auch ich wollte sie in diesem Zustand nicht gehen lassen. Wir redeten und sie weinte. Ich konnte einfach nicht weinen. Das war so fürchterlich. Wir kamen dann auf die "tolle" Idee noch ein letztes schönes Wochenende miteinander zu verbringen. Als richtiges Paar. Ich wusste, dass es alles noch schlimmer machen würde, aber ich hätte alles für eine Sekunde mehr auf mich genommen.
Wir verbrachten das nach unserer beider Meinung beste Wochenende im letzten dreiviertel Jahr. Wir redeten, wir waren liebevoll, wir weinten bitterlich, wir trösteten uns gegenseitig. Sie sagte mir wie wichtig ich ihr bin. Ich, dass ich sie liebe und das alles nicht will. Sie konnte mir wieder Gefühle und Nähe entgegenbringen. Das hat sie so sehr gewundert, dass sie immer wieder fragte, ob sie gerade einen riesen Fehler begeht und sie einfach nur nicht mehr sieht was sie eigentlich will. Sie ist so durcheinander im Moment, dass ich glaube sie würde nie einschätzen können, ob sie mich liebt oder nicht. Ich wusste nicht wie ich ihre Nähe bewerten sollte und war einfach nur verzweifelt. Sie sagte, dass sie noch gar nicht glauben kann, dass ich jetzt weg bin und wir uns nie wieder sehen werden.
Sie fragte mich ob wir das wirklich machen sollen und ich sagte, dass es wahrscheinlich noch Jahre so weitergehen würde Das würde uns nichts bringen, nur noch mehr Schmerz. Ich sagte, dass es vielleicht so klappt und sie durch die Trennung realisiert was sie verliert und dann endlich merkt das sie mich noch liebt. Sie hat auch immer wieder gesagt, wie viel Angst sie hat in drei Wochen oder Monaten zu merken, dass sie mich liebt und ich sie aber nicht mehr will. Ich hab ihr gesagt, dass ich mich nicht Jahre für sie emotional warmhalten kann. Das würde mich zerreißen. Sie verstand das und deswegen hatte sie auch solche Angst. Sie schwor mir um mich zu kämpfen, so wie ich jetzt wenn sie es merkt. Ich wusste, dass diese Aussage mich noch quälen würde, da es eine Hintertür ist, die mich hoffen und warten lässt.
Ich sagte, dass ich mir nächste Woche eine Wohnung suchen werde und so schnell wie möglich hier raus will. Die Erinnerungen in der gemeinsamen Wohnung machen einen fertig. Sie will erstmal in der WG bleiben. Es wäre auch nicht gut wenn wir uns jetzt sehen würden. Alles wäre wieder beim Alten. Es muss sich einfach was ändern.
Montag habe ich dann nach Wohnungen geschaut und gleich eine passende gefunden. Nun warte ich auf den Mietvertrag und kann Ende des Monats ausziehen.
Es fühlt sich alles so falsch an. Alle unsere Freunde haben mir gesagt, dass es richtig so ist. Denn nur so würde sie endlich begreifen was sie gerade verliert. Dennoch bin ich gerade so am Boden.
Ich habe ihr am Dienstag per Telefon davon erzählt. Sie konnte es glaube ich nicht realisieren. Ich habe, obwohl ich das nicht wollte gefleht dass wir das nicht machen sollen. Sie war wieder verunsichert und fragt ob sie jetzt am Wochenende doch nach Hause kommen soll. Ich wusste das es falsch wäre und habe gesagt, dass es uns nicht weiterbringen würde. Sie erzählte mir von unserem gemeinsamen Bild auf ihren Nachttisch und von dem Plüschhasen den ich ihr zu Ostern geschenkt hatte. Und das sie weint wenn sie die beiden Dinge anschaut. Sie hätte mich gerne in den Arm genommen. Ich fragte, wie ich das jetzt verstehen solle. und sie sagte, sie wisse es nicht. Sie ist gerade so leer und kann keinen klaren Gedanken fassen.
Ich bin so verzweifelt weil ich nun nichts mehr machen kann. Sie weiß, dass ich sie liebe. Ich habe gekämpft bis ich nicht mehr konnte. Nun liegt es an ihr.
Ich weiß, dass ich jetzt abschließen muss um weiterzuleben. Aber ich warte insgeheim sehnlichst darauf, dass sie zurückkommt und mir sagt, dass alles ein Fehler war.
Was ist da letztes Wochenende passiert. Sie wollte mich nicht warmhalten oder ausnutzen. Wir haben das ganz klar angesprochen. Keiner will den anderen verletzen. Wir lieben uns auch als Menschen. Und diese Beziehung ist nach wie vor intakt. Ich kann ihr aber nicht nur als Freund gegenübertreten. Deshalb kann ich sie nie wieder sehen, sollten wir nicht wieder zusammen kommen.
Ich würde ihr am liebsten jeden Tag schreiben und ihr sagen wie sehr sie mir fehlt und ich sie liebe. Es tut so weh nichts mehr machen zu können.
Im Moment geht es auf und ab. Ich kann gerade nichts fühlen. Bin so leer und lustlos. Ich denke nur an sie. Der Gedanke daran sie in den Armen eines anderen zu sehen bringt mich um. Ich habe nur noch Kopfkino.
Denkt ihr, dass sie durch die Distanz zu mir nun endlich aufwacht? Ich war immer da, immer erreichbar für sie. Ich hoffe einfach, dass sie merkt was sie da verliert.
Ich hoffe der Text liest sich verständlich. Ich bin grad einfach durch den Wind
