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Nach der Trennung wieder enger Kontakt zur Ex und jetzt

Pyke

Pyke
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Ich (26M) habe mich vor ein paar Monaten von meiner ersten Freundin (25W) getrennt. Wir waren zweieinhalb Jahre zusammen und sie war meine erste richtige Partnerin überhaupt. Die Beziehung hatte viele schöne Momente, aber auch viele schwierige Dynamiken. Sie war oft sehr emotional und impulsiv, hat sich schnell in Dinge reingesteigert und ich hatte oft das Gefühl, für ihre Emotionen verantwortlich zu sein und sie emotional „runterholen“ zu müssen. Gleichzeitig mochte ich aber auch genau diese emotionale Nähe zwischen uns.
Mein großes Problem war wahrscheinlich, dass ich meine eigenen Zweifel und Probleme fast nie richtig angesprochen habe. Sie hat ihre Probleme meistens offen kommuniziert, ich dagegen habe vieles mit mir selbst ausgemacht und Konflikte eher vermieden. Das lag aber auch daran, dass ich oft das Gefühl hatte, dass sie Kritik oder Probleme sehr schnell persönlich nimmt und Gespräche darüber emotional eskalieren könnten. Dadurch hatte ich oft nicht das Gefühl, wirklich ruhig und offen mit ihr über meine Zweifel sprechen zu können, sondern habe vieles eher runtergeschluckt. Trotzdem habe ich innerlich immer mehr gezweifelt, ob sich eine Beziehung nicht irgendwie „richtiger“ anfühlen müsste. Da sie meine erste Freundin war, wusste ich oft selbst nicht, ob diese Zweifel normal sind oder ob sie wirklich etwas über die Beziehung aussagen.
Irgendwann habe ich ziemlich abrupt Schluss gemacht. Das Gespräch war aber trotzdem sehr respektvoll und emotional. Wir haben ungefähr 5–6 Stunden geredet und beide viel geweint. Sie war damals sehr traurig und meinte sogar, dass wir es vielleicht nochmal versuchen sollten. Ich habe ihr daraufhin aber gesagt, dass ich ihr keine falschen Hoffnungen machen möchte, weil ich selbst zu unsicher war. Trotzdem sind wir insgesamt im Guten auseinandergegangen.
Sie meinte damals auch direkt nach der Trennung, dass sie mich auf jeden Fall nochmal sehen möchte. Ich habe ihr daraufhin gesagt, dass sie sich einfach melden soll, wenn sie dafür bereit ist, weil ich nicht wusste, wie sie emotional damit umgeht und ich nichts bei ihr kaputt machen wollte. Danach hatten wir ungefähr zwei Monate keinen richtigen Kontakt.
Nach der Trennung ging es mir erst ziemlich schlecht, danach aber eigentlich wieder deutlich besser. Ich habe viel mit Freunden gemacht, war unterwegs und hatte das Gefühl, dass die Trennung langfristig wahrscheinlich richtig war. Erst als sie sich nach ungefähr zwei Monaten wieder gemeldet hat, um Sachen auszutauschen, kamen bei mir wieder stärkere Gefühle und Unsicherheiten hoch.
Wir haben uns dann getroffen, um unsere Sachen auszutauschen, und dabei ungefähr zwei Stunden geredet. Das Gespräch war insgesamt sehr ruhig, vertraut und eigentlich auch schön. Wir haben beide gesagt, dass wir uns als Menschen immer noch sehr wichtig sind und insgesamt sehr positiv auf die Beziehung zurückgeschaut. Sie meinte sogar, dass sie noch nie so eine gute Beziehung hatte wie mit mir. Auch ich habe viele schöne Seiten der Beziehung angesprochen und wir haben beide eher mit Wärme und Wertschätzung auf die gemeinsame Zeit zurückgeblickt.
Gleichzeitig meinte sie aber auch, dass sie nach der Trennung eigentlich nur ungefähr drei Tage wirklich traurig war und es ihr danach wieder gut ging. Außerdem meinte sie, dass sie mir sogar dankbar sei, dass ich Schluss gemacht habe, weil sie gegen Ende der Beziehung selbst auch nicht mehr wirklich glücklich gewesen sei und es ihr jetzt insgesamt besser gehe. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich getroffen, weil ich emotional deutlich länger damit zu kämpfen hatte und teilweise immer noch habe. Gleichzeitig weiß ich aber auch nicht genau, ob sie dabei komplett ehrlich war oder ob sie sich selbst vielleicht auch schützen wollte.
Während des Gesprächs habe ich dann auch versucht anzusprechen, dass ich vielleicht einen Fehler gemacht habe, weil ich in der Beziehung nie richtig über meine Probleme gesprochen habe und ihr vielleicht nie wirklich die Chance gegeben habe, mit mir gemeinsam an Dingen zu arbeiten. Darauf hat sie aber eher abgeblockt und meinte nur sowas wie „Das ist jetzt Vergangenheit“, „Daran kann man jetzt eh nichts mehr ändern“ und auch, dass das ja nicht ihre Schuld gewesen sei. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass sie mir sehr zeigen wollte, wie glücklich und abgeschlossen sie inzwischen ist. Deshalb weiß ich bis heute nicht genau, ob sie emotional wirklich komplett abgeschlossen hat oder ob sie sich einfach selbst schützt und nichts mehr aufmachen wollte.
Was mich zusätzlich verwirrt: Direkt bei diesem Treffen meinte sie sofort, dass wir Freunde bleiben können. Sie meinte, ich soll ihr Snaps vom Konzert schicken, auf das ich danach gegangen bin, hat vorgeschlagen, dass wir zusammen shoppen gehen könnten, und hat mich auch eingeladen, mit gemeinsamen Freunden feiern zu gehen. Seitdem schicken wir uns außerdem fast täglich Sprachnachrichten und erzählen uns wieder relativ viel aus unserem Alltag.
Gleichzeitig haben wir beide bei dem Gespräch gesagt, dass wir wahrscheinlich Probleme damit hätten, den anderen mit jemand Neuem zu sehen. Sie meinte, dass sie Probleme hätte, mich mit einem anderen Mädchen zu sehen, und ich habe ihr gesagt, dass es für mich genauso schwer wäre, sie mit einem anderen Typen zu sehen. Außerdem haben wir beide gesagt, dass wir gerade eigentlich keine neue Beziehung suchen oder wollen. Gleichzeitig meinte sie aber auch, dass so ein enger Kontakt oder eine Freundschaft wahrscheinlich nur so lange funktioniert, bis irgendwann jemand Neues im Leben ist oder jemand wieder in einer Beziehung ist. Und eigentlich sehe ich das genauso. Genau deshalb finde ich die ganze Situation manchmal etwas widersprüchlich und weiß nicht genau, wie sinnvoll dieser enge Kontakt langfristig wirklich ist.
Deshalb bin ich gerade emotional ziemlich verwirrt. Einerseits glaube ich nicht, dass ich die Beziehung in ihrer alten Form zurückwill, weil ich lange unglücklich war und viele Zweifel hatte. Andererseits frage ich mich manchmal, ob ich die Beziehung zu früh aufgegeben habe, weil ich nie wirklich offen über meine Probleme gesprochen habe.
Zusätzlich kann ich überhaupt nicht einschätzen, wie sie wirklich fühlt. Einerseits wirkt sie sehr abgeschlossen und stark, andererseits sucht sie aktiv Kontakt und wirkt emotional wieder ziemlich nah. Deshalb frage ich mich manchmal, ob sie wirklich nur Freundschaft möchte oder ob da vielleicht doch noch Gefühle sind — oder ob ich einfach zu viel hineininterpretiere.
Ich weiß gerade ehrlich gesagt nicht genau, ob mir dieser Kontakt langfristig wirklich guttut oder ob ich dadurch emotional wieder mehr reingezogen werde. Gleichzeitig fühlt sich der Kontakt aber auch wieder sehr vertraut und schön an, weil sie mir als Mensch immer noch unglaublich wichtig ist und ich es eigentlich schön finde, dass wir noch so offen und gut miteinander reden können.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit so einer Dynamik nach einer Trennung gemacht?

#1


GarstigeGräte
Zitat von Pyke:
weil sie mir als Mensch immer noch unglaublich wichtig ist und ich es eigentlich schön finde, dass wir noch so offen und gut miteinander reden können.

Vermutlich wird es ihr ja genau so gehen.

Um ehrlich zu sein glaube ich nicht, dass sie noch tiefere Gefühle für dich hegt. Als Mensch mag sie dich sicherlich noch und - der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Auch für sie fällt die Routine, die Gewohnheit abrupt weg. Durch den Kontakt halten fühlt sich der Verlust nicht so endgültig an.

Und indirekt hat sie es ja schon gesagt: Sobald ein neuer Partner im Spiel ist, ist es vorbei mit dem engen Kontakt. Dann "braucht" sie dich nicht mehr, weil da ein anderer ist, der den Verlust ausgleicht.
Klingt berechnend, aber das muss ihr nicht einmal bewusst sein. Ich würde ihr da nicht unbedingt Vorsatz unterstellen.

Aber wie auch immer: Im ständigen Kontakt mit ihr kannst du die Trennung nicht verarbeiten, weil er, also der Kontakt, jedes Mal die Wunde wieder neu aufreisst.
Du merkst doch selbst, dass dich der Kontakt emotional belastet.

Ich würde in den NoContact gehen, und irgendwann, wenn du über die Trennung hinweg bist, könnt ihr immer noch schauen, ob man sich noch einmal freundschaftlich annähert. Oft hat man aber, sobald man über den Verlust hinweg ist, gar kein Interesse mehr daran, mit dem oder der Ex befreundet zu sein.
In den meisten Fällen ist der Wunsch nach "Freunde bleiben" so kurz nach der Trennung unterbewusst nur ein nicht Loslassen wollen, weil man den anderen noch liebt und "nicht ganz" verlieren will.

x 1 #2


A


Nach der Trennung wieder enger Kontakt zur Ex und jetzt

x 3


ElGatoRojo
Zitat von Pyke:
ob sich eine Beziehung nicht irgendwie „richtiger“ anfühlen müsste. Da sie meine erste Freundin war, wusste ich oft selbst nicht, ob diese Zweifel normal sind oder ob sie wirklich etwas über die Beziehung aussagen.

Mit 24 bist du ein wenig spät angefangen und offenbar hat deine Freundin da einen gewissen Handling-Vorsprung gehabt. Es gibt manche Frauen, da redet man lieber, statt zu schweigen. Vielleicht ist sie eine von denen. Mach dir nichts daraus. Jeder hat diese Lernprozesse hinter sich.
Zitat von Pyke:
Außerdem meinte sie, dass sie mir sogar dankbar sei, dass ich Schluss gemacht habe, weil sie gegen Ende der Beziehung selbst auch nicht mehr wirklich glücklich gewesen sei und es ihr jetzt insgesamt besser gehe.

Klare Aussage. Sie findet dich sicher nett und mag dich -- aber offenbar hast du sie nicht umgehauen. Und - Du hast Schluss gemacht. Also bleibe Herr der Situation und laufe ihr bei solchen Aussagen nicht hinterher.
Zitat von Pyke:
Was mich zusätzlich verwirrt: Direkt bei diesem Treffen meinte sie sofort, dass wir Freunde bleiben können.

Das braucht dich nicht zu verwirren. Viele Frauen finden es trotz Trennung sinnvoll, wenn du noch zu ihrer Verfügung da bist - nicht mehr für Sex, aber so sonstige Unterhaltung oder Dienstleistung. Warum auch nicht -- wenn du da mitmachst, ist es deine Entscheidung. Du läufst aber Gefahr, emotional an ihr hängen zu bleiben, wenn du in ihrem Orbit verharrst. Also prüfe, ob du nicht besser klar kommst, wenn du den Kpontakt mit ihr ganz abbrichst. Spätestens dann, wenn sie einen Neuen hat, könnte es emotiional schwierig für dich werden.

x 1 #3


Worrior
@Pyke
Das war jetzt Deine erste feste Beziehung.
Offenbar bist Du an kein leichtes Exemplar geraten?
Du warst überfordert und auf mich macht es den Eindruck dass Euere Mentalitäten und Euere Art zu leben nicht ganz zusammen passte?
Das habt ihr wohl Beide bemerkt!?
Natürlich ist es traurig dass es nicht geklappt hat aber sowas passiert.
Ihr seid aber beide mit erhobenem Haupt und Handschlag auseinander.
Ihr habt schöne Erinnerungen und wertschätzt Euch.
Ok wenns zu Ende einer Beziehung zugeht wird es immer etwas komisch.
Geht erst mal auf Distanz dass ihr Euch beide beruhigt.
Wer weiß was noch kommt?
Stürze Dich aber nicht in falsche Hoffnungen.

Deine Ex ist vielleicht etwas aufgedreht und chaotisch aber anständig.
Stell Dir vor Du wärst an ein toxisches Exemplar geraten welches auf Deinen Gefühlen rumgetrampelt wäre und Dich betrogen hätte?
Du wärst absolut negativ geprägt worden und die Belastung bis zur Normalisierung wäre viel höher gewesen

x 1 #4


Brennessl
lieber @Pyke !

Zitat von Pyke:
Mein großes Problem war wahrscheinlich, dass ich meine eigenen Zweifel und Probleme fast nie richtig angesprochen habe.


dann tu das doch jetzt. versuch aus diesem alten muster rauszukommen und sprich deine zweifel und gefühle offen und ehrlich an.

Zitat von Pyke:
Genau deshalb finde ich die ganze Situation manchmal etwas widersprüchlich und weiß nicht genau, wie sinnvoll dieser enge Kontakt langfristig wirklich ist.
Deshalb bin ich gerade emotional ziemlich verwirrt.


dann sag ihr das. überhaupt weil es total verständlich ist in deiner lage verwirrt zu sein.

abgesehen davon finde ich 2 monate verarbeitungszeit noch nicht viel. das hat wahrscheinlich nicht ausgereicht, ihr seid wohl beide noch zu emotional.


und weißt du, ich nehme ihr ihre coolheit die trennung betreffend nicht so ganz ab. 3 tage ein bisschen traurig nach 2einhalb jahren beziehung, tut leid, das halte ich für schmafu.

natürlich kann ich mich irren und sie ist vielleicht wirklich so abgeklärt, so ganz glauben kann ich das allerdings nicht. möglicherweise ist das ihre art zu verarbeiten, dass du derjenige warst der alles beendet hat.


Zitat von Pyke:
Gleichzeitig meinte sie aber auch, dass so ein enger Kontakt oder eine Freundschaft wahrscheinlich nur so lange funktioniert, bis irgendwann jemand Neues im Leben ist oder jemand wieder in einer Beziehung ist. Und eigentlich sehe ich das genauso.


und das ist für mich das zeichen, dass ihr beide noch nicht für eine freundschaft bereit seid.

ihr könnt beide noch nicht so recht loslassen kommt mir vor. und das meine ich in keinster weise verurteilend, im gegenteil ich finde das normal.

ich denke ihr seid gerade in der phase wo wieder ein zusammenrücken stattfindet, allerdings auf keiner guten, weil unausgesprochenen basis. was ich meine, ihr seid (wahrscheinlich) gleichermaßen verwirrt und unsicher.


ich hab das in jungen jahren mit einem ex auch duch. immer wieder angebahnt, immer wieder getroffen, irgendwann auch x-mal im bett gelandet, usw. ich hatte totales chaos im kopf, dachte es wird wieder, bis ich ihn mit einer anderen frühstücken gesehen hab. und das war echt schirch. das willst du dir nicht antun.

also passt auf wo ihr da reingeratet.


noch was: ich bin total pro eine freundschaft mit expartnern zu führen, allerdings erst wenn dem anderen eine neue liebe auch gegönnt werden kann. dann ist es wunderbar und erfüllend. so zumindest meine erfahrung.

x 1 #5


Pyke
Das ist ja genau das, was mich so verwirrt. Ich habe beim Treffen, als wir unsere Sachen ausgetauscht haben, tatsächlich versucht, über meine Fehler und unsere Probleme zu reden. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich viel früher hätte offen über meine Zweifel und Gefühle sprechen müssen.

Aber sie war dabei extrem abblockend und wollte da irgendwie gar nicht richtig drüber reden. Es kamen eher Aussagen wie „Das ist jetzt Vergangenheit“, „Kann man eh nicht mehr ändern“ oder auch „Das ist ja nicht meine Schuld“. Deshalb bin ich gerade so unsicher, weil ich einerseits das Gefühl hatte, dass sie emotional komplett abgeschlossen und dicht gemacht hat, andererseits aber sofort wieder sehr offen für Kontakt und sogar Freundschaft war. Das passt für mich irgendwie nicht ganz zusammen und genau das verwirrt mich so.

#6


Ragna
Zitat von Pyke:
Das ist ja genau das, was mich so verwirrt. Ich habe beim Treffen, als wir unsere Sachen ausgetauscht haben, tatsächlich versucht, über meine ...

Du, normal, ersten hat sie dich so ein wenig unter "Kontrolle" und zweitens, man benötigt immer jemanden, der da ist wenn Not am Mann ist und hier konkret, Reifen Wechsel, Umzug, was schweres transportieren oder Renovierungsarbeiten, Fahrdienst oder vielleicht ein gutes Essen.

#7


Brennessl
Zitat von Pyke:
eshalb bin ich gerade so unsicher, weil ich einerseits das Gefühl hatte, dass sie emotional komplett abgeschlossen und dicht gemacht hat, andererseits aber sofort wieder sehr offen für Kontakt und sogar Freundschaft war.

vielleicht ist sie auch schon so weit, das lässt sich von außen schwer beurteilen.

dich aber lässt es verwirrt zurück und auf dich musst du schauen, nicht auf sie.


Zitat von Pyke:
Aber sie war dabei extrem abblockend und wollte da irgendwie gar nicht richtig drüber reden.


dann will sie wohl an der oberfläche bleiben und nur locker-lässig mit dir kommunizieren.

die frage ist: willst du das?

und denkst du du kannst auf dieser basis eine freundschaft haben?


ich will jetzt nicht unken, aber vielleicht will sie dich auch verwirren? gibt ja so menschen die komische spielchen treiben. die geben sich dann betont locker und abgeklärt, weil sie glauben damit etwas bestimmmtes zu erreichen.


an deiner stelle würd ich ihr sagen, dass du mit dem freundschaftlichen kontakt noch warten willst. dass es dir zu früh ist.

was möchtet du denn wenn du tief in dich reinhorchst?

#8


GarstigeGräte
@Pyke

Naja, weisst du, selbst wenn sie noch tiefere Gefühle für dich hätte, heisst das nicht automatisch, dass sie noch einmal eine Beziehung mit dir möchte.

Man kann jemanden lieb haben oder lieben und trotzdem feststellen, dass man nicht zueinander passt. Liebe allein reicht nicht, um eine Beziehung zu führen. Ihr ward zum Schluss beide unglücklich in der Beziehung und das hatte seine Gründe. Ich vermute, ihr ist einfach klar, dass es nicht hinhaut, kann aber auch nicht ganz loslassen.

Ich verstehe total, dass dich ihr Verhalten hoffnungsvoll zurück lässt. Ich habe das Gleiche mit meinem Forengrund durch. Noch 6 Monate nach der Trennung haben wir uns ständig getroffen, haben Ausflüge gemacht, er sagte mir immer wieder, dass er mich noch liebt; hatte zum Schluss sogar vorgeschlagen, dass wir zusammen ziehen. Und ein paar Wochen später hatte er eine andere, während ich geglaubt habe, wir kriegen das wieder hin.
Aber für ihn ist zu viel vorgefallen. Tief im Inneren wusste er, dass das mit uns nicht passt, konnte aber nicht loslassen, weil man Gefühle auch nach einer Trennung nicht einfach auf Knopfdruck abschalten kann.

Deswegen ist Abstand das Beste, was ihr in eurer Situation machen könnt. Der ständige Kontakt, ohne dass es voran geht, hält dich emotional fest. Du hast selber festgestellt, dass es dir anfänglich mit No Contact besser ging. Trauern gehört dazu, aber diese emotionale Achternbahnfahrt aus Hoffnung und Ungewissheit macht dich nur kaputt.

x 1 #9


hotte
@Pyke

das was du durchmachst ist für bestimmte Personengruppen "normal" bzw. es gibt viele Menschen die das so erleben wie du es tust. Ich selbst bin so ein exemplat. Nach der Trennung kein Kontakt und alles wurde gut. Dann wieder sehr enger Kontakt und es kamen Zweifel bis ich erkannt habe was abgeht. Also wieder eine Weile kein Kontakt und es wurde wieder besser.. Jetzt ab und an loser Kontakt aber ich merke wie es mich jedes mal noch emotional aufwühlt.

Ich habe sehr viel gelesen und kenne auch deine Handlungsweise. Keine Grenzen aufzeigen aus Sorge vor der Reaktion. Ich möchte dir gerne ein Buch ans Herz legen.... "Nie mehr Mr. Nice Guy" von Glover. Lass dich von dem Titel nicht irritieren und gib dem Buch eine Chance. Es geht darum für sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse einzustehen OHNE dabei in das extreme Gegenteil umzufallen.

Bei mir war es zum Beispiel so das ich eher gesagt habe "Du hast doch bestimmt Lust dies und das zu machen" anstatt das ich gesagt habe "Ich habe Lust dies und das zu machen, kommst du mit?". Das mag im geschriebenen eine Kleinigkeit sein aber wenn man(n) nur danach bestrebt ist die Wünsche der Frau zu erfüllen, bleiben die eigenen oftmals auf der Strecke und man(n) verlent genau diese zu äußern was bedeutet das man der Frau die Möglichkeit nicht die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Was also auf den ersten Blick total "nett" aussieht ist in Wahrheit eine langfristige Herausforderung in einer Beziehung. (Bevor es zum Aufschrei kommt, das geht auch anders rum, also es gibt Frauen die verlernen ihre Bedürfnisse zu äussern etc...)

#10


Pyke
Wir haben jetzt seit ein paar Tagen auch keinen Kontakt mehr. Sie hat auf meine letzte Nachricht nicht mehr geantwortet, was aber eigentlich okay ist, weil das Gespräch damit irgendwie sowieso beendet war. Deshalb denke ich jetzt auch nicht die ganze Zeit „Warum antwortet sie nicht mehr?“.

Ich habe für mich jetzt einfach entschieden, dass ich mich erstmal nicht mehr bei ihr melden werde. Nicht aus Trotz oder Spielchen, sondern weil ich merke, dass mir der Kontakt emotional gerade eher Unruhe bringt. Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass sie sich nochmal aktiv melden wird, weil sie dafür einfach zu stolz ist.

Ich werde ihr jetzt aber auch keinen extra Text schreiben von wegen „Der Kontakt tut mir nicht gut“ oder „Ich will jetzt Abstand“, sondern ich lasse das einfach erstmal so stehen. Falls sie sich irgendwann nochmal melden sollte, würde ich wahrscheinlich erst dann ehrlich sagen, dass mir weiterer Kontakt aktuell eher nicht gut tut.

Was mich die ganze Zeit verwirrt hat: Ich habe beim Treffen wirklich versucht, über unsere Probleme und meine Fehler zu reden. Ich habe angesprochen, dass ich viel früher offener hätte kommunizieren müssen. Aber sie wollte darüber eher nicht sprechen und hat sehr abgeblockt. Deshalb sehe ich das mittlerweile auch irgendwo als Zeichen, dass ich die Sache nicht weiter zerdenken sollte.

Ich glaube mittlerweile auch, dass ihr das Ganze mit der Trennung und dem Kontrollverlust sehr wehgetan hat. Sie ist generell ein Mensch, der gerne Kontrolle über Situationen hat, und ich glaube, dass es für sie schwer war, dass ich die Beziehung beendet habe und sie darüber keine Kontrolle hatte. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass ihr das Treffen und der Kontakt danach vielleicht auch geholfen haben, dieses Gefühl von Kontrolle wieder zurückzubekommen.

Natürlich tut es weh zu hören oder das Gefühl zu haben, dass sie jetzt so gut alleine klarkommt. Gleichzeitig muss ich aber auch ehrlich sagen, dass mein größter Schmerz nach der Trennung am Anfang gar nicht war, sie zu verlieren, sondern die Angst, ihr sehr wehgetan zu haben. Deshalb bin ich irgendwo auch froh, wenn es ihr wirklich besser geht.

Meine Schwester hat mich jetzt auch nochmal daran erinnert, wie sehr ich die Trennung damals eigentlich wollte und wie stolz und erleichtert ich danach erstmal war, dass ich es geschafft habe, mich zu trennen. Ich glaube, durch das Wiedersehen und den Kontakt danach habe ich das ein bisschen vergessen. Die Beziehung hatte schöne Seiten und sehr viel Nähe, aber sie hatte eben auch viele schwierige und für mich teilweise toxische Dynamiken. Und ich war eigentlich von Anfang an oft unsicher und habe immer wieder gezweifelt, ob ich wirklich glücklich in der Beziehung bin.

Wahrscheinlich ist es nach einer Trennung einfach normal, dass man irgendwann vor allem die schönen Seiten im Kopf hat und die schwierigen Dinge emotional etwas verdrängt.

Und danke auf jeden Fall für die lieben Worte und die Hilfe hier im Thread. Das hat mir tatsächlich geholfen, meine Gedanken ein bisschen besser einzuordnen. Und das Buch werde ich mir auf jeden Fall mal anschauen.

x 1 #11


hotte
@Pyke

Zitat von Pyke:
Ich werde ihr jetzt aber auch keinen extra Text schreiben von wegen „Der Kontakt tut mir nicht gut“ oder „Ich will jetzt Abstand“, sondern ich lasse das einfach erstmal so stehen. Falls sie sich irgendwann nochmal melden sollte, würde ich wahrscheinlich erst dann ehrlich sagen, dass mir weiterer Kontakt aktuell eher nicht gut tut.

Das würde ich an deiner Stelle anders handhaben. Du gibst die Kontrolle ab und überlässt es ihr ob ihr Kontakt habt oder nicht. Die für mich wichtigsten Lektion aus dem Buch war klar zu kommunizieren was ich wirklich möchte. Wenn du also den Kontakt nicht mehr haben möchtest dann teil ihr das mit. Ich habe meiner Ex kommuniziert das ich den Kontakt auf rein sachlicher Ebene haben möchte (die Scheidung ist noch nicht, wegen dem Hund gibts dinge zu klären, ganz ohne Kontakt ist schwer), das hat relativ gut funktioniert. So habe ich klar geäussert was ich wollte aber keine verbrannte Erde hinterlassen (also sie nicht blockiert oder so). Du darfst die Zügel für dein Leben in deine eigenen Hände nehmen. Und denk daran, nur weil du deine Wünsche äußerst bist du kein schlechter Mensch. Ob andere deine Wünsche respektieren, steht auf einem anderen Blatt aber dann darfst du entscheiden wie du damit umgehen möchtest.

Zitat von Pyke:
Was mich die ganze Zeit verwirrt hat: Ich habe beim Treffen wirklich versucht, über unsere Probleme und meine Fehler zu reden. Ich habe angesprochen, dass ich viel früher offener hätte kommunizieren müssen. Aber sie wollte darüber eher nicht sprechen und hat sehr abgeblockt. Deshalb sehe ich das mittlerweile auch irgendwo als Zeichen, dass ich die Sache nicht weiter zerdenken sollte.

Augenscheinlich seid ihr in unterschiedlichen Phasen der Trennung. Auch das ist ok. Du bist nur für dich Verantwortlich. Wenn Sie dinge nicht möchte, ist das ihr gutes Recht und du darfst entscheiden wie du damit umgehen möchtest (hast du ja schon gesagt, du möchtest keinen Kontakt mehr).

Ein sehr schöner Satz den ich mir selbst immer wieder vorhalte ist "Erfolg hat drei Buchstaben - TUN"

Viel Erfolg.

#12


Pyke
Ich verstehe den Gedanken mit klarer Kommunikation schon und vielleicht wäre das in manchen Situationen auch richtig. Aber bei uns fühlt sich das gerade irgendwie anders an. Ich habe ja beim Treffen eigentlich schon versucht, offen über meine Gedanken, Fehler und Zweifel zu reden, aber sie wollte darüber eher nicht wirklich sprechen und hat da ziemlich abgeblockt.

Deshalb fühlt es sich für mich jetzt komisch an, nach mehreren Tagen Funkstille nochmal extra einen langen „Ich möchte keinen Kontakt mehr“-Text zu schreiben. Vor allem, weil aktuell ja sowieso schon Abstand da ist und ich gerade eigentlich keinen neuen emotionalen Austausch oder neue Diskussionen aufmachen möchte.

Ich glaube auch, dass so ein Text schnell wieder sehr überemotional wirken würde, obwohl gerade eigentlich schon alles ruhig geworden ist. Und ehrlich gesagt wüsste ich auch gar nicht genau, was ich ihr überhaupt noch groß schreiben sollte, ohne damit wieder eine neue Dynamik aufzumachen.

#13


A


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