Joey14
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Ich war gerade 2,5 Monate mit meinem neuen Freund zusammen. Wir haben uns ineinander verliebt und sind sehr schnell zusammengekommen. Nach nur zwei Wochen waren wir gemeinsam im Urlaub, weil wir beide Zeit hatten und sich das irgendwie richtig angefühlt hat. Wir waren echt total verliebt. Danach begann der Alltag. Wir haben eine Fernbeziehung geführt, und 600km liegen zwischen uns. Außerdem hat er einen Job, der eine Beziehung eigentlich kaum möglich macht, erst Recht nicht mit der Entfernung. Aber wir wollten es dennoch versuchen. Ich hab ihn alle zwei Wochen besucht, weil das organisatorisch leichter war (er arbeitete oft bis spät abends und dann hab ich mich halt freitagnachmittag in den Zug gesetzt, weil mein Job flexibler ist) und alles war wirklich ganz toll. Er plante schon, mich seinen Eltern vorzustellen, was mir dann fast ein wenig zu schnell ging.
Dann konnten wir uns vier Wochen lang nicht sehen, weil er keinen einzigen freien Tag hatte. Als wir uns nun wiedergesehen haben, hat er Schluss gemacht. Er habe keine Gefühle mehr für mich und das wäre ihm aufgrund der fehlenden Perspektive klar geworden.
Mich hat das wie aus heiterem Himmel getroffen, ich bin noch völlig in der Verliebtheitsphase drin, konnte es zuerst kaum glauben und hatte gehofft, dass er sich das alles nur einredet, weil er eher der rationale Typ ist und die Umstände durchaus schwierig sind. Haben dann aber nochmal lange geredet und sein Entschluss steht leider fest.
Ich akzeptiere seine Entscheidung, aber kann das alles gar nicht nachvollziehen. Mir ist sowas noch nie passiert. Wenn ich verliebt war, dann ist das nicht innerhalb von ein paar Tagen weg gewesen. So war es wohl bei ihm, er meinte, er habe keine Perspektive gesehen und sich deshalb entliebt. Eben wegen der Entfernung (wobei das nichts ist, was sich nicht hätte ändern lassen können, weil ich an meine jetzige Stadt nicht gebunden bin und eh einen neuen Job suche) und wegen seinem Job. (er muss oft mehrere Wochen ohne freien Tag durcharbeiten... Medienbranche)
Ich bin völlig fertig mit den Nerven, nur am Heulen, kann kaum schlafen, habe eine Woche nichts essen können und jede Ablenkung bringt überhaupt nichts. Ich habe tolle Freunde, die mich ablenken wollen, und einen Job, der mir Spaß macht. Aber das bringt alles nichts. Habe mir jetzt wieder zwei Tage freigenommen, weil ich auf der Arbeit nichts hinkriege und den ganzen Tag kurz vom Heulen bin.
Was mich echt schockiert: Diese Schmerzen sind schlimmer als die Trennung von meinem Freund Anfang des Jahres. Wir waren 18 Jahre zusammen und er hat mich ein Jahr lang mit einer anderen Frau betrogen, mit der er sogar schon zusammengelebt hat. (seine "Mitbewohnerin", er lebte aufgrund seines Jobs vorrübergehend in einer anderen Stadt in einer "WG"). Die Trennung war lange überfällig, ich habe ihn nicht mehr geliebt, aber wir waren trotz alledem immer sehr gute Freunde und das hat mich daher sehr mitgenommen.
Und alles wäre leichter, wenn er plötzlich ein A*** wäre. Aber nein. Er ist super lieb zu mir und möchte unbedingt befreundet bleiben. Das kann ich jetzt natürlich noch nicht. Ich versuche gerade, den Kontakt abzubrechen aber leider schreibe ich ihm trotzdem ständig und er antwortet auch. Und wenn er dann Sachen sagt wie "du kannst dich jederzeit bei mir melden, wenn es dir schlecht geht", dann wünsche ich mir ehrlich gesagt lieber den betrügenden Ex zurück, auf den ich wütend sein kann.
