ysabell
Gast
Zitat:deshalb bin ich auch der meinung, dass ich es irgendwie retten kann.
Kontra hat dazu schon wesentliches geschrieben...
Ich habe noch einen Gedanken dazu weil ich derartige Gedanken/Gefühle von früher kenne.
In Konfliktsituationen mit meinem Süßen, wurde ich manchmal regelrecht panisch.
Das klassische ungesunde Muster: ich dränge, will alles JETZT sofort klären...in mir schreit es gewaltig (ja Kontra, das innere Kind), mein Partner weicht immer weiter zurück.
Beide Seiten verstärken also ihr ungesundes Muster.
Du beziehst Dich zu stark auf ihn, er verbarrikadiert sich. Abwärtsspirale, die Du nur durchbrechen kannst, indem Du (für einen Moment) einmal gar nichts tust.
Es tut Dir verständlicherweise sehr weh, dass er gerade so abweisend ist aber faktisch gibt es gerade keine große Bedrohung. Er ist wieder in einer depressiven abwehrenden Phase.
Und wenn er etwas für sich tun möchte, wird der Impuls von ihm selbst kommen.
Worauf ich aufmerksam machen möchte ist dass Du Dich jetzt gerade wohl in innerer Not befindest, dass es aber gar nicht wichtig ist, jetzt sofort etwas bei ihm bewirken zu müssen. Er sitzt nicht auf einem sinkendem Schiff...und überlebt nur dann, wenn Du jetzt springst und rettest.
Er wird etwas für sich tun oder nicht...Und wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder bei Dir melden. Dafür brauchst Du nichts tun.
Es besteht gar nicht die Notwendigkeit, jetzt sofort zu handeln, etwas zu verändern (eure Beziehung betreffend).
Was Dich so panisch werden lässt, ist vielleicht echt Dein inneres Kind, das Angst hat verlassen zu werden. Bei mir haben diese hysterischen Zustände aufgehört, als ich mich in solchen Situationen voll auf mich konzentriert habe, alle Gefühle, die da so hochkamen allein (oder in Therapie) durchlebt habe, und meinen Liebsten absolut in Ruhe ließ. Dann merkte ich Tage später, dass alles zwar ziemlich traurig ist, es aber gar keinen Beziehungs-Notzustand gab, nichts sofort gerettet werden musste. Zur Ruhe kam ich immer dadurch, dass ich meine Trauer zuließ und weinte...oder was auch immer...Dadurch verschwindet diese innere Not...Ich denke, diese Not entsteht durch einen kurzfristigen Selbstverlust- man nimmt sich selbst gar nicht mehr wahr und ist nur im Überlebensmodus und wie ein Kleinkind auf den Partner fokussiert- von seiner Zuneigung oder Abwendung scheint gefühlt das eigene emotionale Überleben abhängig zu sein. Es kann schon helfen, sich klar zu machen, dass das alles nur im eigenem Kopf geschieht.
Lass einfach mal für einen Moment los und gib Dich Deinen Gefühlen...Deiner Trauer hin, statt auf ihn einwirken zu wollen.