Enidan
Gast
Da ich hier neu bin, erstmal eine kurze Vorstellung:
Ich bin 38, habe mit meinem Mann Kinder, sind seit 11 Jahren zusammen, seit 6 Jahren verheiratet.
Unsere Beziehung war sehr lange harmonisch, sexuell abwechslungsreich. bis die Kinder und andere gemeinsame Verpflichtungen (Haus, etc.) dazu kamen.
Ab da hatten wir viele aufs und abs zu bewältigen- wir lieben uns jedoch sehr, haben wir immer und sind für den anderen auch der Partner zum alt werden.
Die richtig dicke Krise hat uns dann im letzten Jahr erwischt.
Ich habe mich im September von meinem Mann getrennt, er hatte sich der negativ verändert (cholerisch, immer schlecht gelaunt, alles an mir und den Kindern auslassen). das ging schon sehr lange so.
Ist dann im September eskaliert.
Nach der Trennung fiel er in ein Loch, hat damit überhaupt nicht gerechnet und sich "abgelenkt".
Diese Ablenkung war eine Frau, die ihm zu der Zeit gut tat, ihn wirklich erstmal nur durch nette Gespräche und Flirts ablenkte.
Irgendwann lief dann auch mehr.
Dazu muss ich kurz sagen, das mein Mann und ich während der Trennung sehr, sehr offene und innige Gespräche geführt haben- auch über Lust, Liebe und unsere Einstellung zur sexuellen treue.
Ich bin da längst nicht mehr wirklich monogam eingestellt bzw könnte mir eine offene Beziehung für die Zukunft vorstellen- ist für mich schon fast der einzig richtige Weg.
Weiß nicht ob das hier jemand nachvollziehen kann, aber körperliche Treue ist mir nicht wichtig- viel wichtiger finde ich, Ehrlichkeit, zu wissen wo man hingehört, wen man liebt und einfach absolute Offenheit dem Partner gegenüber.
Nun, mein Mann (der die ganze Zeit über von mir getrennt war und ist) war leider nicht so offen und ehrlich wie ich.
Ich erzählte ihm damals ca 1 Monat nach der Trennung von meinem ONs, er redete eigentlich nur grob um den heißen Brei.
Wir haben uns in der Zeit der Trennung körperlich und auch emotional wieder toll angenähert und planten unsere gemeinsame Zukunft weiter.
Einen Tag vor Silvester wollte er dann mit mir reden und erzählte mir von knapp 4 Monatigen Affäre.
Er beantwortete alle meine Fragen, erzählte von seinem Gefühlschaos und das sie ihn emotional aufgefangen hat, als ich mich getrennt habe.
Alles nachvollziehbar, aber die monatelangen Lügen trafen mich hart!
Er hat der Affäre dann auch endlich gegbeichtet, das er für sie nicht genug empfindet und mich liebt, mit mir einen Neuanfang will.
Ich konnte/ kann im Moment die Lügen jedoch nicht verzeihen und sagte ihm, die Trennung bleibt.
Er möchte es natürlich gern anders, wünscht sich einen Neuanfang und das ich ihm irgendwann wieder vertrauen kann.
Nun ist es so, das ich die letzte Woche echt gelitten habe.
Mir ging es nach dieser Beichte furchtbar.
Am Wochenende haben wir dann nochmal viel und intensiv geredet.
Das hilft mir momentan enorm, jedoch weiß ich nicht ob ich ihm diese Offenheit wirklich glauben kann.
Und ganz seltsam, ich will den Abstand. Körperlich, emotional (so weit es geht), räumlich (er ist beruflich viel unterwegs und wir haben seit der Trennung separate Schlafzimmer).
Aber ich habe plötzlich Lust auf ihn.
So extrem, das ich am liebsten gestern Abend schon über ihn hergefallen wäre.
Ich weiß nicht ob es schlau ist, dem Gefühl nachzugeben- ich kann nicht einordnen warum ich so Lust auf ihn habe obwohl so verletzt.
Das widerspricht sich.
Kennt das jemand?
Kann/darf ich dem nachgegeben? Wäre es schlauer das Gefühl zu unterdrücken und mich erst mal zu sammeln?