Nüchterner nach Trennung?

Ehemaliger User

Hallo,

erst mal vorab: Ich finde diesen neuen Forumbereich richtig gut!! Ein Dank an Henry!
Schon öfters hätte ich gerne einige Themen hier besprochen, die mich nach der überstandenen Trennung bewegten, aber da diese "Problemchen" nicht mehr so wirklich was mit akuten Trennungsschmerzen zu tun hatten, fand ich sie in den bisherigen Bereichen fehl am Platz.

Nun aber kann ich mal eine Frage an all jene Personen des Forums stellen, die bereits nach der "großen" Trennung (die uns hierher geführt hat) einen oder mehrere neue Beziehungsversuche hatten.

Kurz zur Erinnerung und zum Verständnis meiner Lage: Ich selbst bin seit 1 Jahr von meiner 1. großen Liebe getrennt (wobei die Ablösung davor bereits 2 Jahre andauerte, mit mehreren Trennungen usw.). Wir waren insgesamt 8 Jahre zusammen.
Ich war ein halbes Jahr Single, mir gings aber soweit relativ gut, weil ich wiegesagt bereits lange Zeit davor schon mit der Ablösung beschäftigt war und die endgültige Trennung eher eine Erleichterung für mich darstellte.

Nun bin ich seit Ende des letzten Jahres wieder in einer neuen Beziehung! Dieser Mann ist im Prinzip genau das, was ich brauche. Nach der Trennung entwickelte ich wie die meisten genaue Vorstellungen davon, was ich nicht mehr will und was mir wichtig ist und mein Neuer entspricht diesem Bild. Gemeinsame Zukunftsvorstellungen, gemeinsame Interessen, ähnlicher Humor, und vor allen Dingen weiß er, was er will und steht zu seinen Gefühlen. Er zeigt sie auch sehr offen und kann sehr viel geben.

Ich habe aber das Gefühl, dass ich manchmal überhaupt nicht zu schätzen weiß, was ich eigentlich wertvolles in ihm gefunden habe. Zeitweise erinnere ich mich an meinen Ex Unglaublich.
Ich bin öfters launisch und ungerecht und komme mit meiner neuen "stärkeren" Position nicht so gut zurecht. Bislang habe ich immer um die Liebe eines "Bad Boys" gebangt, nun bekomme ich Liebe einfach so geschenkt und bin fast nicht imstande, sie anzunehmen.
Ich bin an für sich ein sehr emotionaler Mensch, aber fühle mich jetzt auf einmal teilweise total nüchtern und kopfgesteuert. Mein Herz ist manchmal einfach zu. Mir fällt auf, sobald ich vom Alltag/Beruf usw. gestresst bin, mache ich "zu" und lasse ihn nur wenig an mich heran. Wenn ich entspannt bin, kann ich die Beziehung aber auch wieder genießen.

Ich bin etwas durcheinander. Wir erleben teilweise sehr schöne Sachen zusammen und dann fühle ich auch sehr sehr viel und bin richtig glücklich. Dann wieder gibt es Phasen, in denen ich weniger empfinde und nüchtern bin. Da würde ich am liebsten "abhauen", das Weite suchen.

Kennt Ihr das auch?
Nicole schreibt ja immer, dass der erste Partner nach einer längeren Beziehung bzw. schmerzhaften Trennung die A-Karte gezogen hat.
Ich hatte mich eigentlich schon relativ reif für eine neue Beziehung gehalten und man sucht es sich ja auch nicht unbedingt aus, wann man jemanden neues kennenlernt.

So, das war nun relativ wirr, aber ich wollte das Thema mal hier reinstellen und bin gespannt, wie es anderen ergeht.
Ich hätte mir eine neue Beziehung einfacher vorgestellt.
Seufz.

Viele liebe Grüße an alle
Maryleen





26.06.2003 10:45 • #1


Tutangus


64
Hallo Maryleen!

Wie sich eine neue Beziehung "gestaltet", hängt ja von vielen Faktoren ab, die es fast unmöglich machen, eine einheitliche Antwort oder Regel dafür zu definieren.

Gerade, wenn eine sehr intensive Liebe hinter einem liegt, macht es einem nicht leicht, so einfach auf eine neue Beziehung einzugehen, ohne dass dabei die alte Beziehung gedanklich wie gefühlsmäßig immer noch eine Rolle spielt.

Wann hat man die "alte" Beziehung überstanden? Auch das lässt sich schwer beantworten, da jeder anders seine Vergangenheit verarbeitet. Die einen brauchen länger, die anderen weniger. Wer stark ist, kommt schneller wieder auf die Beine, der andere braucht mehr Zeit dafür.

Wann kann ich eine neue Beziehung beginnen, ohne den anderen als "Trostpflaster" zu missbrauchen? Auch diese Frage lässt sich nicht beantworten, weil der ehemalige Partner (je größer die Liebe zu ihm war) immer noch im Kopf umherschwirrt. Doch irgendwann muss man einfach wieder offen dafür sein und es einfach zulassen. Denn das Leben ist kurz!

Solange mir bewusst ist, was momentan in mir vorgeht, warum ich in einer neuen Beziehung auf etwas "falsch" reagiere, weil sich mein Ex-Partner in Erinnerung ruft, kann man meist auch etwas dagegen tun (es ist nicht immer einfach, aber es geht).

Jede Beziehung ist eine Erfahrung mit zahlreichen Variationen, Erlebnissen, Erwartungen und Macken des anderen.

Sich von diesen Beziehungen zu lösen, ist ein steter Kampf zwischen Kopf und Bauch, Logik und Gefühl, Trauer und Hass.

Ich habe das erste Mal eine wirklich große Liebe verloren. Und ich habe den größten Kampf mit mir zu kämpfen, die Trennung auch innerlich zu akzeptieren.

Viele Menschen brauchen sehr viel Zeit dafür. In meinen Augen sind es Menschen, die ihr Leben vom anderen abhängig machen, weil er ihnen das gibt, was er allein nicht erreichen kann (also Ausgleich der eigenen Schwächen). Ein sehr gefährlicher Irrtum, da durch eine Trennung auch ein Teil in einem selbst stirbt. Der Fehler ist in meinen Augen der, dass man ein Bündnis zu sehr als Einheit sieht, die lebensfähig ist ("ohne den anderen nicht leben können"). Wer diese Einstellung lebt, ist abhängig vom anderen.

Lange Rede - kurzer Sinn: Ich darf mich vom Partner nicht abhängig machen. Sondern ich muss auch in der Lage sein, mit mir selbst klar zu kommen, mich zu akzeptieren, mich zu lieben. Kommt ein neuer Partner hinzu, ist es das "i-Tüpfelchen", was mein Leben noch schöner macht. Aber es ist kein "lebenswichtiges" Kriterium für meinen Gemütszustand.

Kann ich es so leben, ist die Trennung keine Aufgabe eines Teils meines Ich's, weil keine notwendige Abhängkeit mehr besteht.

Reichlich philosophisch und schwer zu realisieren. Aber ich versuche, danach zu leben. Und seitdem geht es mir auch wieder besser.

Jetzt komme ich wieder auf deine Ausgangsfrage zurück: Wer sich selbst so akzeptiert, wie er ist, geht nicht mehr mit der Erwartung in die neue Beziehung hinein, dass die neue Liebe allein einen glücklich macht. Nein, du kannst dann höchstens noch glücklicher werden als du es bereits bist!

Was auch sehr schwerwiegend ist, ist die Angst vieler Menschen, wieder verletzt zu werden. Und Liebe ist mit Schmerz leider sehr eng verbunden. Wer sich aus Angst davor verschließt, steht sich selbst im Weg und lässt die neue Liebe nicht ganz oder sogar gar nicht zu.

Überwindest du diese Angst, gibst du deinem neuen Partner damit einen Vertrauensvorschuss. Wirst du bestätigt, schätze dich glücklich. Wenn nicht, weißt du es wenigstens und kannst deine Schlüsse draus ziehen. Aber Angst vor etwas zu haben, was "eventuell" eintreten könnte, bringt absolut nichts und wäre allenfalls eine Unterstellung gegenüber dem Partner, dass er sich entsprechend negativ verhalten könnte.

Es heißt immer, man soll den neuen Partner nicht mit dem alten Partner vergleichen. Doch jeder tut es zwangsläufig (ist für mich logisch). Doch verbaut man dem neuen Partner nicht die Chancen, weil er sich in dem einen oder anderen Punkt anders verhält? "Anders" muss nicht "negativ" heißen.

Sorry, wenn auch ich ziemlich unsortiert schreibe. Ich denke im Moment auch sehr viel drüber nach und suche nach dem richtigen Weg. Ich werde sehen, ob ich da richtig liege  ;).

Sollte ich mich in dem einen oder anderen Punkt missverständlich ausgedrückt haben, lass es mich wissen. Oder vielleicht bist du anderer Meinung? Dann lass es mich erst recht wissen ;D!

Liebe Grüße

Tutangus

28.07.2003 00:22 • #2


Ehemaliger User


Hey Tutangus,

danke für Deinen Beitrag!!
Sorry, dass ich erst jetzt darauf antworte, aber besser spät als nie.

Ja, es ist wirklich nicht einfach, nach einer langen, intensiven Beziehung etwas neues einzugehen. Inbesondere, wenn es noch relativ früh nach der Trennung ist. Auch wenn man sich schon bereit für was neues fühlt. Nach den ersten Wochen der stürmischen Verliebtheit halten die ersten Probleme Einzug.

Manchmal frage ich mich auch, ob ich eine solche Liebe wie in der vorigen Beziehung überhaupt nochmal erlebe. Ob ich nochmal so arglos und voller Vertrauen lieben kann. Vielleicht gibt es das auch nur einmal im Leben?? Gegen diese Meinung habe ich mich ja immer gesperrt, aber jede Liebe und Beziehung hat eine andere Qualität, die einen sind intensiver, die anderen weniger. Und da ich erst eine lange Beziehung hatte und die extrem intensiv war (positiv wie negativ), liegt die Messlatte entsprechend hoch, was gefühlte Intensität angeht.

Ich habe noch keinen Weg gefunden, mich wirklich frei zu machen für meine neue Beziehung. Ich bin immer noch sehr nüchtern und auch eine Spur egoistisch, aber letzteres schadet mir nicht, nachdem ich jahrelang zu kurz kam. Das war eine notwendige persönliche Entwicklung nach der Trennung letztes Jahr.
Trotzdem: Ich will irgendwann wieder ein offenes Herz haben! So wie jetzt möchte ich nicht mein ganzes Leben lang drauf sein. Ich will wieder zu den Romantikern zählen!

Du schreibst, Du hast zum ersten Mal eine wirklich große Liebe verloren. Darf ich fragen, ob Du auch "kleinere Lieben" hattest? Oder siehst Du Deine jetzige "Noch-Große-Liebe" nur deswegen als große Liebe an, weil der Verlust noch so intensiv wirkt und die Trennung relativ frisch ist? Kannst Du das schon objektiv beurteilen?

Ich teile vollständig Deine Meinung, dass man sich eigentlich nicht vom Partner abhängig machen sollte. Man sollte selbst lebensfähig sein und sich selbst lieben. Alles schön und gut. Aber ehrlich gesagt: Ich nehme an, ich war in meiner letzten Beziehung ein bisschen "abhängig" von meinem Partner und so schlecht hat es nicht angefühlt (zumindest in guten Zeiten). Eine starke gefühlsmäßige Abhängigkeit war das schon - nicht unbedingt eine Abhängigkeit in Bezug auf das allgemeine Leben - und diese starken Emotionen waren damals der Sinn meines Lebens.

Das hat sich nun verlagert. Emotionen sind nicht mehr der Sinn meines Lebens. Meine neue Beziehung ist quasi ein i-Tüpfelchen. Aber: Ich fühle mich so auch nicht viel besser. Oft ganz im Gegenteil. Da ich manchmal so nüchtern bin und fast ein Herz aus Stein habe.

Wahrscheinlich hast Du recht: Nicht die Liebe alleine kann einen glücklich machen. Das verlange ich auch gar nicht mehr. Genau das war nämlich früher mein Fehler. Ich habe auch durchaus andere Bereiche, aus denen ich Glück schöpfen kann.
Angst vor neuem Leid wegen der Liebe habe ich eigentlich gar keine! Ich bin mir meiner neuen Beziehung so sicher, vielleicht auch zu sicher? Ich kenne es ja nur anders herum, vielleicht bin ich einfach gelangweilt von dieser Sicherheit? Verstehe einer die Frauen - wenn sie es schon selbst nicht tun....

Die Vergleiche mit dem Ex hat man wirklich oft - wenn das ganze noch so gut in der Erinnerung ist. Ich finde dabei auch nichts schlimmes, man sollte nur fair vergleichen. Mein neuer Freund schneidet an für sich in den direkten Vergleichen sehr gut ab
Trotzdem bleibt mein Herz oft so kühl.
Himmel, ich dachte wirklich, es wird alles einfacher!

So, nun habe ich genauso unsortiert zurückgeschrieben
Bin einfach mal jeden Gedankengang von Dir durchgegangen und habe ihn auf meine Situation angewendet. Was nun?
Ich denke momentan auch sehr viel über alles nach und wünschte mir, ich könnt einfach mal damit aufhören und mein Herz öffnen und glücklich sein. Das kann doch wirklich nicht so schwer sein! Ich arbeite daran!

Würde mich freuen, von Dir wieder einen Beitrag hierzu zu lesen.
Wünsche Dir, dass Du diesen sehr vernünftigen Lebensweisen weiter nachgehen kannst und Dein Glück findest.
Liebe Grüße
maryleen

08.08.2003 19:53 • #3


Ehemaliger User


Liebe Maryleen! Lieber Tutangus!

Nüchterner nach der Trennung?
Nach der grossen Trennung!
Ich kann dazu nur meine eigenen Erfahrungen einbringen und die sind etwas anders als die euren.

Ich war vor der ersten Beziehung nach der Trennung gut 1,5 Jahre allein. Habe auch sehr lange, über ein Jahr, gebraucht, um wieder auf die Füsse zu kommen, mein Leben in den Griff zu bekommen und um mich selbst zu akzeptieren.

Dies hatte ich auch geschafft, als mein Exfreund in mein Leben trat. Wohlgemerkt nach 1,5 Jahren Singledasein und davor 12 Jahren Ehe.
Ich muss sagen, und dass ist auch wirklich ganz ehrlich, ich habe meinen Exfreund eigentlich nie mit meinem Exmann verglichen. Bestenfalls mal, was das Äussere anging. Aber den Charakter und alles andere war für mich eben er und es ist und war mir klar, dass jeder Mensch individuell ist.
Das es bei uns nicht geklappt hat, schieb ich einfach auf unsere unterschiedlichen Lebenssituationen und Erfahrungen und Zukunftsvorstellungen.
Er finanziell gut situiert, ich das ganze Gegenteil. Ich habe ein kleines Kind, er nicht und auch kein Interesse an Kindern. Ich habe eine lange Beziehung/Ehe hinter mir, er ist ein jahrelanger eingefleischter Single.

All dies prallte mit aller Macht aufeinander. Und ich gebe zu, ich habe keine Chance gesehen, diese Differenzen zu bereinigen.
Ich habe meine *neugewonnene* Freiheit wie eine Löwin verteitigt bzw. zurückerobern müssen, habe gespürt und lernen müssen, dass Gefühle und Emotionen nicht immer gern empfangen werden. Also lernen, sie zu unterdrücken bzw. zu verstecken.
Ich für mich selbst hätte mir gewünscht einmal wieder etwas Liebe zu spüren, Liebe, die mir der andere gegenüber entgegenbringt. Ganz zu schweigen sie mal zu *hören*. Taten zählen sagt man, aber ich bin eben auch ein Mensch, der es auch hören möchte und nicht in jedem Handgriff sich selbst sagen muss, er hat es nur aus Liebe zu mir getan. Denn das hat bei mir nicht lange geklappt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Es ging in die Brüche, bevor es etwas richtiges werden konnte.

Ich hatte bisher inclusive meines Exfreundes 3 Beziehungen in meinem Leben. 2 Jahre, 12 Jahre und 6 Monate.
Nun stehe ich wieder an einem Punkt, wo ich den Himmel spüre, die Schmetterlinge und auch all dies, was ich in den letzten Jahren vermisst habe.
GEFÜHLE. Offen und direkt. Ehrlich und nicht versteckt.
Und diesmal nur mit 4 Monaten Pause zwischen den Beziehungen.

Mag man mich schlimm nennen oder was auch immer.
Aber ich bin so froh hier zu sein.
Einen lieben Menschen zu haben, der mich mit seiner Zuneigung zudeckt, aber nicht erstickt.
Einen Menschen, dem ich auch meine Gefühle offen gestehen kann, ohne dass er sich gleich in die Deffensive gedrängt fühlt.
Einen Menschen, den ich über Wochen erst *menschlich* kennengelernt habe. Gemeinsamkeiten und Gegensätze VOR dem Beginn der Beziehung erkennen durfte.
Hier spielte das zwischenmenschliche eine grössere Rolle, als das körperliche. Natürlich ist auch dies schön und wichtig, aber ich habe, so glaube ich, diesmal das Pferd nicht von hinten aufgezäumt.

Nein, ich vergleiche ihn nicht mit meinen Exen. Ich vergleiche ihn mit mir. Und er scheint das fehlende Stück meines Puzzels zu sein. Sehr ähnliche Lebenserfahrungen, ähnliche Zukunftspläne und auch übereinstimmende Lebenseinstellungen.

Durchaus möglich, dass ich diesmal auch wieder kein Glück habe, aber ich hoffe, ich geniesse, ich liebe und ich habe null schlechtes Gefühl dabei.

Durchaus möglich, dass die erste Beziehung nach der *grossen* zum Scheitern verurteilt ist. Habe ich auch lange geglaubt. Aber jetzt denke ich, hätte ich IHN damals statt den anderen kennengelernt, hätte es funktioniert.

Soviel habe ich aus all dem Vergangenem mitgenommen, dass ich weiss, was ich NICHT will.

Auch ich schreibe wirr, durcheinander und emotionsgeladen.
Dennoch denke ich, konnte ich mich verständlich ausdrücken.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein wundervolles Wochenende!

Viele liebe Grüsse Nicole

08.08.2003 21:01 • #4


Ehemaliger User


Liebe Nicole,

Danke für die Schilderung Deiner Erfahrungen nach der großen Trennung?
Das hört sich ja bisher ganz nach einem "Happy End" an !! )

Ich kann mich erinnern, dass wir Anfang dieses Jahres gemeinsam über unsere Neuanfänge diskutiert und geschrieben haben - damals warst Du noch mit Deinem Ex zusammen und erste Zweifel hatten sich eingeschlichen, bei Dir wie bei mir.
Du hast dann relativ bald herausgefunden, dass es bei Euch nicht klappen wird und von der erneuten Trennung berichtet. Ich denke auch, dass es wohl einfach der Falsche war - gerade wenn einer sehr emotional ist und der andere nicht, gibt es große Probleme. Da müssten sich beide extrem verbiegen, um auf einen Nenner zu kommen.

Ich denke eigentlich auch, dass - wenn gleich ein passender Partner gekommen wäre, z.B. Dein jetziger - es auch geklappt hätte, obwohl es die erste Beziehung nach der großen Trennung gewesen wäre. Denn wie Du schreibst, hast Du schon mit Deiner Vergangenheit abgeschlossen und lange genug auf eigenen Füßen gestanden. Wenn dann etwas mit einer neuen Beziehung schief geht, liegt es wahrscheinlich daran, dass man nicht zueinander gepasst hat.

Aber genau hier liegt mein Problem. Ich kann es einfach immer noch nicht identifizieren: Ist ER einfach der Falsche für mich oder ist es der falsche Zeitpunkt und es liegt an mir! Bevor ich das nicht herausgefunden habe, möchte ich nicht handeln.
Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass ich das alte noch nicht so wirklich hinter mir habe. Oberflächlich betrachtet schon: Ich habe meine Analysen gezogen, weiß, was ich will und was ich nicht will, lebe mein Leben, brauche und liebe meinen Ex definitiv nicht mehr und kann mir auch niemals mehr eine Beziehung mit ihm vorstellen. Trotzdem habe ich manchmal noch Gefühlsschwankungen, manchmal sogar noch Wut und Frust darüber, was ich alles mit mir machen ließ - und ab und zu träume ich auch noch von ihm. Negative wie positive Träume. Sind ja alles Zeichen dafür, dass es mich doch noch beschäftigt, wenn es auch in gewisser Weise schon abgeschlossen ist.

Genau deswegen weiß ich nicht, was nun eigentlich der Grund dafür ist, dass ich oft blockiert gegenüber meinem neuen Freund bin. Ich habe das Gefühl, wir treten auf der Stelle und ich bin der Grund dafür. Nun ja, ich hoffe, ich werde es bald herausfinden!

Die Beschreibung Deiner neuen Beziehung hört sich auf jeden Fall sehr vielversprechend an. Ich wünsche Dir wirklich, dass Du Dein passendes Gegenstück gefunden hast!! Genieße ihn und lass es Dir gut gehen!!!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Maryleen

09.08.2003 09:29 • #5