Frankenabo
Mitglied
- Beiträge:
- 4
- Themen:
- 1
- Mitglied seit:
ich bin 49 jahre alt, lebe bei nürnberg und wurde (von ihr aus gesehen wahrscheinlich ende januar diesen jahres, für mich war der stichtag der 30.april) von meiner großen liebe verlassen. ganz plötzlich, ohne vorwarnung in einem telefonat (ok, den umständen geschuldet) und bis heute ohne einen nachvollziehbaren grund. ihr wäre es über nacht gekommen, dass (wir waren noch nicht verheiratet) ich doch nicht derjenige für ehe und für immer sei. und das nach gut 8 1/2 jahren und nachdem ich ein paar tage vorher nochd er mann war, mit dem sie alt werden wollte. wir hatten keinen streit, alles war gut und normalerweise verfüge ich über eine große empathie, aber das hat mich dann doch kalt erwischt.
nun, dass sie die frau meines lebens war, das kann ich gut beurteilen, da ich vorher schon einiges erlebt habe, um diesen punkt richtig einordnen zu können.
nun habe ich diese trennung zwar "überlebt", stelle aber fest, dass ich mich dadurch auch sehr verändert habe. keine ahnung, ob zum besseren oder schlechteren. die hoffnung, das vertrauen der vorherigen jahre, das vorbehaltlose zugehen auf andere ist weg!
ich lebe, ich lache auch, aber die tiefen positiven empfindungen sind weg. ich denke ich bin gleichgültig geworden (das leben ist halt so, wie es ist und vertraue keinem glück, denn es wird dir eh wieder genommen). ich lebe eher nach dem motto : if you ain't got nothing, you ain't got nothing to lose! keine tiefen gefühle mehr, so kann man auch nicht verletzt werden.
nun gibt es oftmals tage die ok sind, aber manchmal auch immer noch tage die nicht so toll sind. immer dann, wenn ich an die gemeinsame vergangenheit denke. natürlich habe ich alle verpflichtungen, die aus der gemeinsamen zeit entstanden sind übernommen, obwohl das auch für mich nicht so ganz einfach ist. und einen teil ihrer sachen (z.b. klavier) füllen immer noch meine wohnung, da sie bei sich zu wenig platz hat. aber an den überwiegend "guten" tagen sehe ich diese dinge nicht und denke nicht nach. wenn ich aber mal ins nachdenken komme (natürlich gerne abends/nachts und bei entsprechender musik), dann fühle ich mich traurig und leer.
interessant ist, dass ich von anfang an (im gegensatz zu einer vorherigen trennung) gut schlafen konnte, sobald ich im bett war und auch keine irgendwie panischen aktionen durchgezogen habe. vielmehr reagiere ich sehr bewusst, manchmal schon kühl und logisch. schon ende januar, wo ich noch hoffnung hatte, habe ich beschlossen in meinem umfeld und in meiner einstellung bestimmte veränderungen vor zu nehmen, sollte dies tatsächlich das ende der beziehung werden. und dies habe ich dann auch nach dem 30. april schritt für schritt umgesetzt.
nun lebe ich mein leben, nicht unbedingt in farbe, aber wenigstens in grau. bin durchaus mehr als vorsichtig geworden und was beziehungen und gefühle betrifft eher zynisch. habe beschlossen nichts mehr zu erwarten, nurmehr zu überleben - jeden tag. nur manchmal ärgern mich noch diese abende, an denen diese dummen, alten gefühle hoch kommen und mich aus meiner gleichgültigkeit reißen. in meinem umfeld und in meiner arbeit reagiere ich allerdings durchaus immer noch sehr menschlich, empathisch und helfend und verständnisvoll. doch für mich erhoffe ich diesbezüglich nichts mehr.keine ahnung, ob dies so toll ist, aber denke mal, selbst wenn das leben mich überraschen wollte, wüsste ich nicht, ob ich diese überraschung ergreifen würde, denn wie tom waits singt :
Sun is red; moon is cracked
Daddy's never coming back
Nothing's ever yours to keep!
Close your eyes, go to sleep
If I die before you wake
Don't you cry, don't you weep
Nothing's ever as it seems
Climb the ladder to you dreams
If I die before you wake
Don't you cry, don't you weep
Nothing's ever yours to keep!
Close your eyes; go to sleep