FunS
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ich weiß ehrlich gesagt nicht wieso ich das hier schreibe, aber ich dachte vielleicht, dass dies eine Möglichkeit wäre, aus euren Gedanken und Erfahrungen das Beste für meine jetzige Situation rauszuholen. Schon mal vielen Dank an alle, die sich hier die Zeit nehmen, um fremde Menschen in Ihren schwersten Situationen zu unterstützen. Ihr seid großartig!
Ich (M29) war mit meiner Ex-Freundin (F26) 1 1/2 Jahre zusammen. Wir haben uns damals in einem Club kennengelernt und ich war noch nie in meinem Leben so unfassbar geflasht von einer Frau. Die Chemie, die zwischen uns seit dem ersten Augenblick herrschte, ist etwas, was ich noch nie erlebt habe. Es war für mich liebe nach dem ersten Gespräch und ich wusste sofort und ohne jegliche Zweifel, dass das meine zukünftige Frau sein wird.
Nach den ersten drei Monaten merkte ich allerdings, wieso sie (bildhübsch, intelligent und schlagfertig) immer Single gewesen ist. Bei ihren ganzen bisherigen "Beziehungen" war dies immer ungefähr der Zeitpunkt, wo sich das "Blatt wendete". Sie verliert ad-hoc die Gefühle für jemanden und ist sich sehr unsicher über die gemeinsame Zukunft. In unserem letzten Gespräch denkt sie dazu in der retroperspektive von sich selbst, dass sie nach dieser Zeit immer denkt "den Mann zu haben", quasi wie in einem Videospiel, wenn man es bis zum Ende gespielt hat und deswegen das Interesse verliert. Bei mir wusste sie aber scheinbar, dass ich "zu gut" (bzw. wir beide einfach zu gut zueinander passen) gewesen bin, um mich einfach gehen zu lassen, weswegen ich diese Hürde überstehen konnte, auch weil ich damals mit Verständnis, aber ihr auch entschlossen zu verstehen gegeben habe, dass ich mich mit sowas nicht zufrieden geben werde und bereit bin zu gehen.
Leise nach einem halben Jahr Beziehung ist sie dann peu à peu bei mir eingezogen. Dies war ein großer Schritt für sie, da sie sehr freiheitsliebend ist und zuvor noch nie mit jemanden zusammengewohnt hatte und sich auch zuvor nie hätte vorstellen können, mit jemanden zusammenzuwohnen. Sie hat es aber unglaublich an mir geschätzt, dass ich alle Ihre Macken mitgemacht habe und mir selber einfach einen Spaß daraus zu machen, diese teilweise, für mich, unnötigen und egalen Eigenschaften zu übernehmen, um sie glücklich zu machen (bspw. die "richtige" Art und Wiese eine Spülmaschine einzuräumen oder Gemüse zu schneiden).
Jetzt nach 1 1/2 Jahren Beziehung hat Sie mir am Freitag noch gesagt, dass sie denkt, dass wir füreinander bestimmt sind aber sehr gerne eine Paartherapie mit mir machen möchte, da unser Liebesleben einfach eingeschlafen ist mit der Zeit. Sie hat teilweise ein unglaublichen "Druck" mit mir zu schlafen meinte Sie. Daran bin ich tatsächlich auch verantwortlich, da ich schon immer eine große Libido hatte und teilweise meinen Unmut daran zu Beginn äußerte. Das tut mir natürlich Leid und ich habe die letzten Monate alles daran versucht, dass Sie keinen Druck mehr spürt, scheinbar aber ohne Erfolg.
Samstag habe ich ihr von Tipps erzählt, die wir anwenden könnten, um gemeinsam aus dieser Spirale zu entkommen. Sie hat energisch abgelehnt und es kam zu einem riesigen Streit. Abends habe ich mich noch entschuldigt dafür, dass ich eventuell durch mein "Engagement" sie verletzt habe oder unnötig Druck bei mir verursacht habe, was natürlich niemals meine Intention gewesen ist. Viel mehr war das ein Ausdruck meines Kampfgeistes und ich dachte ich könnte sie mit meinem "Antrieb", an der Beziehung und unseren Problem zu arbeiten, imponieren und neuen Mut bei ihr auslösen, insbesondere da wir das Thema mit der Paartherapie angesprochen haben, dem ich schon durch andere Tipps und Tricks entgegenkommen wollte.
Sie reagierte daraufhin sehr respektlos und abweisend, was dann wieder zu einem heftigen Streit geführt habe, da ich mich "benutzt" gefühlt habe, indem ich mich entschuldigte und von ihr so unglaublich schlecht aufgenommen wurde.
Grundsätzlich ist sie ein Mensch, der sehr schlecht sich in die Situation des anderen versetzen kann und bei Streitsituationen auch viel zu stolz ist, um sich bei dem Gegenüber zu entschuldigen. Dies hat mich tatsächlich häufig frustriert, da ich immer derjenige sein musste, der sich in Ihre Lage versetzt hat und mich dann für mein Verhalten entschuldigte. Auf mein Anraten, dass auch meine Seite eventuell verständlich ist, konnte sie meistens nur mit Unverständnis reagieren. Ich bin grundsätzlich sehr harmoniebedürftig und entschuldige mich dann lieber von selbst, anstatt mehrere Tage nicht miteinander zu sprechen.
Sonntag hat Sie mir dann nach langem Schweigen gesagt, sie würde mich nicht mehr lieben und hat auch irgendwann vor Monaten aufgehört es zu versuchen. Ich war ziemlich baff und aber dennoch gefasst, habe gefragt ob wir noch irgendwas machen könnten, um diese Situation zu klären, was sie verneinte. Ich habe ihr dann gesagt, dass sie sich so schnell wie möglich eine neue Wohnung suchen sollte, da ich jetzt Zeit benötige um zu heilen und bin ohne großen Krach zu meinen Eltern gezogen.
Dienstag musste ich noch kurz in meine Wohnung, um ein paar Sachen zu holen. Dort saß sie auf dem Sofa weinend und konnte nicht nachvollziehen, wie ich so "kalt" sein könnte. Ich hätte Sonntag falsch verstanden und sie muss die Trennung für sich vollziehen, da sie einfach nicht glücklich ist. Sie weiß zudem, dass Trennungen für mich einen endgültigen Charakter haben und ich niemanden "zurücknehme", sobald ich mich mit jemanden getrennt habe. Sie hat gefragt, ob wir uns nicht am Donnerstag treffen möchten und die ganze Situation mit etwas Nachdenkzeit besprechen möchten.
Gestern haben wir uns dann getroffen und sie meinte, dass Sie viel darüber nachgedacht hat und mir jetzt im Nachhinein wenig Schuld an der Trennung anrechnen kann. Sie sagt selbst, dass sie die letzten Monate nach Mustern und Verhaltensweisen an mir gesucht hat, die sie kritisieren könnte um sich quasi selbst zu sabotieren. Ich würde aber an Ihrer Stelle sehr wenig falsch machen, was es sehr schwer für sie gemacht hat. Sie hat zudem gesagt, dass sie so wie sie sich gerade verhält unglücklich ist und nicht mehr so weitermachen kann. Sie hat zudem gesagt, dass sie hofft, ich wäre in der Zukunft für sie verfügbar, da ich die Messlatte für alle Männer (aus Ihrer Sicht) so unglaublich hoch gesetzt habe, dass sie sich kaum vorstellen kann, dass jemand da rankommen könnte. Sie möchte sich jetzt einen Therapie-Platz suchen, um dieses Verhalten und auch das Verhalten in Streitsituationen zu reflektieren und aufzuarbeiten.
Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr das Fenster kategorisch nicht schließen möchte, ich jetzt in dem Moment eine romantische Beziehung mit ihr möchte, ich aber auch gleichzeitig nicht auf sie warten kann. Sie soll sich einfach bei mir melden, wenn sie sich danach fühlt. Allerdings kann ich ihr bis dahin nicht versprechen, ob ich dann nicht neu vergeben bin oder einfach kein Interesse mehr an ihr habe.
Ich glaube das ist jetzt wirr gewesen, allerdings kann man diese doch sehr intensive Zeit natürlich nicht in 20min niederschreiben. Ich denke das mit dem Druck & Sex war absolut vermeidbar von mir. Wenn ein Mensch Druck empfindet mit jemanden zu schlafen, heißt es gleichzeitig, dass er eine Art "Zwang" empfindet. Zwang führt niemals zu vergnügen. Ich hätte dieses Thema viel sensibler behandeln müssen, eventuell durch spielerische Elemente wieder den "Spaß" bei ihr am gemeinsamen Lebensleben neu zu erwecken. Leider kommt so eine Einsicht viel zu spät meinerseits.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von dieser ganzen Trennung halten soll. Es ist schwer für mich nachzuvollziehen, wie sie mich nach all diesen Aussagen wirklich gehen lassen kann. Gleichzeitig kann ich mich nicht in Ihre Situation versetzen und weiß nicht, wie sie sich fühlen muss.