dazze
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Nach einiger Zeit habe ich ihr ein Treffen vorgeschlagen, nachdem ich ihr in der Pause ein Getränk ausgegeben hatte und scherzhaft meinte, sie könne sich ja mit einem Kaffee revanchieren. Grundsätzlich sagte sie zu, wirkte in der konkreten Planung jedoch eher zurückhaltend. Wir hatten einen groben Termin, allerdings konnte sie nur zu einer für mich ungünstigen Uhrzeit. Ich sagte daher am nächsten Tag ab, leider ohne direkt einen Gegenvorschlag zu machen. Einige Tage später habe ich das Treffen in der Schule mit einem neuen Termin erneut angesprochen. Sie sagte sofort zu und trug es sich sogar in ihren Kalender ein.
Ab diesem Zeitpunkt begann jedoch ein spürbares Hin und Her. Am Tag des neuen Treffens sagte sie, erst nach meiner Nachfrage, kurzfristig ab, mit der Begründung, ihr Auto sei kaputt, und sagte, dass wir das wann anders machen oder so. Bereits davor hatte sich zwischen uns in der Schule eine gewisse Unsicherheit in der Stimmung bemerkbar gemacht. Einerseits war ich enttäuscht über die spontane Absage ohne eine konkreten Gegenvorschlag, andererseits hatte ich ja selbst zuvor einmal abgesagt (wenn auch unter Vorbehalt).
Im Unterricht blieb der Umgang weiterhin flirtig. Nach Unterrichtsschluss wirkte sie jedoch immer wieder distanziert: ging schnell zum Auto, wich mir gefühlt aus, schaute garnicht nach mir oder so und machte insgesamt einen unsicheren manchmal uninteressierten Eindruck.
Einige Wochen später meinte sie im Unterricht, sie schulde mir ja noch einen Kaffee. Ich verstand das als Anlass, erneut nachzuhaken, und schrieb ihr. Anfangs reagierte sie freundlich, doch sobald es um konkrete Termine ging, wurde es wieder vage. Aussagen wie „muss erst meinen Plan checken“ oder „sage dir noch Bescheid“ folgten, ohne dass es je verbindlich wurde. Auf eine dieser Nachrichten habe ich schließlich nicht mehr geantwortet - möglicherweise ein Fehler. ?
In der Schule zeigte sie mir in einer Gruppe auch beiläufig ihren „vollen Kalender“, nach dem Motto: Es liegt wirklich daran. Gleichzeitig gab es noch einmal eine spielerische Andeutungen zu einem Treffen, aber nie einen konkreten Vorschlag von ihr. Später schrieb sie mir noch zweimal bei WhatsApp, allerdings ausschließlich wegen schulischer oder sachlicher Themen. Das war allerdings von Anfang an so - nur dass die Nachrichten anfangs deutlich flirtiger waren. Sie hat ADHS, ist viel am Handy und ich habe den Eindruck, dass sie Aufmerksamkeit derzeit einfach genießt. Meine fehlende Klarheit und mein weiteres Investieren haben sie möglicherweise in eine für sie angenehme, unverbindliche Position gebracht, die sie auch ein Stück weit genießt. Zudem weiß ich, dass sie privat viel unterwegs ist, oft auf Partys geht und bei Männern gut ankommt.
Parallel dazu habe ich mich selbst nicht optimal verhalten:
– Ich habe in dieser Zeit vor ihren Augen mit anderen Mitschülerinnen geflirtet (teilweise recht deutlich, Körperkontakt etc.).
– Ich wirke nach außen sehr selbstbewusst, charmant und körperlich locker, was möglicherweise unverbindlich oder unsicher wirken kann.
– Ich bin relativ früh körperlich geworden (Berührungen, Nähe), ohne dass wir uns wirklich getroffen hatten, und war insgesamt eher pushy.
Rückblickend frage ich mich, ob ich dadurch bei ihr das Gefühl ausgelöst habe, austauschbar zu sein oder dass sie denkst, dass es mir eher um etwas Unverbindliches ging. Sie hat eine gewisse Vorgeschichte und wirkt eher vorsichtig. Manchmal hatte ich zudem das Gefühl, dass meine wachsende Unsicherheit – ausgelöst durch ihre Unklarheit – sie wiederum noch weiter verunsichert hat.
Nach mehreren Wochen meldete sie sich wieder, allerdings nur mit sachlichen Themen (z. B. dass mein Autolicht kaputt sei oder wegen schulischer Infos). In der Schule sucht sie dennoch immer wieder Blickkontakt und Nähe, wirkt gleichzeitig aber distanziert. In den Ferien gab es dann gar keinen Kontakt mehr (auch nicht an meinem Geburtstag), was ich doch schade fand, weil ich mich interessiert zeigte und wir kurz vorher über meinen Geburtstag sprachen.
Inzwischen bin ich ziemlich sicher, dass sie jemand anderen datet, mich aber auch nicht vollständig loslässt. Für mich fühlt sich das Ganze wie ein dauerhaftes Hin-und-Her an.
Was es für mich zusätzlich schwierig macht: Ich habe das Gefühl, dass mich diese Situation emotional so bindet, dass sie mir die Ausbildung teilweise „kaputt macht“. Ich bin sehr auf ihre Ambivalenz fixiert und merke, wie es mich mittlerweile belastet, wenn ich mitbekomme, dass sie aufgeregt von anderen Männern erzählt – teilweise sogar in meiner Nähe. Ein Beispiel: Einmal habe ich ihr spielerisch einen Ring am Finger wieder angesteckt, worauf sie scherzte, wir seien jetzt verheiratet. Kurz zuvor hatte sie jedoch noch erzählt, dass ihr Vater sie mit einem anderen Typen verkuppeln wolle. Ich hatte dabei den Eindruck, dass sie diese Nähe gleichzeitig als angenehm und unangenehm empfand.
Meine Fragen:
– Ergibt es Sinn, dass sie durch mein Verhalten (Flirten mit anderen, Absage, frühe Nähe) emotional verunsichert wurde und deshalb auf Abstand gegangen ist?
– Oder spricht das Gesamtbild eher dafür, dass schlicht kein echtes Interesse (mehr) da ist – und ich vielleicht früher hätte aussteigen sollen?
– Und ganz konkret: Würdet ihr in so einer Situation noch einmal ruhig Klarheit ansprechen – oder eher konsequent Abstand nehmen und es abhaken?
Ich versuche ehrlich zu reflektieren, wo mein Anteil liegt, und gleichzeitig herauszufinden, ob hier noch etwas klärbar ist oder ob ich mir nur Hoffnungen mache.
Danke fürs Lesen und für jede ehrliche Einschätzung