Margerite
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Zitat von MKH:Aber die Affäre/Ex-Affäre schwebt ständig wie ein Damoklesschwert über uns und heute morgen habe ich ihm gesagt, ich brauche jetzt erst mal ein paar Tage für mich.
Die Affäre hat ihm natürlich etwas bedeutet und er hat etwas damit kompensiert. Diese Zufuhr fehlt jetzt natürlich und er hat so was wie Entzugserscheinungen. Und bis die wirklich ausgestanden sind und man sich vom AP losgelöst hat, dauert es meiner persönlichen Erfahrung nach Monate.
Ich brauchte in dieser Phase viel Zeit für mich und meine Gedanken kreisten immer noch stark um diese Hauptperson, die jetzt weg war. Man muss sich entlieben. Seltsamerweise kann man sich schnell verlieben, aber entlieben ist zeitaufwändig und auch von emotionalen Rückschlägen geprägt. Einen Tag geht es schon ganz gut, um am nächsten wieder die Traurigkeit zu fühlen.
Ich habe damals mit meinem Partner nicht darüber gesprochen. Er wusste von der Affäre, er wusste auch, dass es zu Ende war, aber er hat nie gefragt, was mich in die Affäre getrieben hat und was das für ein Mann war. Er wollte das nicht wissen und ich drängte ihm nichts auf. ich hatte mich selbst in die Bredouille gebracht, also musste ich nun auch die Kosequenzen tragen und die waren durchaus schmerzhaft.
Ich finde es nicht fair, wenn man den EP dann noch damit konfrontiert und ihn sozusagen als seelischen Mülleimer benutzt.
Aber eine richtige Übereinstimung und Vertrautheit in der Ehe gelingt meiner Ansicht nach erst, wenn die Affäre tatsächlich Schnee von gestern ist.
Wichtig ist auch, dass der AP aus dem Orbit verschwindet und man nicht doch noch Kontakt "auf rein freundschaftlicher" Ebene hat, weil jeder Kontakt die Ablösung verlängert. Denn man hält sich emotional praktisch wieder in der Affäre auf und kann um so schlechter damit abschließen.
Auch der EP, der keine Affäre hat, ist mit im Boot, denn auf ihn wirkt sich das Geschehne ja auch aus und nicht jeder ist in der Lage, damit abzuschließen. Dann kann es durchaus sein, dass es iwann doch noch zu einer Trennung kommt, auch wenn man noch so guten Willens war, weil das Damoklesschwert langfristig die Beziehung überschattet..
Das Loslassen ist ein Prozess. Das bedeutet, es dauert, aber es wird auch im Lauf der Zeit schwächer. Es kann auch dazu kommen, dass der Trauernde seinen Fokus wieder mehr auf die guten Eigenschaften des EP legt und er sich fragt, ob er das wirklich hätte aufgeben können und wollen.. Man sieht das, was man hat im Alltagsbetrieb gar nicht mehr, es ist selbstverständlich und die Ehe samt dem EP wird während einer Affär meist wenig gesehen. Man ist emotional ja auf einem anderen Dampfer unterwegs.
Mir fiel im Lauf der Zeit durchaus auf, welche innere Größe mein EM bewiesen hat und was für ein Windei der AP dagegen war. Später und das hält bis heute an, konnte ich nicht mehr nachvollziehen, was ich an diesem Mann fand, aber da war viel Projektion im Spiel. Ich sah Qualitäten in ihm, die schlichtweg nicht da waren und die nur in meiner Illusion existierten. Eine AP lernt man im Alltagsbetrieb ja kaum kennen.
Ich war und bin dankbar, dass es uns gelungen ist, die Ehe beizubehalten. Es hat sich vieles zum Positiven bei uns verändert. Ich habe von der Affäre insofern profitiert, dass ich wirklich "Lehrgeld" dafür bezahlt habe. Eine Affäre ist keine Lösung, sie schafft nur neue Probleme.