Paket1133
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ich (m/28) habe beschlossen, hier mal meine Gedanken reinzuschreiben, weil mir so ein Forum bei einer sehr heftigen und aufreibenden Trennung sehr geholfen hat. Es tut gut, von Menschen, die einen nicht kennen und deswegen auch ehrlicher sein können, Tipps und Feedback zu bekommen.
Also, kurz zu meiner Geschichte.
Ich war 1,5 Jahre mit einer Frau zusammen. Zunächst war alles gut, aber je mehr wir miteinander zu tun hatten, bemerkte ich, dass wir eigentlich gar nicht zueinander passen. Sie sah vieles anders als ich, hatte andere Interessen... Ich wollte sie aber trotzdem irgendwie, weil ich mir ihr auch gleichzeitig eine gewisse Hoffnung auf ein neuen Lebensabschnitt verband. Zum Zeitpunt unseres Zusammenkommens war ich 27 Jahre alt und wollte nun langsam damit beginnen, mich niederzulassen, Familie gründen & heiraten. Das wollte sie auch, deswegen war es von den Motiven her durchaus passend.
Um ihr zu gefallen, fing ich an, mich zu verbiegen. Habe meine andere Meinung einfach heruntergeschluckt, zu einigen Freunden, die sie nicht mochte, den Kontakt abgebrochen (ich weiß, dass das falsch war und bin gerade auch dabei, das wieder hinzubiegen) und mich im Grunde voll und ganz auf sie eingelassen.
Dies führte dann auch dazu, dass ich zu ihr aufs Land gezogen bin, wo sie mit ihren Eltern wohnt. Wir wohnten dann mit 4 Erwachsenen zusammen - Konflikte vorprogrammiert, was dadurch, dass ihre Eltern recht anstrengende Menschen waren, intensiviert wurde.
Ich merkte mehr und mehr, dass das eigentlich nicht mein Wunschleben ist und dachte mir auch immer wieder: "Was mache ich hier? Ich bin hier fehl am Platz.". Auch in unserer Beziehung lief es nicht völlig rund. Schon nach einem halben Jahr, wo andere noch völlig verliebt sind und rumturteln usw., waren wir schon häufig genervt von einander. Meine Unzufriedenheit schlug so wohl auch nach außen durch, was sich dann in Zickigkeiten und allgemeiner Genervtheit äußerte. Sie war aber auch nicht die Netteste, gerade in Streitsituationen wurf sie mir Dinge an den Kopf, die völlig unter der Gürtellinie waren.
Aber wir schlugen uns so durch und irgendwann wurde für mich das Verbiegen so zur Gewohnheit, dass ich es kaum noch bemerkte. Nach einem Streit vor 2 -3 Wochen, bei dem ich sie angezickt habe, nachdem sie mich 5x gefragt hat, was ich gerade an meinem Handy mache (Emails abrufen, was ich hier auch erklärt habe, nur lies sie nicht locker!). Sie begann zu grübeln, wurde noch liebloser als zuvor und vor kurzem dann die Trennung - von ihr aus. Ich hätte es noch weiterlaufen lassen und geguckt, ob wir es nicht doch nicht hinkriegen.
Als ich meine Sachen geholt habe, wurde es doch emotional. Man hatte eben auch gute Zeiten, trotz aller Unterschiede. Natürlich vermisse ich sie - aber mein Kopf sagt, dass es rational wohl richtig so ist, weil unsere Unterschiede auch groß sind und es einfach nicht gepasst habe. Aber dennoch hat man sich ja nicht immer unter Kontrolle. Ich habe selbst oft an eine Trennung gedacht, mich aber nicht getraut bzw. gehofft, dass es noch besser werden würde.
Nun bin ich teilweise traurig, teilweise erleichtert. Aber dennoch habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mich so verbogen habe und die Beziehung im Grunde von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Ich denke an einzelne Streits, wo ich nicht nett war zu ihr (sie war es aber auch nicht zu mir!). Ich denke an Situationen, in denen ich gerne anders gehandelt hätte und mache mir viele Vorwürfe. Ich schaue mir Daten an und denke dann: Da war alles noch ok, da waren wir im Urlaub usw. und komme dann immer ins Grübeln.
Naja, soweit zu mir. Nicht, dass der falsche Eindruck entsteht: Ich war nicht aggressiv o.ä. zu ihr, meine "Gemeinheiten" bestand eher aus schlechter Laune, die sich dann eben irgendwie in Bockigkeiten o.ä. geäußert hat. Aber ich werfe mir das eben vor. Und ich vermisse sie auch. Ich habe ihr das auch schon gesagt, dass ich ein schlechtes Gewissen habe wegen meiner Launen und sie meinte nur, dass ich da kein schlechtes Gewissen haben bräuchte, weil sie selber die Launen ja auch gehabt hätte. Aber trotzdem...
Tat gut, das man auszuschreiben. Könnt ihr mir vielleicht den ein oder anderen Tipp geben?
