Zitat von Garibaldi:Kaetzchen:
Danke für deine Einschätzung.
Woran machst du es fest, dass die Bindungsvermeider in unserer Gesellschaft zunehmen ?
Es gibt zahlreiche Studien zu dem Thema, einfach mal googeln
Woran genau das liegt, wurde meines Wissens nach noch nicht endgültig erforscht. Ansteigende Scheidungen scheinen aber damit zu tun zu haben - wer als Kind durch Scheidung der Eltern mit einem Verlust einer engen Bezugsperson konfrontiert wird, erlebt das als Trauma und entwickelt dadurch häufig eine Bindungsstörung. Auch häufige Trennungen fördern Bindungsstörungen, so wird jede Trennung von einem Partner die Bindungssicherheit stören (manchmal nur temporär, oft aber auch dauerhaft). Früher war es üblich, dass man früh einen Partner fand und mit dem bis ans Lebensende zusammenblieb. Heute haben wir viel mehr Beziehungen im Leben, und daher eben auch viel mehr Trennungen. Wenn Du jemanden triffst, der mit 30 schon fünf Beziehungen hinter sich hat kannst Du Dir ziemlich sicher sein, dass er kein sicherer Bindungstyp mehr ist

Es wird natürlich mit steigendem Alter auch daher immer schwerer, überhaupt noch sichere Bindungstypen zu finden. Die befinden sich nämlich logischerweise meist in langjährigen Beziehungen

Online z.B. findest Du zu 70% Bindungsvermeider, zu 10% unsicher-ambivalente (die sind aber meist nicht lange online suchend, weil sie sich ja sofort binden, sobald sie jemanden finden, der sie will) und vielleicht zu 20% bindungssichere, die zumeist gerade aus einer langjährigen Beziehung kommen und sich auch relativ schnell wieder binden, sobald sie jemand Passendes gefunden haben. Wer häufig Affären hat, ist zum Beispiel auch kein bindungssicherer Typ. Bindungssichere gehen in Affären zugrunde

das funktioniert gar nicht. Affären sind für Vermeider und auch für unsicher-ambivalente. Allerdings kann man sich sein Bindungssystem durch häufige Affären auch kaputt machen.
(Kleiner Tipp: wenn Du eine Frau kennenlernst, Du sie nach einer Kennenlernphase ins Bett kriegst und sie nach dem 3.-5. S ex mit Dir nicht verliebt ist und Dich auch nicht binden will, hat sie eine Bindungsstörung. Psychisch gesunde Frauen nämlich binden sich spätestens ab dem 3. Mal

)
Wer länger als 2 Jahre unfreiwillig Single ist, hat auf jeden Fall eine Bindungsstörung

wenn auch manchmal nur temporär (zB nach einer traumatischen Scheidung/Trennung oder so). Der hat dann auch nur eine Chance auf eine glückliche Beziehung, wenn er jemandem vom Typ sichere Bindung findet. Und die sind wiederum ab einem gewissen Alter extrem selten "am Markt", von daher ...
