Es sind fast 5 Jahre vergangen und ich berichte mal, wie es weiter ging
Im Mai 2015 bin ich nach 11 Jahren on/off Beziehung zu meinem Freund (jetzt Ex) gezogen.
So richtig von Herzen kam es von beiden nicht.
Wir hatten eher das Gefühl wir
müssen das jetzt unbedingt machen.
Ich denke, ich wollte das, um ihn sozusagen sicher zu haben.
Ist Quatsch, ich weiß, aber es hat sich gut angefühlt, dass er immer nach Hause kommen musste, auch wenn ich mal rumgezickt habe.
Wir haben uns wirklich gut verstanden, aber es war eher wie in einer WG.
Nach zwei Jahren dachte ich, es wäre besser für die Beziehung, wenn ich mir wieder eine eigene Wohnung miete und wir dann nochmal mit getrennten Wohnungen neu anfangen...
Leider, oder vielleicht GsD, hat er da nicht mitgespielt und er hat sich endgültig von mir getrennt.
Ich war traurig, wusste aber, dass es so richtig ist.
Ich bin sogar aufgelebt, habe mich wieder wie ich selbst gefühlt (was auch immer das bedeutet), habe neue Leute kennen gelernt und mein Leben neu geordnet.
Aber, jetzt kommt es : ich hatte immer im Hinterkopf, dass wir wieder zusammen kommen, wenn ich erstmal mich selber und mein Leben in die Spur gebracht habe.
Dann hatte er eine Neue, und selbst da, dachte ich: mir doch egal, im Endeffekt bin ich es für ihn!
Das wurde mir aber erst später bewusst.
Jetzt, nach über 2,5 Jahren ohne ihn, ohne Beziehung, kann ich wirklich behaupten, dass ich bei MIR angekommen bin, weil ich nichts mehr tue, was für andere richtig zu sein scheint.
Das heißt nicht, dass mir die Gefühle anderer unwichtig sind, aber ich übernehme nicht mehr die Verantwortung dafür. Ich glaube das wichtigste ist, authentisch zu sein, auch wenn mich dann manche blöd finden.
Ich hatte 2 oder 3 neue Accounts hier im Forum, mich abgemeldet, wieder angemeldet, und dann vor kurzem meinen früheren Account wieder aufleben lassen. (funktionierte zunächst nicht)
Die anderen Benutzernamen sehe ich inzwischen als Phasen bzw. Identitäten, um alle Facetten zu bearbeiten und alte Verhaltensmuster zu erkennen und ggfls. aufzulösen.
Gut, jede Geschichte ist anders, aber viele Tips, die hier im Forum immer wieder gegeben werden sind genau die, die mir wirklich weiter geholfen haben
1. Trennung akzeptieren
2. Kontakt abbrechen
3. Gefühle zulassen und aushalten
4. mich bewegen ( und wenn ich nur zum nächsten Geschäft laufe, um irgendwas einzukaufen oder in ein Café gehe und einen Kaffee trinke)
5. trotz der Angst und einiger Rückfälle weitermachen
6. das Forum nutzen
7. sich mit den Leuten aus dem Forum in echt treffen und sogar eure beste Freundin hier finden

8. nie aufgeben
9. meine Anteile zu erkennen und mich aus der Opferhaltung zu begeben
10. meine Sichtweisen überdenken
11. mich auch mal unbeliebt machen
Ich könnte noch ewig so weiter schreiben, will euch aber nicht weiter nerven...
Eigentlich wissen wir, was wir für uns tun müssen, aber es ist auch schwer alte Verhaltensmuster abzulegen!
Und ich finde auch die Zeit spielt eine große Rolle. Weil es nun mal Zeit braucht, um alle schlauen Erkenntnisse auch umzusetzen, die immer wieder auftauchenden Zweifel zu entschärfen oder sogar abzulegen.
Lange Rede gar kein Sinn: meine Geschichte hat ein Happy End und zwar, dass es mir gut geht, ohne Mann, ohne Ex, nur mit mir!
Und vielleicht ist das die Voraussetzung, um dann doch nochmal eine Beziehung mit Happy End zu haben, könnte ja sein...
Ich bin gespannt und freue mich, auf das, was da noch so kommt

Ich habe lange gebraucht um mein Ziel zu erreichen ( glücklich oder zumindest zufrieden ohne Beziehung zu sein) ich hoffe wirklich, dass es nicht wieder eine Momentaufnahme ist...
Ach, und wenn schon JETZT grade fühlt es sich total gut an!
Liebe Grüße Peperonica

Edit: ich dachte immer ich muss mich aus diesem Forum abmelden, erst dann habe ich es geschafft
Aber es reicht schon, dem RL mehr Raum zu geben
