Erstmal liebe Maeri, tut es mir sehr leid, dass du hier gelandet bist.
Es ist ne harte Zeit die du gerade durchmachst.
Zitat von Maeri: Er schrieb mir immer wieder, dass er zweifeln würde, aber zu ihr "tendiere". Nach etwa der Hälfte der Woche habe ich die Ungerechtigkeit nicht mehr ausgehalten und ihn um eine Entscheidung gebeten, die dann für sie ausfiel.
Klar zweifelt er auch. Auch für ihn sind es 16 Jahre die er hinschmeißt. Und auch wenn es seine freie Entscheidung war das zu tun, wird auch er sich Gedanken gemacht haben und auch bestimmt immer noch machen.
Gerade wenn es wirklich noch nicht solange mit der Kollegin läuft. 16 Jahre Sicherheit uns Vertrautes gebündelt mit Kind, Haus und Hof wiegen schwer.
Zitat von Maeri: Fast forward zu heute: mein Mann lebt weiterhin mit seiner Freundin zusammen, sie arbeiten zusammen und sind glücklich,
Fur dich ist das natürlich sehr hart. Und man fragt sich selbst immer, wie kann das sein. Wie kann er nach all den Jahren, gefühlt mal eben so ein neues Leben anfangen, als wäre nix gewesen.
Ja vielleicht ist er glücklich.
Doch letzten Endes ist es total egal, ob er glücklich ist oder nicht.
An deiner Situation ändert es nichts.
Von daher Versuche den Fokus von ihm weg auf dich und euren Sohn zu Legen.
Auch du darfst Glücklich sein. Auch wenn du jetzt gerade noch weit davon entfernt bist.
Zitat von Maeri: Und trotzdem sitze ich wieder hier, vermisse meinen Mann und kann nicht glauben, wie 16 gemeinsame Jahre einfach wie weggeblasen sein können. Wie er - scheinbar einfach so - wieder komplett glücklich sein kann.
Und das ist völlig normal und legetim. Ihr wärt immerhin 16 Jahre zusammen. Die lassen sich nicht eben so beiseite schieben.
Zitat von Maeri: In unseren Gesprächen kommen von ihm auch immer sehr zweideutige Signale. "Dass wir uns lieben, stellt keiner in Frage", zum Beispiel. "Ein Teil von mir würde gerne kämpfen". Und trotz allem entscheidet er sich jeden Tag aufs Neue für die andere Frau und sagt, er wäre sehr glücklich.
Auch wenn er es so entschieden hat, wiegen auch für ihn 16 Jahre schwer und er wird sicher Zweifel gehabt haben.
Dennoch. Er hat sich entschieden.
Zitat von Maeri: Ich möchte eine gute Elternbeziehung aufrecht erhalten. Ich möchte, dass wir uns über unser Kind austauschen können und auch noch gemeinsam für ihn da sein können.
Gib dir Zeit. Sowas muss wachsen und sich einspielen. Es wird besser mit der Zeit, wenn deine Verletzungen heilen.
Zitat von Maeri: Zwar alles nicht schön & mit vielen Zukunftsängsten verbunden, aber machbar.
Und auch die sind völlig normal. Ich selbst hatte nie so dermaßen Angst vor der Zukunft und schiere Existenzängste wie ein paar Monate nach der Trennung. Jetzt ist die Zukunft da und habe gelernt, es geht immer irgendwie weiter. Selbst wenn alles in einem schreit das geht doch gar nicht.
Es wird irgendwann ruhiger werden.
Zitat von Maeri: So dumm es klingt, aber ich hätte nie gedacht, dass das so schwer ist, vor allem nach dem einem so etwas angetan wurde. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, würde ich ihn sofort wieder nehmen - aus den falschen Gründen und es würde niemals gut gehen - aber ich würde, weil ich es mir so sehr wünsche. Und das erschreckt mich sehr.
Erstmal denke ich, diese Gedanken sind völlig normal.
Ich denke aber auch, dass du dir diesbezüglich keine großen Sorgen machen musst.
Aus verschiedenen Gründen.
Es sind Fakten geschaffen. Du hast eine Entscheidung gefordert mit der du jetzt lebst und nach denen du dein Leben und das eures Sohnes neu ausrichtet.
Mit jedem Tag, der ins Land zieht, wird es gefestigt. Du wartest nicht drauf, dass er zurück kommt. Du warst beim Anwalt und es ist schon einiges in die Wege geleitet.
Er selbst sagt er ist glücklich. Ob er ist wirklich ist, oder es nur sagt um sich selbst zu rechtfertigen ist dabei völlig unerheblich.
Ob er wirklich zurück kommt kann dir keiner sagen.
Möglich.
Aber auch nicht.
Versuch bei dir zu bleiben. Leg deinen Fokus auf dich und euren Sohn. Sehr vieles ergibt sich mit der Zeit auch selbst. Du machst doch alles was du kannst. Du warst beim Anwalt, ihr habt den Umgang geregelt, du suchst dir Unterstützung wo du nur kannst. Viel mehr geht nicht.
Ich finde dich da schon sehr Klar und sehr gut aufgestellt.
Die Gedankentiefs sind da völlig normal. Drei Monate stehen 16 Jahren gegenüber. Sei gnädig mit dir. Nimm dir die Zeit.
Falls du das Gefühl haben solltest, eurem Sohn geht's nicht gut, kannst du dich auch an eine Beratungsstelle wenden, wie Pro Familia, AWO oder dergleichen.
Ich persönlich hab dort sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ansonsten versuche Dinge für dich zu tun. Alles was dir Spaß macht.
Eventuell probierst du auch was neues aus.